
Während Jerusalem ihre Erweckung als Braut Christi verpasste, kamen einige Griechen auf Philippus zu, weil sie den Herrn sehen wollten. Diese Griechen waren als Proselyten zu dem Fest gekommen, um in Jerusalem den lebendigen GOTT anzubeten. Sie waren vom griechischen Heidentum zum Judentum konvertiert. GOTTES Haus sollte ein Bethaus für alle Völker sein (vgl. Mk. 11,17). Traurigerweise waren es gerade die Völker und nicht das Volk GOTTES, das wirklich GOTT anbeten und den Herrn sehen wollte. Philippus brachte das Anliegen der Griechen vor Andreas und Andreas und Philippus sagten es wiederum dem Herrn selbst. Philippus und Andreas waren Menschen, die andere immer wieder zum Herrn brachten. Philippus brachte Nathanael zum Herrn. Andreas brachte seinen Bruder Petrus zu Christus. Andreas war im Gegensatz zu seinem Bruder offen für die Bekehrung der Heidenvölker. Petrus musste in Apostelgeschichte 10 erst eine Lektion in der Schule GOTTES lernen, bevor er den Heiden das Evangelium verkündigte. Andreas und Philippus hatten diese Lektion schon jetzt verstanden. Der Herr benutzte die Gelegenheit, um Seinen Jüngern und der Menschenmenge die Kosten wahrer Jüngerschaft klarzumachen. Die Griechen wollten Jesus sehen. Ob sie auch den Christus sehen und Ihm nachfolgen wollten, wissen wir nicht. Wir finden im Wort GOTTES immer wieder Menschen, die Sehnsucht danach hatten, GOTT zu sehen. Im Psalm 27 zeigt sich, warum David ein Mann nach dem Herzen GOTTES war, aber Salomo nicht. Als Salomo einen Wunsch von GOTT frei hatte, wünschte er sich Weisheit, damit er das Volk GOTTES anführen und gerechte Urteile fällen konnte (vgl. 1. Kön. 3,9). David wünschte sich, sein Leben lang im Hause GOTTES bleiben zu dürfen, um die Lieblichkeit des HERRN zu schauen und Ihn zu suchen in Seinem Tempel. Salomo wünschte sich Weisheit. David wünschte sich eine enge Beziehung zu GOTT. Salomos Wunsch wurde von GOTT geehrt und belohnt. Es war ein guter Wunsch, aber es war nicht der beste Wunsch. David hatte sich das Beste gewünscht. Von Salomo lesen wir, dass sein Herz nicht ungeteilt bei GOTT war wie das Herz seines Vaters David und dass er dem Herrn nicht ganz nachfolgte wie sein Vater David (vgl. 1. Kön. 11,4-6). David folgte GOTT mit einem ungeteilten Herzen nach. David liebte GOTT. Er wünschte sich nur eine Sache, dass er die Lieblichkeit des Herrn schauen darf. David wünschte sich nicht, dass er die Liebe GOTTES schauen darf, sondern die Lieblichkeit GOTTES. Das ist kein abstrakter, theologischer Ausdruck, sondern ein sehr persönlicher. Als Mose sich wünschte, die Herrlichkeit GOTTES zu sehen, antwortete GOTT ihm, dass kein Mensch das Angesicht GOTTES sehen könne. Mose konnte das Angesicht GOTTES nicht sehen, weil er sonst gestorben wäre (vgl. 2. Mo. 33,17-20 + 34,5-7). Es ist bemerkenswert, dass GOTT sagte, dass Mose GOTTES Herrlichkeit und Sein Angesicht nicht sehen dürfe, dass Mose aber alle Güte GOTTES und wirklich alle Güte GOTTES sehen dürfe. GOTT hat in Seiner Beschreibung über Sich selbst den Schwerpunkt auf Seine Güte, Seine Gnade und Seine Barmherzigkeit gelegt. GOTT hatte zu Mose gesagt, dass Er langsam zum Zorn sei und Schuld, Übertretung und Sünde vergebe, auch wenn Er sie nicht ungestraft lasse und bis in die dritte und vierte Generation heimsuche. Sünde hat Folgen. Wenn Menschen Lügner sind, werden die Kinder dieser Menschen wie bei Abraham Isaak, Jakob und den Söhnen Jakobs das Lügen von ihren Eltern lernen und selbst zu Lügnern werden. Das waren vier Generationen von Lügnern. GOTT hatte Mose Seine Heiligkeit nur ansatzweise offenbart. Seine Gnade und Güte hat Er in vollem Umfang offenbart. GOTT konnte Mose nicht Seine volle Heiligkeit zeigen, so wie Er Seine volle Güte gezeigt hat, weil Mose sonst gestorben wäre. Wenn GOTT uns Seine Heiligkeit in vollem Umfang offenbaren würde, würde keiner von uns sagen, was für ein lieblicher und freundlicher GOTT Er ist. Dann würden wir alle GOTT nur noch als verzehrendes Feuer wahrnehmen, wie das Volk Israel am Sinai (vgl. 2. Mo. 24,17). Wir alle können GOTT nur als lieblichen und freundlichen GOTT erleben, weil Er uns in Gnade und Güte begegnet. In den Augen Davids war GOTT ein lieblicher und freundlicher GOTT. David hatte in seinem Leben viel Leid und viel Ungerechtigkeit erfahren. Trotzdem glaubte er, dass GOTT ein lieblicher und freundlicher GOTT ist. David kannte GOTT als einen lieblichen und freundlichen GOTT, weil er das Angesicht GOTTES suchte (vgl. Ps. 27,8). Hätte er das Angesicht GOTTES nicht gesucht, dann hätte er GOTT auch nicht als lieblichen und freundlichen GOTT gekannt. Wenn wir das Angesicht Gottes so suchen wie Mose und David, begegnet Er uns in Seiner Güte und Gnade. David hat das Angesicht GOTTES gesucht, als ihm alles weggenommen wurde, was er hatte und sein Leben auf dem Spiel stand. Er wusste, dass er eigentlich nicht würdig war, sich GOTT zu nahen, nachdem er so viele korrupte und gottlose Entscheidungen getroffen hatte. GOTT hatte jegliches Recht, zornig auf David zu sein und Sein Angesicht vor David zu verbergen, aber David vertraute darauf, dass er Vergebung von GOTT erhalten würde, wenn er zu GOTT kommt. David hatte über seiner Heuchelei Buße getan.
