
Einer dieser Pharisäer kam bei Nacht zu Jesus Christus, um herauszufinden, was er tun müsse, um das Reich GOTTES zu erobern. Dieser Nikodemus war ein Oberster des Volks. Er fürchtete sich davor, was die anderen Pharisäer von ihm denken würden, wenn sie erführen, dass er bei Jesus um Rat gefragt hatte. Die Pharisäer wussten, dass Christus ein Lehrer war, der von GOTT gekommen war und mit dem GOTT war. Sie hatten die Zeichen, die der Herr getan hatte, gesehen und hielten Ihn deshalb für einen Rabbi. Die Obersten des Volks sahen die Zeichen GOTTES, aber sie sahen GOTT nicht. Christus hatte sich nicht auf die vermeintliche Lobrede des Nikodemus eingelassen, sondern ihn sofort durchschaut. Die Verse 24 und 25 aus dem zweiten Kapitel des Johannes-Evangeliums finden in dieser Begebenheit ihre Erfüllung und ihren Beweis. Christus durchschaute Menschen damals wie heute. Kein Mensch kann GOTT etwas vormachen. Nikodemus kam mit einer Frage zu Christus; einer Frage, die er nie gestellt hat, die ihm aber beantwortet wurde. Er wollte wissen, wie man in das Reich GOTTES eingehen kann. Sein Verständnis von der Eroberung des Reiches GOTTES durch gute Taten und das Halten des Gesetzes und der Überlieferungen brachte ihm keine Erfüllung und keine Gewissheit. Er war an dem höchsten Punkt, den ein religiöser Mensch nach seiner Überzeugung erreichen konnte, angelangt, aber an diesem Punkt fand er nicht, was er suchte. Er wollte sich das Reich GOTTES verdienen. Christus musste ihm klarmachen, dass die Wiedergeburt die Voraussetzung für das Eingehen ins Reich GOTTES ist. Christus beantwortete die Frage, die nie gestellt wurde, aber Nikodemus verstand die Antwort nicht. Dieser Oberste dachte an eine natürliche Wiedergeburt, weil er den Geist GOTTES nicht kannte und nicht hatte. Er versuchte geistliche Dinge seelisch zu beurteilen und konnte das Geistliche deshalb nicht erkennen. „Der natürliche (od. seelische) Mensch aber nimmt nicht an, was vom Geist Gottes ist; denn es ist ihm eine Torheit, und er kann es nicht erkennen, weil es geistlich beurteilt werden muss“ (1. Kor. 2,14).
Die Wiedergeburt kann nicht mit dem menschlichen Verstand ergründet werden. Man muss sie erlebt haben, um sie verstehen zu können. Wiedergeburt kann man nicht erklären, sondern nur beschreiben, weil Wunder nicht erklärbar sind. Wunder sind übernatürlich. Es gibt keine natürliche Erklärung für das Wunder der Wiedergeburt. In Hesekiel 36,25 ff. beantwortet GOTT die Fragen, was Wiedergeburt ist, wer Wiedergeburt bewirkt und was Wiedergeburt bewirkt.
Hesekiel 36,25-27: Und ich will reines Wasser über euch sprengen, und ihr werdet rein sein; von aller eurer Unreinheit und von allen euren Götzen will ich euch reinigen. Und ich will euch ein neues Herz geben und einen neuen Geist in euer Inneres legen; ich will das steinerne Herz aus eurem Fleisch wegnehmen und euch ein fleischernes Herz geben; ja, ich will meinen Geist in euer Inneres legen und werde bewirken, dass ihr in meinen Satzungen wandelt und meine Rechtsbestimmungen befolgt und tut.
