Die Exklusivität der Wahrheit (Joh. 14,1-11)

Der Herr wusste, dass die kommenden Tage für die Jünger sehr schrecklich sein würden. Er wusste, dass sie sich vor Angst verstecken und verkriechen würden. Noch waren die Jünger voller Elan und Enthusiasmus, aber bald würden sie Ihn alle aus Furcht verlassen. Es würde nicht mehr lange dauern, bis der Satan mit aller Macht versuchen würde, den Glauben der Jünger zu zerstören. Der Herr wollte Seinen Jüngern inmitten der Schwierigkeiten eine neue Perspektive und einen neuen Blickwinkel schenken. Er forderte sie dazu auf, an GOTT und an Ihn zu glauben. Nicht nur Petrus‘ Glaube wurde bald sehr stark angefochten. Der Glaube aller Jünger wurde vor eine Zerreißprobe gestellt. Die Jünger mussten jetzt schon lernen, sich auf die Ewigkeit auszurichten, bevor die große Prüfung kam. Wenn wir in Zeiten der Ruhe nicht gelernt haben, uns auf Christus und auf die Ewigkeit zu konzentrieren, werden wir in Glaubensprüfungen kläglich scheitern. Im Haus unseres Vaters sind viele Wohnungen. Darauf können wir uns verlassen, weil unser Herr und Meister uns das verheißen hat. Der Sohn GOTTES selbst ist in den Himmel gegangen, um uns eine Stätte vorzubereiten und Er wird persönlich wiederkommen, um uns zu sich zu holen. Christus will, dass wir bei Ihm sind. Er will, dass wir da sind, wo Er ist. Abraham hat die Erfüllung der meisten Verheißungen GOTTES nicht erlebt. Er war der Fremdling ohne Bürgerrecht in dem Land, das GOTT ihm verheißen hatte. Der einzige Ort, der Abraham gehörte, war ein Grab. Der Sohn GOTTES hatte noch nicht einmal ein eigenes Grab geschweige denn eine Wohnung. Unser Bürgerrecht ist im Himmel, dort bereitet der Herr eine Wohnung für uns (vgl. Phl. 3,20). Kinder GOTTES gehören in den Himmel und nicht auf diese Erde. Der Herr scheint hier vorauszusetzen, dass die Jünger wussten, wohin Er gehen würde und dass sie den Weg kennen würden. Thomas musste zugeben, dass er nicht wusste, wohin der Herr gehen würde und dass er den Weg nicht kannte. Dem Herrn war klar, dass Seine Jünger Seine Worte wie schon so oft nicht verstehen würden. Er war von Thomas‘ Unwissenheit nicht überrascht. Jesus sagte nicht, dass sie Seine Worte verstehen würden, sondern dass sie den Weg kennen würden. Die Jünger kannten den Weg seit über drei Jahren, sie wussten nur nicht, dass der Herr selbst der Weg war. Die Jünger kannten den Weg ohne zu wissen, dass sie den Weg kannten. Sie wussten auch, dass der Herr zum Vater gehen würde, weil Er ihnen das schon oft gesagt hatte (vgl. Joh. 7,33). Thomas dachte nur, dass der Herr von einem irdischen Ziel und einem irdischen Weg zum Ziel sprechen würde. Thomas verstand nicht, dass der Herr nicht hier auf dieser Erde irgendwo hingehen wollte, sondern in den Himmel. Thomas war klar, dass er den Weg nicht kennen kann, wenn er das Ziel nicht kennt. Er wusste, dass, wenn er nicht wusste, wohin der Herr gehen würde, er auch den Weg dorthin nicht kennen würde. Was als Binsenweisheit erscheint, ist doch vielen Menschen nicht klar. Die meisten Menschen meinen, dass sie ohne Ziele im Leben, den richtigen Weg finden können. Sie glauben, dass es viele Wege und viele Ziele gibt. Es gibt aber nur einen Weg, nur eine Wahrheit und nur ein Leben. Christus ist der Weg, die Wahrheit und das Leben und niemand kann zum Vater kommen als nur durch Ihn. Es gibt keinen Weg an Christus vorbei. Es gibt keine Hintertür in den