Die Frucht der Reben (Joh. 15,12-17)

Den Wunsch des Herrn, dass Seine Worte bewirken, dass Seine Freude in uns bleibt und unsere Freude völlig werde, finden wir im 1. Johannesbrief wieder (vgl. 1. Joh. 1,4). Der 1. Johannesbrief wurde ca. 90 nach Christus von dem Apostel Johannes verfasst. In dem Brief spricht Johannes über verschiedene Themen, mit denen Kinder GOTTES damals und auch heute konfrontiert wurden und werden. Er spricht darüber, dass Kinder GOTTES im Licht wandeln sollen und nicht in der Finsternis. Er spricht über die Notwendigkeit der Bruderliebe unter Christen, er warnt vor der Liebe zur Welt und vor der antichristlichen Verführung. Johannes zeigt auch, welche Kennzeichen ein Kind GOTTES ausmachen und dass ein Kind GOTTES nicht in Sünde leben, sondern nur in Sünde fallen kann. Er macht deutlich, dass ein Kind GOTTES von einer Einstellung der Buße gekennzeichnet ist und nicht von einem harten, unbußfertigen Herzen. Er möchte den Christen auch zeigen, wie man die verschiedenen Geister prüfen kann, um zu unterscheiden zwischen dem Geist der Wahrheit und dem Geist des Irrtums. Er erklärt auch den Zusammenhang zwischen der Liebe zu GOTT und der Liebe zu den Geschwistern im Glauben und ruft auch auf, dem Zeugnis, das GOTT und auch die Apostel von Christus abgelegt haben, zu glauben. Die Frucht der Reben ist die Liebe.

Der Grund oder die Absicht, weshalb der Apostel diesen Brief geschrieben hat, ist der, dass er die Gläubigen in ihrem Glauben festigen und stärken wollte, damit sie wissen, dass sie ewiges Leben haben und sich darüber freuen.

1. Joh. 5,13: Dies habe ich euch geschrieben, die ihr glaubt an den Namen des Sohnes Gottes, damit ihr wisst, dass ihr ewiges Leben habt, und damit ihr [auch weiterhin] an den Namen des Sohnes Gottes glaubt.

 1. Joh. 1,4: Und dies schreiben wir euch, damit eure Freude vollkommen sei.

Johannes schreibt an Kinder GOTTES. Er schreibt an diejenigen, die bereits an den Namen des Sohnes GOTTES glauben, damit diese, die bereits Kinder GOTTES sind, wissen, dass sie ewiges Leben haben und damit sie auch weiterhin an den Namen des Sohnes GOTTES glauben. Johannes ist es wichtig, dass Kinder GOTTES Heilsgewissheit haben. GOTT ist es wichtig, dass Seine Kinder wissen, dass sie errettet und erlöst sind und dass sie sich darüber freuen und ihre Freude vollkommen sei. GOTT spricht im Johannesbrief zuallererst zu Seinen Kindern, damit sie sich ihres Heils gewiss werden und im Glauben gestärkt werden. Wenn wir von einem Kind GOTTES reden, das keine Heilsgewissheit hat, dann reden wir von einem Menschen, der an Christus glaubt, aber noch nicht so richtig fest glaubt. Das ist ein Christ, der einen schwachen und sehr kleinen Glauben hat und immer wieder zweifelt an seiner Errettung. Viele sagen ja, dass wenn man Zweifel hat, dass man ein Kind GOTTES ist, das schon ein erstes Zeichen dafür sei, dass man wirklich ein Kind GOTTES ist. Oft versucht man jemanden, der keine Heilsgewissheit hat, damit zu beruhigen, dass er sich keine Sorgen machen müsse, weil diese Zweifel dafürsprechen, dass er ein Kind GOTTES ist, weil der Teufel ja einem Menschen, der verloren geht, keine Zweifel ins Herz sät. Dieses Vorgehen ist aber nicht biblisch. Wenn jemand keine Heilsgewissheit hat, kann es sein, dass er wirklich kein Heil hat und der Geist GOTTES versucht, ihn zur Buße und zur Umkehr zu leiten. Wir sollten vorsichtig damit sein, Menschen, die keine Heilsgewissheit haben, vorschnell zuzureden, dass sie Kinder GOTTES seien, weil es nun mal sein kann, dass sie wirklich keine Kinder GOTTES sind. Fehlende Heilsgewissheit ist kein Zeichen dafür, dass man Kind GOTTES ist. Fehlende Heilsgewissheit ist Sünde. Unglaube und Zweifel sind Sünde. Die Botschaft GOTTES an Menschen, die sündigen, ob Kinder GOTTES oder nicht, ist immer die gleiche: Glaube an den Herrn Jesus Christus und tue Buße! Menschen, die keine Heilsgewissheit haben, brauchen es nicht, dass man ihnen gut zuredet und ihnen ihr Heil zuspricht. Sie brauchen jemanden, der sie zur Buße leitet. Heilsgewissheit ist kein Gefühl des Errettet-Seins, sondern ein Vertrauen auf GOTTES Verheißungen. Heilsgewissheit heißt nicht, dass wir uns errettet fühlen, sondern dass wir dem vertrauen, was GOTT uns verheißen hat. GOTT hat jedem, der an Seinen Sohn glaubt, ewiges Leben verheißen. Wenn wir GOTT nicht vertrauen, dann ist das Sünde. Ein Kind GOTTES, das keine Heilsgewissheit hat, hat zwar einen schwachen Glauben, es soll aber lernen, im Glauben zu wachsen und das ist das Ziel, das Johannes in seinem Brief verfolgt.

GOTT spricht im 1. Johannesbrief drei Bereiche im Leben eines Christen an, die Kindern GOTTES ihre Heilsgewissheit und ihre Freude rauben; drei Aspekte, die Kindern GOTTES die Freude am Heil und an der Erlösung rauben und schmälern. Der erste Aspekt ist Sünde. Das finden wir hauptsächlich im ersten Kapitel und zieht sich dann auch durch den ganzen Brief hindurch. Der zweite Bereich ist die Liebe zur Welt.

1. Joh. 2,15-17: Habt nicht lieb die Welt, noch was in der Welt ist! Wenn jemand die Welt liebhat, so ist die Liebe des Vaters nicht in ihm. Denn alles, was in der Welt ist, die Fleischeslust, die Augenlust und der Hochmut des Lebens, ist nicht von dem Vater, sondern von der Welt. Und die Welt vergeht und ihre Lust; wer aber den Willen Gottes tut, der bleibt in Ewigkeit.

