Das Mitleiden des Weinstocks in den Reben (Joh. 16,5-15)

Als der Herr Seinen Jünger gesagt hatte, dass der Hass der Welt sie erwarte und dass Er sie verlassen würde, ermutigte Er sie dadurch, dass Er ihnen den Beistand senden würde. Nachdem der Weinstock den Reben beschrieben hatte, wie ihre Zukunft als Reben am Weinstock aussieht, begann Er, sie zu trösten. Die Jünger waren traurig darüber, dass der Meister sie verlassen würde. Er wollte ihnen aber klarmachen, dass es gut für sie sei, dass Er zum Vater gehe, weil dann der Beistand und Tröster kommen und in ihnen wohnen würde. Christus versprach den Jüngern, dass Er den Beistand zu ihnen senden würde. Wir haben von GOTT einen Beistand und einen Tröster erhalten. Wir haben den Geist der Wahrheit erhalten und deshalb können wir den Lügen des Teufels widerstehen. Der Geist GOTTES verkündigt uns das Wort GOTTES. Er überführt diese Welt von der Sünde, von der Gerechtigkeit und vom Gericht. GOTTES Geist überführt Menschen von der Sünde des Unglaubens. GOTTES Gerechtigkeit erweist sich darin, dass der Vater das Opfer des Sohnes angenommen hat. Es ist gerecht, dass der Sohn zum Vater geht. Der Heilige Geist öffnet Menschen die Augen dafür, dass das kommende Gericht sich erfüllen wird und der Teufel bereits verurteilt und gerichtet ist. Durch den Geist GOTTES werden wir in die ganze Wahrheit geleitet. Eine der Wahrheiten, an die uns der Geist GOTTES immer wieder neu erinnert, steht in Hebräer 4.

Heb. 4,14-16: Da wir nun einen großen Hohenpriester haben, der die Himmel durchschritten hat, Jesus, den Sohn Gottes, so lasst uns festhalten an dem Bekenntnis! Denn wir haben nicht einen Hohenpriester, der kein Mitleid haben könnte mit unseren Schwachheiten, sondern einen, der in allem versucht worden ist in ähnlicher Weise wie wir, doch ohne Sünde. So lasst uns nun mit Freimütigkeit hinzutreten zum Thron der Gnade, damit wir Barmherzigkeit erlangen und Gnade finden zu rechtzeitiger Hilfe!

Der Heilige Geist als unser Beistand und Tröster erinnert uns daran, dass wir einen großen Hohenpriester haben, der die Himmel durchschritten hat. Wir haben einen Hohenpriester, der Mitleid haben kann mit unseren Schwachheiten, weil Er selbst in allem in ähnlicher Weise versucht wurde, aber ohne Sünde war. Wir dürfen in jeder Versuchung hinzutreten zum Thron der Gnade und Barmherzigkeit finden zu rechtzeitiger Hilfe. Wir dürfen freimütig vor GOTT treten, wenn wir Hilfe benötigen. Wir sind nicht auf uns allein gestellt. Der Weinstock hat Seine Reben nicht alleine gelassen, als Er diese Welt verlassen hat, sondern Er hat ihnen einen Beistand gesendet. Der wahre Weinstock kann mit Seinen Reben mitleiden, weil Er selbst versucht wurde. Christus weiß, wie es ist, versucht zu werden. Er kannte Versuchungen und Anfechtungen. Der Herr wurde durch den Versucher in der Wüste versucht. Er wurde aber auch durch viel Leid versucht und angefochten. In Lukas 4 lesen wir, wie der Herr kurz nach Seiner Taufe vom Teufel versucht und geprüft wurde.

Lk. 4,1-15

Diese Begebenheit in der Wüste findet kurz vor dem Beginn des öffentlichen Wirkens und Auftretens des Herrn statt. Nachdem der Herr von Johannes getauft wurde, wurde Er vom Geist GOTTES in die Wüste geführt. In der Wüste hat der Teufel bereits darauf gewartet, den Sohn GOTTES zur Sünde zu verführen. 40 Tage und 40 Nächte hat der Herr nichts gegessen und wurde vom Teufel angefochten. Der Satan versuchte den Herrn hier auf drei unterschiedliche Art und Weise. Er versuchte, Christus durch die Fleischeslust, die Augenlust und den Hochmut des Lebens zu Fall zu bringen.

