Die Fürsprache der Fürsprecher

Jesaja 58 + 59, 15b – 21

Wir lesen hier, dass GOTT falsches und echtes Fasten beschreibt. GOTTES Volk hatte sich wie schon so oft von GOTT abgewendet und gesündigt. Trotz ihrer Sünde haben die Menschen aber den Anspruch erhoben, GOTTES Wege zu kennen. Sie haben von GOTT Gerechtigkeit erwartet und meinten, dass sie die Nähe GOTTES suchen könnten. Sie haben gefastet und sich darüber gewundert, dass GOTT ihre Gebete und ihr Fasten nicht anhört und nicht ansieht. Sie haben das Recht GOTTES verlassen, aber erwartet, dass GOTT sie so behandelt wie ein Volk das Gerechtigkeit übt und ein gottwohlgefälliges Leben lebt. Sie haben in Sünde gelebt, wollten aber trotzdem GOTT suchen. Sie wollten die Sünde und GOTT. Sie haben sich Tage lang durch Fasten gequält, den Kopf hängen gelassen und sich in Sacktuch und Asche gebettet, während sie gleichzeitig gestritten und gezankt und mit gottloser Faust dreingeschlagen haben. GOTT musste Sein Volk sehr streng zurechtweisen, weil Er kein Wohlgefallen an so einem Fasten haben konnte. Er hat ihnen klargemacht, dass Fasten und Beten nichts bringt, wenn wir ein gottloses Leben leben. Wir können ein sündiges Leben nicht durch Fasten und Beten wieder gut machen oder ausgleichen. GOTT sagt uns in Micha 6, 8 wie Er sich das Leben eines Menschen vorstellt.

Micha 6,8: Es ist dir gesagt, o Mensch, was gut ist und was der HERR von dir fordert: Was anders als Recht tun, Liebe üben und demütig wandeln mit deinem GOTT?

