GOTTES Wirken im Warten der Auferstandenen

Warten führt zur Wahrheit

Es gibt nichts, was das menschliche Herz so offenbart, wie warten. Es gibt nichts, was das menschliche Herz so bloßstellt, wie warten zu müssen. Durch Warten werden die wahren Intentionen und Absichten des menschlichen Herzens ans Licht gebracht. Durch Warten kommt die Wahrheit ans Licht. Wartezeiten zeigen, worum es Menschen wirklich geht. Menschen, die nicht bereit sind, zu warten, handeln immer aus einer Begierde heraus. Wenn wir nicht dazu bereit sind, auf GOTT zu warten, werden wir Seine Werke schnell vergessen und nicht auf Seinen Rat harren, sondern wie das Volk Israel in der Wüste begehrlich sein und GOTT in der Einöde versuchen (vgl. Ps. 106,13-14). Martha wartete nicht auf den Herrn, sondern eilte Ihm entgegen. Martha war stets ungeduldig und umgetrieben. Sie musste erst die Wahrheit über sich selbst erkennen, damit sie die Wahrheit GOTTES erkennen konnte. Hätten die beiden Schwestern einfach aufgegeben und das Grab nicht geöffnet, als der Herr sie dazu aufforderte, hätten sie das Wunder und die Herrlichkeit GOTTES nie erlebt. Nur wartende Menschen werden die Herrlichkeit GOTTES sehen. Warten offenbart die Wahrheit über uns und die Wahrheit über GOTT. Wer GOTT vorauseilt, verpasst die Herrlichkeit GOTTES. Wer meint, GOTT vorauseilen zu müssen, wird am Ende des Weges feststellen, dass GOTT sich von Anfang an im Ziel befunden hat, aber in Seiner Allgegenwart auf unserem Wege gegenwärtig sein wollte. Wer schneller sein möchte als GOTT, wird den Wettlauf immer verlieren. GOTT kennt nicht nur das Ziel, Er ist das Ziel. GOTT kennt nicht nur den Weg, Er ist der Weg. GOTT kennt nicht nur die Zukunft, Er ist die Zukunft. Wir wissen nicht, was die Zukunft bringt, aber wir wissen, wer die Zukunft bringt. GOTT hat die Zukunft in Seiner Hand. Er lenkt und bestimmt die Zukunft. Es gibt nichts Zukünftiges, das GOTT überdauern könnte, weil GOTT ewig ist. GOTT offenbart sich den Menschen, die vertrauensvoll auf Ihn warten. Auch David musste lernen, auf GOTT zu warten. Es gab Zeiten in Davids Leben, in denen es ihm einfach fiel auf GOTTES Rat und Weisung zu warten und Zeiten, in denen er eigene, gottlose Wege ging.

David ist der einzige Mensch, der das Prädikat, ein Mann nach dem Herzen GOTTES zu sein, bekommen hat (vgl. 1. Sam. 13,14). Über den Herrn Jesus wurde mehrfach vom Vater gesagt, dass der Vater Wohlgefallen an Ihm habe, was sinngemäß das Gleiche bedeutet, wie ein Mann nach dem Herzen GOTTES zu sein. Natürlich gab es mehrere Männer und Frauen in der Bibel, die Männer und Frauen nach GOTTES Herz waren, aber sie wurden nicht so betitelt. Abraham, Mose, Daniel und Paulus stehen David in nichts nach und waren, wenn wir ihr Leben betrachten, in mancherlei Hinsicht sogar eher Männer nach dem Herzen GOTTES als David. David hat schreckliche Dinge getan, die kein anderer Glaubensheld vor oder nach ihm getan hat. Nicht einmal Rahab hatte so schreckliche Sünden begangen wie David. Sie war zwar eine Ehebrecherin, aber sie war keine Mörderin. Mord und Ehebruch befinden sich in den Augen GOTTES zwar auf einer Ebene, aber es macht einen Unterscheid, ob man nur einen Balken der Sünde in seinem Auge hat oder zwei Balken. David hatte nicht nur kleine Splitter der Sünde in seinen Augen. Er hatte große und schwerwiegende Sünden begangen, die fatale Folgen für ihn, für das Volk Israel und für Davids Familie hatten. Davids Sünde hat den Feinden GOTTES Anlass zur Gotteslästerung gegeben, was in den Augen GOTTES keine kleine Sache ist. Nicht jede Sünde ist gleich vor GOTT. Es gibt Balken der Sünde und Splitter der Sünde (vgl. Mt. 7,1-6). Jede Sünde reicht aus, um den ewigen Tod zu verdienen, aber es gibt Sünden, die schlimmer bestraft werden als andere. Menschen werden in der Hölle ein unterschiedliches Strafmaß erhalten, je nachdem wie sie gelebt haben. GOTT wird jedes einzelne ihrer Werke richten und bestrafen. Die Menschen, die den Herrn damals verworfen haben, werden ein schlimmeres Urteil erfahren als Sodom und Gomorra, weil sie die größte Offenbarung GOTTES missachteten und GOTT selbst kreuzigten (vgl. Mt. 10,15 + 11,24). Wenn Menschen nicht an Christus geglaubt haben, werden sie nach den Maßstäben gerichtet, die GOTT uns in Seinem Wort offenbart hat. David hatte durch das, was er getan hat, den Tod verdient. Er hatte nicht nur den ewigen Tod verdient, so wie wir alle, sondern er hatte nach dem damaligen Gesellschaftsrecht, das GOTT gegeben hatte, die Todesstrafe verdient. Im Gesetz wurde nicht jede Sünde mit der Todesstrafe bestraft, sondern nur die schlimmsten Sünden. GOTT wusste, dass David all die schreckliche Taten begehen würde, die er begangen hat und Er hat ihn trotzdem als Mann nach Seinem Herzen bezeichnet. Die Sünden, die David begangen hatte, waren ganz sicher nicht nach dem Herzen GOTTES, aber David hatte Vergebung empfangen, weil er Buße getan hat. GOTT hatte Wohlgefallen an David. David war ein Mann nach dem Herzen GOTTES.

