Die Wasserkrüge der Reinigungssitten (Joh. 2,1-12)

Im zweiten Kapitel des Evangeliums berichtet Johannes über eine Hochzeit in Kana und die anschließende Tempelreinigung durch den Herrn Jesus. Zu der Hochzeit wurden nicht nur Jesus Christus und seine Mutter eingeladen, sondern auch seine Jünger. Die Jünger, die aus Galiläa kamen, waren Johannes dem Täufer bis nach Bethabara in Peräa gefolgt und hatten sich nach der Berufung durch den Herrn Jesus gemeinsam mit Ihm auf den Heimweg nach Galiläa begeben. Während der Hochzeit zeigte sich, dass das Brautpaar keine angemessene Planung der Hochzeit durchgeführt oder nicht genügend Geld für ausreichend Wein gehabt hatte. Als Jesu Mutter von dem Problem des Brautpaares und deren Familien erfuhr, wollte sie ihren Sohn darauf aufmerksam machen. Die Antwort des Herrn erscheint auf den ersten Blick als respektlos Seiner Mutter gegenüber. Es war aber notwendig, dass Maria begriff, dass sie sich nicht in den Dienst und den Auftrag ihres Sohnes einzumischen hatte. Der Herr hat in dieser Begebenheit nicht als Sohn zu Seiner Mutter geredet, sondern als Schöpfer und GOTT zu Seinem Geschöpf. Christus war gekommen, um den Willen Seines himmlischen Vaters zu tun, nicht um den Willen Seiner irdischen Mutter zu tun. Die Mutter des Herrn war nur ein Werkzeug, das GOTT in Seinem großartigen Plan gebraucht hatte. Die Anweisungen, wann und wo Jesus handeln und wirken sollte, kamen direkt von Seinem Vater und nicht von irgendwelchen Menschen. Die Aussage des Herrn, dass Seine Stunde noch nicht gekommen sei, zeigt im bildlichen Sinne, dass GOTT bis auf den Bruchteil einer Sekunde genau plant. Seine Zeit war zu dem Zeitpunkt, als seine Mutter Ihn zum Handeln aufgefordert hatte, noch nicht gekommen. Maria eilte dem exakten Zeitplan GOTTES voraus, anstatt auf das Eingreifen GOTTES zu warten. Christus kannte das Problem der Hochzeitsgesellschaft. Er hatte es nicht nötig, dass man ihn darauf hinwies. Marias Gottesbild war eingeschränkt. Sie wusste von der Macht ihres Sohnes, aber sie kannte nicht die ganze Größe des Sohnes GOTTES. Sie hat, nachdem Jesus sich von ihr distanziert hatte, die Diener dazu aufgefordert, das zu tun, was ihr Sohn ihnen sagt. Offensichtlich war sie davon überzeugt, dass Jesus es nicht zulassen würde, dass das Brautpaar derart zuschanden und die Hochzeit zu einer Schmach für die gesamte Verwandtschaft würde. Als der vom Vater festgesetzte Zeitpunkt gekommen war, befahl der Herr den Dienern, die Wasserkrüge mit Wasser zu füllen. Erstaunlich ist, dass diese Diener nicht nur mehrere hundert Liter Wasser in die Krüge gefüllt hatten, sondern dass sie diese Krüge auch noch bis zum Rand befüllten. Sie hätten die Krüge ja auch nur fast voll machen können. Die Diener konnten ihren Auftrag nicht für ein sinnloses Unterfangen gehalten haben, sonst hätten sie die Krüge nicht bis obenhin gefüllt. Sie gehorchten dem Sohn GOTTES nicht nur, sie mussten auch an Ihn geglaubt haben. In Vers 9 wird deutlich, dass die Diener nach der Aufforderung des Herrn Wasser aus den Krügen geschöpft hatten und sich mit Wasser in einem Gefäß auf den Weg zum Speisemeister gemacht haben. In Vers 7 spricht die Bibel noch davon, dass die Wasserkrüge von den Diener mit Wasser gefüllt wurden. Erst in Vers 8 verwendet der Herr den Begriff „schöpfen“. In Vers 9 heißt es dann, dass die Diener Wasser geschöpft hatten. Es heißt in Vers 9 nicht, dass sie Wasser eingefüllt, sondern Wasser geschöpft hatten. Das Schöpfen in Vers 9 bezieht sich auf das Schöpfen in Vers 8 und nicht das Befüllen der Krüge in Vers 7. Das Wasser, das die Diener aus den Krügen geschöpft hatten, wurde erst auf dem Weg zum Speisemeister zu Wein. Der Wein war noch Wasser, als die Diener es aus den Krügen geschöpft hatten. Der Glaube dieser Diener muss außergewöhnlich gewesen sein. Sie füllten die Wasserkrüge bis zum absoluten Maximum und sie brachten ihrem Vorgesetzten Wasser, das erst kurz vor der Kostprobe zu Wein wurde. GOTT bindet die Menschen in Seine Wunder, die Er auf der Erde tut, mit ein. Der Herr hätte Sein erstes Wunder als Mensch auch ohne fremde Hilfe schaffen können, aber Er wollte, dass Menschen Ihm vertrauen und ihren Glauben an Ihn durch ihren Gehorsam beweisen. GOTT bräuchte keinen einzigen Menschen, um Seine Pläne auszuführen, aber Er will mit uns zusammenarbeiten. GOTT will durch uns wirken und uns in Seine Pläne miteinbeziehen. Der Speisemeister war begeistert von dem Wein, den er gekostet hatte und warf dem Bräutigam vor, dass dieser den besseren Wein nicht zuerst serviert hatte. Scheinbar wusste der Speisemeister nicht, dass es keinen Wein mehr gab und der Bräutigam eigentlich ein noch schlechterer Gastgeber war, als der Speisemeister dachte. Beide waren ihrer Pflicht nicht nachgekommen. Der Bräutigam hätte für mehr Wein sorgen müssen und der Speisemeister hätte wissen müssen, dass zu wenig Wein vorhanden war. Christus hat diesen beiden Versagern geholfen, was uns vor die Frage stellt, warum er das getan hat. Viele der Hochzeitsgäste waren vermutlich bereits betrunken, als das Wunder geschah. Trotzdem sorgt GOTT für noch mehr Wein. Warum hat GOTT hunderte Liter Wasser zu Wein gemacht, obwohl Er wusste, dass Menschen sich damit betrinken und dadurch sündigen werden? GOTT lässt Seine Sonne aufgehen über Böse und Gute und lässt es regnen über Gerechte und Ungerechte (vgl. Mat. 5,45). GOTT segnet jeden Menschen mit Gutem und Er überlässt es uns, wie wir mit Seinen Segnungen umgehen. Wir können den Segen GOTTES zu Seiner Ehre verwenden oder das, was GOTT uns gegeben hat, zur Sünde gebrauchen. Die Hochzeitsgesellschaft hatte die Hilfe und den Segen GOTTES nicht verdient, aber GOTT hat sie trotzdem vor Schande bewahrt. GOTT kümmert sich nicht nur um die Menschen, die an Ihn glauben. Er kümmert sich um jeden Menschen. Christus wollte durch Sein erstes Wunder, Seinen Jüngern Seine Herrlichkeit offenbaren und sie glaubten Seiner Offenbarung.