Es gibt Menschen, die behaupten, dass man nicht täglich GOTTES Wort lesen und beten müsste. Manche davon sind sogar so dreist und unverschämt, zu denken, dass jeder, der täglich in GOTTES Wort liest und betet, ein Pharisäer sei, der sich nur an Traditionen hält und gesetzlich ist. Der Sauerteig der Pharisäer ist die Heuchelei (vgl. Lk. 12,1). Der Sauerteig der Pharisäer ist nicht die Selbstgerechtigkeit oder die Gesetzlichkeit, sondern die Heuchelei. Die meisten Menschen in sogenannten frommen Kreisen legen entweder den Schwerpunkt auf die Wahrheit, die Gerechtigkeit und die Heiligkeit GOTTES oder auf die Gnade, die Barmherzigkeit und die Güte GOTTES. Kein Mensch ist voller Gnade und Wahrheit wie unser Herr Jesus (vgl. Joh. 1,14). Wir sind entweder eher der Gnade oder eher der Wahrheit zugeneigt. Sowohl die Gnade als auch die Wahrheit GOTTES sind gut. GOTTES Heiligkeit und Gerechtigkeit sind gut und GOTTES Güte und Barmherzigkeit sind gut. Die Pharisäer allerdings waren so falsch, dass sie weder auf der Seite der Wahrheit noch auf der Seite der Gnade vom Pferd gefallen sind. Sie waren keine heiligen, gerechten und wahrhaftigen Menschen und sie waren auch keinen gütigen, barmherzigen und gnädigen Menschen. Weder die Wahrheit noch die Gnade spielten eine Rolle in ihrem Leben und Denken. Sie überbetonten die Gerechtigkeit und die Heiligkeit GOTTES nicht, sondern verwarfen sie gänzlich. Die Pharisäer haben nicht versucht, die Gebote GOTTES zu halten, sondern sie haben sich Menschengebote gemacht, die sie dann aber nur anderen auferlegt und selbst mit keinem Finger angerührt haben. „Alles nun, was sie euch sagen, dass ihr tun sollt, das haltet und tut; aber nach ihren Werken tut nicht, denn sie sagen es wohl, tun es aber nicht“ (Mt. 23,2). Die Pharisäer haben das Eine geredet und etwas anderes gelebt. Sie haben GOTTES Wort durch ihr eigenes Wort ersetzt und ihre Gebote zu den Geboten GOTTES erklärt. Diese Heuchler haben behauptet, dass die Lüge die Wahrheit sei und dass die Wahrheit die Lüge sei. Sie behaupteten, dass der Herr Jesus ein Verführer sei, obwohl sie selbst Verführer waren. Die Pharisäer stellten den Herrn als ein Werkzeug des Teufels dar, obwohl sie selbst die Diener und Werkzeuge Satans waren. Sie waren getünchte Gräber. Sie wollten nicht GOTT beeindrucken, sondern Menschen. Sie haben den Kümmel und den Anis verzehntet und die Häuser der Witwen gefressen (vgl. Mt. 23). Ein selbstgerechter und gesetzlicher Mensch hätte die Häuser der Witwen nicht gefressen, sondern ihnen geholfen, weil er ja GOTT beeindrucken möchte. Ein Heuchler will Menschen beeindrucken. Ein Selbstgerechter will GOTT beeindrucken. Die Pharisäer waren Lügner und Menschenmörder, sie haben andere aus ihren Synagogen hinausgeekelt und sie sozial getötet. Die Begriffe „Gesetzlichkeit“ oder „gesetzlich“ kommen in der Bibel nirgends vor, genauso wenig wie der Begriff Selbstgerechtigkeit, weshalb wir wirklich vorsichtig sein sollten mit derart aussagekräftigen Begriffen, die in der Bibel weder verwendet noch definiert werden. Der Begriff Gesetzlichkeit wird in der Christenheit ganz unterschiedlich benutzt. Wir vertauschen oft die Begriffe Gesetzlichkeit und Selbstgerechtigkeit. Wir bezeichnen oft Menschen als gesetzlich, die gar nicht gesetzlich sind. Gesetzlichkeit ist das Streben, durch das Halten des mosaischen Gesetzes gerecht werden und ewiges Leben erlangen zu wollen. Selbstgerechtigkeit ist das Streben, durch das Tun von guten Werken gerecht werden und ewiges Leben erlangen zu wollen. Das ist feiner aber wichtiger Unterschied. Gesetzlichkeit ist Selbstgerechtigkeit, aber Selbstgerechtigkeit muss nicht zwingend Gesetzlichkeit sein. Gesetzlichkeit ist eine spezielle Form der Selbstgerechtigkeit oder Werksgerechtigkeit. Moslems, Hindus und Buddhisten versuchen, durch gute Werke die Gunst ihres GOTTES oder das Nirvana zu erreichen. Das ist Selbstgerechtigkeit. Sie sind aber nicht gesetzlich, weil die Werke, die sie praktizieren, nichts mit dem mosaischen Gesetz zu tun haben. Gesetzlichkeit ist immer auf das mosaische Gesetz bezogen. Heutzutage gibt es so gut wie keine gesetzlichen Menschen mehr. Den Begriff „gesetzlich“ können wir aus unserem Vokabular streichen, wenn wir über andere Menschen reden, weil wir ihn ausnahmslos und immer völlig falsch verwenden. Ich persönlich kenne gar keinen gesetzlichen Menschen. Ich kenne niemanden, der behauptet, dass man das mosaische Gesetz halten müsse, um errettet zu werden. Ich kenne aber viele, die den Begriff Gesetzlichkeit missbrauchen und seiner ursprünglichen Bedeutung berauben, um andere zu verleumden und schlecht zu machen. Es gibt viele, die einen gottesfürchtigen Lebenswandel als gesetzlich bezeichnen, weil sie selbst gottlose Heuchler sind. GOTTES Wort und GOTTES Geboten zu gehorchen, ist nicht gesetzlich, sondern christlich. Christus hatte GOTT gehorcht und alles getan, was der Vater Ihm geboten hatte. Täglich GOTTES Wort zu lesen und zu beten, ist christusähnlich nicht gesetzlich. Zur Zeit der ersten Gemeinde war das ein weit verbreitetes Problem, weil die Pharisäer Irrlehren in die Gemeinden getragen haben. Die messianischen Juden damals hatten ein Problem mit Gesetzlichkeit, wie beispielsweise die Galater. Heutzutage hat die Gemeinde GOTTES in der Postmoderne viel mehr das Gegenteil als Problem. Die christlich geschmückten Aussagen der Postmoderne lauten ungefähr wie folgt:
„Du kannst alles machen, was du willst, aber nicht alles dient zum Guten. Du kannst leben, wie du willst. Es gibt keine absolute Wahrheit. Es gibt keine absoluten Werte und Normen. Sünde ist nicht mehr fatal und böse, sondern nur noch eine Möglichkeit die Gnade GOTTES in Anspruch zu nehmen. Und GOTT hat der neutestamentlichen Gemeinde keine Gebote gegeben, an die sie sich zu halten hat, sondern nur Prinzipien, an denen wir uns orientieren sollen und wenn wir von diesen Prinzipien abweichen, ist das nicht so schlimm. Die Ordnungen GOTTES für die Gemeinde und die Familie sind veraltet und galten nur für die damalige Kultur. Ein Kind GOTTES muss GOTT nicht gehorchen, es muss nur glauben. GOTT ist nur noch unser Vater, aber nicht mehr unser Schöpfer, nicht mehr unser König und nicht mehr unser Herr. Wir haben zu GOTT nur noch eine Vater-Kind-Beziehung, keine Schöpfer-Geschöpf-Beziehung, keine König-Knecht-Beziehung und keine Herr-Diener-Beziehung.“
Das sind die Probleme der Gemeinde in der Postmoderne und in der westlichen Welt. Das Problem, das die Gemeinde heutzutage hat, sind nicht Traditionen. Das Problem der Gemeinde sind Menschen, die keine innige Beziehung zu GOTT haben, sich aber viel in Gemeinden engagieren, um von Menschen gesehen und geehrt zu werden. Ohne Heiligung können wir den Herrn nicht sehen (vgl. Heb. 12,14). Menschen, die Sünde in ihrem Leben dulden, können GOTT nicht schauen und keine Beziehung zu Ihm haben. Wenn wir in Sünde leben, wird GOTT für uns ganz sicher kein lieblicher und freundlicher GOTT sein. GOTT begegnet nur den Menschen gnädig, die bußfertig zu Ihm kommen und demütig Sein Angesicht suchen. Heuchler können keine Gemeinschaft mit GOTT haben. In den eineinhalb Jahren, die David bei den Philistern verbracht hatte, hat er ein Leben der Heuchelei gelebt. In dieser Zeit war seine Beziehung zu GOTT kaputt. In 1. Samuel 27,1 lesen wir, dass David ausschließlich in seinem Herzen entschied, dass es das Sinnvollste sei, sich bei den Philistern vor Saul zu verstecken. Er fragte nicht nach GOTTES Willen bezüglich dieses Vorhabens. Während dieser Zeit bei den Philistern lesen wir nichts davon, dass David je das Angesicht GOTTES gesucht hätte. Erst als GOTT sehr große Schwierigkeiten über David hereinbrechen ließ, suchte David wieder das Angesicht GOTTES und kehrte zurück in die Gemeinschaft mit GOTT. Wenn wir nicht täglich GOTTES Wort lesen und beten, dann ist unsere Beziehung zu GOTT nicht echt, dann sind wir arrogante und stolze Heuchler, dann sind wir Pharisäer. Demütige Menschen leben täglich in der Abhängigkeit von GOTT. David hatte sich monatelang von GOTT abgewendet und die Gemeinschaft mit GOTT nicht gepflegt, aber er ist umgekehrt und hat Buße getan. Davids Beziehung zu GOTT war echt, sie war nicht geheuchelt. Wenn wir nicht täglich GOTTES Wort lesen und beten, dann kennen wir GOTT nicht und werden Ihn auch nie kennen lernen. Absolut alles, was wir aus der Bibel wissen, bezeugt, dass es für ein Kind GOTTES erforderlich, wichtig, essentiell und überlebensnotwendig ist, täglich die Gemeinschaft mit GOTT zu suchen. Unser Herr Jesus hat täglich und allezeit die Beziehung zu Seinem Vater gepflegt. Daniel hat dreimal täglich zu GOTT gebetet (vgl. Dan. 6,11). In Psalm 1 lesen wir, dass der Psalmschreiber nicht nur täglich über GOTTES Wort nachgesinnt hat, sondern Tag und Nacht, sprich in jeder freien Minute, die er zur Verfügung hatte. Der Herr Jesus hat Tag und Nacht im Gebet verbracht. Der schönste und deutlichste Ausdruck der Beziehung unseres Herrn zum Vater zeigt sich in Seinem Ausruf am Kreuz: „Mein GOTT, mein GOTT, warum hast du mich verlassen?“ In dieser Frage „Warum hast du mich verlassen?“ steckt so viel Schmerz, so viel Sehnsucht und so viel Verzweiflung, dass uns sehr deutlich wird, wie schwer es für den Herrn war, vom Vater getrennt zu sein. Das Schlimmste an der Kreuzigung war für den Herrn die Verlassenheit vom Vater. Es gab nichts, was sich der Herr mehr wünschte, als die Gemeinschaft mit dem Vater. Der Herr kannte den Grund, warum der Vater Ihn verlassen hatte. Er fragte nicht, weil Er es nicht wusste. Es war für Ihn keine negative Überraschung, dass Er vom Vater verlassen wurde. Es war auch keine rhetorische Frage, die nicht wirklich ernst gemeint war, auch wenn der Herr wusste, dass seine Frage nicht beantwortet werden würde, weil der Vater Ihn verlassen hatte. Es war auch kein Vorwurf an den Vater, dass er Ihn im Stich gelassen hatte. Es war ein Ausruf der Sehnsucht und des Schmerzes, weil Er wegen unserer Sünde vom Vater getrennt war. Tut es uns so weh wie dem Herrn, wenn unsere Beziehung zu GOTT nicht in Ordnung ist? Schmerzt es uns so sehr wie den Herrn, wenn Sünde zwischen uns und GOTT steht und unsere Beziehung zu GOTT zerstört? Natürlich waren Vater und Sohn immer noch eine Einheit, aber der Vater musste Ihn wegen unserer Sünde am Kreuz verlassen. Tut es uns weh, wenn wir den Heiligen Geist betrüben? Wir alle sündigen. David hatte gesündigt. Wir alle betrüben den Heiligen Geist. Wir alle müssen an unserer Beziehung zu GOTT arbeiten. Aber wünschen wir uns überhaupt eine enge Beziehung zu GOTT? Lieben wir GOTT noch? David liebte GOTT und er wünschte sich eine enge und vertrauliche Beziehung zu GOTT. David war umgekehrt zum Herrn und hatte wieder das Angesicht GOTTES gesucht. David war ein Mann nach dem Herzen GOTTES, weil er die Gemeinschaft mit GOTT so sehr liebte. David suchte GOTT, weil er GOTT liebte. Er wandelte mit GOTT. David hatte Sehnsucht nach GOTT. Seine Beziehung zu GOTT war für ihn ein Genuss. Davids Beziehung zu GOTT war von Vertrauen, Gehorsam, Liebe, Nähe und Sehnsucht nach GOTT gekennzeichnet. Wenn wir als Kinder GOTTES Recht tun, Liebe üben und demütig wandeln mit unserem GOTT, können auch wir Männer und Frauen nach dem Herzen GOTTES sein (vgl. Micha 6,8). David wollte GOTT genauso sehen wie Mose