Davids Beziehung zu GOTT war die Ursache und Voraussetzung für sein Prädikat als Mann nach dem Herzen GOTTES. David war ein Mann nach dem Herzen GOTTES, weil er eine innige Beziehung zu GOTT hatte. David wurde durch seine innige Beziehung zu GOTT zu einem Mann nach dem Herzen GOTTES. Natürlich können wir jetzt sagen, dass jeder wiedergeborene Christ ein Mann oder eine Frau nach dem Herzen GOTTES ist und dass jedes Kind GOTTES für GOTT ein Wohlgeruch des Christus ist (2. Kor. 2,15), was ja nicht falsch ist. Aber wenn wir dieses Prädikat Davids auf so einer allgemeingültigen Ebene betrachten, verkennen wir den Wert dieser Aussage. Nicht jedes Kind GOTTES ist in dem Sinne ein Mann oder eine Frau nach dem Herzen GOTTES, wie GOTT diesen Titel in Bezug auf David gemeint hat. Um das Prädikat, ein Mann nach dem Herzen GOTTES zu sein, zu erhalten, braucht es weit mehr als nur eine Wiedergeburt. Natürlich kann kein Mensch ohne Wiedergeburt GOTT gefallen, aber auch Menschen, die wiedergeboren sind, können GOTT missfallen, denken wir dabei nur einmal an die Sendschreiben. GOTT hatte etwas gegen die Menschen aus einigen dieser Gemeinden. Immer wieder wiederholt Er: „Aber ich habe gegen dich“! Bei Sardes und Laodizea beginnt Er sogar mit einer vernichtenden Kritik. Bei den anderen Gemeinden, die GOTT kritisiert hat, hatte Er erst etwas Positives zu sagen, bevor Er das Negative angesprochen hat. Bei Sardes und Laodizea beginnt Er mit der Kritik, weil ihr Zustand so fatal und gefährlich war. Nicht jedes Kind GOTTES ist ein Mann oder eine Frau nach dem Herzen GOTTES. Unsere Beziehung zu GOTT bestimmt, ob wir Männer oder Frauen nach dem Herzen GOTTES sind oder nicht. Nicht wie viel wir scheinbar für GOTT und Menschen tun, bestimmt unseren Wert in den Augen GOTTES, sondern wie innig unsere Beziehung zu GOTT ist. Ein Mensch, der Christus ähnlich ist und eine enge Gemeinschaft mit GOTT hat, verherrlicht GOTT mehr als ein Mensch, der scheinbar viel für GOTT tut. Maria hatte das gute Teil erwählt, nicht das bessere Teil (Lk. 10,42). Was Martha tat, war nicht einfach nur das schlechtere Teil, es war das schlechte Teil als sie nicht die Nähe des Herrn suchte. Wenn es viel zu tun gibt, müssen wir manchmal der Versuchung widerstehen, viel zu tun. In Matthäus 7,21-23 wird uns von Menschen berichtet, die scheinbar ihr ganzes Leben Christus hingegeben und Ihm gedient haben, aber trotzdem in die Hölle kommen, weil sie sich selbst etwas vorgemacht haben. Es kommt nicht darauf an, was wir scheinbar im Namen des Herrn getan haben, sondern ob Christus uns kennt und ob wir Ihn kennen. Die Beschreibung in Matthäus 7 erinnert uns an Menschen, die als Heuchler einen äußeren Schein der Frömmigkeit und der Gottesfurcht haben, aber deren Kraft verleugnen (vgl. 2. Tim. 3,5). Von solchen Menschen gebietet GOTT uns, dass wir uns von ihnen abwenden und nichts mit ihnen zu tun haben sollen. David war ein Mann nach dem Herzen GOTTES, weil seine Beziehung zu GOTT echt, innig und intim war. In 1. Samuel 30,1-8 gibt es eine Begebenheit, in der David eine Koalition mit den Philistern eingegangen war, um gegen das Volk Israel zu kämpfen. Einige der Fürsten der Philister trauten David aber nicht, sodass er doch nicht mit in den Kampf ziehen durfte. David hatte während der fast eineinhalb Jahre (vgl. 1. Sam. 27,7), die er bei den Philistern verbracht hatte, dem König der Philister erzählt, dass er das Volk Israel immer wieder angegriffen und ausgeraubt habe, obwohl er die Geschuriter, die Girgisiter und die Amalekiter immer wieder überfallen hatte. Der Philisterkönig vertraute David, weil er dachte, dass David sich bei dem Volk Israel verhasst gemacht hätte, was aber nicht stimmte. David sandte dann auch am Ende des 30-ten Kapitels Geschenke nach Israel, obwohl diese sich noch in einem Krieg mit den Philistern befanden. David hatte die Philister die ganze Zeit über belogen. Sehr wahrscheinlich hatten die Fürsten der Philister recht und David hatte vor, sich im Kampf auf die Seite seines eigenen Volkes zu stellen. Das war der Krieg gegen die Philister, in dem Saul, Jonathan und die anderen Söhne Sauls gestorben sind. Während David mit den Philistern unterwegs war, hatten die Amalekiter Ziklag überfallen, sehr wahrscheinlich um sich zu rächen. Offensichtlich hatte Saul Samuel angelogen, als er behauptet hatte, dass er nur den König Agag aus Amalek überleben ließ (vgl. 1. Sam. 20). Saul