Wiedergeburt ist eine neue Geburt unseres Herzens. Wiedergeburt heißt, dass der Geist GOTTES Besitz von unserem Herzen, unserem Geist und unserer Seele ergreift. Der Geist des Menschen kann sich nicht selbst von der Versklavung unter die Seele befreien. Er braucht den Geist GOTTES. GOTT schenkt uns einen neuen Geist. GOTT bewirkt Wiedergeburt. Unser altes, steinernes und störrisches Herz wird durch ein neues, fleischernes und fähiges Herz ausgetauscht. Das alte, steinerne Herz war nicht fähig, den Willen GOTTES zu tun, weil es GOTT gehasst hat und GOTT nicht wollte. Das neue, fleischerne Herz wurde von GOTT dazu befähigt, zu tun, was Er gebietet. Das steinerne Herz war ungehorsam, das fleischerne Herz ist gehorsam. Wiedergeburt ist eine Taufe mit dem Heiligen Geist GOTTES, durch den wir dazu befähigt werden, GOTT zu gehorchen. GOTT befreit uns durch die Wiedergeburt von unserer Sünde und unserem sündigen Wesen. Nach der Wiedergeburt werden wir uns vor unserem gottlosen Wesen ekeln und uns für unser gottloses Leben schämen. Christus wurde für uns zur Sünde gemacht (vgl. 2. Kor. 5,21), Er wurde aber nicht für uns zum Sünder gemacht. Jeder Sünder muss sterben. GOTT wird jeden Sünder töten. Entweder tötet GOTT Sünder durch die Hölle oder Er tötet Sünder durch die Wiedergeburt. Der Tod durch die Hölle bedeutet einen ewigen Tod. Der Tod durch die Wiedergeburt bedeutet ewiges Leben. Wiedergeburt bedeutet, dass mein alter Mensch stirbt, damit Christus in mir als der neue Mensch und als der neue Adam leben kann. Wir müssen aus „Wasser und Geist“ (vgl. Joh. 3,5) geboren werden. GOTT reinigt uns durch das Wasserbad im Wort GOTTES (gr. Rhema) (vgl. Eph. 5,26). Die Reinigung, die der Herr sinnbildlich im Tempel vorgenommen hat, verwirklicht Er in uns durch die Wiedergeburt. Das Herz des Menschen wird durch die Wiedergeburt gereinigt und zu einem Tempel des Heiligen Geistes gemacht. Wir werden durch das lebendige Wort GOTTES (gr. Logos) wiedergeboren (vgl. 1. Pet. 1,23).
Wiedergeburt ist zwingend erforderlich. Christus sagte Nikodemus direkt ins Gesicht, dass er und seine Freunde nicht wiedergeboren seien, dass sie aber von neuem geboren werden müssten, um in das Reich GOTTES eingehen zu können. Der Herr machte Nikodemus klar, dass dieser kein Bürger des Reiches GOTTES sei und dass all das, was Nikodemus bisher an guten Werken getan hatte, nicht für den Eintritt in das Reich GOTTES ausreichen würde. Jesus vergleicht einen wiedergeborenen Menschen mit dem Wind, der weht, wo er will und dessen Sausen gehört werden kann, aber dessen Kommen und Gehen von einem natürlichen Menschen nicht nachvollzogen noch vorhergesagt werden kann. Wenn ein Mensch aus dem Geist GOTTES geboren ist, kann man das bemerken, aber man weiß nicht, woher diese Wiedergeburt kam und was diese Wiedergeburt noch bewirken wird. Die Folgen und Auswirkungen der Wiedergeburt können von einem nicht-wiedergeborenen Menschen weder erfasst noch abgeschätzt werden. Ein Mensch, der von neuem geboren wurde, wird dort bemerkt, wo er will, dass man ihn bemerkt. Viele Christen müssen verheimlichen, dass sie Kinder GOTTES sind, weil sie in Ländern leben, in denen man für christliche Glaubensüberzeugungen verfolgt wird. Wiedergeburt verändert unser Denken, Streben und Handeln, aber manchmal ist es