und die Griechen, die zu Philippus kamen und GOTT begegnete jedem einzelnen von ihnen. Christus zu sehen, heißt aber nicht, dass wir Ihn in Seiner himmlischen Herrlichkeit sehen. Christus zu sehen, heißt, Ihn als den Gekreuzigten zu sehen. Die Stunde, in der der Sohn des Menschen verherrlicht werden sollte, war gekommen. Die Verherrlichung Christi bestand in Seiner selbstlosen Aufopferung am Kreuz, die mit Seiner letztendlich siegreichen Auferstehung endete. Das Weizenkorn musste in die Erde fallen und sterben, um Frucht zu bringen. Hätte Christus sich nicht geopfert, hätte es keine Hoffnung für uns geben können. Unser Herr war das erste Weizenkorn, das in die Erde gefallen und gestorben ist, um Frucht zu bringen. So wie unser Herr sich selbst verleugnete und Knechtsgestalt annahm, müssen auch wir unser seelisches Eigenleben verleugnen und GOTT dienen (vgl. Phl. 2,7). GOTT zu dienen setzt voraus, dass wir Ihm nachfolgen. Wir können GOTT nicht dienen, wenn wir Ihm nicht treu nachfolgen und im Glaubensgehorsam leben. Wenn wir an unserem seelischen Eigenleben festhalten und nicht bereit sind, unsere Unabhängigkeit von GOTT zu hassen und zu verschmähen, können wir das Leben in Christus nicht leben. Wir bewahren dieses von GOTT gegebene Leben des Sohnes GOTTES in uns, wenn wir unser altes Leben hinter uns lassen und uns GOTT ganz hingeben. Christus muss in uns Leben, wenn wir unser Leben nicht verlieren, sondern bewahren wollen. Ein Kind GOTTES ist mit Christus gekreuzigt und lebt nicht mehr selbst, sondern Christus lebt in ihm. Das Bild, das der Herr immer wieder für die Nachfolge verwendet ist aber nicht das Mit-Gekreuzigt-Sein, sondern das Kreuz-Tragen (vgl. Lk. 14,27). Mit gekreuzigt zu sein, bedeutet, dass wir eine Wiedergeburt erlebt haben. Unser alter Mensch und unser Fleisch sind mitgekreuzigt, wenn wir Christus angehören (vgl. Röm. 6,6 + Gal. 5,24). Durch das Kreuz Christi ist uns die Welt gekreuzigt und wir der Welt (vgl. Gal. 6,14). Bevor wir nicht durch die Wiedergeburt der Sünde, der Welt und unserem alten Menschen gestorben sind, sind wir keine Jünger des Herrn. Wenn der Herr von Nachfolge spricht, beschreibt Er aber Menschen, die bereits wiedergeboren sind. Sein Kreuz zu tragen, ist eine Zeichen für den Tod. Wer ein Kreuz trägt, lebt nur noch dafür, dieses Kreuz zu tragen. Das bisherige Leben eines Kreuzträgers ist vorbei. Für ihn gibt es auf dieser Erde nur noch den Weg des Kreuztragens und wenn dieser Weg des Kreuzes zu Ende ist, ist auch sein Leben hier auf dieser Erde zu Ende. Nur zum Tode Verurteilte mussten ein Kreuz tragen. Kreuzträger hatten keine Perspektive auf ein langes und erfülltes Leben mehr, weil ihr bisheriges Leben vorbei war. Ein Kreuz zu tragen, beansprucht uns völlig. Wer ein Kreuz trägt, kann nicht nebenher noch andere Sachen machen. Ein Kreuz zu tragen, ist schwer und ungemütlich. Wer damals ein Kreuz getragen hat, wurde von Menschen verachtet. Kreuzträger wurden nicht bejubelt, sondern beschimpft. Ein Kreuz zu tragen, bedeutet Schmerzen und Leid. Ein Kind GOTTES ist schon dem alten Menschen, der Welt und der Sünde gestorben und wurde bereits mit dem Herrn mitgekreuzigt. Jetzt sagt der Herr aber, dass wir dieses Kreuz als Zeichen des Todes und der Aufopferung in unserem neuen Leben der Nachfolge tragen sollen. Das Mit-Gekreuzigt-Sein ist das Ende des alten Lebens. Das Kreuz-Tragen ist das Kennzeichen und Merkmal des neuen Lebens. Was wir ab dem Zeitpunkt unserer Wiedergeburt im Fleisch leben, leben wir im Glauben an den Sohn GOTTES, der der uns geliebt und sich selbst für uns hingegeben hat (vgl. Gal. 2,20). Wenn wir unsere Unabhängigkeit von GOTT, unseren Eigenwillen, unser Fleisch und unsere eigenen Pläne lieben, dann sind wir unbrauchbar für GOTT. Das Kreuz als Zeichen des Todes und des Leidens dient unseren Mit-Menschen zum Zeugnis. Wenn wir bereit sind, für etwas zu leiden, für das wir als Nicht-Christen nicht leiden müssten, dann verkündigen wir unseren Mit-Menschen dadurch ein authentisches und ernsthaftes Evangelium. Wir haben als Kinder GOTTES kein Recht auf ein seelisches Eigenleben. Wir müssen uns GOTT ganz hingeben. Erst wenn wir alles unserem Herrn weihen und keinen Bereich unseres Lebens vor GOTT verstecken wollen, können wir vom Geist GOTTES voll und ganz erfüllt werden. GOTT zwingt uns nicht zur Hingabe, aber Er weist uns immer wieder auf unsere geliebte Unabhängigkeit hin und deckt sie auf. Wir müssen sterben, um zu leben. Wir müssen zerbrochen werden, um neu geformt und neu gestaltet werden zu können. Wir müssen gehorsame, gefügige und hingegeben Werkzeuge in der Hand des Meisters sein, damit Er durch uns und in uns Frucht bewirken kann. Wir müssen erst Jünger und Nachfolger Christi sein, damit Er uns zu Dienern machen kann. Der Diener entscheidet nicht selbst, wo, wann und wie er dient, sondern er folgt den Befehlen seines Herrn. Wir sind dazu berufen, Christus zu dienen und für Seine Interessen zu existieren, d. h. wir müssen dort sein, wo Er ist, das tun, was Er tut und das wollen, was Er will. Wir können nicht einfach dort hingehen, wo wir meinen, dass wir von Nutzen sein könnten. Die größte Belohnung des Dieners ist die Gegenwart des Herrn. Dort zu sein, wo Christus ist, bringt uns Ruhe, Frieden, Geborgenheit, Sicherheit, ewige Freude und wahres Glück. Der Vater ehrt die Diener Seines Sohnes. Wir müssen nicht, um unsere eigene Ehre besorgt sein, weil Christus unsere Ehre ist und Er sich um uns sorgt. Auch wenn Christus nachzufolgen und Ihm zu dienen, auf dieser Erde Schmach und Schande mit sich bringt, werden wir doch im Himmel unseren Lohn und unsere Ehre von GOTT empfangen.