GOTT will, dass wir Ihn fürchten, Sein Wort halten, in Seinen Wegen gehen und Ihm dienen. Er will, dass wir Ihn und unseren Nächsten lieben und demütig mit Ihm wandeln. GOTT will, dass wir Gemeinschaft mit Ihm haben, aber die Nähe GOTTES setzt Demut und einen Wandel im Geist voraus. GOTT widersteht den Hochmütigen, den Demütigen aber schenkt Er Gnade (vgl. Jak. 4,6). Wir können nicht Freunde der Welt sein und Freunde GOTTES. GOTT gibt sich nicht mit einem Lippenbekenntnis zufrieden. Er will unser ganzes Leben und unser ganzes Herz. Die Menschen, zu denen Jesaja hier spricht, wollten GOTT nicht ihr ganzes Herz geben. Sie wollten GOTT nicht völlig und ganz ergeben sein und nachfolgen. GOTT wollte, dass die Menschen gerecht sind und gegen Ungerechtigkeit ankämpfen. Er wollte, dass sie Armen, Verfolgten und Unterdrückten helfen. Wir beten vielleicht noch für Arme Menschen und verfolgte Christen. Aber helfen wir diesen Menschen auch mit den Mitteln, die wir zur Verfügung haben? Ich habe oft den Eindruck, dass in der Christenheit in der westlichen Welt, die Meinung vorherrscht, dass wir geistlich und gottwohlgefällig sind, wenn wir beten, in der Bibel lesen, vielleicht sogar fasten, predigen und evangelisieren. Wir haben den christlichen Glauben zu einem Lippenbekenntnis gemacht. Es ist in der westlichen Christenheit völlig geduldet und normal, wenn jemand predigt und evangelisiert, der im Alltag ein gottloses Leben lebt. Es geht uns heute nur noch darum, über Christus zu reden, anstatt für Christus zu leben. GOTT zeigt uns in Jesaja 58 ganz klar und deutlich auf, dass Er kein Fasten und Beten oder Reden ohne Leben will. Er will, dass wir das worüber wir reden auch leben. GOTT will Gehorsam. Predigen und Evangelisieren ohne ein gehorsames Leben schreckt Menschen vom christlichen Glauben nur ab. Ungläubige Menschen haben oft ein sehr feines Gespür dafür, ob Christen nur viel reden oder ob sie tatsächlich Christus nachfolgen. Das Volk Israel war zu Zeiten Jesajas kein Zeugnis für die umliegenden Völker. Die Heiden konnten durch das Volk Israel nicht erkennen, dass es einen lebendigen GOTT gibt, obwohl das Volk Israel offensichtlich gebetet und gefastet hatte. Das Volk Israel hätte andere Menschen auf GOTT hinweisen müssen. Erst wenn wir bereit sind, GOTT auch wirklich nachzufolgen, können unsere Gebete auch von GOTT erhört werden. GOTT will nicht, dass wir für arme und verfolgte Christen beten, wenn wir nicht bereit sind, auch unseren Reichtum mit diesen Menschen zu teilen. Wir müssen uns der Frage stellen, ob wir das Recht haben, für die Armen und Verfolgten zu beten, wenn wir nicht bereit sind, auch etwas dafür zu geben und zu tun, dass den Armen und Verfolgten geholfen werden kann. GOTT sagt hier in Vers 8, dass erst, wenn wir den Armen geholfen haben und ein gerechtes Leben leben, dann wird unser Licht hervorbrechen wie die Morgenröte und unsere Heilung wird rasche Fortschritte machen. Erst wenn wir andere gerecht behandeln, wird Gerechtigkeit vor uns hergehen und die Herrlichkeit des HERRN unsere Nachhut sein. GOTT wird unsere Gebete erst erhören, wenn wir das Joch aus unserer Mitte wegtun und mit dem höhnischen Fingerzeigen und unheilvollen Reden aufhören. GOTT kann uns nicht führen und leiten, wenn wir in Sünde leben. GOTT kann uns nur führen und leiten, wenn wir Ihm auch nachfolgen. Sünde dörrt unsere Seelen aus. Ströme lebendigen Wassers können nur da fließen, wo Sünde bereinigt wurde. Wir alle sündigen tagtäglich und werden das bis zu unserem Lebensende tun. Die Frage ist aber, ob wir nach der Heiligung streben, ohne die niemand GOTT sehen wird oder nicht (vgl. Heb. 12,14). Kinder GOTTES fallen tagtäglich in Sünde, aber sie können sich in der Sünde nicht wohlfühlen, so wie sich das Volk Israel in ihrer Sünde wohlgefühlt hat. Wir wurden durch das Blut Christi von unserer Sünde gereinigt. GOTT will, dass Seine Kinder, die Er errettet hat, Recht tun, Liebe üben und demütig mit GOTT wandeln. Das Volk Israel sollte am Sabbat nicht arbeiten, sondern die Gemeinschaft mit GOTT suchen. Sie haben aber die Gemeinschaft mit GOTT nicht gesucht. Sie haben den Sabbat nicht gehalten. Das Volk Israel wollte wie schon so oft auf beiden Seiten hinken. Sie hatten einen Fuß auf der Seite der Sünde und einen Fuß auf der Seite GOTTES. Auch in 2. Mose 32 finden wir eine Begebenheit, in der das Volk Israel sich wieder von GOTT abgewendet hatte.

2. Mo. 32, 1-6: Das Volk Israel wurde von GOTT aus der Sklaverei in Ägypten befreit, sie wurden sicher durch das Schilfmeer geführt, ihre Feinde wurden vernichtet. Sie haben das Manna bekommen, nachdem sie gemurrt hatten. In Massa und Meriba haben sie Wasser aus dem Felsen bekommen, haben die Amalekiter besiegt und sind in 2. Mose 32 gerade dabei, das Gesetz und die 10 Gebote zu empfangen.

Während Mose auf dem Berg Sinai mit GOTT geredet hat, hat Aaron dem Volk ein Götzenbild gegossen und es angebetet. Sie rissen sich das Gold vom Leib und machten daraus ein gegossenes Kalb. Sie aßen, sie tranken, sie opferten und sie feierten ein Fest, ein Fest für den HERRN (V. 5). Das Volk behauptete, dass das Kalb der GOTT sei, der das Volk Israel aus Ägypten befreit habe. Das Volk Israel hat hier nicht GOTT durch einen Götzen ersetzt, sondern den Götzen Mose durch das gegossene Kalb ersetzt. Sie behaupteten, dass Mose sie aus dem Land Ägypten herausgeführt habe (V. 1). Sie haben einen sichtbaren Götzen durch einen anderen sichtbaren Götzen ersetzt. Das Volk und Aaron haben nicht GOTT die Ehre für ihre Erlösung und ihre Befreiung gegeben, sondern Mose und als der nicht mehr da war dem gegossenen Kalb. Anstatt dass sie, während Mose auf dem Berg war und 40 Tage und 40 Nächte gefastet hatte, mit ihm zusammen fasten und beten, haben sie sich von GOTT abgewendet (vgl. 5. Mo. 9,9). Während Mose betete und das Angesicht GOTTES suchte, betete das Volk einen selbstgemachten Götzen an.

