GOTTES Wille erkennen

Es gibt in der Christenheit viel Verwirrung, wenn es darum geht, wie man den Willen Gottes erkennen kann. Die einen meinen, dass man einfach machen solle, was man selbst für richtig halte, weil Gott uns schon davon abhalten würde, wenn wir in der Gefahr stünden, uns auf falsche Wege zu begeben. Und die anderen meinen, dass man erst auf ein Zeichen von Gott warten müsse, damit man Gottes Willen erkennen könne. Beide Extreme vernachlässigen die Bedeutung der Beziehung zu Gott, wenn es um den Willen Gottes geht. Die einen handeln und entscheiden, ohne nach Gottes Willen zu fragen und die anderen handeln und entscheiden nur, wenn sie ein Zeichen gesehen haben. Beide Extreme vernachlässigen die Wichtigkeit des Glaubens und der Nachfolge. Gott offenbart Seinen Willen. Die Voraussetzung dafür, dass Er Seinen Willen offenbart, ist aber eine Beziehung zu Ihm, die durch vertrauensvollen Glauben und gehorsame Nachfolge gekennzeichnet ist. Es gibt verschiedene Prinzipien, nach denen Gott handelt, wenn Er Seinen Willen offenbart.

1. Prinzip: Gott offenbart keinem Sünder Seinen Willen

Gott offenbart sich Menschen, die Sünde in ihrem Leben dulden, nicht (vgl. Psalm 15). Wenn wir meinen, dass wir immer nur dann zu Gott kommen oder in der Heiligung wachsen können, wenn wir etwas von Gott brauchen, dann betrügen wir uns selbst. Es gibt viele Christen, die ein Leben ohne Gott leben und Gott nicht wirklich hingegeben sind, aber von Gott erwarten, dass Er sie in schwierigen Entscheidungen führt und leitet. So funktioniert das nicht. Völlige Hingabe und Heiligung sind Voraussetzungen für Gottes Leitung und Führung. Wenn wir Gott nur unsere gewünschten Optionen vorlegen, von denen Er sich dann eine aussuchen darf, werden wir Gottes Willen nicht erkennen.

Die Voraussetzung, um Gottes Willen zu erkennen, ist, Seinen Willen zu tun. Gottesfurcht ist die Voraussetzung für Gottes Führung. In Psalm 25,12+14 verheißt Gott uns, dass Er diejenigen führt und leitet, die Ihn fürchten. Gott offenbart Seine Geheimnisse denen, die Ihn respektieren und Ehrfurcht vor Ihm haben. Gottesfurcht ist der Anfang der Erkenntnis (vgl. Spr. 9,10). Gott hat eine ganze Menge von Seinem Willen sehr konkret aufgeschrieben. Wir wissen genau, was Sünde ist. Wir wissen genau, wie Gott sich unser Leben vorstellt (Bergpredigt, Briefe, Evangelien). Gott hat uns nicht nur klare und deutliche Anweisungen und Gebote gegeben, sondern auch Vorbilder, an denen wir sehen dürfen, wie Gott sich einen Christen vorstellt, allen voran Christus. Wir wissen genau, was der Wille Gottes ist. Er hat seinen Willen sehr klar definiert und offenbart. Wenn wir Gottes Willen erkennen wollen, müssen wir Seinen bereits offenbarten Willen tun.

2. Prinzip: Gott offenbart Sündern Seinen Willen

Psalm 25,8-9: Der HERR ist gut und gerecht, darum weist Er die Sünder auf den Weg. Er leitet die Elenden in Gerechtigkeit und lehrt die Elenden Seinen Weg.

Gott zeigt Sündern den Weg. Wir alle haben es nötig zu beten: „Herr, vergib mir meine Schuld, denn sie ist groß“ (Ps. 25,11). Wir alle sind darauf angewiesen, dass Gott nicht an die Sünden unserer Jugend denkt, sondern dass Er in Seiner Gnade an uns denkt (vgl. Ps. 25,7). Wir alle sind davon abhängig, dass Gott uns immer wieder neu aus dem Netz der Sünde zieht. Wir alle brauchen täglich Vergebung. Gott leitet diejenigen, die sich ihrer Abhängigkeit von Gott bewusst sind. In Psalm 25,9 heißt es, dass Gott die Elenden, die Sanftmütigen, die Gebeugten oder auch die Demütigen leitet. Demut und Gottesfurcht gehen Hand in Hand. Wenn wir erkennen wie groß und stark Gott ist, dann fällt es uns nicht schwer, uns einzugestehen, wie klein und schwach wir ohne Ihn sind.

3. Prinzip: Gottes Wille ist immer das Beste für uns und das Schlechteste für unser Fleisch

Gott möchte für Seine Kinder nur das Beste. Wenn Gott sagt, dass wir etwas tun oder lassen sollen, dann will Er uns damit nicht schaden. Er will uns beschützen und uns helfen. Er möchte uns vor dem bewahren, was uns schadet. Gottes Wille ist immer gut, wohlgefällig und vollkommen (vgl. Röm. 12,2). Gottes Wille ist es, dass alles dazu dient, dass wir Christus ähnlicher werden (vgl. Röm. 8,28-29). Christus ähnlicher zu werden, ist das Beste für uns und das Schlechteste für unser Fleisch. Gott möchte, dass unser Fleisch mehr und mehr abnimmt und Christus in uns immer mehr wächst. Unser Fleisch ist das Schlechteste und Gefährlichste für uns, was es gibt. Der Teufel ist weniger gefährlich für uns als unser Fleisch. Der Teufel hat keine Macht mehr über Kinder Gottes. Er kann uns nur schaden, wenn wir fleischlich leben und eigene, gottlose Wege gehen. Christus ist das Beste für uns. Er ist auch derjenige, der uns vor dem Teufel beschützt. Gott meint es gut mit uns und wenn Er uns schwere Wege führt, meint Er es trotzdem gut mit uns.