1. Joh. 2,15-17: Habt nicht lieb die Welt, noch was in der Welt ist! Wenn jemand die Welt lieb hat, so ist die Liebe des Vaters nicht in ihm. Denn alles, was in der Welt ist, die Fleischeslust, die Augenlust und der Hochmut des Lebens, ist nicht von dem Vater, sondern von der Welt. Und die Welt vergeht und ihre Lust; wer aber den Willen Gottes tut, der bleibt in Ewigkeit.

Der Herr wurde in dieser Welt vom Teufel versucht. Zuerst wurde der Herr damit versucht, dass der Teufel Ihm gesagt hatte, dass Er aus einem Stein Brot machen solle. Derr Herr war nach den 40 Tagen Fasten sehr hungrig und sicherlich körperlich geschwächt. Wir wissen, dass der Teufel immer dann mit seinen Versuchungen kommt, wenn wir schwache Momente haben. Unser Herr war aber selbst in einem körperlich geschwächten Zustand nicht schwach. Fleischeslust ist das, was unser Körper und unsere Seele verlangen, um ihre Bedürfnisse zu befriedigen (Essen, Trinken, Schlafen, Gefühle etc.). Alles, was von GOTT erschaffen wurde, ist sehr gut, aber durch die Fleischeslust werden unsere natürlichen Bedürfnisse verkehrt und geraten ins Extreme. Zu viel Essen ist Völlerei. GOTT sagt in 1. Kor. 10,31: „Ob ihr nun esst oder trinkt oder sonst etwas tut – tut alles zur Ehre GOTTES!“ Wir dürfen das, was GOTT uns geschenkt hat, dankbar genießen, aber wir sollen uns nicht davon gefangen nehmen lassen. Auch Gefühle hat GOTT erschaffen und Er kann selbst sogar bspw. zornig sein. Die Bibel sagt aber auch: „Wenn ihr zürnt, dann sündigt nicht!“ (Eph. 4,26). Wir dürfen uns nicht von unseren Gefühlen beherrschen lassen. Gefühle sind gut, weil sie von GOTT erschaffen wurden, aber wenn wir uns von unseren Gefühlen leiten und kontrollieren lassen, ist das schlecht. Die Fleischeslust möchte uns so mit den Dingen dieser Welt, dieser Zeit und dieses Lebens beschäftigen, dass wir GOTT dabei vergessen. Wir alle möchten lieber ein einfaches und bequemes Leben als ein schweres und beschwerliches Leben haben. Jeder von uns möchte, dass es ihm gut geht. Wir wollen nicht auf das verzichten, was diese Welt uns bietet und wollen Leid und Schwierigkeiten am liebsten umgehen und ausweichen. Der Teufel sagte hier in Vers 3: „Wenn du GOTTES Sohn bist“. Er sagte nicht „da oder weil du GOTTES Sohn bist“. Der Teufel hat hier die Gottheit des Herrn in Frage gestellt. Er wollte dem Herrn vor Augen malen, dass Er, wenn Er denn der Sohn GOTTES sei, doch das Recht darauf habe, es sich gut gehen zu lassen. Ein wahrer Sohn GOTTES müsste doch niemals Hunger leiden, weil GOTT doch selbst aus Steinen Brot machen kann. Der Teufel wollte den Herrn damit provozieren, dass wenn Er so besonders sei, dann solle Er doch beweisen, dass Er aus Steinen Brot machen könne. Der Herr widerlegte den Teufel, indem Er 5. Mose 8,3 zitierte. Er besiegte den Teufel durch GOTTES Wort. Wir sollen GOTTES Wort in unseren Herzen bewahren, damit wir nicht gegen Ihn sündigen (vgl. Ps. 119,11). Fleischeslust wird durch die Ernährung mit dem Wort GOTTES besiegt und bekämpft. Wir brauchen GOTTES Wort für unser geistliches Leben. Durch GOTTES Wort erkennen wir, was wirklich wichtig ist und was ewig Bestand hat. Wenn wir uns mit GOTTES Wort ernähren, hungern wir dadurch automatisch unser Fleisch und unseren alten Menschen aus. Wenn wir uns nur um die Dinge dieses Lebens drehen, verlieren wir den Blick für die Ewigkeit. Dann wird das Wort GOTTES aus unserem Leben verdrängt. Wir sollen wie der Autor des ersten Psalms Tag und Nacht über GOTTES Wort nachsinnen, es auswendig lernen und Ihm gehrochen. Wir müssen GOTTES Wort reichlich in uns wohnen lassen (vgl. Kol. 3,16). Das Wort GOTTES besiegt die Fleischeslust.