hatte den Bann an Amalek nicht vollstreckt. Als David und seine Männer zurück nach Ziklag zogen, mussten sie feststellen, dass die Amalekiter ihre Frauen und ihre Kinder entführt hatten. Die Männer Davids waren daraufhin so erbittert und wütend, dass sie ihn steinigen wollten. David befand sich hier in einer Situation, in der sein Leben bedroht war, er seine Familie verloren hatte und sein ganzer Besitz gestohlen wurde. Er hatte genauso viel verloren wie seine Männer und war sicherlich genauso traurig wie sie, wozu noch dazu kam, dass sie ihn für ihre schreckliche Lage verantwortlich machten und ihn töten wollten. Das natürlichste der Welt wäre doch gewesen, den Zorn seiner Männer auf den Feind zu richten, voller Tatendrang in den Kampf zu ziehen und alles in seiner Macht Stehende zu tun, seine Frauen und die Familien seiner Männer zu retten. In so einer Situation war es das Wichtigste, keine Zeit zu verlieren, damit der Feind möglichst schnell verfolgt wird und die Wut der eigenen Männer nicht auch noch durch Unentschlossenheit gesteigert wird. Aber David stärkte sich erst einmal im Herrn, was ja noch verständlich gewesen wäre, dass er erst einmal den ersten Schock verarbeiten wollte, um dann umso schlagkräftiger zu handeln. David stärkte sich aber nicht nur im Herrn, sondern er fragte auch noch nach dem Willen GOTTES. David hat GOTT allen Ernstes danach gefragt, ob er dieser Horde nachjagen solle. Wie wenn es fraglich gewesen wäre, was zu tun sei. Wer denkt in so einer Situation schon daran zu fragen, was GOTT will? Wer wartet da schon auf den Rat GOTTES? Die meisten Menschen interessieren sich in solchen Umständen überhaupt nicht für den Willen GOTTES. Sie tun einfach, was sie für richtig halten. Aber David kannte GOTT und David vertraute darauf, dass der Wille GOTTES das Beste für ihn war. David suchte die Gemeinschaft mit GOTT, um gestärkt zu werden. Er suchte Trost und Ermutigung bei GOTT. David wusste sicherlich auch so, dass es niemals GOTTES Wille sein konnte, dass sie den Amalekitern nicht nachjagen sollten. Aber David wollte GOTTES Stimme hören. Er wollte von GOTT in seinem Vorhaben bestätigt werden. David wollte die Verheißung GOTTES hören, bevor er loszog. Er wollte wissen, ob er diese Horde von Amalekitern überhaupt einholen konnte und GOTT gab ihm nicht nur die Verheißung, dass er die Amalekiter ganz gewiss einholen würde, sondern auch ganz gewiss Rettung schaffen würde. GOTT hatte David Gewissheit zugesprochen und Gewissheit geschenkt. David brachte dann letztendlich absolut alles zurück, was die Amalekiter gestohlen hatten. Er vertraute GOTT und suchte Schutz, Trost und Ermutigung bei GOTT. Er redete direkt mit GOTT und GOTT antwortete ihm. Weil David sich in GOTT stärkte, war er fähig, den Willen GOTTES zu tun und nicht überstürzt zu handeln. David brauchte erst innere Stärke, bevor er äußerlich stark seine Männer anführen und gegen die Amalekiter kämpfen konnte. David steckte in dieser Situation ganz tief im Dreck und im Schlamm (vgl. Ps. 40,1-5). Seine eigene Sünde hatte diese hoffnungslose Situation verursacht. Seine Männer hatten recht. Er war schuld daran, dass alle entführt wurden. Er hätte nicht bei den Philistern Schutz vor Saul suchen dürfen. Er hätte GOTT vertrauen müssen, dass Er ihn auch in Israel und in der Wüste vor Saul beschützen konnte. Er hatte die Amalekiter provoziert und die Philister belogen. David steckte bis zum Hals in Sünde, Lügen, Unaufrichtigkeit und Betrug. Aber GOTT ließ ihn nicht in diesem Sumpf untergehen. GOTT stellte die Füße Davids auf einen Felsen und machte seine Schritte fest. Weil David GOTT fest vertraute und die Nähe GOTTES suchte, haben auch Seine Männer auf GOTT vertraut. David wartete vertrauensvoll auf die Stimme GOTTES und als GOTT geredet hat, hat David gehandelt und war nicht feige oder ängstlich. Viele haben das Lob GOTTES aus Davids Mund gehört und den Herrn gefürchtet und Ihm vertraut. David hatte sich nicht mehr zu der Lüge und den Lügnern gewandt, sondern zu dem Herrn, seinem GOTT. David hatte GOTT im Glauben gehorcht, aber davor musste er auf das horchen, was GOTT ihm zu sagen hatte. David musste sich erst der Wahrheit über sich selbst und der Wahrheit über seine Sünden stellen, bevor er GOTTES Willen erkennen konnte. Er musste im Warten auf GOTT, die Wahrheit GOTTES über Sünde erkennen, um von GOTT Veränderung, Reparatur und Wartung empfangen zu können.