Himmel. Nur durch Glauben an Christus können wir errettet werden und in den Himmel kommen. Der Glaube an unseren Glauben rettet nicht. Nur Glaube an Christus rettet. Antrainierter und angelernter Glaube rettet nicht, nur Christus kann retten. Wir dürfen uns nicht auf unseren Glauben stützen und verlassen. Wir müssen uns ganz auf Christus stützen und verlassen und unsere ganze Hoffnung auf Ihn setzen. Christus ist der einzige Weg zum Vater und zur Errettung. Antrainierter Glaube, der Christus nicht zum Zentrum unseres Daseins macht, sondern Ihn nur zu einem Mittel zum Zweck und zu einem Mittel zur Errettung macht, ist keine Hintertür in den Himmel und rettet nicht. Es gibt keinen Himmel ohne wahre Nachfolge, die aus echtem Glauben kommt. GOTT stellt Wahrheit über Beziehung. GOTT ist Wahrheit wichtiger als Beziehung. Beziehung zu GOTT kann nur auf der Grundlage der Wahrheit stattfinden. GOTT kann keine Beziehung zu Menschen haben, die Seine Wahrheit nicht anerkennen. Ohne Wahrheit gibt es keine Beziehung. Wahrheit ist eine Voraussetzung für Beziehung. Lüge zerstört Beziehung. Wahrheit macht Beziehung möglich. Lüge und Wahrheit können nicht koexistieren. Wahrheit ist immer exklusiv. Wahrheit schließt Lüge immer aus. Die Wahrheit kann Lüge nicht einschließen, sonst wäre sie keine Wahrheit mehr. Sobald ein bisschen Lüge in der Wahrheit ist, ist die Wahrheit nicht mehr Wahrheit, sondern Lüge. Sobald die Lüge in eine Beziehung einzieht, öffnet sie dem Tod das Tor, damit er eindringen und die Beziehung töten kann. Es gibt nur einen wahren Christus – den Christus der Bibel. Der biblische Jesus Christus ist das Alleinstellungsmerkmal des christlichen Glaubens. Wir dürfen uns keinen eigenen Christus und keine eigene Wahrheit machen. Im Reich GOTTES gibt es keine Meinungsfreiheit. Im Reich GOTTES zählt allein die Meinung GOTTES. Jeder Mensch im Reich GOTTES muss die Meinung GOTTES übernehmen und sich der Wahrheit GOTTES unterordnen. Die Meinung GOTTES und die ewig gültige Wahrheit GOTTES finden wir nur im Wort GOTTES. Christen können unterschiedliche Meinungen haben, d. h. aber nicht, dass auch jede unterschiedliche Meinung der Wahrheit entspricht. Wenn zwei Menschen völlig unterschiedliche Ansichten über das Wort GOTTES haben, liegt entweder einer von beiden falsch oder beide liegen zumindest teilweise falsch. Wir können auch nicht sagen, dass jeder Mensch Christus und die Wahrheit anders wahrnimmt und erlebt als andere. Es gibt einen Unterschied zwischen der Wahrheit und der Wahrnehmung der Wahrheit. Die Menschen heutzutage machen den Fehler, dass sie ihre subjektive Wahrnehmung der Wahrheit mit der objektiven Wahrheit gleichsetzen. Eine subjektive Wahrnehmung der Wahrheit wäre die Aussage, dass es heute warm ist. Eine objektive Wahrheit wäre die Tatsache, dass es heute 20 °C hat. Eine objektive Wahrheit kann man nachweisen und überprüfen. Die objektive Wahrheit kann von verschiedenen Menschen unterschiedlich wahrgenommen werden. Es gibt Menschen, die nehmen 20 °C als warm wahr und es gibt Menschen, die nehmen 20 °C als kalt wahr. Wenn subjektive Wahrnehmungen der Wahrheit zur objektiven Wahrheit gemacht werden, verliert die Wahrheit ihre Bedeutung. Wenn wir Christus als die Wahrheit nicht basierend auf der Bibel wahrnehmen, dann verliert die objektive Wahrheit, die wir anhand der Bibel nachweisen können, ihre Bedeutung. Wenn wir die Wahrheit über Christus erfahren