erforderlich, diese Veränderung geheim zu halten, wie beispielsweise die Römer im Hause Neros ihren Glauben nicht offen ausleben und verkündigen konnten. Nikodemus hatte nicht verstanden, was der Herr ihm durch diese Worte sagen wollte, weshalb er nachfragte, wie diese Wiedergeburt geschehen könne. Wiedergeburt ist für einen natürlichen Menschen ein unlösbares Rätsel. Nikodemus wusste nicht, was Wiedergeburt ist und wie Wiedergeburt geschieht. Er wurde von Christus wegen seines Unwissens oder vielleicht sogar wegen seiner Ignoranz getadelt, weil er als Lehrer Israels eigentlich über Wiedergeburt hätte Bescheid wissen müssen. Der Vater, der Sohn und der Heilige Geist haben schon seit der Erschaffung der Welt ihr Wissen und ihre Sichtweise den Menschen mitgeteilt, aber die Menschen haben das Zeugnis GOTTES nicht angenommen (vgl. Joh. 3,11). Nikodemus hatte noch nicht einmal das Zeugnis GOTTES bezüglich der Wiedergeburt, die hier auf dieser Erde geschieht, angenommen, wie sollte er dann fähig sein, das Zeugnis GOTTES über himmlische Dinge anzunehmen? Er hatte die irdischen Dinge, die GOTT hier auf dieser Erde bewirkt, nicht verstanden und war deshalb völlig unqualifiziert für himmlische Offenbarungen GOTTES. Christus war der Einzige, der aus dem Himmel herabgestiegen war. Unser Herr war diese himmlische Offenbarung, die die Pharisäer abgelehnt hatten. Jesus Christus war und ist eine viel größere Wahrheit und Offenbarung als die Wahrheit und Offenbarung der Wiedergeburt.
Christus kannte das Unwissen und das fehlende Verständnis dieses Nikodemus, aber Er beließ es nicht einfach dabei, ihn zurechtzuweisen, sondern Er beantwortete die ernstgemeinte Frage dieses Mannes. Nikodemus wollte wissen, wie Wiedergeburt geschehen kann und er bekam eine Antwort:
Johannes 3,14-21: Und wie Mose in der Wüste die Schlange erhöhte, so muss der Sohn des Menschen erhöht werden, damit jeder, der an ihn glaubt, nicht verlorengeht, sondern ewiges Leben hat. Denn so hat Gott die Welt geliebt, dass er seinen eingeborenen Sohn gab, damit jeder, der an ihn glaubt, nicht verlorengeht, sondern ewiges Leben hat. Denn Gott hat seinen Sohn nicht in die Welt gesandt, damit er die Welt richte, sondern damit die Welt durch ihn gerettet werde. Wer an ihn glaubt, wird nicht gerichtet; wer aber nicht glaubt, der ist schon gerichtet, weil er nicht an den Namen des eingeborenen Sohnes Gottes geglaubt hat. Darin aber besteht das Gericht, dass das Licht in die Welt gekommen ist, und die Menschen liebten die Finsternis mehr als das Licht; denn ihre Werke waren böse. Denn jeder, der Böses tut, hasst das Licht und kommt nicht zum Licht, damit seine Werke nicht aufgedeckt werden. Wer aber die Wahrheit tut, der kommt zum Licht, damit seine Werke offenbar werden, dass sie in Gott getan sind.
Der Herr benutzt in diesen Versen ein Beispiel aus dem Alten Testament, um Nikodemus klarzumachen, wie Wiedergeburt geschehen kann und welche Voraussetzungen dafür erforderlich sind. Christus vergleicht sich selbst mit der Schlange, die Mose in der Wüste erhöht hatte, um das Volk Israel vor den tödlichen Folgen der Schlangenbisse zu retten. Das Volk GOTTES hatte in dieser Geschichte erneut gegen GOTT und Mose geklagt und gemurrt (vgl. 4. Mo. 21,4 ff.), weshalb sie von GOTT durch giftige Schlangen