Warten führt zu Wartung

GOTT lässt uns oft warten, um uns zu warten. Warten führt zu Wartung. Wenn GOTT uns warten lässt, dann will Er uns reparieren. Er will uns durch Warten Glauben und Geduld lehren. Geduld lernt man durch Warten. GOTT wird durch wartenden und erwartenden Glauben verherrlicht. Durch Warten wartet GOTT unser Herz. Durch Warten repariert GOTT unser kaputtes Herz. So wie ein Motor regelmäßig gewartet werden muss, damit er nicht kaputt geht, muss auch das menschliche Herz immer wieder gewartet werden, damit es nicht verdirbt. Wenn ein Zahnrad in einem Getriebe kaputt geht, muss das Zahnrad ausgetauscht werden, weil sonst das ganze Getriebe im Laufe der Zeit kaputt geht. Bremsen, die verschleißt sind, müssen ausgetauscht werden, damit keine absolute Katastrophe passiert. Mose musste 40 Jahre in der Wüste warten, bevor GOTT ihn gebrauchen konnte. All sein Selbstvertrauen musste von GOTT erst zerstört werden, bevor er für den Dienst GOTTES tauglich war. Wäre Mose ohne seine lange Wartezeit zum Leiter des Volkes GOTTES geworden, hätte er kein guter Leiter für dieses widerspenstige Volk sein können. Durch Warten lernen wir Demut und Sanftmut. Mose wurde zum sanftmütigsten Menschen auf der Erde (vgl. 4.Mo. 12,3), weil er 40 Jahre lang auf das warten musste, was er schon vor den 40 Jahren haben wollte. Wartezeiten brechen unseren störrischen Eigenwillen. Wartezeiten reinigen und heiligen unsere Motive und Ziele. Moses Motive waren ehrgeizig und ambitioniert. Er musste lernen, die Ehre GOTTES zu suchen. Moses erstes Begegnung mit GOTT finden wir in 2. Mose 3. Dieses Gespräch Moses mit GOTT fand 40 Jahre nach seinem Mord an dem Ägypter statt. Er hatte einen Ägypter ermordet, der einen Israeliten geschlagen hatte (vgl. 2. Mo. 2,11-15). Mose hatte völlig über das Ziel hinausgeschossen, als er den Ägypter erschlug. Er war ein Prinz Ägyptens und der Heerführer des wahrscheinlich stärksten Heeres der damaligen Zeit. Hätte er dem Aufseher geboten, damit aufzuhören, den Hebräer zu schlagen, hätte dieser sicherlich gehorcht. Er hätte sich auch nicht selbst die Hände schmutzig machen müssen. Er hätte jedem anwesenden Ägypter befehlen können, den Aufseher zu töten und jeder hätte ihm gehorcht. Er hat als Prinz in der damaligen Zeit nicht einmal einen Grund gebraucht, jemanden mit dem Tod zu bestrafen. Er konnte machen, was er wollte. Zur damaligen Zeit kam es oft vor, dass Heerführer mächtiger waren als der König selbst. David konnte nichts gegen Joab, den Mörder unternehmen, weil Joab ihm zu mächtig war (vgl. 2. Sam. 3,22 ff). Wir wissen ja auch, was für eine Angst Ischboschet, der Nachfolger Sauls, vor Abner hatte (vgl. 2. Sam. 3,11). Die Herrschaft eines Königs war in der damaligen Zeit abhängig von der Treue seines Heerführers. Wenn ein Heerführer sich gegen den König gewendet hatte, wurde der König gestürzt. Der Pharao wusste, dass wenn er Mose nicht so schnell wie möglich tötete, Mose sehr bald der neue Pharao sein könnte. Mose war menschlich betrachtet der kompetenteste und geeignetste Kandidat für den Dienst im Reich GOTTES. In Apostelgeschichte 7,22 sagt Stephanus vor seiner Steinigung, dass Mose in aller Weisheit der Ägypter unterrichtet wurde und mächtig in Worten und in Werken war. Mose war ein perfekter Mensch. Hochintelligent, hochgebildet, hochstudiert, ein Mann seines Wortes, redebegabt, mächtig und tatkräftig. Er konnte sich in Diskussionen durchsetzen und auf dem Schlachtfeld den Feind in die Knie zwingen. Aus GOTTES Perspektive gab es aber keinen ungeeigneteren Menschen für die Aufgabe, die vor Mose stand, als Mose selbst. Mose hatte ein böses Herz. Er hatte noch keine persönliche Begegnung mit GOTT. Böse Herzen und böse Motive disqualifizieren Menschen für den Dienst im Reich GOTTES. Es gibt in der geistlichen Welt nur Schwarz oder Weiß, nur GOTT oder den Teufel. Dazwischen gibt es nichts. Menschen sind entweder vom Geist GOTTES geleitet oder von ihrem Fleisch. Es gibt nur diese beiden Möglichkeiten. Ein Mensch, der vom Geist GOTTES geleitet wird, ist ein Diener GOTTES. Ein Mensch, der von seinem Fleisch geleitet wird, ist ein Diener des Teufels. Ein Mensch, der keine Begegnung mit GOTT hatte und keine intakte Beziehung zu GOTT hat, kann kein Diener GOTTES sein. Menschen, die keine Beter sind, eignen sich für gar keinen Dienst im Reich GOTTES. Mose musste erst zu einem Beter werden, bevor GOTT ihn gebrauchen konnte. Mose musste zuerst ein Beter sein, bevor er ein Diener GOTTES sein konnte. Mose konnte nur der sanftmütigste Mensch auf der Erde sein, weil er ein Beter war (4. Mo. 12,3). Den größten Dienst, den Mose am Volk GOTTES getan hatte, war seine Fürbitte für das Volk. Ohne Moses Fürbitte hätte GOTT das Volk Israel in der Wüste ausgelöscht. Das Gebet Moses rettete das Volk Israel vor dem endgültigen Gericht GOTTES, nachdem das Volk das goldene Kalb angebetet hatte (vgl. 2. Mo. 32). Moses Fürbitte war die Rettung des Volkes. Ohne Moses Gebet hätte das Volk Israel den Kampf gegen die Amalekiter verloren (vgl. 2. Mo. 17- 8,16). Die größten Siege des Volkes wurden durch Gebet errungen. Die größte Macht Moses waren seine Gebete. Den größten Einfluss hatte Mose im Gebet. Mose war im Gebet so mächtig, dass Er GOTT umgestimmt hatte. Die Bibel sagt ganz klar und deutlich, dass GOTT in Seinem Zorn vorhatte, das Volk Israel in der Wüste auszulöschen und Mose hat das verhindert (vgl. Ps. 106 ,23). Wir können nur dann in den Riss treten, wenn es darauf ankommt, wenn wir schon vor akuten Problemen in den Riss getreten sind. Wenn wir erst anfangen, zu beten, wenn die Probleme schon da sind, ist es zu spät, weil wir keine Gebetsmacht vor GOTT haben. GOTT hört nicht auf Menschen, die immer nur dann zu Ihm kommen, wenn sie gerade ein Problem haben. GOTT sieht in das Herz jedes Menschen und er weiß, ob wir Ihn nur ausnutzen wollen, damit Er unsere Probleme löst oder ob wir tatsächlich Gemeinschaft mit Ihm haben wollen. Die wertvollsten Diener GOTTES sind Beter. Durch Beter wird GOTT am meisten verherrlicht und durch fleischliche Aktionisten, die die Ehre der Menschen suchen am meisten verspottet und verunehrt. Ein Satanist bereitet GOTT keine Schande, ein Namenschrist und ein Heuchler schon. Gebet ist GOTTES Mittel der Kriegsführung. Beter sind die stärksten und größten Feinde des Bösen. Gebet ist ein Kampf. Wer Gebet nur als angenehmes Zur-Ruhe-Kommen erlebt und empfindet, der hat noch nie wirklich gebetet. Gebet ist nicht nur der einflussreichste Dienst im Reich GOTTES, sondern auch der Schwierigste. In allen anderen Diensten kann man heucheln und aus eigener Kraft Dinge tun, um bewundert zu werden, aber nicht im Gebet. Fürbitte ist der einzige Dienst, bei dem man nicht heucheln kann. Man kann in einer Gebetsstunde in der Gemeinde beten und heucheln, aber man kann nicht zu GOTT beten und heucheln. Wahre Beter sind die besten und wertvollsten Christen, weil echtes und erhörendes Gebet sehr hohe Voraussetzungen erfordert. Nur wer die Voraussetzung eines geheiligten und bußfertigen Lebens erfüllt, kann ein Beter sein. GOTT hat sehr hohe Anforderungen an wahre Beter.