Und der dritte Bereich sind Irrlehren oder Lügen des Teufels 1. Joh. 2,18ff. Sünde in unserem Leben, Liebe zur Welt und Irrlehren bzw. Lügen des Teufels rauben uns die Freude an der Erlösung. Hier finden wir wieder die altbekannten Feinde eines Kindes GOTTES, die Sünde oder unser Fleisch, der alte Mensch, die sündige Natur, und die Welt und der Teufel. Unser Fleisch, das uns zur Sünde reizt, die Welt, die uns Sünde anbietet und der Teufel, der uns zur Sünde verführen möchte, indem er uns belügt. Johannes spricht über unsere sündige, alte Natur, über die Liebe zur Welt und über die listigen Verführungen des Teufels. Wir wissen auch, dass diese drei Feinde zusammenarbeiten und uns hier auf dieser Erde von GOTT wegziehen und uns schaden möchten. Ein Kind GOTTES, das Sünde in seinem Leben feststellt oder sich zur Welt hingezogen fühlt, fängt oft an zu zweifeln, ob GOTT ihm diese Sünden und diese Irrwege vergeben wird. Ein Kind GOTTES, das falsch belehrt wird und von Irrlehrern verführt wird, kann auch schnell ins zweifeln darüber kommen, ob es tatsächlich errettet ist und ob das, was GOTT in Seinem Wort sagt, auch wirklich wahr ist. Das Fleisch, die Welt und der Teufel arbeiten zusammen, um uns zur Sünde zu verführen und um uns die Heilsgewissheit zu rauben. Wenn wir den Lügen des Teufels mehr glauben als GOTT, dann sind Zweifel etwas ganz Natürliches. Wenn wir den Begierden unseres Fleisches nachgeben, dann nehmen sie uns gefangen und wir verirren uns immer mehr in dieser Welt. Das Fleisch, die Welt und der Teufel wollen unsere Aufmerksamkeit von Christus weglenken, um uns in unserem Glaubensleben zu behindern. GOTT hat aber Lösungen für dieses Problem. GOTT gibt für jeden der drei Feinde ganz praktische Anweisungen, wie wir gegen sie kämpfen und wie wir mit ihnen umgehen sollen.

Sünde/Fleisch

1. Joh. 1,5-2,2 + 3,3-10: In diesen Versen beschreibt GOTT, wie wir als Kinder GOTTES mit Sünde umgehen sollen. Er sagt, dass Er selbst Licht ist und in Ihm gar keine Finsternis ist. GOTT hat nichts mit Sünde zu schaffen. Er ist vollkommen heilig und vollkommen rein. GOTT hasst und verabscheut Sünde und Er erwartet von Seinen Kindern, dass auch sie Sünde hassen und verabscheuen und ein reines und heiliges Leben führen. Wir sollen im Licht wandeln, wie Er im Licht ist. Wir sollen uns reinigen, so wie GOTT rein ist und in Ihm bleiben. GOTT fordert uns dazu auf, Gerechtigkeit zu üben. Ein Kind GOTTES kann nicht mehr sein altes Leben weiterleben. Ein Kind GOTTES kann nicht in Sünde leben, wie wir in Kapitel 3 gelesen haben. Wenn Johannes sagt, dass Kinder GOTTES nicht sündigen, dann meint er damit ein Leben in der Sünde. Kinder GOTTES können nicht in Sünde leben, sie können nur in Sünde fallen, wie wir in Kapitel 1 gelesen haben. Jeder von uns fällt ständig in Sünde, aber als Kind GOTTES ist es unmöglich, in Sünde zu leben. Als Kind GOTTES ist es unmöglich, dass wir sündigen, ohne Buße zu tun. In Sünde leben heißt, sündigen ohne Buße zu tun; sündigen, ohne Reue zu empfinden; ein gottloses Leben zu leben, ohne bereit zu sein, umzukehren. In Sünde leben heißt, beständig zu sündigen und ein Leben der Sünde zu leben und nicht bereit sein, Buße zu tun. Ein Kind GOTTES kann nicht mehr das alte, sündige Leben weiterleben. Ein Mensch, der von GOTT errettet wurde, wird auch von GOTT verändert werden. Ein Kind GOTTES kann sich nicht mehr in der Sünde wohlfühlen, der Geist GOTTES wird das nicht zulassen. Ein Kind GOTTES wird von dem Geist GOTTES verändert und immer wieder zur Buße und zur Sündenerkenntnis geleitet. Kinder GOTTES können in große und schwerwiegende Sünden fallen und sich auch in Sünde verstricken, aber es ist unmöglich, dass ein Kind GOTTES in Sünde lebt. Daran werden die Kinder GOTTES und die Kinder des Teufels offenbar, wer nicht Gerechtigkeit übt, der ist kein Kind GOTTES. Wer ein sündiges, gottloses Leben führt hat Christus weder gesehen noch erkannt. Kinder GOTTES müssen in der Heiligung wachsen und die Werke des Fleisches mehr und mehr ablegen. Christus hat uns durch sein Blut von der Sünde gereinigt. Er hat uns gereinigt, von der Sünde, die wir getan haben und vor den Sünden, die wir in unserem Leben noch tun werden. Jeder von uns fällt in Sünde. Wenn wir sagen, dass wir nicht sündigen, dann lügen wir und verführen uns selbst. Wenn wir sündigen, dann dürfen wir zum Herrn Jesus kommen und um Vergebung bitten und unsere Sünden bekennen. Wir haben einen Fürsprecher bei dem Vater, wenn wir sündigen. Christus hat für unsere Schuld bezahlt und er ist das Sühnopfer für unsere Sünden. GOTT vergibt uns und reinigt uns von aller Ungerechtigkeit, wenn wir unsere Sünden bekennen. Er ist treu und gerecht und rechnet uns die Sünde nicht mehr an, weil Christus bereits für unsere Sünden bezahlt hat. Wenn wir Sünde in unserem Leben erkennen, dann sollen wir sie bekennen. Egal wie groß die Sünde ist, GOTT vergibt uns und reinigt uns. Wir müssen uns keine Sorgen darüber machen, dass GOTT uns nicht vergibt, wenn wir sündigen, weil Er uns verheißen hat, dass er uns vergibt, wenn wir zu Ihm kommen und unsere Sünden bekennen. Das sollte uns dazu motivieren, nicht zu sündigen. GOTT meint es so gut mit uns und hat uns so eine herrliche Erlösung zu Teil werden lassen, dass wir uns nicht mehr zu dem zurückwenden sollten, von dem Er uns erlöst hat. GOTT hat uns von der Sünde gereinigt, wie sollten wir uns dann wieder damit beschmutzen. Er hat uns davon befreit, wie sollten wir uns dann wieder von ihr unterjochen lassen.