Psalm 126,5-6: Die mit Tränen säen, werden mit Freuden ernten. Wer weinend hingeht und den Samen zur Aussaat trägt, der kommt gewiss mit Freuden zurück und bringt seine Garben.
Bevor wir die Freuden und die Garben im Himmel ernten können, müssen wir das Weizenkorn, das GOTT uns anvertraut hat, in die Erde fallen und sterben lassen. Das Säen des Samens, das Fallenlassen des Weizenkorns in die Erde ist schmerzhaft und kostet viel. Es kostet viel Glauben, das Weizenkorn, das man heute hat und auf das man sich verlassen kann, an GOTT abzugeben und darauf zu vertrauen, dass dadurch mehr Frucht entsteht. Oft sind es die Tränen, die das Samenkorn benetzen, die zu einer reichen Ernte führen. Es ist nicht einfach, unsere Wünsche, unsere Sehnsüchte, unseren Willen, unsere Begabungen, unsere Zukunft und die Menschen, die wir am meisten lieben, an GOTT abzugeben und darauf zu vertrauen, dass Er Größeres und Schöneres damit vorhat, als wir uns vorstellen können. Es kostet Tränen und Leid, uns GOTT ganz hinzugeben und uns Ihm völlig anzuvertrauen. Wenn wir das, was uns am Liebsten und Wertvollsten ist, an GOTT abgegeben haben, dauert es lange bis wir sehen dürfen, dass GOTT daraus etwas völlig Neues macht. Das Weizenkorn, das in die Erde fällt, muss sterben. Es muss Dürren, Fluten und Stürmen standhalten, bevor daraus neue Frucht entsteht. Hingabe ist nicht einfach. Hingabe kostet uns alles, aber Hingabe führt zu großer Freude.
Wenn wir mit Tränen in den Stürmen unseres Lebens säen, werden wir wie die Jünger in Markus 4 mit Freuden ernten. Die Jünger hatten in dieser Begebenheit in Markus 4 scheinbar jeden Grund, sich Sorgen zu machen. Sie befanden sich in einem Schiff auf einem stürmischen See. Der Sturm, der sie wohl überrascht hatte, war so groß, dass das Schiff sich mit Wasser zu füllen begann. Sie hatten Todesangst und der Herr schlief. Als sie Ihn weckten, stillte Er den Sturm und fragte sie ganz vorwurfsvoll, warum sie so kleingläubig seien. Der Herr hat diese Sturmstillung benutzt, um die theoretische Lehre, die dieser Begebenheit vorangestellt war, im Leben Seiner Jünger zur Anwendung zu bringen. GOTT wollte, dass Seine Lehre in die Praxis umgesetzt wird, weil Glaube ohne Werke tot ist. An Land war es für die Jünger einfach, zu glauben und zu vertrauen und sich keine Sorgen zu machen. Auch ein ruhiger See oder ein kleinerer Sturm hätte die erfahrenen Fischer keinen großen Glauben gekostet. Der Herr hat sie in eine Situation gebracht, in der sich zeigen sollte, ob ihr Glaube echt war und ob sie wirklich gelernt hatten, was Er sie lehren wollte. Im 4-ten Kapitel des Markus-Evangeliums werden uns vier Gleichnisse überliefert. Das Gleichnis vom Sämann, das Gleichnis vom Licht auf dem Leuchter, das Gleichnis vom Wachstum der Saat und das Gleichnis vom Senfkorn. Im Vers 2 heißt es: „Und Er lehrte sie vieles in Gleichnissen und sagte zu ihnen in Seiner Lehre“. Jedes dieser Gleichnisse verbindet ein Hauptgedanke. Es geht immer um eine Wirkung, die das Wort GOTTES in Seinem Reich hat. Der Glaube kommt aus der Predigt und die Predigt kommt aus dem Wort GOTTES. GOTTES Reich wird durch GOTTES Wort gebaut. Im Gleichnis vom Sämann lernen wir, dass das Wort GOTTES bei unterschiedlichen Menschen unterschiedliche Wirkungen hervorbringt. Im Gleichnis vom Leuchter lernen wir, dass das Wort GOTTES oder der Herr, wenn wir es oder Ihn auf einen Leuchter stellen, erhellen, offenbaren und aufdecken. Im Gleichnis vom Wachstum der Saat geht es darum, dass dieses Wort GOTTES einen unsichtbaren Prozess des Wachstums im Herzen von Menschen bewirkt und im Gleichnis vom Senfkorn geht es darum, dass das Reich GOTTES oder das Wort GOTTES klein beginnen und mit der Zeit sehr groß werden. Ich glaube, dass die ersten beiden Gruppen im Gleichnis vom Sämann keine Kinder GOTTES darstellen, die letzten beiden Gruppen aber schon. Das Kennzeichen der ersten und zweiten Gruppe war, dass sie keine Wurzel hatten, sprich Namenschristen waren. Die letzten beiden Gruppen haben beide eine Wurzel in sich. Die dritte Gruppe hatte eine Wurzel, aber keine Frucht und die vierte Gruppe hatte sowohl Wurzel als auch Frucht. Die Gründe für die fehlende Frucht bei der dritten Gruppe waren die Sorgen dieser Weltzeit, der Betrug des Reichtums und die Begierden nach anderen Dingen. Da wir uns mit dem Gedanken, den Samen GOTTES unter Tränen auszusehen, auseinandersetzen möchten, wollen wir uns nur auf die erste Ursache für Unfruchtbarkeit beschränken, die Sorgen dieser Weltzeit. GOTT sagt, dass die Sorgen dieser Weltzeit das Wort GOTTES ersticken, sodass es unfruchtbar wird. Nicht jede Sorge, die wir haben, ist eine Sorge dieser Weltzeit. Wenn wir uns um das Heil von unseren Mitmenschen Sorgen machen, ist das keine Sorge dieser Weltzeit, sondern eine Sorge der Ewigkeit. Es gibt schlaflose und sorgenvolle Nächte ohne guten Grund und es gibt schlaflose und sorgenvolle Nächte aus guten Gründen. Sorgen dieser Weltzeit beziehen sich ausschließlich auf das Leben hier auf dieser Erde. Sorgen dieser Weltzeit sind für ein Kind GOTTES unangebracht. Das größte Problem, das wir hatten, hat der Herr bereits am Kreuz und durch Seine Auferstehung gelöst; alle anderen Probleme sind im Vergleich dazu unbedeutend. Wenn der Herr das Problem der Sünde lösen konnte, dann kann Er jedes Problem lösen. Es gibt kein größeres Problem als das Problem der Sünde. Die Jünger hatten sich in dieser Begebenheit unangebrachte Sorgen gemacht. GOTTES Wort wurde durch die Sorgen der Jünger erstickt. Der Herr hatte zu Seinen Jüngern in Vers 35 gesagt: „Lasst uns hinüberfahren an das jenseitige Ufer!