wollen, müssen wir das Wort GOTTES studieren. Wir müssen immer anhand der Bibel überprüfen und untersuchen, ob unsere Ansichten über Christus auch wahr sind oder nicht. Wenn wir von der Bibel abweichen, weichen wir von der Wahrheit und von Christus ab. Wir müssen eingehen durch die enge Pforte (vgl. Mt. 7,13-14). Die Pforte und der Weg zum Verderben sind breit und es gibt viele, die darauf wandeln. Die Pforte und der Weg zum Leben sind schmal und es gibt nicht viele, die Ihn finden. Nicht nur die Tür der Errettung ist schmal, sondern auch der Weg der Nachfolge. Christus ist sowohl die Tür für unsere Errettung als auch der Weg für unsere Nachfolge. Nur durch Christus können wir errettet werden und nur durch Christus in uns können wir den Weg der Nachfolge gehen. Die Auferstehung und das Leben bringen uns auf den richtigen Weg, zur Wahrheit und zu wahrem Leben. Jesus Christus ist der einzige Weg, die einzige Wahrheit und das einzige Leben. Christus ist unser Ziel. Der Himmel ist himmlisch, weil GOTT im Himmel ist. „Wir brauchen keinen großen Glauben, sondern Glauben an einen großen Gott“ (Hudson Taylor). GOTT möchte von uns keinen starken und großen Glauben. Er möchte einen Glauben, der den starken und großen GOTT als Fundament und als Zentrum hat. Nur Christus kann Wiedergeburt bewirken, nicht unser Glaube. Wenn Christus uns keine Wiedergeburt schenkt, dann nützt uns unser Glaube nichts. Christus schenkt jedem, der an Ihn glaubt, Wiedergeburt. Wir dürfen uns aber keinen eigenen Christus machen. Wir müssen an den Christus der Bibel glauben und nicht an einen Christus, den wir uns ausgedacht haben. Nur durch das Wort GOTTES können wir wirklich erkennen, wer Jesus wirklich war und ist. Wenn wir Jesus Christus erkannt haben, haben wir damit auch automatisch den Vater erkannt. Die Jünger hatten in den letzten drei Jahren den Vater nicht wirklich erkannt, weil sie Christus nicht wirklich erkannt hatten. Sie hatten ein falsches Gottesbild, weil sie ein falsches Christus-Bild hatten. Philippus meinte, dass es ihnen reichen würde, wenn sie den Vater sehen würden. Er verstand nicht, dass er durch Christus schon längst den Vater sah. Christus war allezeit im Vater und der Vater war allezeit in Christus. Der Herr hatte kein einziges Wort aus sich selbst heraus geredet und kein einziges Werk unabhängig vom Vater getan. Der Vater hatte die Wunder durch Seinen Sohn bewirkt. Die Jünger hätten sich noch nicht einmal nur auf das Wort des Herrn verlassen müssen. Sie hätten den messianischen Wundern glauben können, die der Vater und der Sohn gemeinsam vollbracht hatten. Philippus war nicht damit zufrieden, den Sohn GOTTES zu sehen, er wollte den Vater sehen. Jesus Christus war für Philippus nach über drei Jahren keine Attraktion mehr. Er wollte mehr sehen. Wie oft folgen Menschen Christus nur nach, weil sie sich etwas von Ihm erhoffen und nicht, weil sie Ihn lieben. Hätte Philippus seinen Meister wirklich geliebt, wäre der Meister für ihn genug gewesen. Wenn man jemanden wirklich liebt, braucht man nicht mehr als nur die nahe Gemeinschaft mit der geliebten Person, um zufrieden zu sein. Das schönste am Himmel werden nicht die Wohnungen sein, die Jesus für uns vorbereitet hat, sondern die Gemeinschaft mit unserem geliebten Herrn und Heiland. Christus ist der Weg zur Wahrheit und zum Leben. Christus ist unser Ziel. Wenn Er unser Weg ist, haben wir das Ziel bereits erreicht.