Als Nächstes führte der Teufel Christus auf einen hohen Berg, um Ihm alle Reiche dieser Welt in einem Augenblick zu zeigen. Der Teufel wollte, dass der Herr ihn im Tausch für die Reiche dieser Welt anbetet (V. 6-7). Der Teufel wollte, dass der Herr, das, was Er sah, begehrte. Augenlust ist das, was unsere Augen begehren, wenn sie es ansehen (Besitz, Macht, Menschen etc.). Sehen ist eine Gabe und ein Geschenk GOTTES. Das Problem ist, dass wir oft das anschauen, was nicht für uns bestimmt ist. Wir sehen das, was unser Nachbar hat, werden neidisch und wollen haben, was ihm gehört. Augenlust begehrt das, was uns nicht gehört. Augenlust möchte Macht über das, was wir sehen und Besitz ergreifen von dem, was wir anschauen. Das, was wir anschauen, werden wir irgendwann auch anbeten. Das, worauf wir unsere Augen richten, bestimmt unsere Anbetung. Der Teufel wusste, dass Augenlust zu Anbetung führt. Die Augenlust führt dazu, dass wir das anbeten, was wir anschauen und begehren. Unser Denken und unser Sein drehen sich nur noch um das, was wir begehren, bis wir anfangen, unserer Begierde zu dienen und uns ihr hinzugeben. Das, was wir begehren, wird zu unserem Mittelpunkt. Der Teufel belügt uns, indem er behauptet, dass wir reich beschenkt werden, wenn wir unserer Augenlust nachgeben. Er hat selbst zum Herrn gesagt, dass Er alles bekomme, wenn Er den Teufel anbete, was eine Lüge war. Der Teufel hatte keine Macht über alle Reiche dieser Welt. Er ist zwar der Fürst dieser Welt (vgl. Joh. 14,30), aber er kann nur tun, was GOTT ihm erlaubt, zu tun. Der Teufel ist mächtig, aber nicht allmächtig. Er konnte dem Herrn alle Reiche dieser Welt in einem Augenblick zeigen, aber er konnte sie Ihm nicht geben. GOTT lenkt das Weltgeschehen und Er setzt Könige und Herrscher ein und wieder ab (vgl. Röm. 13,1). Der Teufel hatte gelogen. Er konnte Christus nichts geben. Auch heute benutzt der Teufel noch die Lüge, dass es glücklich macht, der Augenlust nachzugeben. Die Augenlust führt nicht zu einer Gabe oder einem Geschenk, sondern zur Gefangenschaft unter die Fleischeslust. Augenlust führt zu Fleischeslust. Die Augenlust aktiviert die Fleischeslust. Durch Augenlust wird Fleischeslust ausgelöst. Wenn wir der Augenlust nachgeben, werden wir die Fleischeslust ausleben. Das, was wir anschauen, beten wir irgendwann an, bis wir Sklaven unserer Begierde sind. Augenlust wird durch Anbetung GOTTES und durch Gottesdienst besiegt (vgl. Lk. 4,8). Wenn wir GOTT anschauen, anbeten und Ihm dienen, werden wir die Dinge, die nicht für uns gedacht sind, nicht begehren, weil wir von GOTTES Geist bereits erfüllt sind und unser Glück in GOTT gefunden haben. GOTT anzubeten und Ihm zu dienen, macht glücklich. Wenn wir die Herrlichkeit GOTTES anschauen wie in einem Spiegel, werden wir vom Geist GOTTES in das Ebenbild GOTTES umgestaltet (vgl. 2. Kor. 3,18). GOTTES Geist überführt uns von Sünde, von Gerechtigkeit und vom Gericht. Wenn wir GOTT anbeten und Ihm dienen, werden wir Christus ähnlicher. Wir besiegen die leicht umstrickende Sünde, indem wir hinschauen auf Jesus, den Anfänger und Vollender des Glaubens (vgl. Heb. 12,2). Augenlust wird durch Anbetung GOTTES besiegt.