2. Mo. 32, 7-14: GOTT ist die Sünde des Volkes nicht entgangen. Er sagt, dass Er das Volk beobachtet hat und gesehen hat, dass es ein halsstarriges Volk ist. GOTT war klar, dass Mose für das Volk wie ein Götze war und dass sie kurz nach ihrer Befreiung und nachdem Er in allem für sie gesorgt hat, sich von Ihm abgewandt haben und Ihn nie wirklich als GOTT, Erlöser und Herrscher anerkannt haben. Mose wusste nicht, was das Volk getan hatte, während er auf dem Berg mit GOTT geredet hat, aber GOTT hat ihn aufgeklärt und Er sagt zu Mose: „So lass mich nun, damit mein Zorn gegen sie entbrennt und ich sie verzehre; dich aber will ich zu einem großen Volk machen.“ (2. Mo. 32,10). GOTT wollte, dass Mose Ihm aus dem Weg geht, damit Er das Volk vernichten und Seinem Zorn freien Lauf lassen kann, aber Mose ging GOTT nicht aus dem Weg und er ließ GOTT nicht, sondern besänftigte das Angesicht GOTTES. Mose erinnerte GOTT daran, dass das Volk Israel GOTTES Volk ist und dass Er derjenige ist, der es aus Ägypten befreit hat. Er erinnert GOTT daran, dass die Ägypter über Ihn spotten würden, wenn Er das Volk jetzt töten würde. Mose erinnert GOTT auch an die Verheißungen, die Er den Patriarchen gegeben hatte. Musste GOTT daran erinnert werden? Wusste GOTT nicht, dass das Volk Israel Sein Volk ist und dass die Ägypter Ihn verspotten würden, wenn Er das Volk nach der glorreichen Befreiung jetzt vernichten würde? Hat GOTT die Verheißungen, die Er gegeben hatte, vergessen? War Er blind vor Wut? Ist GOTT gemeinsam mit der Situation außer Kontrolle geraten? Hat GOTT ein psychologisches Spielchen mit Mose gespielt und hatte eigentlich nie vor, das Volk zu vernichten? Wollte Er einfach nur sehen, wie Mose reagiert? Nein! GOTT wollte das Volk Israel wirklich vernichten und GOTT hätte das Volk Israel vernichtet, wenn Mose nicht für das Volk eingetreten wäre und GOTTES Angesicht besänftigt hätte.

Ps. 106, 23: Und Er gedachte sie zu vertilgen, wenn nicht Mose, Sein Auserwählter, in den Riss getreten wäre vor Ihm, um Seinen Grimm abzuwenden, dass Er sie nicht vertilgte.

GOTT wollte das Volk Israel vertilgen. GOTT hätte das Volk Israel vernichtet, wenn Mose nicht vor GOTT in den Riss getreten wäre. Mose hat den Zorn GOTTES abgewendet. Nicht das, was Mose zu GOTT gesagt hat, hat GOTTES Zorn abgewendet, sondern die Tatsache, dass Mose in den Riss getreten ist, in den Riss zwischen GOTT und dem Volk. Durch die Sünde und den Götzendienst hatte das Volk einen Riss in der Mauer gemacht, die das Volk vor dem Zorn GOTTES schützen sollte, genau wie das Blut des Passahlammes vor dem Würgeengel schützen sollte (vgl. 2. Mo. 12). Das Volk hatte in dieser Mauer, die als Schutz für es gedacht war, einen Riss gemacht, sodass das Volk dem Zorn GOTTES ausgeliefert war, aber Mose hat sich in diesen Riss gestellt und die Mauer zugemauert. Wir sollten ja nicht glauben, dass wir GOTT durch Sünde zum Zorn reizen können und Er Seinen Zorn zurück halten wird, weil ja Seine Ehre auf dem Spiel steht. GOTT muss niemandem nichts beweisen. Er kann sich auch durch Gericht verherrlichen. Die Verheißungen an die Väter hätte GOTT auch mit Mose weiter erfüllen können. Das Volk hatte mit Mose einen Mann, der für es in den Riss getreten ist, einen Mittler, einen Fürsprecher. Das war nicht immer so.

Hesekiel 22,30-31: Und Ich suchte unter ihnen einen Mann, der die Mauer zumauern und vor Mir in den Riss treten könnte für das Land, damit Ich es nicht zugrunderichte; aber Ich fand keinen. Da schüttete ich Meinen Zorn über sie aus, rieb sie auf im Feuer Meines Grimmes und brachte ihren Wandel auf ihren Kopf, spricht Gott, der Herr.