1. Joh. 2,3-6: Und daran erkennen wir, dass wir Ihn erkannt haben, wenn wir Seine Gebote halten.

Erkenntnis GOTTES zeigt sich daran, ob ich GOTTES Gebote und Sein Wort halte oder nicht. Wenn ich das Wort GOTTES halte, erkenne ich, dass ich in Ihm bin. Ein Kind GOTTES kann man daran erkennen, ob es sein Leben nach dem Wort GOTTES ausrichtet oder nicht. Wir sind verpflichtet, so zu wandeln, wie der Herr Jesus gewandelt ist. Wenn wir GOTTES Gebote halten, können wir daran erkennen, dass wir Ihn erkannt haben. Wenn wir als Kinder GOTTES GOTT lieben, dann halten wir Sein Wort, dann sind wir gehorsam und nicht rebellisch. Kinder GOTTES halten die Gebote GOTTES.

1. Joh. 3,23-24: Und wer Seine Gebote hält, der bleibt in Ihm und Er in Ihm; und daran erkennen wir, dass Er in uns bleibt: an dem Geist, den Er uns gegeben hat.

GOTTES Gebot ist, dass wir an den Namen des Herrn Jesus glauben sollen und unsere Geschwister im Glauben lieben sollen. GOTT erwartet von Seinen Kindern, dass sie an den Herrn Jesus glauben und an der Lehre der Bibel festhalten. Wir sollen an den Herrn Jesus glauben, der uns in der Bibel beschrieben wird und nicht an einen selbsterdachten Götzen, den die Bibel nicht kennt. Wir sollen auch einander lieben, weil GOTT uns das so geboten hat. Wenn wir GOTTES Gebote halten, dann bleiben wir in GOTT und Er in uns. Wir erkennen aber nicht zu allererst an unserem Leben, ob Er in uns bleibt, sondern an dem Geist, den Er uns gegeben hat. „Der Geist selbst gibt Zeugnis zusammen mit unserem Geist, dass wir Kinder GOTTES sind.“ (Röm. 8,16). Nicht mein Leben ist ausschlaggebend, ob ich ein Kind GOTTES bin oder nicht, sondern ob ich den Geist GOTTES habe oder nicht. Wenn der Geist GOTTES in meinem Leben und Herzen Wohnung genommen hat, dann bin ich ein Kind GOTTES, dann bin ich wiedergeboren. Wenn der Geist GOTTES in uns wohnt, dann sind wir aus der Wahrheit, dann sind wir errettet und dann sind wir Kinder GOTTES.

1. Joh. 3,19-20: Und daran erkennen wir, dass wir aus der Wahrheit sind, und damit werden wir unsere Herzen vor Ihm stillen, dass, wenn unser Herz uns verurteilt, GOTT größer ist als unser Herz und alles weiß.

Wenn wir GOTT erkannt haben und verstanden haben, dass Er von uns als Seinen Kindern ein heiliges und reines Leben erwartet, dann können wir oft zu dem Punkt kommen, dass wir verzweifeln und resignieren, weil unser Leben nicht so aussieht, wie es aussehen sollte. Wenn wir versagen und GOTTES Maßstäben nicht gerecht werden, dann verurteilt unser Herz uns oft und macht uns Vorwürfe. Wenn wir uns im Lichte GOTTES betrachten, dann müssen wir selbst als Kinder GOTTES zugeben, dass unser tägliches Leben oft von Finsternis geprägt ist und das Licht GOTTES oft gar nicht zum Vorschein kommt. Wenn wir erkennen, wie oft wir noch in Sünde fallen, dann kann es sein, dass wir uns fragen, ob unser Herz überhaupt verändert wurde. Wenn wir uns bewusst machen, dass GOTT unsere Herzen genau kennt und all unsere Sünde Ihm nicht verborgen ist, dann können wir ruhig darüber werden und müssen uns keine Sorgen machen, dass wir vielleicht doch Heuchler sein könnten, die sich nur etwas vormachen und die versuchen, auch GOTT etwas vorzumachen. Wenn wir daran zweifeln, dass wir tatsächlich aus der Wahrheit sind, dann dürfen wir uns damit trösten, dass GOTT größer ist als unser Herz und über unserem Versagen steht und uns vergibt. Auch wenn wir uns selbst vielleicht Vorwürfe machen, dürfen wir darauf vertrauen, dass GOTT uns unsere Sünde nicht mehr vorwirft, weil Er sie vergeben hat. GOTT ermutigt uns, damit wir nicht entmutigt sind, aber gleichzeitig zeigt Er uns auch, dass wir Seine Gnade nicht missbrauchen sollen, um es uns in unserem sündigen Leben bequem zu machen, sondern mehr und mehr danach streben sollen, ein Leben zu leben, das Ihn ehrt und verherrlicht. GOTT macht uns Mut, wenn unser Herz uns verurteilt, Er macht uns aber auch deutlich, dass wir trotz unseres Versagens weiter in der Heiligung wachsen sollen, um mehr und mehr Seinen Willen zu tun. Wir sollen GOTT lieben und nicht die Sünde und auch nicht die Welt.

Liebe zur Welt

1. Joh. 2,15-17 + 4,7-13: Daran erkennen wir, dass wir in Ihm bleiben und Er in uns, dass Er uns von Seinem Geist gegeben hat.

Wir sollen einander lieben, weil die Liebe von GOTT kommt. Jeder, der liebt, ist aus GOTT geboren und erkennt GOTT. Wenn wir die Geschwister nicht lieben, dann haben wir GOTT auch nicht erkannt. GOTT hat seinen einzigen Sohn für uns in diese Welt gesandt, damit wir durch Sein Opfer errettet werden können von dem Tod und der Sünde. Wir haben GOTT nicht geliebt, aber Er hat uns geliebt und Seinen Sohn für uns gegeben. Christus wurde zum Sühnopfer für unsere Sünden, weil er uns liebt. Wenn GOTT uns so sehr geliebt hat, dann sind auch wir es schuldig, die Geschwister zu lieben. Wir sollen unseren Mitmenschen mit der Liebe begegnen, mit der GOTT uns begegnet ist. Wenn wir einander lieben, so bleibt GOTT in uns und Seine Liebe ist in uns vollkommen geworden.