Fleischeslust und Augenlust machen das Objekt unserer Begierde zum Mittelpunkt unseres Lebens. Hochmut des Lebens macht uns selbst zum Mittelpunkt unseres Lebens. Der Hochmut des Lebens ist Egozentrik, Stolz, Selbst-Verliebtheit, Arroganz und Selbstsucht. Der Hochmut des Lebens führt dazu, dass wir der Augenlust und der Fleischeslust nachgeben, weil das, was wir wollen, für uns das Wichtigste ist. Es gibt einen direkten Zusammenhang zwischen den unterschiedlichen Versuchungen. Der Hochmut des Lebens ist die Ursache dafür, dass wir der Augenlust und als Folge der Augenlust auch der Fleischeslust nachgeben. Alle Sünde beginnt beim Hochmut des Lebens. Hochmütige Selbst-Verliebtheit und Selbstsucht führen dazu, dass wir uns nur um uns selbst drehen und auch von anderen erwarten, dass sie sich nur um uns drehen. Wir möchten beachtet und bewundert werden. Wir möchten anderen beweisen wie toll, schlau und gut wir sind. Wir möchten unser Recht durchsetzen und stärker sein als andere. Hochmütige Menschen möchten anderen beweisen, dass sie es wert sind, bewundert zu werden. Auch beim Hochmut des Lebens stellte der Teufel die Gottheit Christi in Frage, indem er zu Ihm sagte: „Wenn du der Sohn GOTTES bist, so stürze dich von hier hinab“ (Lk. 4,9). Der Teufel versuchte, den Herrn zum Hochmut des Lebens zu reizen. Er wollte, dass der Herr beweist, dass Er der Sohn GOTTES ist. Er sollte beweisen, dass Er mächtig ist und dass alle Engel sich um Ihn drehen und Ihm gehorchen. Als Sohn GOTTES hatte Er doch das Recht, dass die Engel tun, was Er will. Bei der letzten Versuchung versuchte der Teufel, Christus mit Seinen eigenen Waffen zu schlagen. Er zitierte selbst das Wort GOTTES (vgl. Ps. 91,11-12). Der Teufel missbraucht oft GOTTES Wort und reißt es aus dem Zusammenhang, um Menschen zu verführen. Die Lügen des Teufels sind oft so gut verpackt, dass sie sich anhören, wie das Wort GOTTES. Wir müssen GOTTES Wort sehr gut kennen, um die Lügen des Teufels durchschauen zu können. Christus antwortete auf die unverschämte Provokation des Teufels, dass man den Herrn, seinen GOTT nicht versuchen solle (V. 12). Stolz provoziert und versucht GOTT, weil GOTT den Hochmütigen widersteht und nur den Demütigen Gnade erweist (vgl. 1. Pet. 5,5). GOTT hasst den Hochmut des Lebens. Jesus war nicht auf diese Welt gekommen, um sich bedienen zu lassen, sondern um zu dienen und um Sein Leben als Lösegeld für viele zu geben (vgl. Mk. 10,45). Der Herr ist nicht auf diese Welt gekommen, um Sein Recht durchzusetzen. Er ist nicht gekommen, um sich selbst zu verherrlichen oder sich selbst zu verwirklichen. Er hat sich selbst erniedrigt und Knechtsgestalt angenommen (vgl. Phl. 2,7). Er hat dem Vater in allem gehorcht, sogar bis zum Tod. Christus hat in allem den Vater geehrt und verherrlicht. Der Herr wollte nicht von Menschen bewundert werden, sondern den Vater ehren. Er wollte den Vater groß machen, nicht sich selbst. Hochmut des Lebens wird durch ein demütiges Bewusstsein der Größe GOTTES besiegt. Wenn wir erkennen, wer GOTT wirklich ist, bilden wir uns nicht mehr so viel auf uns selbst ein. GOTT allein ist würdig, geehrt zu werden. GOTT allein ist würdig, Ehre, Ruhm und Macht zu empfangen (vgl. Off. 4,11). Wir sind nicht würdig, Ehre zu empfangen. Der Herr hatte nicht vom Vater erwartet, dass Er alle Engel schickt, um Ihn aufzufangen. Sein Ziel war es nicht, allen zu beweisen, dass der Vater und die Engel sich um Ihn drehen. Er wollte den Vater verherrlichen und hat dem Teufel in allem widerstanden. Er hat die Fleischeslust, die Augenlust und den Hochmut des Lebens besiegt und den Teufel überwunden. Wir können getrost sein, weil Jesus Christus die Welt überwunden hat (vgl. Joh. 16,33). Es gab nichts im Sohn GOTTES, was dem Teufel und der Sünde einen Angriffspunkt geboten hätte. Der Teufel hatte keine Chance gegen Jesus Christus. Der Sohn GOTTES war selbst als Mensch so rein und heilig, dass der Teufel nicht einmal den Hauch einer Chance hatte, Ihn zur Sünde zu verführen. Es gab in Christus keine Fleischeslust, keine Augenlust und keinen Hochmut des Lebens. Christus hatte keine sündige Natur und deshalb hatte der Teufel keine Angriffsfläche. Wir haben den Geist GOTTES und deshalb können wir dem Teufel widerstehen. Wir lesen am Anfang und am Ende dieser Begebenheit, dass Christus voll Heiligen Geistes war, dass Er vom Geist in die Wüste geführt wurde und dass Er auch in der Kraft des Geistes nach Galiläa zurückkehrte. Wenn wir in Versuchungen und Anfechtungen standhalten wollen, brauchen wir den Heiligen Geist. Nur wenn wir voll Heiligen Geistes sind, können wir in Versuchungen standhalten und überwinden. In Epheser 5 werden wir dazu aufgefordert, voll Heiligen Geistes zu werden, indem wir Psalmen und Lobgesänge singen und GOTT für alles danken (vgl. Eph. 5,18-21). Wir müssen GOTTES Wort in uns wohnen lassen und GOTT anbeten, um vom Heiligen Geist erfüllt zu werden. Voll Heiligen Geistes zu werden, dient als Schutz vor Versuchungen. In der Apostelgeschichte lesen wir immer wieder über aufrichtige Diener GOTTES, dass sie voll Heiligen Geistes waren. Petrus war voll Heiligen Geistes als er an Pfingsten predigte (vgl. Apg. 4,8). Stephanus war vom Heiligen Geist erfüllt, als er zum Diakon berufen und auch als er gesteinigt wurde (vgl. Apg. 6,5 + 7,55). Auch Barnabas und Paulus waren erfüllt mit dem Heiligen Geist (vgl. Apg. 11,24 + 13,9). Nur wenn wir erfüllt sind mit GOTTES Geist, können wir der Fleischeslust, der Augenlust und dem Hochmut des Lebens widerstehen. Da wir aber oft versagen, müssen wir immer wieder neu vor den Thron der Gnade treten, um GOTTES Gnade und Barmherzigkeit zu empfangen. Christus wurde so versucht wie wir, aber Er war ohne Sünde. Unser Herr hat Mitleid mit uns und unseren Schwachheiten. GOTT vergibt gerne, wenn wir zu Ihm kommen. Christus hat mit Seinem eigenen Blut bezahlt, damit wir Gnade empfangen können. Unser Herr kann uns in unseren Versuchungen helfen, weil Er selbst versucht wurde (vgl. Heb. 2,18). Christus kann uns durch den Beistand helfen, den Er zu uns gesandt hat. Er kann uns in Versuchungen zur Sünde helfen, Er kann uns aber auch in Leid und Problemen helfen, weil Er selbst gelitten hat.