Zu Zeiten Hesekiels gab es keinen, der für das Volk in den Riss getreten ist. GOTT hatte jemanden gesucht, der die Mauer zumauert, damit Er das Volk nicht zugrunde richten muss, aber Er hat niemanden gefunden. Deshalb hat Er Seinen Zorn über das Volk ausgeschüttet und sie im Feuer Seines Grimmes aufgerieben. GOTT sagt sogar, dass, selbst wenn Noah, Daniel und Hiob im Volk gewesen wären, diese drei durch ihre Gerechtigkeit nur ihre eigene Seele gerettet hätten und ihre Söhne und Töchter gemeinsam mit dem Volk verwüstet worden wären (vgl. Hes. 14,12 ff), ein grausameres und gnadenloseres Gericht als die Sintflut.

Zu Jeremia sagt GOTT, dass, selbst wenn Mose und Samuel vor GOTT für das Volk Israel eingetreten wären, Er Sein Herz diesem Volk nicht mehr zugewandt hätte (Jeremia 15,1). Selbst wenn zwei der mächtigsten Beter der Weltgeschichte in der Fürbitte für das Volk GOTTES eingetreten wären, hätte GOTT sie nicht erhört. Selbst wenn ein Mittler vorhanden gewesen wäre, hätte GOTT nicht auf ihn gehört. GOTT verbietet sogar Jeremia für das Volk zu beten, weil GOTT ihn nicht erhören würde (vgl. Jer. 7,16). Da war einer, der in den Riss treten wollte, aber GOTT verbietet es ihm. Jeremia wollte in der Fürbitte für das Volk einstehen, aber GOTT lässt ihn nicht.

Jesaja 59, 15-21: Auch hier hat GOTT einen Fürsprecher gesucht und keinen gefunden, da half Ihm Sein eigener Arm. Er vollstreckte das Gericht an Seinen Feinden, aber Er erbarmte sich über Sein Volk und führte es zur Buße. Der Erlöser kam. Er legte Gerechtigkeit an wie einen Panzer und setzte den Helm des Heils auf Sein Haupt. Er goss Seinen Geist aus über die Menschen, die an Ihn glauben. GOTT wollte, dass Menschen die Breschen vermauern und die Straßen erneuern, wie wir in Jesaja 58,12 gelesen haben, aber sie wollten nicht. Sie hätten die Trümmer der Vorzeit wieder aufbauen und die Grundmauern früherer Geschlechter wieder aufrichten sollen, damit man dort wohnen kann, aber sie wollten nicht. GOTT wollte, dass die Menschen Buße tun und GOTTES Nähe suchen, aber sie wollten lieber die Sünde. GOTT war darüber verwundert, dass es keinen Fürsprecher gab, obwohl so viel Unrecht vorhanden war, also half Er sich selbst und richtete Seine eigene Gerechtigkeit auf.

Was lernen wir jetzt daraus? Einmal erbarmt GOTT sich über Sein Volk, weil ein Fürsprecher vorhanden ist, dann erbarmt Er sich wieder nicht, obwohl Fürsprecher vorhanden gewesen wären. Und wenn kein Fürsprecher vorhanden ist, erbarmt sich GOTT in der einen Situation und in der anderen vollstreckt Er Sein Gericht unbarmherzig und gnadenlos. Was bedeutet das? GOTT hört nur auf Seine Mittler solange noch Gnadenzeit ist. Sobald GOTTES Gnadenzeit abgelaufen ist, hilft keine Fürbitte mehr. GOTT hatte die Erlösung des Volkes von der Fürbitte Moses abhängig gemacht. GOTT hat auf Mose gehört, weil noch Gnadenzeit war. Mose war der auserwählte Knecht GOTTES, der das Volk vor dem Zorn GOTTES gerettet hat. In Jesaja 42,1 lesen wir die Verheißung GOTTES über Christus, den auserwählten Knecht GOTTES, auf dem der Geist GOTTES ruht und der das Heil zu den Heiden tragen wird. GOTT hatte die Erlösung und Errettung des Volkes genauso von Moses Mittlerdienst abhängig gemacht, wie Er deine und meine Erlösung vom Herrn Jesus abhängig gemacht hat. Unsere einzige Hoffnung auf Erlösung und Sündenvergebung ist der Mittlerdienst des Herrn Jesus. Mose war die einzige Hoffnung, die das Volk Israel hatte, um dem Zorn GOTTES zu entkommen, genauso wie unsere einzige Hoffnung, dem Zorn GOTTES zu entkommen, der Herr Jesus ist. Hätte Mose sich GOTT nicht als Mittler zur Verfügung gestellt und wäre er nicht in den Riss getreten, dann wäre das Volk Israel verloren gewesen. Wenn der Herr Jesus nicht unser Fürsprecher geworden wäre, dann wären auch wir verloren.