bestraft wurden. Diese Schlangen hatten damals viele Menschen aus dem Volk getötet, sodass sie Mose darum baten, für sie im Gebet vor GOTT einzustehen und um Gnade zu flehen. GOTT hatte die Schlangen nicht entfernt, so wie das Volk Mose gebeten hatte, aber Er hat einen Ausweg aus dem tödlichen Dilemma geschaffen. Mose sollte eine eherne Schlange auf einer Stange aufrichten, damit jeder, der von einer giftigen Schlange gebissen wurde, diese eherne Schlange ansehen konnte und dadurch geheilt wurde. Christus heilt von dem Biss der echten Ur-Schlange. Christus hat den Teufel mit seinen eigenen Waffen besiegt. Er wurde für uns zur Sünde gemacht (vgl. 2. Kor. 5,21). Er wurde für uns zu einem Symbol dieser giftigen Schlange gemacht. Er hat das Wesen der Sünde auf sich genommen, obwohl Er selbst nie gesündigt hatte. Unser Herr wurde zur Sünde gemacht, aber nicht zu einem Sünder. Die eherne Schlange sah aus wie eine Schlange, sie hat sich aber nicht wie eine Schlange verhalten. Jeder, der die erhöhte Schlange ansah, konnte sofort sehen, dass sie keine echte Schlange war. Christus war selbst keine lebendige und giftige Schlange, aber Er hat sich mit dieser Schlange der Sünde identifiziert und wurde für uns zu einer ehernen Schlange gemacht, damit wir von dem Wesen der Sünde und den tödlichen Bissen der Sünde errettet werden können. Christus erschien auf den ersten Blick dort am Kreuz wie ein Verbrecher, der den Tod verdient hatte, aber jeder Anwesende wusste, dass Er unschuldig war und nichts getan hatte. Der Schächer am Kreuz wusste, dass Christus keine giftige Schlange war, sondern als eherne Schlange erhöht wurde, damit er selbst vom ewigen Tod gerettet werden kann. Der Hauptmann am Kreuz musste zugeben, dass Christus der Sohn GOTTES ist. Pilatus hatte keine andere Wahl, als von Christus zu bezeugen, dass Er unschuldig war und nichts Unrechtes an Ihm zu finden war. Christus war keine giftige Schlange, aber Er wurde zu einer ehernen Schlange gemacht, damit Er den tödlichen Biss der Schlange der Sünde heilen kann. Der Teufel hat die Schlange der Sünde gebraucht, um den Menschen zur Sünde zu verführen. Christus wurde für uns zu dieser Schlange der Sünde und hat durch Seinen Tod, diese Schlange getötet und ihr den Kopf zertreten. Christus hat der Sünde und dem Teufel den Kopf zertreten und sie vernichtend geschlagen. Er wurde für uns am Kreuz erhöht, damit jeder, der an Ihn glaubt, nicht verlorengeht, sondern ewiges Leben hat (vgl. Joh. 3,15+16). Dieser Satz ist GOTT so wichtig, dass Er ihn gleich zweimal direkt hintereinander wiederholt:
Johannes 3,15-16: damit jeder, der an ihn glaubt, nicht verlorengeht, sondern ewiges Leben hat. Denn so hat Gott die Welt geliebt, dass er seinen eingeborenen Sohn gab, damit jeder, der an ihn glaubt, nicht verlorengeht, sondern ewiges Leben hat.
