Das Zeugnis des Lichts (Joh. 8,12-30)

Der Herr benutzte diese Begebenheit, um zu verkünden, dass Er das Licht der Welt sei und dass jeder, der Ihm nachfolgt, nicht in der Finsternis wandelt, sondern das Licht des Lebens haben wird. Die Pharisäer hielten Sein Zeugnis für unglaubwürdig, weil Er von sich selbst Zeugnis zu geben schien. Sie wollten Seinen ersten Beweis dafür, dass Er das Licht der Welt war, nicht anerkennen. Der Herr hatte bewiesen, dass Er als Licht der Welt alles und jeden durchschaut und kennt. Nichts war vor Ihm verborgen, weil der Vater Ihm alles offenbart hatte. Er kannte die Namen und die Motive der Pharisäer, die Ihn in eine Falle locken wollten. Der Herr konnte von sich selbst Zeugnis geben, weil Er glaubwürdig und wahrhaftig war. Er war absolut gerecht. Die Pharisäer hatten die Ehebrecherin nach dem Fleisch gerichtet. Jesus Christus hatte sie überhaupt nicht gerichtet, obwohl Sein Gericht vollkommen gerecht und wahrhaftig gewesen wäre. Hätte Er diese Frau gerichtet, hätte Er kein Unrecht getan. Er hatte das Recht zu richten, aber Er war gekommen, um zu retten. Christus konnte sich darauf verlassen, dass der Vater in allem, was Sein Sohn tut, hinter Ihm steht. Der Vater stand hinter dem Sohn als die Zeit des Rettens da war und Er wird hinter dem Sohn stehen, wenn die Zeit des Richtens kommen wird. Der immer wieder aufkommende Vorwurf der Pharisäer, dass der Herr von sich selbst Zeugnis geben würde, wurde von Christus immer wieder aufs Neue durch Seine Berufung auf Seinen Vater entkräftet und widerlegt. Die Pharisäer kannten den Vater nicht und deshalb erkannten sie den Sohn nicht. Hätten sie den Vater gekannt, dann hätten sie auch den Sohn erkannt. Obwohl der Herr diese Ansprüche auf Seine Gottessohnschaft im Tempel erhob, ergriff Ihn niemand, weil Seine vom Vater festgesetzte Zeit noch nicht gekommen war. Die Pharisäer hatten vor, den Herrn loszuwerden. Was sie nicht wussten, war, dass der Herr sie sowieso bald verlassen würde und sie ohne Ihn in ihren Sünden sterben würden. Sie hatten den Herrn zu ihren Lebzeiten abgelehnt und der Herr hatte sie zur Zeit ihres Todes abgelehnt. Die Pharisäer meinten, dass der Herr vorhaben musste, sich selbst das Leben zu nehmen, um dorthin zu gelangen, wohin sie nicht gehen konnten. Im Kapitel 7 vermuteten die Pharisäer noch, dass der Herr zu den Griechen gehen musste, um dorthin zu gehen, wohin sie nicht kommen konnten (vgl. Joh. 7,35). Der Tod des Herrn rückte immer mehr in das Blickfeld der Pharisäer und der Wunsch nach Seinem Tod wurde immer größer. Sie verstanden nicht, dass Er von dem Himmel und vom Vater redete, weil sie von dieser Welt waren. Er war von oben und sie waren von unten. Er konnte richten und retten, weil der Vater auf Seiner Seite war. Er tat nichts von sich selbst aus, sondern nur das, was der Vater Ihn gelehrt hatte. Der Sohn tat immer, was dem Vater wohlgefällig war, weshalb der Vater Ihn nicht allein lassen würde. Die Heuchler hatten erst beim Tod und der Auferstehung des Herrn erkannt, dass Er der Messias war, aber sie lehnten Ihn trotzdem ab. Sie glaubten nicht an den Christus, aber es gab viele andere Menschen, die glaubten.