Nachdem Mose das Angesicht GOTTES besänftigt hatte, stieg er vom Berg herunter, zerschmetterte die Steintafeln mit den 10 Geboten, verbrannte das Kalb mit Feuer, zermalmte es zu Pulver und gab es den Israeliten zu trinken.

2. Mo. 32, 25-29: Mose sagte zu den Leviten, die dem HERRN angehört haben, dass sie im Lager von einem Tor zum anderen gehen sollen und ihre Freunde, Brüder und Nächsten töten sollen. Und dieser eine Stamm der Leviten gehorcht Mose und macht sich auf, um eine Überzahl von 11 anderen Stämmen zu bestrafen. Die 11 anderen Stämme waren zwar in der Überzahl, aber nicht in der Übermacht, weil GOTT auf der Seite der Leviten war. GOTT erwartet von uns einen radikalen Bruch mit der Sünde und mit den Sündern, die uns zur Sünde verführen. GOTT erwartet von Seinen Kindern einen klaren Bruch mit ihrem alten Leben. Wir dürfen nicht einmal die scheinbar kleinste Sünde in unserem Leben dulden, sondern müssen in jedem Lebensbereich der Heiligung nachjagen und uns GOTT ganz und bedingungslos hingeben. Die 3000 Männer waren hoffnungslos verloren, weil sie keinen Fürsprecher hatten. Wehe uns, wenn der Herr Jesus nicht unser Fürsprecher, sondern unser Feind ist und nicht für uns in den Riss tritt.

2. Mo. 32, 30-35: Das Volk Israel hatte einen Fürsprecher, der bereit war, für es zu sterben; einen Fürsprecher, der nicht nur bereit war für es zu sterben, sondern auch bereit war, ewig tot zu sein für das Volk. Es ist eine Sache, bereit zu sein, für einen anderen Menschen zu sterben, weil wir alle gerne heroisch sind, und eine ganz andere, bereit zu sein, für einen anderen Menschen die Ewigkeit in der Hölle zu verbringen. Mose und auch Paulus (vgl. Röm. 9,3) liebten das Volk GOTTES so sehr, dass sie bereit waren, für das Volk GOTTES die Ewigkeit in der Hölle zu verbringen in vollem Bewusstsein dessen, was das für sie persönlich bedeuten würde. Sie waren bereit, den Zorn GOTTES anstelle des Volkes zu tragen, aber GOTT sagt, dass das nicht geht. In dieser Begebenheit hat GOTT Seinen Zorn zurückgehalten und Ihn weder über das Volk, noch über Mose als den Fürsprecher ausgegossen. Bei dem Herrn Jesus und uns war das nicht so. Der Herr Jesus wurde um unserer Übertretungen willen durchbohrt, wegen unserer Missetaten zerschlagen, Er hat die Strafe getragen, damit wir Frieden haben können mit GOTT (vgl. Jes. 53,5). Er ist für unsere Sünden gestorben (vgl. 1. Kor. 15,3). Er wurde dahingegeben um unserer Übertretungen willen und auferweckt um unserer Rechtfertigung willen (vgl. Röm. 4,25). Der Herr Jesus hat den Teufel, die Hölle, den Tod und die Sünde besiegt. Durch Ihn können auch wir auferstehen zu einem neuen Leben. Christus ist für uns in das Heiligtum eingegangen, um für uns vor dem Angesicht GOTTES zu erscheinen (vgl. Heb. 9, 24). Christus lebt für immer, um für uns vor dem Vater einzutreten (vgl. Heb. 7, 24-25). Selbst wenn wir sündigen und versagen, dann haben wir einen Fürsprecher bei dem Vater, einen Fürsprecher, der tatsächlich für unsere Sünden sterben musste (vgl. 1. Joh. 2,1-2). Wir haben keinen Fürsprecher, der wie Mose den Zorn GOTTES abgewendet hat, sondern einen Fürsprecher, der den Zorn GOTTES ertragen musste. Christus musste für unsere Sünden sterben und auch für die Sünden des Volks, das das goldene Kalb angebetet hatte.