In Psalm 15 lesen wir, dass nur wer absolut aufrichtig ist, sich GOTT im Gebet nahen und GOTTES Heiligtümer betreten kann. 100-prozentige Ehrlichkeit, Aufrichtigkeit, Wahrhaftigkeit und Gerechtigkeit sind eine Voraussetzung dafür, um sich GOTT als Beter nahen zu können. Ein Lügner, ein Verleumder, ein Betrüger, ein Ungerechter, der Unrecht tut und aus Pragmatismus das Recht beugt, hat keine Beziehung zu GOTT. Wer ein Versprechen, das er gegeben hat, nicht hält, weil sich in seinen Augen die Umstände geändert haben, der kann nicht davon reden, dass er eine Beziehung zu GOTT hat. GOTT kann keine Beziehung zu Lügnern und Heuchlern haben. Echter, rettender Glaube basiert auf Aufrichtigkeit. Wir müssen mit einem aufrichtigen Herzen zu GOTT kommen und unsere Schuld und Sünde zugeben. Tun wir das nicht, dann vergibt GOTT uns auch nicht. Der Vergebung GOTTES müssen echte Sündenerkenntnis und ein echtes Sündenbekenntnis vorausgehen. Die Menschen, die im fünfzehnten Psalm beschrieben werden, sind keine sündlosen Menschen. Es geht nicht darum, perfekt zu sein und nie zu sündigen. Es geht um Aufrichtigkeit und Integrität. Es gibt kein sündloses Kind GOTTES. Aber es gibt Kinder GOTTES, auf die die Verse des fünfzehnten Psalms zutreffen. Es gibt ehrliche und aufrichtige Kinder GOTTES und das sind die einzigen, die sich für den Dienst des Gebets eignen. Die Menschen, die in diesem Psalm beschrieben werden, fallen nicht in diese Sünden, sie leben in diesen Sünden. Man kann nicht aus Versehen ungerecht und korrupt sein. Man kann nicht aus Versehen ein Verleumder sein. Wenn Menschen notorische Lügner sind, dann sind sie nicht wiedergeboren. Wenn Menschen nicht die Aufrichtigkeit und Ehrlichkeit besitzen, Fehler zuzugeben und sich zu entschuldigen, dann sind sie nicht wiedergeboren. Die Menschen, die diese Verse nicht erfüllen, haben ein versteinertes und verstocktes Herz und kein wiedergeborenes und fleischernes Herz. Wir müssen als Kinder GOTTES in Unschuld wandeln, d.h. dass wir über Sünde in unserem Leben biblische Buße tun und jegliche Schuld aus unserem Leben ausräumen müssen. Wir müssen unsere Schuld zugeben und um Vergebung bitten, sonst sind wir nicht unschuldig. Ein Mensch, der Schuld aus seinem Leben nicht vor GOTT bringt, sondern Schuld verheimlicht oder kleinredet, der ist nicht wiedergeboren. Unschuldig sein, heißt Buße zu tun und GOTT und Menschen, um Vergebung zu bitten und das Unrecht und die Sünde in Ordnung zu bringen. Buße heißt Umkehr und nicht einfach da weiterzumachen, wo man nach seinem Gebet um Vergebung aufgehört hat. Buße heißt nicht, sich ab und zu ein bisschen schlecht zu fühlen und dann zu beten. Buße bedeutet Umkehr und Sinneswandel. Buße ist eine 180°-Wende. Buße heißt, vom falschen Weg umzukehren, den Weg bis dahin, wo man falsch abgebogen ist, zurückzulaufen und auf dem richtigen Weg zu wandeln. Jeder Schritt in die falsche Richtung führt weiter weg vom richtigen Ziel. Wenn wir wieder auf das richtige Ziel zugehen wollen, müssen wir die Schritte, die wir in die falsche Richtung gegangen sind, zurückgehen. Durch GOTTES Wort erkennen wir falsche Wege und deren Folgen und Ziele, weshalb wir sie meiden und hassen. Wenn wir erkennen, wohin uns falsche Wege führen, werden wir unseren Füßen wehren, auf ihnen zu gehen. Das Wort GOTTES und die Beziehung zu GOTT machen uns weise und schenken uns Unterscheidungsvermögen. Die Voraussetzung für Beziehung ist Buße. Ohne Buße kann es keine Beziehung geben. Beter tun Buße, weil Beter eine Beziehung zu GOTT haben wollen. Beter sind automatisch Glaubenshelden. Echte Beter sind wie der Geheimdienst GOTTES. Kein Mensch kennt ihre Macht und ihren Einfluss. Kein Mensch erkennt, was für wichtige Personen sie sind, weil sie GOTT im Geheimen dienen. Sie verfügen über Informationen, zu denen andere gar keinen Zugang haben. Mose war ein Glaubensheld, aber bevor er ein Glaubensheld und ein Beter sein konnte, brauchte er eine Begegnung mit GOTT. Mose begegnete hier einem heiligen GOTT, der ein verzehrendes Feuer ist, aber doch in Seiner Gnade nicht immer verzehrt. Mose hatte es verdient in der Hölle verzehrt zu werden, aber GOTT begegnete ihm als ein GOTT, der ihn nicht verzehrt, sondern reinigt und heiligt durch Sein Wort. Mose wurde von GOTT in den Dienst berufen, den