Christus war verachtet und verlassen. Er hat eine unendliche Einsamkeit am Kreuz erlebt. Er war ein Mann der Schmerzen und mit Leiden vertraut. Er war so verachtet, dass Menschen sogar ihr Gesicht vor Ihm verbargen. Er hatte keine Schönheit und kein Aussehen, das Menschen gefallen hätte (vgl. Jes. 53). Christus ist in extremer Armut aufgewachsen. Selbst die Füchse und Vögel auf dem Feld hatten mehr als unser Herr, der nicht einmal etwas hatte, wo Er Sein Haupt hätte hinlegen können (vgl. Mt. 8,20). Die ersten Jahre Seines Lebens musste Er als Flüchtling in Ägypten verbringen, weil Herodes Ihn töten wollte (vgl. Mt. 2,13). Der Herr kannte Krankheiten und unerträgliche Schmerzen. Er wurde verschmäht und abgelehnt. Die Menschen, die Er selbst erschaffen hatte, wollten Ihn nicht. Er musste Ungerechtigkeit, Verrat und Verleugnung ertragen. Seine eigenen Freunde sind Ihm in den Rücken gefallen. Unser Herr wurde misshandelt, erniedrigt, angespuckt und öffentlich zur Schau gestellt. Seine eigene Familie hat Ihn für verrückt erklärt und wollte Ihn ergreifen (vgl. Mk. 3,21). Nicht einmal Seine eigene Familie hat zu Ihm gehalten. Seine eigenen Brüder glaubten nicht an Ihn (vgl. Joh. 7,5). Er hat extreme Seelenqualen im Garten Gethsemane durchgemacht, sodass er Blut schwitzte. Seine Seele war betrübt bis zum Tod. Jesus kannte Grauen und Angst (vgl. Mt. 26,37-38). Er hat um Jerusalem geweint, weil sie nicht erkannt haben, was zu ihrem Frieden hätte dienen können (vgl. Lk. 9,41). Der Herr versteht uns, wenn wir einsam und verlassen sind. Er versteht uns, wenn wir körperlich leiden und krank sind. Christus kann nachempfinden, wie es ist, von Freunden verlassen und verraten zu werden. Er weiß, wie es sich anfühlt, wenn man rebellische Kinder oder Angehörige hat, die nicht gläubig sind. Er kennt Ungerechtigkeit. Er wurde verfolgt und verleumdet. Man hat über Ihn gelästert und Ihn zu Unrecht beschuldigt. Die eigene Familie hat Ihn verstoßen.