Christus betont zweimal, welche Voraussetzungen für die Wiedergeburt notwendig sind. Die erste Voraussetzung ist, dass der Menschensohn wie die Schlange in der Wüste erhöht werden musste, d.h. dass GOTT Seinen eingeborenen Sohn geben musste. Die zweite Voraussetzung ist der Glaube des Menschen an diesen Sohn GOTTES. Christus musste für unsere Sünden sterben und bezahlen, damit wir Wiedergeburt erfahren können und wir können Wiedergeburt nur erleben, wenn wir an Jesus Christus glauben. Jesus Christus musste uns von der Krankheit der Sünde heilen und uns die Schuld der Sünde vergeben. Heutzutage wird der Aspekt der Krankheit bezüglich der Sünde leider überbetont und die Schuld des Menschen verheimlicht oder kleingeredet. GOTT zeigt uns aber sehr deutlich, dass beide Aspekte der Sünde gleichwertig betrachtet werden müssen. Die Sünde ist wie das Gift dieser Schlangen, das unseren Körper krankmacht und vergiftet. Unsere Seelen wurden durch dieses Gift der Schlange vergiftet und tödlich krank. Christus heilt uns von diesem Gift und von dieser Krankheit des Todes. Die Sünde ist aber nicht nur ein Gift, das von außen in die Seele des Menschen gelangt ist, sie ist auch ein Verstoß gegen die Gebote GOTTES und eine Rebellion gegen GOTT. Sünder sind nicht nur arme, kranke Seelen, die einen Arzt brauchen, sondern auch Rebellen und Feinde GOTTES, die Vergebung brauchen. Der Mensch trägt die Schuld an der Sünde und an den Folgen der Sünde. Der Mensch ist für seine Sünde verantwortlich. Er ist nicht unschuldig, sondern schuldig. GOTT hat Seinen Sohn auf diese Welt gesandt, damit Er die Menschen vor dem Gericht GOTTES rettet. GOTT hätte die Welt richten können, ohne davor auf diese Erde zu kommen. Das Gericht für die Menschheit stand schon vor dem Sündenfall fest. Der Mensch wusste, dass er, wenn er vom Baum der Erkenntnis des Guten und des Bösen isst, ganz sicher sterben muss. GOTT hatte den Menschen gewarnt und ihm die Folgen des Ungehorsams offenbart, aber die Menschen wollten nicht auf GOTT hören. Sie haben dem Teufel mehr geglaubt als GOTT. Sie wollten die Sünde und sie wählten den Unglauben. Wir werden nicht wegen unserer begangenen Sünden zum Tode verurteilt. Wir werden wegen unseres Unglaubens zum Tode verurteilt. Unser Glaube oder unser Unglaube entscheidet darüber, ob wir wegen unserer Sünden gerichtet und bestraft werden oder ob wir von all unseren Sünden freigesprochen werden, weil Christus für uns bezahlt hat. Wenn ich an Jesus Christus glaube, werden mir alle meine Sünden vergeben und ich darf ewig leben. Wenn ich nicht an Jesus Christus glaube, werden mir meine Sünden nicht vergeben und ich werde nicht vor dem Gericht GOTTES und dem ewigen Tod bewahrt. Der Grund, warum Menschen gerichtet werden, ist nicht der, dass sie besonders viel gesündigt haben, sondern dass sie nicht an Jesus Christus geglaubt haben. In Jesus Christus bietet GOTT uns eine Lösung für die Krankheit und die Schuld des Menschen. Diese Lösung muss aber als einziger Ausweg angenommen werden. Wenn Menschen die Finsternis mehr lieben als das Licht, gibt es für sie keinen Ausweg. Wir brauchen Christus und wir müssen zu Christus kommen. GOTT konnte nicht einfach unsere Unreinheit und Unheiligkeit durch Seine eigene Reinheit und Heiligkeit ersetzen, so wie Licht die Finsternis verdrängt. Schuld muss bezahlt werden, um Schuldlosigkeit zu erreichen. Schuld kann nur durch Bezahlung gesühnt werden. Krankheit muss geheilt werden, um Gesundheit zu erlangen. Gesundheit kann Krankheit nicht einfach verdrängen. Die Krankheit muss erst entfernt und geheilt werden, damit der Zustand der Gesundheit zurückkehren kann. Christus musste unsere Schuld und unsere Krankheit auf sich nehmen, um uns Schuldlosigkeit, Reinheit, Heiligkeit und Gesundheit zu schenken.