Mose bereits vor 40 Jahren wahrnehmen wollte. Vor 40 Jahren dachte Mose noch, dass er der perfekte Kandidat für diesen Dienst sei. Er meinte, dass er eine außergewöhnliche Führungspersönlichkeit und der ultimative Leiter des Volkes GOTTES sei. Jetzt nach 40 Jahren sagte er nur noch: „Wer bin ich“ (V. 11). Moses Stolz vor den 40 Jahren in der Wüste bestand darin, dass er meinte, dass er alles könne und genau der Richtige für GOTTES Pläne sei. Nach dem Zerbruch in der Wüste bestand sein Stolz darin, dass er meinte, dass er gar nichts könne und GOTT den Falschen berufen habe. Demut zeigt sich in Gottvertrauen und Gehorsam. Echte Demut zeigt sich darin, dass wir GOTT vertrauen, dass Seine Kraft in den Schwachen mächtig wird (vgl. 2. Kor. 12,9). Demut sieht nicht auf die eigene Stärke oder Schwäche, sondern auf GOTT. Demütige Menschen leben in der Abhängigkeit von GOTT. In der heutigen sogenannten Christenheit sind viele Menschen, die wie der junge Mose sind. Sie haben zwar nicht einmal ansatzweise die gleichen Fähigkeiten, die gleiche Bildung und die gleiche Macht, aber sie sind um ein Vielfaches selbstverliebter, arroganter und überheblicher, als Mose es war. Heutzutage reicht es schon, wenn man für ein paar Monate oder Jahre auf einer Bibelschule war, um sich für außergewöhnlich begabt und gebildet zu halten. Moses Einstellung hatte sich nach 40 Jahren Wüste geändert. Er wurde zum sanftmütigsten Menschen auf der Erde, was nicht heißt, dass er nie wieder mit Hochmut zu kämpfen hatte. Als er den Felsen geschlagen hatte, obwohl er zu dem Felsen reden sollte, hatte er aus Hochmut und Unglauben gehandelt (vgl. 4. Mo. 20-11-12). Jeder Mensch ist hochmütig. Wahre Demut zeigt sich im Gehorsam GOTT gegenüber. Dass Mose sich weigerte, den Auftrag GOTTES auszuführen, war kein Zeichen von Demut. Wäre er demütig gewesen, hätte er GOTT gehorcht. Wahre Demut sagt nicht „Ich bin nichts oder ich bin unwürdig“, sondern wahre Demut schaut auf den „Ich bin“. Wahre Demut sagt: „Ich vermag alles durch den, der mich stark macht, Christus“ (Phl. 4,13). In Kapitel 4,10 sagte Mose sogar, dass er von jeher nicht reden könne und eine schwerfällige Zunge habe, was aber laut Stephanus nicht stimmte. Mose sagte zwar beim Dornbusch, dass er seit jeher nicht reden könne und eine schwere Zunge habe, von Stephanus wissen wir aber, dass er vor den 40 Jahren in der Wüste mächtig in Taten und Worten war. Nach 40 Jahren in der Wüste hatte Mose die meisten seiner Begabungen verlernt. Mose hatte erst 40 Jahre in der Wüste gebraucht, bis er seine natürlichen Fähigkeiten verlernt hat, auf die er sich etwas eingebildet hatte. Er war nicht mehr mächtig in Worten und in Werken. Er hatte nach 40 Jahren Wüste tatsächlich einen schwerfälligen Mund und eine schwere Zunge. GOTT hatte ihm seine natürlichen Fähigkeiten genommen, damit Er sich durch Moses Schwachheit verherrlichen kann. Einen starken und mächtigen Mose konnte GOTT nicht gebrauchen. Mose musste erst schwach werden, um GOTTES Stärke empfangen zu können. Was er aber noch lernen musste, war Gehorsam GOTT gegenüber. GOTT wurde sehr zornig auf Mose, weil er nicht gehorchen wollte (vgl. 2. Mo. 4,14) und GOTT wollte Mose sogar direkt nach dessen Berufung töten, weil Mose seinen Sohn nicht beschnitten hatte. Hätte Moses Frau nicht gehandelt, hätte GOTT Mose getötet, obwohl Er so viel Zeit in Mose investiert und ihn berufen hatte (vgl. 2. Mo. 4,24-25). Moses Schule hat 40 Jahre gedauert, bis er ein gottwohlgefälliger Beter sein konnte. GOTT hatte einen außergewöhnlichen Mann durch eine außergewöhnliche Schule auf eine außergewöhnliche Aufgabe vorbereitet. Keiner von uns hat die Fähigkeiten, die ein Mose in Ägypten hatte und keiner von uns wird jemals so eine weltbewegende Aufgabe haben, wie Mose sie hatte. Niemand auf dieser Erde wird sich in 3000 Jahren an unsere Namen erinnern, aber jeder hat sich in den letzten 3000 Jahren an Mose erinnert und wird sich auch weiter daran erinnern. Keiner von uns wird je ein Mose sein, aber wir können alle Beter sein. GOTT führte Mose durch diese Schule, damit Mose lernte, zu dem „Ich bin“ zu beten. GOTT brauchte einen Beter und Mose war ein Beter. Als Moses leibliche Geschwister sich aus Neid gegen ihn und seine Frau auflehnten, gibt GOTT Mose ein beeindruckendes Zeugnis:

„Aber Mose war ein sehr sanftmütiger Mann, sanftmütiger als alle Menschen auf Erden“ (4. Mo. 12,3-9).

Beter haben nicht nur einen großen Einfluss bei GOTT, sie stehen auch unter einem besonderen Schutz GOTTES. Wenn wir wirkliche Diener GOTTES sein wollen, dann müssen wir Beter sein. Menschen, die nicht beten, sind auch nicht demütig. Wahre Demut zeigt sich in einem ausgeprägten Gebetsleben. In 40 Jahren Wüsten-Warten wurde Mose auf 40 Jahre Wüsten-Wandern vorbereitet. GOTT hatte sich 40 Jahre Zeit genommen, um Mose zu warten und zu reparieren, damit er Demut und Gehorsam lernt. Moses Wartezeit wurde für ihn zur Wandlungszeit. Das Warten hatte Mose verändert.

Warten prüft und stärkt unseren Glauben. Abraham wäre sehr wahrscheinlich nie bereit gewesen, Isaak zu opfern, wenn er nicht 25 Jahre lang auf ihn hätte warten müssen. Abraham hatte innerhalb der 25 Jahre viele Fehler gemacht. Er hatte gelogen und seine Frau beinahe geopfert, um seine eigene Haut zu retten. Er hat mit einer anderen Frau ein Kind gezeugt, weil er die Verheißung GOTTES auf menschliche Weise erfüllen wollte. Eigenartigerweise kamen seine Frau Sarah und er in den 75 Jahren davor nicht auf die Idee, dass Abraham ein Kind mit einer Magd zeugen könnte, das rechtlich als das Kind Sarahs gelten könnte. Erst als GOTT ihnen eine Verheißung gegeben hatte, auf die sie lange warten mussten, haben sie einen menschlichen Weg gewählt, um an ihr Ziel zu gelangen. Möglicherweise mussten beide 25 Jahre lang warten, bis GOTT Seine Verheißung erfüllt hatte, damit absolut jede menschliche Möglichkeit, die Verheißung GOTTES zu erfüllen, erschöpft war. Sarah lachte, als GOTT ihnen versprach, dass sie in einem Jahr einen Sohn haben würden, weil sie wusste, dass sie als Ehepaar nicht mehr zeugungsfähig waren (vgl. 1. Mo. 18,12). Es ist möglich, dass zu der damaligen Zeit eine Frau mit 65 Jahren noch Kinder bekommen konnte, da die Menschen langsamer gealtert sind als heute und länger lebten. Mit 90 Jahren war für Sarah aber klar, dass sie keine Kinder mehr bekommen konnte. Abraham und Sarah wussten, dass es menschlich nicht mehr möglich war, die Verheißung GOTTES zu erfüllen. Trotzdem zweifelten Abraham und Sarah nicht daran, dass GOTT zu Seinem Wort steht, auch wenn alles Sichtbare dagegenspricht. Sie hielten den für treu, der es verheißen hatte, weshalb durch einen Einzigen, der bereits erstorben war, Nachkommen hervorgebracht wurden, die so zahlreich sind wie die Sterne am Himmel und wie der Sand am Ufer des Meeres (vgl. Heb. 11,11-12). Im Hebräerbrief lesen wir, dass Abraham geglaubt hat, dass GOTT Isaak auch aus den Toten auferwecken könnte.

„Durch Glauben brachte Abraham den Isaak dar, als er geprüft wurde, und opferte den Eingeborenen, er, der die Verheißungen empfangen hatte, zu dem gesagt worden war: »In Isaak soll dir ein Same berufen werden«. Er zählte darauf, dass Gott imstande ist, auch aus den Toten aufzuerwecken, weshalb er ihn auch als ein Gleichnis wieder erhielt“ (Heb. 11,17-19).

Er wusste, dass Isaak nicht für immer tot sein könnte, selbst wenn er ihn opfern würde, weil GOTTES Verheißungen mit Isaak verbunden waren. Abrahams Nachkommenschaft hing von Isaak ab. Abraham hatte 25 Jahre lang an GOTTES Verheißung festgehalten, bis sie erfüllt wurde. Und als es den Anschein hatte, als ob GOTT Seine eigene Verheißung zunichtemachen würde, hat Abraham weiter an das Versprechen GOTTES geglaubt. Er hörte nicht auf, an die Verheißung zu glauben, nachdem sie erfüllt wurde. Abraham hielt sich sein ganzes Leben lang an GOTTES Verheißungen fest. Er glaubte daran, dass GOTT Isaak aus den Toten auferwecken konnte und hat ihn deshalb als Gleichnis wieder erhalten. Abraham hatte vor, seinen eigenen Sohn zu schlachten und auf dem Altar zu verbrennen. Er vertraute darauf, dass GOTT seinen Sohn selbst dann aus den Toten auferwecken konnte und würde, wenn der Körper seines Sohnes zu Asche verbrannt war. Der Vater des Glaubens hatte die größte Glaubensprüfung aller Zeiten zu meistern und er bestand sie mit Auszeichnung und Bravour. Abrahams Glaube wurde in den 25 Jahren so gestärkt und gefestigt, dass er außergewöhnliche Glaubensprüfungen bestehen konnte. In diesen 25 Jahren des Wartens hat Abrahams Glaube seine Wurzeln tief in die Verheißungen GOTTES gegraben, sodass sein Glaube selbst in den größten Prüfungen nicht ins Wanken geriet.

Oft ist die Dauer unserer Wartezeiten von dem Fortschritt unserer Wartung abhängig. Erst wenn unsere Wartung abgeschlossen ist, ist auch unsere Wartezeit abgeschlossen. Warten muss immer zu Wartung, Wandlung und Veränderung führen. Wenn wir uns weigern, uns von GOTT verändern zu lassen, dann werden unsere Wartezeiten verlängert.