Mose hat für das Volk gebetet, weil es gesündigt hatte. Der Herr Jesus betet für uns, wenn wir sündigen und deshalb sollen auch wir Fürsprecher füreinander sein und auch an diejenigen denken, von denen wir wissen, dass der Zorn GOTTES sie erwartet, sobald die Gnadenzeit vorbei ist. Wir sollen unserer Verantwortung füreinander und für die Menschen, die nichts mehr von GOTT wissen wollen oder noch nie wissen wollten, nachkommen und diese in unsere Fürbitte einschließen. Wir haben in Jesaja 58 von Menschen gelesen, die zwar gebetet und gefastet haben, die aber kein Recht getan, keine Liebe geübt haben und nicht demütig mit GOTT gewandelt sind. Wir sollen unsere Nächsten lieben und demütig sein vor GOTT. Wir sollen die Breschen im Gebet vermauern und die Straßen wiederherstellen (vgl. Jes. 58,12).

Die größte Liebe, die wir anderen Menschen zuteilwerden lassen können, ist die Fürbitte. Fürbitte ist der größte Ausdruck von Liebe zu den Geschwistern. Moses Liebe zum Volk GOTTES wurde durch Seine Fürbitte sichtbar. In 5. Mose 9,18 lesen wir, dass Mose, nachdem er die Gesetzestafeln zerbrochen hatte, nochmal 40 Tage und 40 Nächte gefastet und gebetet hatte, damit GOTT das Volk nicht wegen ihrem Götzendienst auslöscht. Wenn wir die Zeit, die wir vor dem herrlichen Thron der Gnade verbringen, dazu nutzen für die Geschwister zu beten; wenn wir diese kostbare Zeit, die wir allein mit GOTT verbringen dazu nutzen, für die Geschwister einzustehen, zeigen wir GOTT damit, wie wichtig uns die Geschwister sind und wie sehr sie uns am Herzen liegen. Dankbarkeit für eine Person zeigt sich daran, ob wir für diese Person beten oder nicht. Wertschätzung für eine Person zeigt sich nicht zuallererst daran, wie nett wir zu dieser Person sind, sondern wie viel wir für diese Person beten. Wertschätzung durch Worte gegenüber einer Person kann man heucheln, aber man kann keine Wertschätzung im Gebet heucheln. Wenn wir einen Menschen wirklich wertschätzen und dankbar für ihn sind, dann beten wir auch für diesen Menschen. Wenn wir nicht für einen Menschen beten, dann wertschätzen wir ihn nicht, dann sind wir nicht dankbar für ihn und wir lieben ihn auch nicht. Dankbarkeit und Wertschätzung zeigt sich durch Gebet. Wir können nicht sagen, dass uns eine Person viel bedeutet, aber dass wir nicht für sie beten. Der kostbarste Dienst, den wir an den Geschwistern tun können, ist, für sie zu beten!

Warum ist Gebet der kostbarste Dienst, den wir an den Geschwistern tun können?

Weil GOTT verheißen hat, dass Er die Gebete Seiner Kinder erhört. Wenn wir bitten, wird uns gegeben. Wenn wir suchen, werden wir finden und wenn wir anklopfen wird uns aufgetan (vgl. Mt. 7,7). Durch Gebet können wir das Leben anderer Menschen beeinflussen und verändern. Durch Gebet können wir den Geschwistern in ihren Nöten und Problemen beistehen. Durch Gebet können wir den Ausgang der Kämpfe, die die Geschwister kämpfen, entscheiden. Als das Volk Israel gegen die Amalekiter gekämpft hatte, lag der Ausgang des Kampfes in Moses Gebetshänden (vgl. 2. Mo. 17,8-16). Der Ausgang des Kampfes war davon abhängig, ob Mose betete oder nicht. Als Moses Hände schwer wurden und er den Stab nicht mehr in die Höhe heben konnte, mussten Aaron und Hur ihm helfen. Das zeigt uns auch, wie wichtig gemeinsames Gebet ist, damit wir nicht müde werden, sondern standhaft im Gebet bleiben. Wenn wir geistlich wandeln wollen, müssen wir unsere Amalekiter, d. h. unser Fleisch im Kampf überwinden. Der wichtigste Faktor für einen Sieg über das Fleisch ist das Gebet. Amalekiter können nur durch Gebet besiegt werden. Durch Gebet dienen wir den Geschwistern. Im Gebet können wir die Gnade GOTTES für die Geschwister erflehen. Zu beten, heißt zu lieben.

