
„Es ist so weit! Wir müssen los!”
„Was meinst du, wir müssen los? Wohin müssen wir denn?“
„Das war ja klar, dass du der Einzige bist, der mal wieder nichts mitbekommen hat. In welchem Himmel lebst du eigentlich?“
„Was soll ich denn nicht mitbekommen haben?“
„Weißt du noch, wo Gabriel vor neun Monaten war?“
„Gabriel?“
„Ja, Gabriel. Dein Chef!“
„Soll ich meines Chefs Hüter sein? Woher soll ich wissen, wo Gabriel vor neun Monaten war? Ich weiß noch nicht mal, wo er gestern war. Mein Chef meldet sich normalerweise nicht bei mir ab oder fragt mich um Erlaubnis, wenn er irgendwohin geht. Ich weiß ja nicht, wie dein Chef das so macht.“
„Oh man, du bist echt schwer von Begriff. Er war bei Maria und hat ihr was von Gott ausgerichtet.“
„Ah. Klar. Maria. Sag das doch gleich. Stimmt. Da war er vor ungefähr neun Monaten. Und jetzt?“
„Und was sollte dann nach ungefähr neun Monaten passieren?“
„Was ist eigentlich los mit dir? Wie lange brauchst du, um zu verstehen, dass ich keine Ahnung habe, wovon du redest?“
„Wann hast du den Sohn das letzte Mal gesehen?“
„Naja, theologisch betrachtet, ist das ziemlich fragwürdig, ob ich Ihn, bis auf die wenigen Male, wo Er auf der Erde war, überhaupt je gesehen habe, aber du hast recht. Man hat schon lange nichts mehr von Ihm gehört.“
„Neun Monate lang. Klingelt da was?“
„Oh. Du meinst, es ist so weit? Warum sagst du das nicht gleich? Ist Er schon da?“
„Was glaubst du, was ich dir schon die ganze Zeit versuche zu sagen? Manchmal glaube ich echt, dass du zu denen gehörst, die vom Himmel auf den Kopf gefallen sind. Beeil dich jetzt! Wir müssen los.“
„Weißt du, wohin wir gehen?“
„Ja. Nach Betlehem!“
„Nach Bethlehem?“
„Ja. Nach Betlehem. Wo warst du eigentlich die letzten 750 Jahre? Jeder weiß, dass der Christus in Bethlehem auf die Welt kommen wird.“
„Naja, als ich neulich über Jerusalem war, hab‘ ich was anderes gehört.“
„In Jerusalem hört man zurzeit vieles, was falsch ist.“
„Das ist auch wieder wahr! Und zu wem gehen wir?“
„Zu den Hirten auf einem Feld in der Nähe von Bethlehem.“
„Hirten? Echt jetzt? Und wer geht dann nach Jerusalem zu den Priestern oder nach Rom zum Kaiser?“
„Niemand!“
„Niemand?“
„Nein. Niemand. Der Vater schickt uns nur zu den Hirten nach Bethlehem.“
„Und wohin geht dann die Menge der himmlischen Heerscharen?“
„Wir sind die Menge der himmlischen Heerscharen.“
„Du meinst, alle gehen zu den Hirten? Wieso denn das?“
„Weiß ich nicht!“
„Das soll einer verstehen.“
„Es sind die unscheinbaren Dinge, die einen hohen Wert bei Gott haben! Gott hat nicht die Weisen, Mächtigen und Vornehmen berufen, sondern die Schwachen, Unedlen und Verachteten. Und jetzt beeil dich! Wir kommen sonst noch zu spät. Die anderen warten schon auf uns.“
Micha 5,1: Und du, Bethlehem-Ephrata, du bist zwar gering unter den Hauptorten von Juda; aber aus dir soll mir hervorkommen, der Herrscher über Israel werden soll, dessen Hervorgehen von Anfang, von den Tagen der Ewigkeit her gewesen ist.
1. Petrus 1,10-13: Wegen dieser Errettung haben die Propheten gesucht und nachgeforscht, die von der euch zuteil gewordenen Gnade geweissagt haben. Sie haben nachgeforscht, auf welche und was für eine Zeit der Geist des Christus in ihnen hindeutete, der die für Christus bestimmten Leiden und die darauf folgenden Herrlichkeiten zuvor bezeugte. Ihnen wurde geoffenbart, dass sie nicht sich selbst, sondern uns dienten mit dem, was euch jetzt bekanntgemacht worden ist durch diejenigen, welche euch das Evangelium verkündigt haben im Heiligen Geist, der vom Himmel gesandt wurde – Dinge, in welche auch die Engel hineinzuschauen begehren.