1. Joh. 5,1-5: Daran erkennen wir, dass wir die Kinder GOTTES lieben, wenn wir GOTT lieben und Seine Gebote halten.

GOTT stellt die Liebe zu den Kindern GOTTES in direkten Zusammenhang mit der Liebe zu Ihm. Wer GOTT liebt, liebt auch Seine Kinder. Wir können nicht GOTT lieben, aber die Kinder GOTTES nicht lieben. Johannes sagt, dass es unmöglich ist, GOTT zu lieben, den wir nicht sehen, aber den Bruder, den wir sehen, nicht zu lieben (1. Joh. 4,20). GOTT zu lieben heißt, Seine Gebote zu halten. Wenn wir GOTT lieben, dann fällt es uns nicht mehr schwer, Seine Gebote zu halten, weil GOTTES Wort für uns eine Freude geworden ist. Wir rebellieren nicht mehr gegen GOTT, sondern wir folgen Ihm nach. Die Liebe ist die Erfüllung des Gesetzes (Röm. 13,10) und das Endziel des Gebotes ist Liebe aus reinem Herzen und gutem Gewissen und ungeheucheltem Glauben (1. Tim. 1,5). Wenn wir GOTT erkannt haben und erkannt haben, dass wir aus der Wahrheit sind und Seine Gebote halten müssen, dann wird uns bewusst, dass wir nichts mehr mit dieser Welt gemeinsam haben können. Wenn wir GOTT lieben und die Geschwister lieben, dann können wir die Welt überwinden. Wer an den Herrn Jesus glaubt, der hat die Welt und die Liebe zur Welt überwunden. Wir sollen weder die Welt lieb haben, noch was in der Welt ist. Wir sollen GOTT lieben. Die Welt und ihre Lust werden vergehen, aber wenn wir GOTT lieben und Seinen Willen tun, dann bleiben wir in Ewigkeit. Wenn wir GOTT und die Geschwister lieben, dann lassen wir uns nicht auf diese Welt ein und werden diese Welt auch nicht mehr lieben. Die Augenlust, die Fleischeslust und der Hochmut des Lebens sind von dieser Welt und nicht von GOTT. Wer GOTT und die Geschwister liebt, wird keine Liebe mehr für diese Dinge übrig haben. Wenn wir aber doch auf Abwege geraten, dann dürfen wir umkehren und Buße tun. Der Geist GOTTES warnt uns von den Dingen dieser Welt und möchte uns davor bewahren. Durch den Geist GOTTES können wir der Sünde und der Liebe zur Welt widerstehen und die Lügen des Teufels erkennen.

Lügen des Teufels/Irrlehren

1. Joh. 4,1-6: Daran erkennt ihr den Geist GOTTES: Jeder Geist, der bekennt, dass Jesus Christus im Fleisch gekommen ist, der ist aus GOTT. Daran erkennen wir den Geist der Wahrheit und den Geist des Irrtums.

Wir müssen das prüfen, was wir hören. Wir sollen nicht jedem Geist glauben, sondern die Geister prüfen, ob sie aus GOTT sind oder nicht. Wir sollen als Kinder GOTTES unterscheiden zwischen dem Geist der Wahrheit und dem Geist des Irrtums. Wir müssen den Unterschied kennen zwischen dem Geist GOTTES und dem Geist des Antichristen.

1. Joh. 2,18-22: Kinder, es ist die letzte Stunde! Und wie ihr gehört habt, dass der Antichrist kommt, so sind jetzt viele Antichristen aufgetreten; daran erkennen wir, dass es die letzte Stunde ist. Sie sind von uns ausgegangen, aber sie waren nicht von uns; denn wenn sie von uns gewesen wären, so wären sie bei uns geblieben. Aber es sollte offenbar werden, dass sie alle nicht von uns sind. Und ihr habt die Salbung von dem Heiligen und wisst alles. Ich habe euch nicht geschrieben, als ob ihr die Wahrheit nicht kennen würdet, sondern weil ihr sie kennt und weil keine Lüge aus der Wahrheit ist. Wer ist der Lügner, wenn nicht der, welcher leugnet, dass Jesus der Christus ist? Das ist der Antichrist, der den Vater und den Sohn leugnet. Wer den Sohn leugnet, der hat auch den Vater nicht. Wer den Sohn bekennt, der hat auch den Vater.

Christus wurde damals schon nicht als der Sohn GOTTES anerkannt und geehrt. Christus wurde bereits zur Zeit des Johannes nicht als der verheißene Messias erkannt. Schon kurze Zeit nach Jesu Himmelfahrt gab es viel Irrlehren über Ihn. Der Teufel ist sehr darum bemüht, das Werk GOTTES zu vernichten und großen Schaden anzurichten. Damals wurde von den sogenannten Gnostikern geleugnet, dass der Herr Jesus wahrer Mensch war. Johannes widerspricht dieser Irrlehre. Wir sollen als Kinder GOTTES solchen Irrlehren widerstehen und sie überwinden. Die Welt hört auf die Lügen des Teufels, weil die Welt die Lügen des Teufels mehr liebt als die Wahrheit GOTTES, aber Kinder GOTTES sollen gewappnet sein gegen solche Verführungen des Teufels. Der Teufel ist in der Welt und die Menschen dieser Welt glauben ihm und hören auf ihn, aber Kinder GOTTES sollen auf GOTT hören und dem Wort GOTTES folgen. Wir leben in der Endzeit und wir haben mit mindestens genauso viel Verführung zu kämpfen, wie die Menschen damals. Wahrscheinlich haben wir zu unserer Zeit noch mehr Irrlehren als die Christen zu den Zeiten des Johannes. Das Wohlstandsevangelium, die Allversöhnungslehre oder sogenannte liberale Theologie machen sich auch in den Gemeinden breit. Es gibt keine liberale oder konservative Theologie, es gibt nur eine Theologie, es gibt nur eine Lehre über GOTT, die Lehre der Bibel. Wir sollten nicht unterscheiden zwischen liberaler und konservativer Theologie, sondern zwischen biblischer und unbiblischer Theologie. Nur die Lehre der Bibel ist die wahre Lehre über GOTT, alles, was von der Bibel abweicht, ist Irrlehre und nicht liberale Theologie. Es gibt kein liberales oder konservatives Christentum. Christus ist das Christentum. Alles, was von Christus abweicht, ist weder liberal noch konservativ, sondern unchristlich. Es gibt kein Christentum ohne Christus. Es gibt kein Christentum, in dem Christus eine Nebenrolle spielt. Wir Christen sind oft unterschiedlicher Meinung über einige Aussagen in der Bibel, aber was die grundlegenden Lehren der Bibel angeht, müssen sich alle Kinder GOTTES einig sein. Wir dürfen unterschiedlicher Meinung sein, aber wir dürfen nicht ein unterschiedliches Evangelium haben. Der Teufel kann unterschiedliche Meinungen zwischen Christen benutzen, um Streit zu provozieren, aber wenn der Teufel ein anderes Evangelium predigt, dann gehen Menschen dadurch verloren und kommen in die Hölle. Es ist wichtig, dass wir die Wahrheit kennen, damit der Teufel uns nicht belügen kann. Wir müssen an dem Evangelium festhalten, auch wenn es von überall angegriffen und angezweifelt wird. Wir müssen uns vom Heiligen Geist in die Wahrheiten GOTTES leiten lassen und Seine Belehrungen annehmen, dann kann der Teufel uns nicht verführen und uns nichts anhaben. Wir müssen wissen, woran wir glauben. Wir müssen das Evangelium, die Lehre der Bibel kennen und uns mit dem Wort GOTTES ernähren, damit wir nicht vor Hunger fast sterben und dann alles essen, was uns gegeben wird, ohne zu prüfen, ob die Nahrung giftig ist oder nicht. Wenn wir uns von GOTT führen und leiten lassen, dann können wir nicht verführt werden.