Die guten Werke des Nikodemus waren nur oberflächlich betrachtet gut. Es waren Werke der Selbstgerechtigkeit und damit Werke der Finsternis. Die Selbstgerechtigkeit der Pharisäer war in den Augen GOTTES böse, weil sie nicht in Ihm, nicht für Ihn und nicht durch Ihn getan wurde. Nur die Werke, die wir in der Abhängigkeit von GOTT zur Ehre GOTTES tun, können vor GOTT Bestand haben. Nur das, was GOTT durch Seine wiedergeborenen Kinder und in Seinen wiedergeborenen Kindern bewirkt, kann auch von Ihm anerkannt werden. Nikodemus kam bei Nacht zu Jesus, weil er nicht zum Licht kommen wollte. Er gehörte zu denen, die Böses taten. Nikodemus ist ein Beispiel für einen Menschen, der keine Reinigung durch die Wiedergeburt erfahren hat. Er war einer derjenigen, die die rituellen Reinigungssitten der Tempelreinigung durch den Herrn vorzogen. Nikodemus wollte lieber vor Menschen als rein dastehen, als von GOTT selbst durch die Wiedergeburt gereinigt zu werden. Die Frage der Reinigung stellte nicht nur Nikodemus vor ein Problem, sondern löste auch Spannungen zwischen den Pharisäern und den Jüngern des Johannes aus. Jesus begann, gemeinsam mit Seinen Jüngern im Land Judäa zu taufen. Die Jünger des Johannes hielten das Wirken des Herrn für eine Konkurrenz für ihre eigene Popularität. Sie kamen zu Johannes, um ihm mitzuteilen, dass der Herr ihnen die Menschenmenge abwerbe. Johannes musste seinen Jüngern klarmachen, dass er selbst keinen Menschen durch die Taufe reinigen könne und er nur ein Werkzeug in den Händen GOTTES sei. Er sah in dem Sohn GOTTES keine Konkurrenz, sondern die Erfüllung seines Auftrags. Johannes konnte sich nichts selbst zuschreiben, er konnte nur das tun, wozu GOTT ihn berufen und befähigt hatte. GOTT hatte Johannes dazu berufen, den Weg GOTTES vorzubereiten und er hatte seine Aufgabe ausgeführt. Er war der Freund des Bräutigams, der nicht neidisch auf den Bräutigam war, sondern sich über den Bräutigam gefreut hat. Der Vater hatte dem Sohn alles in die Hand gegeben. Johannes hatte nicht alles in seiner Hand. Er war Christus unterlegen und untergeben. Er wollte, dass die Menschen zu Jesus gingen und nicht mehr zu ihm kamen. Er wünschte sich, dass Christus mehr und mehr wachse und er selbst immer mehr abnehme. Johannes wusste, dass Jesus über allen war und ist und es niemanden gab und gibt, der größer und herrlicher ist als GOTT selbst. Christus kam vom Himmel, Johannes kam von dieser Erde. Der Freund des Bräutigams war demütig. Demut ist eine mutige Ergebenheit. Hochmut ist eine übermütige Überheblichkeit. Demut kennzeichnet die Beziehung des Geschöpfes zum Schöpfer und damit die Beziehung des gehorsamen Knechts zu seinem Herrn. Hochmut kennzeichnet die Beziehung eines rebellischen Knechts zu seinem Herrn. Paulus war auch ein demütiger Freund des Bräutigams. Er sagte, dass er der Geringste unter den Aposteln sei, weil er wusste, dass keiner der anderen Apostel je so etwas Schreckliches getan hatte wie er (vgl. 1. Kor. 15,9). Keiner der anderen Apostel hatte unschuldige Kinder GOTTES verfolgt und getötet. Er war der Apostel, der aus den größten Sünden errettet wurde. Er war der Apostel, der die schlimmsten Sünden begangen hatte. Er war der Apostel, der das Gericht GOTTES am meisten verdient hatte. Paulus hielt sich für den größten aller Sünder, weil er zuvor ein Lästerer, ein Verfolger und ein gewalttätiger Frevler war (vgl. 1. Tim. 1,12-16). Paulus wusste, dass seine eigenen Geschwister wegen ihm im Gefängnis verrotteten. Er wusste, dass er Familien auseinandergerissen und Kinder zu Waisen gemacht hatte. Diese Familien und Kinder mussten weiter leiden, nachdem Paulus sich bekehrt hatte, sie wurden nicht wieder vereint. Die Christen, die er gefangen genommen hatte, wurden nicht plötzlich nach seiner Bekehrung freigelassen. Paulus wusste, dass er der Intelligenteste und Gebildetste der Apostel war. Er wusste, dass Er zu den wenigen von Natur aus Weisen, Mächtigen und Edlen unter den Christen gehörte (vgl. 1. Kor. 1,26). Er konnte von Herzen andere demütig dazu auffordern, ihm nachzufolgen, weil er Christus nachfolgte (vgl. 1. Kor. 4,16 + 11,1 + Phl. 3,17 + 1. Thess. 