Seine Freude – Gottes Wünsche

Er saß da und wusste nicht, was er sagen sollte. Was hatte es zu bedeuten, dass er seine Freude und Lust an Gott haben sollte, damit Er ihm geben konnte, was er sich von Herzen wünschte? Er wollte mehr von Gott. Es reichte ihm nicht, Ihn nur zu kennen. Er wollte Ihn erleben, aber warum sollte er Gott seine Freude sein lassen, um zu erhalten, was sein Herz sich wünschte? Wieso war sein Herzenswunsch an seine Freude an Gott gekoppelt? Warum sollte Freude an Gott eine Voraussetzung für einen erfüllten Herzenswunsch sein? Musste er sich wirklich durch Freude an Gott seine Wünsche verdienen? Das hätte doch wirklich einen etwas faden Beigeschmack von Bestechlichkeit. Wieso sollte Gott sich durch Freude an Ihm von seinen Wünschen überzeugen lassen?

Je mehr er darüber nachdachte, umso mehr wurde ihm klar, dass Freude an Gott keine Voraussetzung dafür war, zu bekommen, was er wollte, sondern eine Voraussetzung dafür war, dass Gott ihm Herzenswünsche geben konnte, die er davor nicht hatte. Das Begehren seines Herzens konnte von ihm gesteuert werden oder von Gott. Von wem sein Herz gesteuert wurde, hing davon ab, wer oder was seine größte Freude war. Nur wenn Gott das Zentrum seines Verlangens war, konnte Er sein Herz verändern. Durch seine Freude an Gott wurden die Wünsche und Sehnsüchte seines Herzens geläutert. Er schenkte ihm neue, Ihm wohlgefällige Wünsche. Seine Pläne mussten nicht durch Freude an Gott zu Gottes Plänen werden, sondern Gottes Pläne wurden durch Freude an Ihm zu seinen Plänen. Es ging nicht darum, dass er Gott etwas gab, um zu bekommen, was er wollte, sondern darum, dass er von Gott das empfing, was Gott für ihn wollte. Freude an Gott war kein Mittel zu seinem Zweck, sondern ein Mittel zu Gottes Zweck. Sein Zweck waren seine Pläne und Herzenswünsche. Gottes Zweck waren Seine Pläne und ein Herz, das auf Ihn ausgerichtet ist. Wie viele Dinge gab es doch in seinem Leben, die Ihm Seinen ersten Platz streitig machten. Wie selten nahm er sich Zeit, um Gott wirklich zuzuhören. Meistens füllte er seine Stille Zeit mit seinen Gebetsanliegen und dem Lesen von Gottes Wort. Aber wann nahm er sich wirklich die Zeit, im Gebet auf Gott zu warten? Er hatte sich mit dem, was er bereits hatte, zufriedengegeben, anstatt mehr zu wollen. Verschloss er sich vielleicht vor etwas, das Gott ihm schenken wollte? Was wenn Er Wünsche und Pläne für ihn hatte, die Er ihm nicht mitteilen konnte, weil er nicht zuhörte? Was wenn seine Freude an Gott bisher nur ein kleiner Tropfen aus einem unendlich großen Meer war? Reichte ihm der Tropfen oder wollte er mehr? Er wollte nicht nur mehr, er wollte alles. Er wollte nicht nur die Weite des Ozeans erforschen, sondern auch die Tiefe. Er wollte Gott, denn Er ist alles.

Psalm 37,4: Habe deine Lust am HERRN, so wird Er dir geben, was dein Herz begehrt!