1. Joh. 5,18-20: Wir wissen, dass jeder, der aus Gott geboren ist, nicht sündigt; sondern wer aus Gott geboren ist, der bewahrt sich selbst, und der Böse tastet ihn nicht an. Wir wissen, dass wir aus Gott sind, und dass die ganze Welt sich im Bösen befindet. Wir wissen aber, dass der Sohn Gottes gekommen ist und uns Verständnis gegeben hat, damit wir den Wahrhaftigen erkennen. Und wir sind in dem Wahrhaftigen, in Seinem Sohn Jesus Christus. Dieser ist der wahrhaftige Gott und das ewige Leben.

Wir wissen, dass wir als Kinder GOTTES nicht mehr in Sünde leben können, sondern in der Heiligung wachsen sollen. Wenn wir uns selbst bewahren und die Sünde meiden, dann kann uns der Böse nicht antasten. Kinder GOTTES sind zu einem heiligen Leben berufen und von der Sünde befreit. Wir sind keine Sklaven der Sünde mehr und müssen nicht mehr sündigen, auch wenn wir noch oft versagen. GOTT schenkt Reinheit und Vergebung und wir dürfen immer wieder umkehren und Buße tun. Wir wissen, dass wir aus GOTT sind, und dass die ganze Welt sich im Bösen befindet. Kinder GOTTES sollen sich von der Welt absondern und nicht die Dinge dieser Welt lieben. Wir sollen GOTT lieben und die Geschwister lieben und nicht die Welt. Wir wissen, dass GOTT uns Verständnis gegeben hat, damit wir Ihn erkennen können. Wenn wir GOTT erkennen, kann der Teufel uns nicht verführen. Das Fleisch, die Welt und der Teufel sind für ein Kind GOTTES besiegte Feinde. Die Sünde und der Tod wurden von Christus überwunden. Diese Feinde müssen uns nicht die Freude an der Erlösung rauben. Wir dürfen gegen sie kämpfen und täglich in der Kraft des Geistes GOTTES wandeln und überwinden. Wenn wir unserem Fleisch, der Welt und dem Teufel widerstehen, kann die Freude Christi in uns bleiben und wird nicht durch Sünde getrübt. Der Herr gibt uns in Johannes 15,12 das Gebot, dass wir uns untereinander so lieben sollen, wie Er uns liebt. Er hat Sein Leben für seine Freunde gelassen und damit das höchste Maß an Liebe bewiesen. Es gibt keine größere Liebe als die, die aus Liebe zu den Freunden ihr Leben lässt. Der Herr bezeichnet Seine Jünger als Freunde, weil sie tun, was Er ihnen gebietet. Er hatte sie in Seinen Ratschluss und in Seine Pläne eingeweiht, weshalb sie für Ihn nicht mehr nur Knechte waren, sondern Freunde. Ein Knecht führt lediglich Befehle aus, deren Sinn und Zweck er nicht versteht, weil er nicht in die Pläne seines Herrn eingeweiht ist. Einen Freund weiht man in die eigenen Pläne ein. Einem Freund vertraut man sich an. Zu einem Freund hat man eine persönliche Beziehung. Zu einem Knecht hat man nur eine professionelle Beziehung. Der Herr hatte Seinen Jüngern alles kundgetan, was Er vom Vater gehört hatte, was sie zu Seinen Freunden machte. GOTT möchte sich Seinen Freunden offenbaren. Es gibt verschiedene Prinzipien, nach denen GOTT handelt, wenn Er Seinen Willen offenbart.

Prinzip 1: GOTT offenbart Seinen Willen, damit wir Ihn selbst besser kennen lernen.

Er zeigt uns Seinen Willen, damit wir ihn tun und Er sich uns dann noch mehr offenbaren kann. Wir sind GOTTES Freunde, wenn wir tun, was Er uns gebietet. Wir sind GOTTES Freunde, wenn wir Seinen Willen tun. Und wenn wir seine Freunde sind, dann verkündet GOTT uns, was Er tut. Ein Freund GOTTES weiß, was GOTT tut. Ein Herr offenbart seinem Knecht nicht, was er tun möchte, aber unter Freunden redet man über das, was man vorhat, über das, was man geplant hat und das, was einem Freude macht oder das, was einen traurig macht. Ein Freund GOTTES kennt GOTT. Ein Freund GOTTES weiß, was GOTT will und weiß, was GOTT nicht will. GOTT verbirgt Seinen Freunden nicht, was Er tun will (vgl. 1. Mo. 18,17). GOTT hatte Abraham in Sein Vorhaben mit Sodom und Gomorra eingeweiht, weil Abraham ein Freund GOTTES war (vgl. Jak. 2,23). GOTT offenbart sich denen, die Seinem Willen gehorchen. Wenn wir GOTTES Gebote halten und Seinen Willen tut, lieben wir GOTT und Er wird sich uns offenbaren. Wenn wir GOTTES Willen nicht tun, wird Er sich uns nicht offenbaren. GOTT vertraut sich uns nicht an, wenn wir Ihm ungehorsam sind. Abraham meinte, dass er GOTT nachhelfen müsse, damit GOTTES Wille auch geschehe. GOTT hatte ihm einen Sohn verheißen, aber Abraham hat GOTT nicht vertraut. Er war ungehorsam und ist eigene Wege gegangen. Er hat einen Sohn mit Hagar gezeugt, weil er GOTT nicht vertraut hat, dass Er ihm und Sara einen Sohn schenken kann. Weil Abraham eigene Wege gegangen ist, hat GOTT 13 Jahre lang nicht mit ihm geredet (vgl. 1. Mo.17,1). GOTT offenbart sich uns nicht, wenn wir Ihm ungehorsam sind. Wir sind keine Freunde GOTTES, wenn wir Ihm nicht gehorchen. GOTT möchte, dass wir Ihn besser kennen lernen und der Schlüssel zur Erkenntnis GOTTES ist Gehorsam.