1,6). Paulus wusste, dass wenn andere ihm nachfolgten, würden sie automatisch Christus nachfolgen, weil er Christus treu und ergeben nachfolgte. Er wusste, dass er ein Vorbild für andere war und dass andere sich an ihm orientieren konnten, weil er ganz auf Christus ausgerichtet war. Es war nicht hochmütig von Paulus, zu behaupten, dass man sich an ihm ein Beispiel nehmen solle, weil er Christus ganz hingegeben war. Demut hat nichts damit zu tun, dass man sich für dumm und schlecht hält, sondern mit Gehorsam. Der Mensch, der sich GOTT unterwirft und Ihm gehorcht, ist wirklich demütig. Paulus wusste, dass wenn man ihm nachfolgt, man auf dem richtigen Weg geht. Er wusste, dass er den Gemeinden etwas zu sagen hatte und sie auf ihn hören mussten. Er wusste, dass er gebildet und intelligent war, aber er war trotzdem demütig, weil er GOTT vertraut und Ihm gehorcht hat. Er war GOTT ergeben und nicht Menschen. Die demütigen Propheten des alten Bundes haben sich von Menschen nichts sagen lassen. Sie haben furchtlos das Gericht GOTTES über Sein Volk verkündigt, obwohl man sie immer wieder zum Schweigen bringen wollte. Man muss GOTT mehr gehorchen als den Menschen (vgl. Apg. 5,29). Hochmütige Menschen verachten demütige Menschen und tun so, als ob die Demut der Demütigen Hochmut und Arroganz sei. Hochmütige Menschen, die sich GOTT widersetzen und widerspenstig sind, werfen demütigen Dienern GOTTES vor, dass sie eingebildet seien und den Mund nicht so voll nehmen sollten, wie die Korinther es mit Paulus taten. Die Korinther waren hochmütig und hielten sich für weise, aber der erste Brief des Paulus hatte sie gedemütigt und zur Buße geführt (vgl. 2. Kor. 7,8-9). Demut lernt man durch Demütigungen. Sie hatten angefangen, GOTT zu gehorchen, Sein Wort zu befolgen und Seine Anweisungen zu lernen. Demut zeigt sich im Gebetsleben. Die Weisheit und die Demut eines Menschen erkennt man an seinem Gebetsleben. Die wachsende Demut der Korinther hat sich in ihrem Gebetsleben gezeigt. Sie haben für Paulus gebetet und ihn dadurch unterstützt. Vieles in dieser Gemeinde hat immer noch nicht gestimmt, aber es war ein Anfang. So, wie ein gedemütigter Paulus nach seiner Bekehrung angefangen hat, zu beten, so haben auch die Korinther angefangen zu beten. Sie haben den Befehlen GOTTES gehorcht. „Betet ohne Unterlass!“ (1. Thess. 5,17). GOTT empfiehlt uns nicht, zu beten; Er befiehlt es uns. GOTT befiehlt uns, zu beten und es liegt an uns, ob wir demütig und gehorsam sind oder hochmütig und ungehorsam. Hochmut ist egozentrisch. Demut ist christuszentrisch. Ein hochmütiger Mensch dreht sich nur um sich selbst – sein eigenes Ego – und möchte, dass auch andere Menschen sich nur um ihn drehen. Er möchte andere Menschen beeindrucken und ist bereit, dafür anderen scheinbar zu dienen, um demütig und geistlich zu wirken. Ein demütiger Mensch dreht sich um Christus und möchte Ihm gefallen. Wenn wir jemanden beeindrucken wollen, handeln wir aus Selbstsucht und stellen uns selbst in den Mittelpunkt. Wir drehen uns um uns selbst und erwarten, dass alle anderen uns bewundern. Wer andere beeindrucken möchte, versucht, besser zu scheinen, als er ist. Wer andere beeindrucken will, will sich selbst in dem Bewusstsein der anderen