Zu beten, heißt aber nicht nur zu lieben, sondern auch demütig zu wandeln mit unserem GOTT. Nur wenn wir beten, können wir demütig mit GOTT wandeln. Das Volk Israel hat immer gedacht, dass es GOTT nicht braucht. Sie haben sich immer wieder eigene Götter gemacht, anstatt demütig die Nähe GOTTES zu suchen. Demütige Menschen leben täglich in der Abhängigkeit von GOTT. Das Herz eines Menschen erkennt man am besten an seinem Gebetsleben. Die Weisheit und die Demut eines Menschen erkennt man an seinem Gebetsleben. Wenn wir glauben, dass wir Gebet nicht wirklich brauchen, dann sind wir weder demütig noch weise. Die Tiefe der Erkenntnis GOTTES erkennt man am Gebetsleben eines Menschen. Wenn wir mit GOTT alleine sind, stellt sich heraus, ob wir aus Holz geschnitzt oder aus Gold gegossen wurden. Wir werden GOTT nur ehren, wenn Christus uns verändert. Wenn wir das Eine reden und das Andere leben, dann ehren wir GOTT nicht. GOTT wird durch Früchte der Gerechtigkeit geehrt, nicht durch Reden und Predigten über Gerechtigkeit. Wer GOTT liebt, der betet. Wer seine Mitmenschen liebt, der betet. Wenn wir nicht täglich GOTTES Wort lesen und beten, dann kennen wir GOTT nicht und werden Ihn auch nie kennen lernen. Absolut alles, was wir aus der Bibel wissen, bezeugt, dass es für ein Kind GOTTES erforderlich, wichtig, essentiell und überlebensnotwendig ist, täglich die Gemeinschaft mit GOTT zu suchen. Unser Herr Jesus hat täglich und allezeit die Beziehung zu Seinem Vater gepflegt. Daniel hat dreimal täglich zu GOTT gebetet (vgl. Dan. 6,11). Mose hat ständig gebetet.

Wahre Beter sind die besten und wertvollsten Christen, weil echtes und erhörliches Gebet sehr hohe Voraussetzungen erfordert. Nur wer die Voraussetzung eines geheiligten und bußfertigen Lebens erfüllt, kann ein Beter sein. GOTT hat sehr hohe Anforderungen an wahre Fürbitter.

In Psalm 15 lesen wir, dass nur wer absolut aufrichtig ist, sich GOTT im Gebet nahen und GOTTES Heiligtümer betreten kann. 100-prozentige Ehrlichkeit, Aufrichtigkeit, Wahrhaftigkeit und Gerechtigkeit sind eine Voraussetzung dafür, um sich GOTT als Beter nahen zu können. Echter, rettender Glaube basiert auf Aufrichtigkeit. Wir müssen mit einem aufrichtigen Herzen zu GOTT kommen und unsere Schuld und Sünde zugeben. Der Vergebung GOTTES müssen eine echte Sündenerkenntnis und ein aufrichtiges Sündenbekenntnis vorausgehen. Die Menschen, die in Psalm 15 beschrieben werden, sind keine sündlosen Menschen. Es geht hier nicht darum, perfekt zu sein und nie zu sündigen. Es geht hier um Aufrichtigkeit und Integrität. Es gibt kein sündloses Kind GOTTES. Aber es gibt ehrliche und aufrichtige Kinder GOTTES und das sind die einzigen, die sich für den Dienst des Gebets eignen. Wir müssen als Kinder GOTTES in Unschuld wandeln, d.h. dass wir über Sünde in unserem Leben biblische Buße tun müssen und jegliche Schuld aus unserem Leben ausräumen müssen. Wir müssen unsere Schuld zugeben und um Vergebung bitten, sonst sind wir nicht unschuldig. Ein Mensch, der Schuld aus seinem Leben nicht vor GOTT bringt, sondern Schuld verheimlicht oder kleinredet, der ist möglicherweise nicht wiedergeboren. Unschuldig sein, heißt Buße zu tun und GOTT und Menschen, um Vergebung zu bitten und das Unrecht und die Sünde in Ordnung zu bringen. Buße heißt Umkehr und nicht einfach da weiterzumachen, wo man nach seinem Gebet um Vergebung aufgehört hat. Erst wenn wir von GOTT gereinigt wurden, können wir auch ein reines Leben leben. Menschen, die den Heiligen Geist nicht haben, können auch nicht Recht tun, Liebe üben und demütig mit GOTT wandeln. Allein durch GOTTES Gnade werden wir dazu befähigt, Seinen Willen zu tun. Wir müssen GOTTES Wort lesen und beten, damit wir ein gottwohlgefälliges Leben leben können. Der demütige Wandel mit GOTT ist die Voraussetzung dafür, Recht tun und Liebe üben zu können. Wir müssen Gerechtigkeit und Liebe von GOTT empfangen, damit wir diese an andere Menschen weitergeben können. Die Menschen in Jesaja 58 konnten gar nicht gottwohlgefällig fasten und beten, weil sie den Geist GOTTES nicht hatten.