Unser Herr kann uns verstehen, wenn wir leiden. Er weiß, wie es uns geht und wie wir uns fühlen. Er wohnt bei denen, deren Geist zerschlagen und gedemütigt ist, um ihren Geist zu beleben und um das Herz der Zerschlagenen zu erquicken (vgl. Jes. 57,15). Christus hat eine frohe Botschaft für die Armen. Durch Seinen Geist verbindet Er die zerbrochenen Herzen und befreit die Gefangenen. Er schenkt den Trauernden Freudenöl statt Trauer und Feierkleider anstatt eines betrübten Geistes. Der Geist GOTTES tröstet alle Trauernden (vgl. Jes. 61,1-3). Wir haben einen Geist der Weisheit und des Verstandes empfangen. GOTTES Geist schenkt uns Rat und Kraft, wenn wir nicht mehr weiterwissen. Er ist ein Geist der Erkenntnis und der Furcht des Herrn (vgl. Jes. 11,2). Unser Weinstock wird das geknickte Rohr nicht zerbrechen und den glimmenden Docht nicht auslöschen. Der Weingärtner reinigt Seine Reben, damit sie noch mehr Frucht bringen. Die Reben können den Hass der Welt nur ertragen und aushalten, weil der Weinstock in ihnen lebt. Unsere Traurigkeit soll in Freude verwandelt werden (vgl. Joh. 16,20). Christus hat uns Seinen Geist gesandt. GOTTES Geist möchte uns immer wieder die Wahrheit vor Augen führen, dass wir nicht allein sind in unserem Leid und in unseren Versuchungen. Genauso wie GOTTES Geist den Sohn verherrlicht und uns das verkündigt, was Er vom Vater und Sohn gehört hat, können auch wir durch GOTTES Geist den Vater und den Sohn in unseren Versuchungen und Anfechtungen verherrlichen und überwinden. Unser Weinstock leidet mit uns, wenn wir leiden und Er hat uns einen Beistand und Tröster für gute und für schlechte Zeiten gegeben.