“ Das war eine Verheißung. Die Verheißung, die in diesem Vers versteckt ist, ist zwar nicht als eine Verheißung formuliert, wenn wir aber genau hinschauen, hat der Herr Seinen Jüngern hier verheißen, dass sie das andere Ufer erreichen werden. Wenn GOTT zu uns sagt: „Lasst uns hinüberfahren ans jenseitige Ufer!“, dann können wir uns auch sicher sein, dass wir das jenseitige Ufer erreichen werden. Wenn GOTT zu uns sagt, dass wir mit Ihm ans jenseitige Ufer fahren sollen, dann besteht kein Zweifel darüber, dass wir mit GOTT ans jenseitige Ufer fahren werden. GOTT steht zu Seinem Wort. Trotzdem begannen die Jünger, sich Sorgen zu machen. Sie sahen die Wellen und fürchteten sich. Die Wellen begannen schon das Boot zu füllen, als sie den Herrn aufweckten und Ihm Seine scheinbare Ignoranz vorhielten. Sie fragten Ihn: „Meister kümmert es dich nicht, dass wir umkommen?“ Wie hätten sich die Jünger hier richtig verhalten müssen? Hätten sie sich neben den Herrn legen sollen? Hätten sie einfach selbst zum Sturm sagen sollen, dass er aufhören solle? Dass sie zum Herrn gekommen sind, war richtig. Es heißt ja: „Sorgt euch um nichts, sondern in allem lasst durch Gebet und Flehen mit Danksagung eure Anliegen vor GOTT kundwerden“ (Phl. 4,6). Dass sie sich an den Herrn gewendet hatten, war richtig, aber die Art und Weise, wie sie zu Ihm gekommen waren, war falsch. Sie hätten den Herrn um Hilfe bitten sollen. Sie kamen nicht zum Herrn, weil sie gehofft hatten, dass Er ihnen hätte helfen können. Sie kamen nicht, weil sie geglaubt hatten. Für sie stand bereits fest, dass sie sterben würden. Sie sahen keinen Ausweg und menschlich gesehen hatten sie recht. Sicherlich hatten sie gegen den Sturm gekämpft und ihr Bestes als erfahrene Fischer getan, aber sie hatten den Herrn nicht um Hilfe gebeten. Sie hatten den Herrn bestimmt nicht schlafen lassen, weil sie Ihm Seine wohlverdiente Ruhe gegönnt haben. Es ist sowieso sehr erstaunlich, dass der Herr hier schlafen konnte, ähnlich wie bei Petrus als er im Gefängnis war. Die Jünger meinten, dass sie den Herrn nicht einmal zum Wasserschöpfen gebrauchen konnten. Da Wasser im Boot war, musste das Wasser wieder aus dem Boot hinaus und je mehr Wasser im Boot war, umso mehr Menschen brauchte man, um das Wasser wieder aus dem Boot hinauszubefördern. Die Jünger hielten den Herrn aber nicht einmal für kompetent oder wichtig genug, dass Er ihnen dabei helfen könnte, das Wasser aus dem Boot zu schöpfen, obwohl sie offensichtlich jeden Mann gebraucht hätten. Der Herr stand nicht auf ihrer Liste möglicher Optionen. Sorgen ersticken das Wort GOTTES. Sorgen verhindern das Eingreifen GOTTES in unserem Leben. Sorgen betrüben den Heiligen Geist. Die Jünger hätten zum Herrn kommen müssen und Ihn an Seine Verheißung, dass sie ans jenseitige Ufer fahren sollten, erinnern müssen. Sie hätten Ihm vertrauen müssen, dann hätten sie inneren Frieden gehabt, auch wenn der Sturm nicht sofort aufgehört hätte. Die Frucht des Friedens ist ihnen verwehrt geblieben, weil ihre Sorgen die Verheißung GOTTES erstickt haben. Sie hatten die Gelegenheit, Frucht zu bringen, verpasst. Ihr Herz war nicht komplett verstockt. Es war kein steiniger Boden, aber sie hatten das Unkraut und die Dornen der Sorgen auf dem Boden ihres Herzens wachsen lassen. Die ersten beiden Gruppen in dem Gleichnis vom Sämann hatten keine Wurzel. Sie hatten nichts Belastbares und nichts Echtes und das bisschen an Samen, was sie hatten, wurde ihnen auch noch durch Vögel oder Verdorren genommen. Die dritte Gruppe hatte ihr Licht unter den Scheffel gestellt, bis es irgendwann ausgegangen ist (vgl. Mk. 4,21-25). Dornen und fehlende Frucht werden immer irgendwann sichtbar. Wenn die Sorgen dieser Weltzeit das Wort GOTTES in unserem Leben ersticken, wird das immer sichtbar. Die Wurzel wächst erst im Verborgenen, aber wenn irgendwann keine Frucht vorhanden ist und alles voller Dornen ist, kann man nichts verborgen halten, was nicht offenbar wird. Es gibt nichts, das so heimlich ist, dass es nicht irgendwann durch fehlende Frucht an den Tag kommt. Die Jünger waren nur Hörer, aber keine Täter. Sie konnten ihren Unglauben und ihre Zweifel am Sohn GOTTES nicht verstecken. Dieser Sturm hat offenbart, wie sie wirklich über den Herrn Jesus dachten. Wenn wir nur Ohren haben, die hören, aber keine Hände und Füße, die tun und laufen, dann sind wir Wurzeln, die niemals ihren Zweck der Frucht erfüllen. Wer Sünde verheimlichen will, wird niemals seine Bestimmung erreichen. Das Hören von GOTTES Wort ist einerseits Gnade für uns und andererseits Gericht. Wenn das Gehörte von uns in die Tat umgesetzt wird, dann ist es Gnade gewesen. Wenn das Gehörte von uns nicht in die Tat umgesetzt wird, dann ist es Gericht gewesen. Diejenigen, die GOTTES Wort gehört haben, werden mit einem anderen Maß von GOTT