Prinzip 2: GOTTES Wille ist immer das Beste für uns und das Schlechteste für unser Fleisch.

GOTT möchte für Seine Kinder nur das Beste. Wenn GOTT sagt, dass wir etwas tun oder lassen sollen, dann will Er uns damit nicht schaden. Er will uns beschützen und uns helfen. Er möchte uns vor dem bewahren, was uns schadet. GOTTES Wille ist immer gut, wohlgefällig und vollkommen (vgl. Röm. 12,2). GOTTES Wille ist es, dass alles dazu dient, dass wir Christus ähnlicher werden. Christus ähnlicher zu werden, ist das Beste für uns und das Schlechteste für unser Fleisch. GOTT möchte, dass unser Fleisch mehr und mehr abnimmt und Christus in uns immer mehr wächst. Unser Fleisch ist das Schlechteste und Gefährlichste für uns. Der Teufel ist weniger gefährlich für uns als unser Fleisch. Der Teufel hat keine Macht mehr über Kinder GOTTES. Er kann uns nur schaden, wenn wir fleischlich leben und eigene, gottlose Wege gehen. Christus ist das Beste für uns. Er ist auch derjenige, der uns vor dem Teufel beschützt. GOTT meint es gut mit uns und wenn Er uns schwere Wege führt, meint Er es trotzdem gut mit uns.

Prinzip 3: GOTT zeigt uns die richtige Wahl, aber wir müssen selbst wählen.

Ps. 25,12: Wer ist der Mann, der den Herrn fürchtet? Er weist ihm den Weg, den er wählen soll.

GOTT zeigt Seinen Freunden die richtige Wahl, aber Er lässt Seine Freunde selbst wählen. Wenn wir GOTT fürchten, weist Er uns den Weg, den wir wählen sollen. Wenn mehrere Wege und Türen uns zur Auswahl stehen, zeigt GOTT uns, welches der richtige Weg und welche die richtige Tür ist, aber wir müssen selbst entscheiden, ob wir auch diesen Weg gehen. GOTT weist uns den Weg, den wir wählen sollen, nicht den Weg, den wir wählen müssen. Wir können auch einen anderen Weg gehen. GOTTES Wille ist immer klar und unmissverständlich. GOTT redet nie zweideutig. GOTT hat Seinem Volk durch die Wolken- und Feuersäule immer klar gezeigt, was sie in der Wüste tun sollten, wann sie aufbrechen sollten, wann sie stehen bleiben sollten. Gideon, Abraham, Noah, Elia, Mose wurde von GOTT ganz klar gezeigt, was sie tun sollten. Die Gebote GOTTES sind alle eindeutig und unmissverständlich. Die Apostel haben alle einen klaren Ruf von GOTT bekommen. Keiner hat gesagt: „So Herr Jesus, ab jetzt bin ich dein Apostel.“ Viele sagen, dass man nicht nach dem Willen GOTTES fragen müsse, sondern einfach tun solle, was man selbst für richtig hält, weil GOTT einen schon davon abhält, wenn man dabei ist, etwas Falsches zu tun, wie Er es bei Paulus getan hat. Die Geschichte, in Apostelgeschichte 16,6-10, in der Paulus vom Heiligen Geist verwehrt wurde, nach Bithynien zu reisen, wird oft als Argument für überstürztes, fleischliches Handeln und gottlosen Aktionismus verwendet.

Apg. 16,6-10: Als sie aber Phrygien und das Gebiet Galatiens durchzogen, wurde ihnen vom Heiligen Geist gewehrt, das Wort in [der Provinz] Asia zu verkündigen. Als sie nach Mysien kamen, versuchten sie, nach Bithynien zu reisen; und der Geist ließ es ihnen nicht zu. Da reisten sie an Mysien vorbei und kamen hinab nach Troas. Und in der Nacht erschien dem Paulus ein Gesicht: Ein mazedonischer Mann stand vor ihm, bat ihn und sprach: Komm herüber nach Mazedonien und hilf uns! Als er aber dieses Gesicht gesehen hatte, waren wir sogleich bestrebt, nach Mazedonien zu ziehen, indem wir daraus schlossen, dass uns der Herr berufen hatte, ihnen das Evangelium zu verkündigen.

Paulus wurde vom Heiligen Geist verwehrt, nach Bithynien zu reisen. Paulus war so empfindlich für das Reden GOTTES, dass der Geist GOTTES ihn durch den Blick Seiner Augen lenken und ihm den Weg zeigen konnte, auf dem er wandeln sollte.

Psalm 32,8-9: Ich will dich unterweisen und dir den Weg zeigen, auf dem du wandeln sollst; ich will dir raten, mein Auge auf dich richten. Seid nicht wie das Ross und das Maultier, die keinen Verstand haben; mit Zaum und Gebiss, ihrem Geschirr, muss man sie bändigen, weil sie sonst nicht zu dir nahen!

