Die Früchte des Geistes

Galater 5,22: Die Frucht des Geistes aber ist Liebe, Freude, Friede, Langmut, Freundlichkeit, Güte, Treue, Sanftmut, Selbstbeherrschung.

Die Früchte des Geistes sind wie eine Treppe aufgebaut (siehe Abbildung). Sie sind keine Treppe, die wir bauen müssen, sondern eine Treppe, auf der wir jede einzelne Stufe erklimmen müssen. GOTT hat bereits jede einzelne Stufe dieser Treppe gebaut und wir müssen bei der ersten Stufe anfangen, bevor wir zur nächsten Stufe kommen können.

Abbildung: Die Früchte des Geistes

Die unterste Stufe dieser Treppe ist die Selbstbeherrschung. Selbstbeherrschung bedeutet, nicht zu tun, was man tun will und zu tun, was man nicht tun will. Selbstbeherrschung heißt, meinem Fleisch, der Sünde, der Welt und dem Teufel zu widerstehen und nicht nachzugeben.

Sanftmut bedeutet sanfter Mut; Mut, sanft zu sein; Mut, angreifbar und verletzbar zu sein; Mut, übergangen zu werden und unbeachtet zu sein; Mut, zu schweigen und nicht zurückzuschlagen, obwohl man die Macht besäße, seine Feinde zu vernichten (vgl. Hallesby, 1991). Um sanftmütig sein zu können, muss man sich selbst beherrschen können. Ein sanftmütiger Mensch beherrscht seinen Zorn. Ein Sanftmütiger beherrscht sein Fleisch und lässt sich nicht von seinen Gefühlen oder Begierden leiten. Er beherrscht seinen Stolz und seine Rachsucht, weil er demütig ist. Er beherrscht seinen Drang, besser dastehen zu wollen als andere. Er beherrscht sein Verlangen, sich selbst zu rechtfertigen. Ein Sanftmütiger beherrscht sich selbst. Sanftmut ist sanfte Selbstbeherrschung.

Treue bedeutet Wahrhaftigkeit, Glaubwürdigkeit, Unverfälschtheit und Zuverlässigkeit. Ein Treuer steht zu seinem Wort. Ein Wahrhaftiger und Glaubwürdiger ist echt und aufrichtig. Er spielt anderen Menschen nichts vor. Er ist mutig genug, um echt zu sein. Ein Treuer dreht sich nicht darum, bewundert zu werden. Er hat sanften Mut; Mut, auch Schwachheit zu zeigen. Ein Treuer hat den Mut, die Wahrheit GOTTES über sich selbst und andere anzunehmen und zu erkennen. Ein Glaubwürdiger lügt andere nicht an, um besser dazustehen. Ein Treuer beherrscht sich selbst und ist selbst dann sanftmütig, wenn er sich selbst dadurch benachteiligt. Ein Treuer steht zu seinem Wort, auch wenn er sich dadurch selbst schadet und ihn seine Treue große Selbstbeherrschung kostet. Treue ist zuverlässige Selbstbeherrschung und glaubwürdige Sanftmut.

Güte bedeutet Barmherzigkeit, Nachsicht, Milde und Verständnis. Ein Gütiger hat Verständnis für seine Mitmenschen. Er manipuliert sie nicht für seine Zwecke, sondern hat ein aufrichtiges Interesse für andere. Ein Gütiger hat die Wahrheit über sich selbst und andere erkannt und kann deshalb nachsichtig mit den Schwächen anderer sein. Er beherrscht seinen Drang, sich nur um seine eigenen Bedürfnisse zu kümmern. Er ist barmherzig und leiht gerne, auch auf die Gefahr hin, dass er das Geliehene nicht wiederbekommt. Ein Gütiger ist sanft im Umgang mit anderen. Er ist treu, wahrhaftig und zuverlässig, auch wenn andere versagen und ihn enttäuschen. Güte ist barmherzige Selbstbeherrschung, verständnisvolle Sanftmut und nachsichtige Treue.

Freundlichkeit bedeutet Zuvorkommenheit, Rücksicht, Aufmerksamkeit, Entgegenkommen, Höflichkeit, Zuwendung und Warmherzigkeit. Ein Freundlicher sieht die Bedürfnisse anderer. Er ist nett und gibt sich Mühe, anderen Menschen einen Gefallen zu tun. Er hat angenehme Umgangsformen. Ein Freundlicher ist gütig. Wer die Wahrheit über sich selbst erkannt hat, praktiziert durch Freundlichkeit seine Güte. Güte ist eine Einstellung und Haltung anderen Menschen gegenüber. Freundlichkeit bezieht sich auf unser Verhalten. Ein Freundlicher beherrscht sich selbst. Er ist sanft im Umgang mit anderen und sucht keinen Streit, um sich durchzusetzen. Er ist treu und wahrhaftig und kann deshalb seine Güte und Barmherzigkeit durch sein freundliches Verhalten zeigen. Freundlichkeit ist praktizierte Güte, entgegenkommende Treue, rücksichtsvolle Sanftmut und warmherzige Selbstbeherrschung.