beurteilt, als diejenigen, die GOTTES Wort nicht gehört haben. Hörer empfangen ein strengeres Gericht als Nicht-Hörer. Mindestens das Maß, das wir anderen zumessen, wird auch uns zugemessen werden. Wenn wir nur Hörer, aber keine Täter des Wortes GOTTES sind, dann sollten wir die Taten anderer Menschen lieber nicht beurteilen. Wir dürfen nur das Maß verwenden, für das wir selbst groß genug sind. Wir dürfen niemanden bemessen, der größer ist als wir selbst, weil wir dadurch nur noch kleiner werden. Kinder GOTTES sollen ein Licht auf einem Scheffel sein. Sie sollen kein Leuchtturm sein. Leuchttürme zeigen uns nicht den richtigen Weg. Leuchttürme zeigen uns den falschen Weg. Leuchttürme warnen nur vor Klippen und gefährlichen Felsen. Sie sind nicht wie die Sterne, die uns den richtigen Weg zeigen. Sie zeigen uns nur, wohin wir auf keinen Fall zusteuern sollten. Leuchttürme sind groß und imposant und viele Menschen versuchen, so ein beeindruckender Leuchtturm zu sein. Wenn wir solche Menschen sehen, die beeindruckend und beliebt sein wollen, sollte uns das eine Warnung sein, weil genau das der falsche Weg ist. Die meisten Menschen geben sich nicht damit zufrieden, Häuser zu bauen. Sie wollen Türme bauen, um sich einen Namen zu machen. Sie wollen Türme bauen, die die Häuser anderer Menschen überragen. Bereits beim Turmbau zu Babel wollten Menschen sich durch den Bau eines großen Turms einen Namen machen (vgl. 1. Mo. 11,4). Selbst die Jünger wollten einen Turm bauen, um bekannt zu werden und mächtig zu sein (vgl. Mk. 10,35-45). Sie wollten die Ersten im Reich GOTTES sein. GOTT möchte nicht, dass wir anfangen, unsere eigenen Türme zu bauen, weil wir genauso scheitern werden, wie die Menschen in Lukas 15,28-30. Wenn wir Christus dazu benutzen wollen, unsere eigenen Türme zu bauen, werden wir schändlich scheitern. Die Kosten der Nachfolge sind zu hoch, als dass jemand, der seinen eigenen Turm bauen möchte, es vollenden könnte. Sobald Nachfolge für Turmbauer zu teuer wird, brechen sie den Turmbau ab, weil sie nicht die Mittel zur gänzlichen Ausführung hatten. Menschen wollen gerne Türme bauen. GOTT will, dass wir Seinen Tempel bauen. Menschen wollen gerne ihre Namen auf ihren vergänglichen Türmen vermeintlich verewigen. GOTT will, dass wir Seinen Namen in Seinem ewigen Tempel großmachen. GOTT will, dass wir Seine Gemeinde bauen. Er will, dass wir Tempel des Heiligen Geistes sind, durch die die Herrlichkeit GOTTES sichtbar wird und nicht das künstliche Licht unseres eigenen Turms das reine Licht GOTTES verschmutzt. Die Jünger waren in dem Sturm auf dem See umgeben von anderen kleinen Schiffen. Sie hatten die Möglichkeit für diese kleinen Schiffe, für die der Sturm noch viel gefährlicher war als für ihr großes Schiff, ein Licht zu sein. Kleine Schiffe kentern schneller als große Schiffe. Sie hätten ein Licht auf einem Leuchter in dieser stürmischen Finsternis sein können. Große Stürme gehen immer mit einer Finsternis einher. Es gibt kein Licht in großen Stürmen. Die Sonne verdunkelt sich, der Himmel wird bewölkt und es beginnt zu stürmen und zu regnen. Hätten die Jünger sich in dieser Situation keine Sorgen gemacht, hätten sie den anderen, schwächeren Schiffen Hoffnung geben können. Sie waren das einzige Schiff, das den Herrn hatte. In Vers 36 heißt es, dass die kleinen Schiffe mit „Ihm“ waren. Es heißt nicht, dass die kleinen Schiffe mit „ihnen“ waren, was mehr Sinn ergeben hätte. Die kleinen Schiffe waren mit dem Herrn unterwegs und nicht mit den Jüngern. Der Herr stillte nicht nur den Sturm der Jünger, Er stillte den Sturm für alle Schiffe auf diesem See. Er war das Licht in der Dunkelheit, das für alle geleuchtet hat. Der Herr hätte durch die Jünger scheinen können. Sie hätten ein Zeugnis sein können, aber sie waren kein Zeugnis. Sorgen ersticken unsere Frucht. Sie löschen unser Licht aus, sodass wir nicht mehr scheinen. Bevor wir in der Dunkelheit scheinen können, müssen wir im Dunkeln wachsen. Der Same des Wortes GOTTES keimt in der Dunkelheit (vgl. Mk. 4,26-29). Ein Same muss täglich ums Überleben kämpfen. Es gibt Tage der Trockenheit und der Dürre, sodass der Same fast verdurstet und verdorrt. Dann gibt es Tage, wo Stürme den Samen beinahe überfluten und ertränken. Samen sieht man nicht in der Erde. Sie keimen und gehen auf, ohne dass wir es wissen. GOTTES Wort bringt von selbst Frucht, ohne dass wir es bemerken. Es ist ein Wunder, das man erst bemerkt, wenn der Halm die Erde durchbricht. Bevor man einen vollen Weizen haben kann, muss man erst einen Halm und eine Ähre wachsen lassen. Wenn man den Halm oder die Ähre abschneidet, wird man nie Frucht bekommen. Ein Halm und eine Ähre brauchen Zeit zum Wachsen. Frucht braucht Zeit. Erst wenn die Frucht reif ist, gibt es eine Ernte. Die Jünger waren noch nicht bereit für eine Ernte. Sie hatten ihre Glaubensprobe nicht bestanden. Der Herr hatte sich wie dieser Mann in dem Gleichnis schlafen gelegt und nachdem Er aufgewacht war, hatte der Same im Herzen Seiner Jünger noch kaum gekeimt. Der Herr ist ein Herzenskenner. Er weiß bei jedem Menschen, welche Art von Boden sein Herz darstellt. Wir sind wie der Mann in dem Gleichnis. Wir können einen Samen erst bewerten, wenn wir