Damit GOTT uns so mit Seinen Blicken vor falschen Wegen bewahren kann, dürfen wir nicht so dumm sein wie das stolze Pferd und das eigenwillige, störrische Maultier. Ein stolzes Pferd rennt GOTT voraus, ohne auf den Rat GOTTES zu warten. Ein eigenwilliges Maultier bleibt stehen, obwohl GOTT Seinen Willen schon klar offenbart und den richtigen Weg schon vorgegeben hat (vgl. MacDonald, 1989). GOTT unterweist uns und zeigt uns den Weg, auf dem wir wandeln sollen. Dazu müssen wir in das Angesicht GOTTES schauen und Ihn genau kennen. Paulus kannte GOTT. Er konnte unterscheiden, ob der Geist GOTTES ihm Einhalt gebietet oder ob der Teufel ihm Steine in den Weg legt und ihn daran hindert, nach Thessalonich zu gehen (vgl. 1. Thess. 2,18). Paulus kannte den Unterschied zwischen den Türen des Teufels und den Türen GOTTES. Er konnte beurteilen, ob eine Tür von GOTT oder vom Teufel geöffnet oder verschlossen wurde. An anderer Stelle bittet Paulus GOTT darum, dass GOTT den Pfahl seinem Fleisch entfernt, worauf GOTT ihm antwortet: „Lass dir an meiner Gnade genügen, denn meine Kraft ist in den Schwachen mächtig“ (2. Kor. 12,9). GOTT hat einen Engel Satans benutzt, um Paulus vor Stolz zu bewahren. Können wir unterscheiden, ob es der Geist GOTTES, ob es der Teufel oder ob es GOTT durch einen Engel Satans ist, der uns von etwas abhält? Wenn wir diese drei Möglichkeiten nicht unterscheiden können, haben wir es nötig, nach GOTTES Willen zu fragen. Wenn wir nicht unterscheiden können, wer Türen in unserem Leben öffnet und schließt, haben wir es nötig, nach GOTTES Willen zu fragen. Paulus war in der Begebenheit in Apostelgeschichte 16 auf seiner zweiten Missionsreise. Er kannte GOTT und deshalb konnte GOTT ihn durch Seine Blicke leiten. Wenn GOTT uns von etwas abhalten möchte, dann reicht der Blick des Vaters aus, um dem Kind zu zeigen, dass das, was es gerade vorhat zu tun, falsch ist. Wenn GOTT uns vor falschen Wegen bewahren möchte, dann reicht ein Blick (bspw. Gewissensbisse, Unruhe, fehlender Friede, Ungewissheit etc.) aus, um uns Seinen Willen zu zeigen. Wenn GOTT uns den richtigen Weg zeigt, dann wird Er unmissverständlich klarmachen, was Sein Wille ist. Wenn GOTT will, dass wir durch eine bestimmte Tür gehen, dann wird Er uns das auch deutlich zeigen. Es gibt einen Unterschied in der Art und Weise wie GOTT redet, wenn Er uns von etwas abhalten möchte, und wenn Er von uns möchte, dass wir etwas tun. Wenn GOTT uns vor einem falschen Weg bewahren und uns von falschen Wegen abhalten will, dann leitet Er uns oft durch den Blick Seiner Augen. Wenn GOTT uns den richtigen Weg zeigen möchte, dann leitet Er uns durch ein klares und deutlich gesprochenes Wort. GOTT hatte Paulus durch den Blick Seiner Augen davon abgehalten nach Bithynien zu ziehen, indem der Geist GOTTES es ihnen nicht zuließ. Den neuen Weg nach Mazedonien erkannte Paulus durch ein gesprochenes Wort GOTTES in einem Traum. GOTT redet heute nicht mehr unbedingt durch Träume, auch wenn Er das immer noch kann, aber Er hat verschiedenste Möglichkeiten, uns Seinen Willen zu offenbaren. Solange wir GOTT noch nicht so gut kennen, wie Paulus Ihn bei seiner zweiten Missionsreise kannte, müssen wir Ihm die gleichen Fragen stellen, die Paulus Ihm am Anfang seines Glaubenslebens gestellt hatte: „Wer bist du, Herr?“ und „Herr, was willst du, dass ich tun soll?“ (Apg. 9,5-6). Um zu wissen, was GOTT will, müssen wir Ihn sehr genau kennen. Wenn wir GOTT nicht kennen, können wir auch nicht wissen, was Er von uns will. Paulus war von GOTT dazu berufen, als Apostel der Heiden zu dienen. Paulus ist diesem Ruf gefolgt und hat überall, wo er hinkam, das Evangelium verkündigt. Er war GOTT gehorsam und hat im Willen GOTTES gelebt, ohne ständig nachzufragen, ob das, was er tut, richtig ist, weil er sich GOTTES Berufung gewiss war. Es war für Paulus nicht primär relevant, in welche Stadt er als nächstes geht, um das Evangelium zu verkündigen. Jede Stadt hatte das Evangelium gebraucht. Paulus hatte eine klare und deutliche Berufung, die GOTT ihm offenbart hatte. GOTT unterscheidet bei der Art und Weise, wie Er uns leitet, zwischen strategischen Entscheidungen (bspw. Partnerwahl) und operativen Entscheidungen (bspw. alltägliche Entscheidungen). Strategische Entscheidungen sind einmalige, wesentliche und lebensverändernde Entscheidungen. Operative Entscheidungen sind mehrmalige, unwesentliche und alltagsverändernde Entscheidungen. Bei strategischen Entscheidungen will GOTT, dass wir uns durch eine eindeutige Berufung von Ihm leiten lassen. Die Entscheidung, dass Paulus ein Apostel der Heiden sein sollte, war eine strategische Entscheidung GOTTES, die Er durch eine klare Berufung an Paulus kommuniziert hat. In welchen Städten Paulus das Evangelium verkündigen sollte, war eine operative Entscheidung. Natürlich hat GOTT Paulus auch in dessen operativen Entscheidungen geleitet, aber nicht mehr durch eine derart offensichtliche Berufung wie der Berufung zum Apostel der Heiden. Die Entscheidung nach Mazedonien zu gehen, war eine strategische Entscheidung GOTTES, weil Er wollte, dass das Evangelium in Europa verkündigt wird, weshalb Er klar und deutlich in Paulus‘ operative Pläne eingegriffen hat und ihn dazu berufen hat, nach Mazedonien zu gehen. Wenn darüber entschieden wird, wer Ältester einer Gemeinde werden soll, ist das eine strategische Entscheidung GOTTES, bei der durch viel Gebet und Fasten auf den Rat und auf die klare Berufung GOTTES gewartet werden muss. Wenn es darum geht, zu entscheiden, welcher Chor am nächsten Sonntag in der Gemeinde singt, ist das eine operative Entscheidung, über der nicht wochen-, monate-, und jahrelang gebetet und gefastet werden muss. Weil Paulus GOTT gehorsam war in dem, was GOTT bereits offenbart hatte, hat GOTT ihm weitere Offenbarungen geschenkt und ihm den richtigen Weg ganz klar gezeigt, woraufhin Paulus gewiss war, dass GOTT ihn zu etwas anderem berufen hatte. Paulus sollte das Evangelium nicht nur in der Provinz Asia verkündigen, sondern auch in Mazedonien. Es ist GOTT nicht egal, was wir wann und wo machen. Er will das was, wann und wo bestimmen. Die Provinz Asia besuchte Paulus auf seiner dritten Missionsreise. GOTT musste erst durch Apollos den Samen des Wortes GOTTES in der Provinz Asia und in Ephesus aussäen, bevor GOTT durch Paulus wirken und ernten konnte. Apollos hatte erst nur die Taufe des Johannes gepredigt. Erst als Paulus kam, haben die Epheser das ganze Evangelium verstanden (vgl. Apg. 18,23-19,7). GOTT zeigt Seinen Willen immer klar und eindeutig. Wenn GOTTES Wille nicht klar und eindeutig ist, dann hat er uns Seinen Willen nicht gezeigt. Wir müssen lernen, auf GOTTES Rat zu warten und nicht aus einer Begierde heraus, die nicht warten will, zu handeln (vgl. Ps. 106,13-14). GOTTES Wille zielt immer darauf ab, uns näher zu GOTT zu bringen (vgl. Ps. 32.9) und uns Christus ähnlicher zu machen (vgl. Röm. 8,28-29).