eindrücken und sich ihnen aufprägen. Wenn wir jemandem gefallen wollen, handeln wir aus Liebe, weil wir für den anderen eine Freude sein wollen. Wer liebt, stellt den anderen in ein möglichst gutes Licht und nicht sich selbst. Wir drehen uns um den anderen und nicht um uns selbst. Hochmut will bedient werden, Demut will dienen. Demütige Menschen wissen, dass sie ersetzt werden können und haben ein angemessenes Verständnis ihrer eigenen Bedeutsamkeit. Wenn man weiß, dass man ersetzt werden kann, nimmt man sich selbst nicht so wichtig. Johannes wusste genau, dass Christus das bezeugte, was Er selbst im Himmel gesehen hatte und machte in diesen Versen eine ähnliche Aussage über den Sohn GOTTES, wie der Herr über sich selbst bereits gemacht hatte (vgl. Joh. 3,11-13). Johannes bestätigte, dass Jesus die Worte GOTTES geredet hatte. GOTT bezeugt erneut durch den Mund des Johannes, dass der, der an den Sohn GOTTES glaubt, ewiges Leben hat. Wer nicht an den Sohn GOTTES glaubt, der wird das Leben nicht sehen und der Zorn GOTTES bleibt auf ihm. GOTT ist zornig auf ungläubige Menschen, weil Er Liebe ist. GOTT wird jeden Menschen, der nicht an den Sohn GOTTES geglaubt hat für alle Ewigkeit in die Hölle schicken, weil Er Liebe ist. Der Vater liebt den Sohn und deshalb wird Er jeden Menschen bestrafen, der den Sohn GOTTES im Unglauben abgelehnt und entehrt hat. Der Sohn liebt den Vater und wird deshalb jeden Menschen, der Ihm und damit dem Vater nicht geglaubt hat, sondern den Vater wie einen Lügner behandelt hat, für immer in die Hölle senden. Der Vater wird jeden Menschen ablehnen, der den Sohn abgelehnt hat und der Sohn wird jeden Menschen ablehnen, der den Vater abgelehnt hat. Der Vater liebt den Sohn mehr als die gesamte Menschheit und der Sohn liebt den Vater mehr als Er alle Menschen zusammen liebt. Der Vater liebt uns, gleichwie Er Christus liebt (vgl. Joh. 17,23). GOTT liebt uns auf die gleiche Art, wie Er Seinen Sohn liebt, aber nicht mit der gleichen Intensität. GOTTES Liebe zu uns und zu Jesus Christus ist gleichartig in der Art der Bedingungslosigkeit der Liebe, aber nicht gleich groß in ihrer Intensität. Er liebt uns so sehr, dass Er das Liebste, Wertvollste und Kostbarste, was Er hatte, für uns gegeben hat. Ich glaube aber nicht, dass der Vater bereit gewesen wäre, für ewig vom Sohn getrennt zu sein, wenn Er sich zwischen unserer ewigen Verlorenheit und einer ewigen Verlorenheit des Sohnes hätte entscheiden müssen. Auch die Tatsache, dass GOTT Seine Ehre mit niemandem teilt und der Geist GOTTES immer Jesus Christus verherrlicht und groß macht, spricht dafür, dass der Sohn GOTTES in den Augen GOTTES wertvoller ist, als wir es sind. Der Vater war bereit, den Sohn für die Errettung der Menschheit dahinzugeben. Er war aber nicht bereit, sich für alle Ewigkeit von Seinem Sohn zu trennen. GOTT ist bereit, sich für alle Ewigkeit von Menschen zu trennen und Er wird es am Ende der Tage tun, aber der Vater hat es nicht länger als ein paar Stunden der Trennung vom Sohn ausgehalten. Die drei Stunden der Trennung zwischen Vater und Sohn am Kreuz haben die ewige Trennung der gesamten Menschheit von GOTT aufgewogen. Der dreitägige Tod des Sohnes war für den Vater schmerzhafter, wertvoller und kostbarer als der ewige Tod der ganzen Menschheit. Die Liebe des Vaters zum Sohn ist so groß, dass das vergleichsweise kurze Leiden des Sohnes Ihm länger vorkam als das lange, ewige Leiden der Menschen in der Hölle. Die Last, die der Sohn am Kreuz getragen hat, ist für uns unvorstellbar. Die Größe Seines Leidens ist für uns nicht nachvollziehbar, aber wir wissen, dass das Leiden und Sterben des Herrn für die Schuld aller Sünder ausgereicht hat.