die Frucht sehen. Viele Samen keimen, kommen aber nie ans Tageslicht, weil sie einer Dürre oder einer Flut nicht standhalten konnten. Sie hatten keine tiefen Wurzeln. Sie wollten schnell ans Licht. Sie wollten Leuchttürme sein und keine Lichter auf einem Leuchter. Die Jünger wollten zu viel zu schnell erreichen. Sie dachten, dass sie diejenigen waren, die den Herrn mitnehmen könnten in ihrem Schiff. Sie meinten, dass sie über den Herrn bestimmen konnten. Die Jünger wollten Christus nicht nachfolgen, sondern Ihn mit in ihr Boot nehmen, um Ihn dahin zu fahren, wohin sie wollten. Anstatt Ihm nachzufolgen, wollten sie Ihn mitnehmen. Sie mussten lernen, dass sie noch sehr klein waren und noch weit davon entfernt waren, Frucht zu bringen. Sie wollten ernten, ohne zu wachsen und zu reifen. Durch den Sturm hat der Same des Wortes GOTTES in ihren Herzen tiefe Wurzeln geschlagen. Sie fragten sich, wer der Herr Jesus sei, dass sogar der Wind und der See Ihm gehorchten. Menschen können viele Dinge. Ärzte können Kranke heilen. Aber kein Mensch kann Naturgewalten beherrschen. Wir können sie teilweise verursachen, aber wir können sie nicht kontrollieren. Der Herr konnte nicht nur Kranke heilen, Er konnte auch über die Natur herrschen. Die Sturmstillung hatte einen großen Eindruck auf die Jünger gemacht. Sie gerieten in große Furcht vor dem Herrn. GOTTES Wort hatte in ihren Herzen zu keimen begonnen. Sie lernten mehr und mehr, dass sie sich keine Sorgen machen mussten, sondern sich auf den Herrn verlassen konnten. Ihre Furcht vor dem Sturm verwandelte sich in Furcht vor dem Herrn. Ihre Sorgen verwandelten sich in Staunen. Der Sturm wurde zur Stille. GOTT ist barmherzig, wenn wir zu Ihm kommen. Er vergibt uns die Sünde der Sorge und schenkt uns inneren Frieden. GOTTES Reich beginnt ganz klein (vgl. Mk. 4,30-34). Es beginnt bei dem Samen des Wortes GOTTES, das auf den Herzensboden eines Menschen gesät wird. Der Einfluss des Wortes GOTTES auf unser Leben beginnt ganz klein. Erst hören wir es, dann lesen wir es, dann studieren wir es und irgendwann, bestimmt es unser Denken und Handeln. GOTTES Reich wird durch GOTTES Wort gebaut. Die Jünger waren noch nicht so weit, dass Vögel unter ihrem Schatten und unter ihrer Obhut nisten konnten. Die kleinen Boote fanden keinen Schutz und keinen Zuspruch bei den Jüngern. Aber es kam die Zeit, dass die Jünger zu Aposteln und zu Säulen der Gemeinde wurden. Als Petrus im Gefängnis war, hat er in der Nacht vor seiner geplanten Hinrichtung so seelenruhig geschlafen, dass er von dem Engel gehauen werden musste, damit er aufwacht (vgl. Apg. 12,7). Er hatte sich keine Sorgen mehr gemacht. Der Friede GOTTES, der allen Verstand übersteigt, hat sein Herz und seine Gedanken bewahrt in Christus Jesus (vgl. Phl. 4,7). Petrus hatte nicht gehofft, dass GOTT Ihn befreien würde. Er dachte, dass er träume oder ein Gesicht sehe, als der Engel ihn aus dem Gefängnis führte. Er war sich sicher, dass schlimme und schreckliche Dinge ihn erwarteten. Trotzdem hat er sich keine Sorgen gemacht. Sich keine Sorgen zu machen, heißt nicht sich falsche Hoffnungen zu machen. Sich keine Sorgen zu machen, heißt GOTT zu vertrauen, ganz egal ob GOTT den Sturm stillt oder nicht. Die Jünger hatten alle diese Sturmstillung erlebt. Sie hatten aber auch alle bis auf Johannes den Sturm ihres Martyriums ertragen müssen. Sorgen verursachen innere Stürme. Wir haben nicht die Verheißung, dass GOTT jeden äußeren Sturm stillen wird, aber wir haben die Verheißung, dass GOTT jeden inneren Sturm stillen wird. Im Himmel wird es keine Stürme mehr geben, weder innere noch äußere. Die Stürme von Christen sind niemals hoffnungslos, weil jeder Sturm, ganz egal wie groß und furchteinflößend er ist, spätestens im Himmel gestillt wird. Stürme des Lebens sind immer Zeiten der Tränen und der Trauer. Stürme gehören zur Nachfolge dazu. Wir dürfen in diesen stürmischen Zeiten darauf vertrauen, dass es sich lohnt, Christus nachzufolgen, weil eine tränenvolle Aussaat immer zu ewiger Freude führt. Auch der Herr hatte unter Tränen seine Saat ausgesät. Seine Seele war erschüttert. Er wollte, dass der Vater Ihm aus dieser Stunde hilft. Doch Er war genau wegen dieser Stunde gekommen, um den Vater zu verherrlichen. Der Sohn betete darum, dass der Vater Seinen eigenen Namen verherrlichen möge, woraufhin der Vater dem Sohn persönlich antwortete. „Ich habe ihn verherrlicht und ich werde ihn wiederum verherrlichen!“ (Joh. 12,28). Wie gewaltig, dass GOTT der Vater hier persönlich und für alle Anwesenden hörbar mit dem Sohn geredet hat. Die Menschen die die Stimme des Vaters hörten meinten, dass es gedonnert habe oder dass ein Engel mit Ihm geredet habe. Christus konnte sich nicht nur auf Seine messianischen Wunder als eindeutige Zeichen für Seine Gottessohnschaft berufen. Er konnte sich auch auf die persönliche Stimme und Bestätigung durch den Vater berufen. Der Vater hatte den Sohn nicht bestätigt, um Ihn zu ermutigen, sondern um Ihn vor den Menschen als Sohn GOTTES zu verherrlichen. Die Stimme war nicht um Christi willen geschehen, sondern wegen der Menschen, die um in waren. Es war eine direkte Offenbarung durch GOTT den Vater, die den Sohn ehrte und verherrlichte.