Prinzip 4: GOTT offenbart Seinen Willen immer nur stückweise.

Wir werden nie den ganzen Plan GOTTES kennen. Wir müssen jeden Schritt im Vertrauen auf GOTT gehen und Ihm gehorchen. Wir müssen jeden Schritt im Vertrauen auf GOTT gehen und durch jede Tür einzeln nacheinander eintreten. Welcher Schritt als nächstes kommt, zeigt GOTT uns erst dann, wenn der nächste Schritt gemacht werden muss. Er wird uns den übernächsten Schritt oder die übernächste Tür nicht zeigen. GOTT löst diese Ungewissheit und diese Spannung nicht auf. Auch wenn wir oft den nächsten Schritt noch nicht einmal erahnen können, dürfen wir darauf vertrauen, dass GOTT nicht nur den nächsten Schritt, sondern den ganzen Weg kennt. Er erwartet von uns, dass wir Ihm vertrauen, dass Er den ganzen Weg schon kennt und uns nicht alleine lassen wird. GOTT erwartet, dass wir uns von Ihm abhängig machen. GOTT zeigt uns nicht, was morgen alles passieren wird, aber Er wird uns heute führen und leiten, wenn wir Ihn lassen. GOTT schenkt immer Klarheit über den nächsten Schritt und diesen Schritt müssen wir dann gehen. Er zeigt Seinen Willen nicht immer auf spektakuläre und aufsehenerregende Art und Weise. Wir werden nie eine Hand sehen, die GOTTES Wille an eine Wand schreibt (vgl. Dan. 5,5). GOTTES Stimme ist die Stimme eines sanften Säuselns wie bei Elia (vgl. 1. Kö.19,12). Manchmal wird uns durch einen Bibelvers plötzlich klar, was GOTT von uns will. Manchmal benutzt er eine Predigt oder andere Menschen. Er benutzt Umstände und öffnet oder schließt Türen. Er lenkt Umstände so, wie wir es nicht erwartet hatten. Er schenkt Frieden und Gewissheit über einer Sache oder ein Anliegen ins Herz wie bei Nehemia. In den wichtigsten Entscheidungen des Lebens müssen wir aber auf GOTTES überdeutlichen Willen warten. Gideon hatte seinerzeit um ein Zeichen gebeten (vgl. Ri. 6). Zeichen kann man aber manipulieren. Wenn wir GOTT um ein Zeichen bitten, müssen wir aufrichtig sein und dürfen nicht die rechte Hand GOTTES spielen, um das Eintreffen des Zeichens zu beeinflussen. Wir dürfen aus Zeichen auch keine Götzen machen. GOTTES Reden wird nie Seinem allgemein geoffenbarten Willen widersprechen. Zeichen dürfen nie dazu missbraucht werden, GOTTES Wort nicht zu gehorchen. Kein noch so eindeutiges Zeichen wird GOTTES Wort je außer Kraft setzen. Wenn wir aufrichtig sind, wird GOTT Seinen Willen entsprechend Seinem eigenen, biblischen Prinzip immer durch zwei oder drei Zeugen bestätigen. GOTT hatte Gideon gezeigt, was er tun solle, aber Gideon musste sich selbst entscheiden, ob er den Willen GOTTES tut.

Prinzip 5: GOTT diskutiert nicht mit uns über Seinen Willen.

GOTT diskutiert nicht mit uns über Seinen Willen und Er zwingt ihn uns auch nicht auf. Wenn wir uns, nachdem GOTT uns Seinen Willen gezeigt hat, ein Argument nach dem anderen überlegen, warum das, was GOTT gesagt hat, falsch und übertrieben ist und anfangen, zu versuchen, GOTTES Willen zu entkräften und als unwahr darzustellen, weil, wenn das, was Er sagt, wahr wäre, wir unser ganzes Leben ändern und Buße tun müssten, dann kann es sein, dass die Stimme GOTTES in unserem Leben immer leiser wird. Wenn wir in unserem Inneren mit GOTT diskutieren, weil wir nicht tun und nicht annehmen wollen, was Er sagt, weil es uns verurteilt und bloßstellt und Buße erfordern würde, wird Er sich nicht auf diese Diskussion einlassen. Er wird es zulassen, dass wir unser Herz verstocken. Er wird die Diskussion, die wir mit Ihm führen wollen, bewusst verlieren oder uns sehr streng zurechtweisen. Er wird nicht streiten noch schreien, und niemand wird auf den Gassen Seine Stimme hören (vgl. Mt. 12,19). Wenn wir GOTTES Willen selbst nach mehrmaligem Zurechtweisen nicht tun wollen, wird Er sich zurückziehen. Das nennt die Bibel, den Geist GOTTES dämpfen oder betrüben (vgl. Eph. 4.30). Als Mose meinte, dass er mit GOTT über Seinen Willen diskutieren könne, wurde GOTT sehr zornig (vgl. 2. Mo. 4,14). Diskussion über GOTTES Wille ist keine Option. Es gibt nur 2 Möglichkeiten: bewusster Gehorsam oder bewusster Ungehorsam.