Langmut bedeutet Geduld, standhaftes Ausharren, Durchhaltevermögen, die Fähigkeit, warten zu können und nicht aufzugeben. Ein geduldiger Mensch kann die Schwächen seiner Mitmenschen tragen, weil er weiß, dass GOTT das Werk, das Er in anderen begonnen hat, auch vollenden wird (vgl. Phl. 1,6). Ein Langmütiger kann auf die festgesetzten Zeitpunkte GOTTES warten. Er vertraut GOTT, dass Er alles so führt und leitet, wie es am besten ist. Ein Langmütiger und Geduldiger kann freundlich zu seinen Mitmenschen sein und hat Verständnis für die Notwendigkeit eines langsamen Reifeprozesses im Wachstum seiner selbst und seiner Mitmenschen. Ein Langmütiger muss sich nicht immer selbst rechtfertigen, sondern kann geduldig darauf vertrauen, dass GOTT für ihn kämpft. Ein Geduldiger beherrscht seine Begierden, die nach sofortiger Befriedigung schreien. Geduld ist ausdauernde Freundlichkeit, anhaltende Güte, nicht endende Treue, ausharrende Sanftmut und standhafte Selbstbeherrschung.

Friede bedeutet Ruhe, Freiheit, Harmonie, Streitlosigkeit, Gelassenheit und Geborgenheit. Ein Mensch, der inneren Frieden hat, ist ausgeglichen. Er verbreitet keine Unruhe und lässt sich von Unruhen nicht beunruhigen. Ein Mensch, der Frieden hat, ist frei von Streitsucht. Er hat die Lüste, die in ihm selbst Streit verursachen, bezwungen, sodass sie nicht nach außen dringen können, um auch Streit zwischen ihm und anderen zu stiften (vgl. Jak. 4,1). Ein friedlicher Mensch wird Frieden zwischen anderen Menschen stiften. Jemand der geduldig ist, hat inneren Frieden. Er kann die Umstände so annehmen, wie sie sind und ruhig und still warten, bis GOTTES Verheißungen in Erfüllung gehen. Er fürchtet sich nicht vor Hiobsbotschaften, weil er bei seinem souveränen und allmächtigen GOTT Frieden gefunden hat. Friede ist ruhige Geduld, friedensstiftende Freundlichkeit, harmonisierende Güte, friedliche Treue, gelassene Sanftmut und stille Selbstbeherrschung.

Freude bedeutet Fröhlichkeit, Heiterkeit, Zufriedenheit und Glückseligkeit. Freude kann ausgelassen sein, sie kann aber auch still und leise sein. Echter Friede führt zu einer beständigen Freude. Nicht zu einer ekstatischen Freude, sondern zu einer ruhigen und friedvollen Freude. Freude ist stiller Friede, glückselige Geduld, heitere Freundlichkeit, fröhliche Güte, zufriedene Treue, glückliche Sanftmut und frohe Selbstbeherrschung. Wir müssen uns zur Freude disziplinieren. Wir müssen in Zeiten, in denen Freude ein Fremdwort für uns ist, geduldig sein und Ausharren.

Liebe bedeutet Freude an der geliebten Person und tiefen inneren Frieden in der Nähe der geliebten Person. Die Liebe ist geduldig und langmütig. Sie erträgt alles und sie duldet alles. Die Liebe ist freundlich und gütig. Sie sucht nicht das Ihre. Die Liebe ist treu und freut sich an der Wahrheit und Gerechtigkeit. Sie ist immer aufrichtig, wahrhaftig und ehrlich. Die Liebe ist sanftmütig, lässt sich nicht erbittern und rechnet das Böse nicht zu. Sie beneidet nicht, prahlt nicht und bläht sich nicht auf, weil sie sanftmütig und demütig ist. Sie erträgt alles, glaubt alles, hofft alles und erduldet alles. Die Liebe ist immer selbstbeherrscht und benimmt sich nicht unanständig (vgl. 1. Kor. 13). Die Liebe ist Freude, Friede, Geduld, Freundlichkeit, Güte, Treue, Sanftmut und Selbstbeherrschung. Die Liebe ist der Ursprung und das Endziel von Selbstbeherrschung. Die Früchte des Geistes beginnen mit der Liebe und sie werden durch die Liebe vollendet. Jede Frucht des Geistes lässt sich letztendlich auf die Liebe zurückführen. Die Liebe ist die Ursache jeder Frucht des Geistes. Freude, Friede, Langmut, Freundlichkeit, Güte, Treue und Selbstbeherrschung sind nicht echt, wenn sie nicht liebevoll sind. Die Bibel spricht nicht von den Früchten des Geistes, sondern von der Frucht des Geistes. Die Früchte des Geistes stellen eine Einheit dar. Es gibt keine Frucht des Geistes, die auf sich allein gestellt wachsen kann. Jede Frucht des Geistes hängt von der anderen ab. Sie sind verbunden durch das tragende Element der Liebe. Nur durch die Liebe werden die Früchte des Geistes zu einer Realität in unserem Leben und Charakter. Nur durch die Liebe können sie wachsen und Frucht bringen. Es gibt keine einzelnen Früchte des Geistes. Es gibt nur die eine Frucht des Geistes, die unser gesamtes Leben, Denken, Streben und Handeln verändert. Wenn der Geist GOTTES in uns wohnt, dann ist die Liebe GOTTES in unsere Herzen ausgegossen, wodurch jeder Aspekt der Liebe in unserem Herzen Frucht bringt.