Der erste Beweis für das Licht der Welt (Joh. 8,1-11)

Als die Menschen den Herrn allein gelassen hatten, zog Er sich zurück an den Ölberg, um die Nacht dort im Gebet zu verbringen. Am nächsten Morgen ging Er wieder in den Tempel und belehrte das Volk, das zu Ihm kam. Die Schriftgelehrten und Pharisäer nutzten die Gelegenheit, um einen Anlass zu finden, den Herrn anklagen zu können. Sie brachten eine Frau, die beim Ehebruch erwischt wurde und stellten sie in die Mitte des Volkes. Das Gesetz Moses gebot, Ehebrecherinnen und Ehebrecher zu steinigen. Die Römer hatten den Israeliten aber die Todesstrafe verboten. Die Frage der Pharisäer, was der Herr über die Steinigung dieser Frau zu sagen hatte, zielte darauf ab, den Herrn in eine Zwickmühle zu treiben. Hätte der Herr gesagt, dass man diese Frau steinigen müsse, hätten die Römer Ihn festnehmen können. Hätte Er gesagt, dass man diese Frau nicht steinigen müsse, dann hätten die Pharisäer ihn als einen gottlosen Gesetzesübertreter darstellen können. Der Herr kannte die Herzen und Motive dieser Heuchler. Er fing an, die Namen dieser Heuchler auf den Boden zu schreiben (vgl. Jer. 17,13). Als sie fortfuhren, Ihn nach der Steinigung zu fragen, stand Er auf und sagte ihnen, dass derjenige, der ohne Sünde sei, den ersten Stein auf die Frau werfen solle. Danach fuhr Er fort, die Namen der Sünder auf den Boden zu schreiben. Die Schriftgelehrten und Pharisäer hatten den HERRN, die Quelle lebendigen Wassers, verlassen. Sie dachten ihre eigenen finsteren Taten seien vor dem Licht der Welt verborgen. Sie meinten, dass der Herr sie nicht kennen und durchschauen würde. Christus durchschaute als Licht der Welt die Herzen der Menschen und offenbarte ihre Heuchelei, indem Er ihre Namen auf den Boden schrieb. Die Gelehrten Israels mussten gewusst haben, dass diese Tat des Herrn eine Erfüllung der alttestamentlichen Verheißung war. Die Worte des Herrn hatten diese Heuchler bloßgestellt. Sie waren kein bisschen besser als die Ehebrecherin. Möglicherweise hatten sie die Frau sogar in eine Falle gelockt, um sie benutzen zu können. Es ist erstaunlich, dass sie nur die Frau beim Ehebruch ertappt hatten, der Mann aber nicht zum Herrn gebracht wurde. Der Herr überführte das Gewissen der Pharisäer, sodass diese von ihrem Vorhaben abließen und die Frau und den Herrn allein ließen. Angefangen bei den Ältesten bis zu den Geringsten ging jeder seines Weges, weil sie alle wussten, dass sie genauso der Anklage schuldig waren wie die Ehebrecherin. Als der Herr mit der Frau allein war, fragte Er sie, wo ihre Ankläger seien und ob sie von niemandem verurteilt wurde. Sie antwortete, dass niemand sie verurteilt hatte. Die Erwiderung des Herrn lautete: „So verurteile ich dich auch nicht. Geh hin und sündige nicht mehr!“ (Joh. 8,11). Bemerkenswert ist, dass der Herr nicht gesagt hatte, dass Er dieser Frau die Sünden vergeben würde. Die Aussage des Herrn erinnert an den Kranken am Teich Bethesda, zu dem der Herr auch gesagt hatte, dass er hinfort nicht mehr sündigen solle, damit ihm nicht etwas Schlimmeres zustoße (vgl. Joh. 5,14). Der Kranke am Teich Bethesda und die Ehebrecherin waren selbst schuld an ihren Problemen und an ihrer Bedrängnis. Der Herr war nicht in die Welt gekommen, um die Menschen zu richten und zu verurteilen, sondern um sie zu retten (vgl. Joh. 3,17). Er bot den Menschen eine Gnadenzeit an, genau wie vor der Sintflut. Der Herr gab Noah den Auftrag, die Arche zu bauen. Während dem Bau dieser Arche hatten die Menschen 120 Jahre Zeit, um Buße zu tun. Ihre Gnadenzeit währte 120 Jahre lang (vgl. 1. Mo. 6,3). Nach diesen 120 Jahren war die Gnadenzeit vorüber. Als Noah und die Seinen die Arche betraten und der Herr die Tür hinter ihnen verschloss, gab es für die Menschen keine Möglichkeit mehr, Buße zu tun. Diese Menschen sind nicht sofort gestorben, als die ersten Regentropfen gefallen sind. Sie sind nicht tot umgefallen, als Gott die Arche verschlossen hat, aber sie hatten keine Chance mehr, zu überleben. GOTTES Gnadenzeiten haben ein Ende. Sicherlich haben die meisten dieser Menschen erkannt, dass sie einen Fehler gemacht haben und Noah recht gehabt hat. Als die Fluten des Himmels sich über sie ergossen, muss ihnen klar gewesen sein, dass sie hätten Buße tun müssen, aber sie konnten keine Buße mehr tun. Es war zu spät. Die Arche war bereits verschlossen. Viele Menschen glauben, dass sie bis ins hohe Alter ein gottloses Leben führen können, um sich dann kurz vor dem Tod zu bekehren. Diese Rechnung wird sicherlich nicht aufgehen. Wir kennen die Dauer der Gnadenzeit nicht. GOTT gibt Menschen nicht unendlich viele Möglichkeiten, sich zu Ihm zu bekehren. Es gibt ein Zu-Spät. Die Frau hatte den Herrn nicht um Vergebung ihrer Sünden gebeten. Wir lesen nichts davon, dass sie Buße getan hat. Wenn sie genauso weitergelebt hat, wie bis zu diesem Zeitpunkt, dann wurde sie letztendlich vom Herrn verurteilt und wird gerichtet. Wenn sie Buße getan hat und von ihren sündigen Wegen zum Herrn umgekehrt ist, werden wir sie im Himmel sehen.