Warten führt zu Wertschätzung

Durch Warten lernen wir, das Erwartete mehr wertzuschätzen. Warten führt zu Erwartung. Die Bereitschaft, auf eine Person zu warten, zeigt, wie viel Wert wir der Person zumessen. Nur echte Liebe übersteht Jahre des Wartens. Wenn wir eine Person nicht wirklich lieben, dann werden wir auch nicht bereit sein, auf sie zu warten. Liebe kann warten, weil Liebe geduldig ist. Wenn wir lange auf etwas warten mussten, freuen wir uns umso mehr, wenn wir das Erwartete endlich erhalten. Die Wartezeit steigert den Wunsch nach der erwarteten Person. Warten führt zu Erwarten und Erwartung. Warten steigert die Sehnsucht nach dem Erwarteten. Wir können das, was GOTT uns schenkt viel mehr schätzen, wenn wir den Schmerz des Wartens erlebt haben. Wenn wir lange ohne einen geliebten Menschen leben mussten, schätzen wir die Person viel mehr, als wenn wir schon immer mit dieser Person zusammengelebt haben. Eine Person, auf die wir lange warten mussten, nehmen wir nicht als selbstverständlich in unserem Leben wahr. Wir sind viel dankbarer für Menschen, auf die wir warten mussten. Oft ist das, was GOTT uns schenken möchte viel größer und viel schöner, als wir erahnen. Er übertrifft unsere Erwartungen, wenn wir Ihm vertrauen. Jakob musste sieben Jahre auf Rahel warten. Als die sieben Jahre um waren, hat GOTT Jakob Lea geschenkt und nicht Rahel. Leah war die bessere Frau. Rahel hatte Jakob nur Probleme gemacht und Götzen in den Haushalt gebracht (vgl. 1. Mo. 31,32-34). Der Messias ist ein Nachkomme Leahs. GOTT wusste, dass Leah besser für Jakob war als Rahel. Als Rahel gestorben war, hat Jakob sie nicht in seinem Familiengrab begraben, sondern irgendwo am Wegesrand vor Bethlehem (vgl. 1. Mo. 35,19). Es erscheint fast so, wie Jakob Rahel in den nächstbesten Graben geworfen hätte. Für seine Frau Leah hat er den weiten Weg von Ägypten nach Israel zurückgelegt, um sie in dem gleichen Grab zu begraben, in dem auch seine Vorfahren begraben wurden (vgl. 1. Mo. 50,31). Wir können annehmen, dass Lea mit Jakob nach Ägypten gereist war, weil Jakob in seiner Antwort auf Josefs Träume gesagt hatte, ob auch er als sein Vater und seine Mutter vor ihm niederfallen sollten (vgl. 1. Mo. 37,1-11). Zu dem Zeitpunkt als Josef diese Träume hatte war Rahel bereits gestorben, weshalb Jakob mit seiner Aussage nicht Rahel, sondern Lea gemeint haben muss. Lea war nach Rahels Tod die einzige rechtmäßige Ehefrau Jakobs und damit auch Josefs und Benjamins Stiefmutter. Jakob lernte erst gegen Ende seines Lebens Lea wirklich wertzuschätzen.

Hannah musste jahrelang den Spott ihrer Widersacherin ertragen, bis GOTT ihr endlich einen Sohn geschenkt hat. Ohne die jahrelangen Demütigungen hätte sie sehr wahrscheinlich nicht den Mut besessen, Samuel dem Herrn ganz hinzugeben (vgl. 1. Sam. 1). Sie übergab ihren Sohn in die Hände eines schlechten Hohenpriesters, dessen Söhne schreckliche Gräueltaten verübten. Sie lernte, GOTT zu vertrauen und GOTTES Willen und Ehre zu suchen.

Warten führt zu Würdigung

GOTT wird durch Warten geehrt. Abraham zweifelte nicht an der Verheißung GOTTES durch Unglauben, sondern wurde stark durch den Glauben, indem er GOTT die Ehre gab und völlig überzeugt war, dass GOTT das, was Er verheißen hatte, auch zu tun vermag (vgl. Röm. 4,20-21). Abrahams Glauben ehrte GOTT. Wartezeiten dienen oft nicht nur zu unserem Glaubenswachstum, sondern zu der Möglichkeit unseren starken glauben unter Beweis zu stellen. Abraham hatte bereits einen starken Glauben. Er war bereits der Vater des Glaubens. Trotzdem ließ GOTT ihn noch jahrelang warten, weil der Glaube Abrahams GOTT verherrlicht hat. Abraham musste nicht 25 Jahre lang auf Isaak warten, weil sein Glaube noch reifen musste. Abraham konnte 25 Jahre lang auf Isaak warten, weil sein Glaube reif war. Warten würdigt und ehrt GOTT. Abraham hatte seine schwachen Momente und musste die Konsequenzen seines Versagens tragen, aber er glaubte GOTT und das wurde ihm als Gerechtigkeit angerechnet. Im Warten beweisen wir, dass GOTT würdig ist, Ihm Glauben zu schenken. GOTT wird durch Warten gewürdigt und geehrt.

Ps. 42,6+12: Was betrübst du dich, meine Seele, und bist so unruhig in mir? Harre auf Gott, denn ich werde ihm noch danken für die Rettung, die von seinem Angesicht kommt! […] Was betrübst du dich, meine Seele, und bist so unruhig in mir? Harre auf Gott, denn ich werde ihm noch danken, dass er meine Rettung und mein Gott ist!

Wartezeiten führen immer zu Dankbarkeit. Wenn wir auf GOTTES Zeitpunkte warten, werden wir vor Staunen und Verwunderung mit Dank und Anbetung überströmen. Die Wunder GOTTES erzeugen eine Verwunderung bei den Menschen. Warten sollte zu einer Erweckung und zu einem Erwachen führen.