Der Herr Jesus hat Tag und Nacht im Gebet verbracht. Der schönste und deutlichste Ausdruck der Beziehung unseres Herrn zum Vater zeigt sich in Seinem Ausruf am Kreuz: „Mein GOTT, mein GOTT, warum hast du mich verlassen?“ In dieser Frage „Warum hast du mich verlassen?“ steckt so viel Schmerz, so viel Sehnsucht und so viel Verzweiflung, dass uns sehr deutlich wird, wie schwer es für den Herrn war, vom Vater getrennt zu sein. Das Schlimmste an der Kreuzigung war für den Herrn die Verlassenheit vom Vater. Es gab nichts, was sich der Herr mehr wünschte, als die Gemeinschaft mit dem Vater. Der Herr kannte den Grund, warum der Vater Ihn verlassen hatte. Er fragte nicht, weil Er es nicht wusste. Es war für Ihn keine negative Überraschung, dass Er vom Vater verlassen wurde. Es war auch keine rhetorische Frage, die nicht wirklich ernst gemeint war, auch wenn der Herr wusste, dass Seine Frage nicht beantwortet werden würde, weil der Vater Ihn verlassen hatte. Es war auch kein Vorwurf an den Vater, dass er Ihn im Stich gelassen hatte. Es war ein Ausruf der Sehnsucht und des Schmerzes, weil Er wegen unserer Sünde vom Vater getrennt war. Tut es uns so weh wie dem Herrn, wenn unsere Beziehung zu GOTT nicht in Ordnung ist? Schmerzt es uns so sehr wie den Herrn, wenn Sünde zwischen uns und GOTT steht und unsere Beziehung zu GOTT zerstört? Natürlich waren Vater und Sohn immer noch eine Einheit, aber der Vater musste Ihn wegen unserer Sünde am Kreuz verlassen. Tut es uns weh, wenn wir den Heiligen Geist betrüben? Oder bemerken wir es gar nicht mehr, wenn wir den Heiligen Geist betrüben, wie die Menschen in Jesaja 58, die dachten, dass GOTT ihre Gebete erhört. Wir alle sündigen. Wir alle betrüben den Heiligen Geist. Wir alle müssen an unserer Beziehung zu GOTT arbeiten. Aber wünschen wir uns überhaupt eine enge Beziehung zu GOTT? Lieben wir GOTT überhaupt? Mose liebte GOTT und er wünschte sich eine enge und vertrauliche Beziehung zu GOTT. Mose suchte GOTT, weil er GOTT liebte. Er wandelte mit GOTT. Mose hatte Sehnsucht nach GOTT. Seine Beziehung zu GOTT war für ihn ein Genuss. Moses Beziehung zu GOTT war von Vertrauen, Gehorsam, Liebe, Nähe und Sehnsucht nach GOTT gekennzeichnet. Moses Leben war von Gebet und auch von Fasten gekennzeichnet. Wie viel beten wir? Wie viel fasten wir noch? Als die Jünger des Johannes dem Herrn vorgeworfen hatten, warum Seine Jünger nicht fasten würden, sagte Er zu ihnen, dass Seine Jünger nicht fasten würden, weil der Bräutigam bei ihnen sei. Er sagt aber auch ganz klar, dass Seine Jünger fasten würden, wenn der Bräutigam von ihnen genommen sein wird (vgl. Mt. 9,15). Wenn unser Leben in Ordnung ist, können wir beten und fasten. Für den Herrn Jesus war es selbstverständlich, dass Seine Jünger fasten, wenn Er nicht mehr auf dieser Erde ist. Insbesondere die junge Generation macht sich das Christenleben sehr bequem. Klar gibt es auch gesundheitliche Gründe, warum man nicht fasten kann. Aber heutzutage sind wir viel eher wie das Volk Israel, das Feste feiert und sich seinen eigenen GOTT macht, anstatt dass wir wie Mose die Gemeinschaft mit GOTT suchen. Mose tat, was Recht war, er übte Liebe und er wandelte demütig mit GOTT. Und wir sollten uns so jemandem zum Vorbild nehmen, damit wir Christus immer ähnlicher werden und Ihn immer besser kennen lernen.