4. Prinzip: Gott zeigt uns die richtige Wahl, aber wir müssen selbst wählen

Psalm 25,12: Wer ist der Mann, der den Herrn fürchtet? Er weist ihm den Weg, den er wählen soll.

Wenn wir Gott fürchten, weist Er uns den Weg, den wir wählen sollen. Wenn mehrere Wege und Türen uns zur Auswahl stehen, zeigt Gott uns, welches der richtige Weg und welche die richtige Tür ist, aber wir müssen selbst entscheiden, ob wir auch diesen Weg gehen. Gott weist uns den Weg, den wir wählen sollen, nicht den Weg, den wir wählen müssen. Wir können auch einen anderen Weg gehen. Gottes Wille ist immer klar und unmissverständlich. Gott redet nie zweideutig. Gott hat Seinem Volk durch die Wolken- und Feuersäule immer klar gezeigt, was sie in der Wüste tun sollten, wann sie aufbrechen sollten, wann sie stehen bleiben sollten. Gideon, Abraham, Noah, Elia, Mose wurde von Gott ganz klar gezeigt, was sie tun sollten. Die Apostel haben alle einen klaren Ruf von Gott bekommen. Keiner hat gesagt: „So Herr Jesus, ab jetzt bin ich dein Apostel.“ Viele sagen, dass man nicht nach dem Willen Gottes fragen müsse, sondern einfach tun solle, was man selbst für richtig hält, weil Gott einen schon davon abhält, wenn man dabei ist, etwas Falsches zu tun, wie Er es bei Paulus getan hat. Die Geschichte in Apostelgeschichte 16,6-10, in der Paulus vom Heiligen Geist verwehrt wurde, nach Bithynien zu reisen, wird oft als Argument für überstürztes, fleischliches Handeln und gottlosen Aktionismus verwendet. Paulus war so empfindsam für das Reden Gottes, dass der Geist Gottes ihn durch den Blick Seiner Augen lenken und ihm den Weg zeigen konnte, auf dem er wandeln sollte.

Psalm 32,8-9: Ich will dich unterweisen und dir den Weg zeigen, auf dem du wandeln sollst; Ich will dir raten, Mein Auge auf dich richten. Seid nicht wie das Ross und das Maultier, die keinen Verstand haben; mit Zaum und Gebiss, ihrem Geschirr, muss man sie bändigen, weil sie sonst nicht zu dir nahen!

Damit Gott uns so mit Seinen Blicken vor falschen Wegen bewahren kann, dürfen wir nicht so dumm sein wie das stolze Pferd und das eigenwillige, störrische Maultier. Ein stolzes Pferd rennt Gott voraus, ohne auf den Rat Gottes zu warten. Ein eigenwilliges Maultier bleibt stehen, obwohl Gott Seinen Willen schon klar offenbart und den richtigen Weg schon vorgegeben hat (vgl. MacDonald, 1989). Gott unterweist uns und zeigt uns den Weg, auf dem wir wandeln sollen. Dazu müssen wir in das Angesicht Gottes schauen und Ihn genau kennen. Wer durch den Blick Gottes geleitet werden will, muss Blickkontakt zu Gott halten. Paulus kannte Gott. Er konnte unterscheiden, ob der Geist Gottes ihm Einhalt gebietet oder ob der Teufel ihm Steine in den Weg legt und ihn daran hindert, nach Thessalonich zu gehen (vgl. 1. Thess. 2,18). Paulus kannte den Unterschied zwischen den Türen des Teufels und den Türen Gottes. Er konnte beurteilen, ob eine Tür von Gott oder vom Teufel geöffnet oder verschlossen wurde. An anderer Stelle bittet Paulus Gott darum, dass Gott den Pfahl aus seinem Fleisch entfernt, worauf Gott ihm antwortet: „Lass dir an meiner Gnade genügen, denn meine Kraft ist in den Schwachen mächtig“ (2. Kor. 12,9). Gott hat einen Engel Satans benutzt, um Paulus vor Stolz zu bewahren. Können wir unterscheiden, ob es der Geist Gottes, ob es der Teufel oder ob es Gott durch einen Engel Satans ist, der uns von etwas abhält? Wenn wir diese drei Möglichkeiten nicht unterscheiden können, haben wir es nötig, nach Gottes Willen zu fragen. Wenn wir nicht unterscheiden können, wer Türen in unserem Leben öffnet und schließt, haben wir es nötig, nach Gottes Willen zu fragen.

Paulus war in der Begebenheit in Apostelgeschichte 16 auf seiner zweiten Missionsreise. Er kannte Gott und deshalb konnte Gott ihn durch Seine Blicke leiten. Wenn Gott uns von etwas abhalten möchte, dann reicht der Blick des Vaters aus, um dem Kind zu zeigen, dass das, was es gerade vorhat, zu tun, falsch ist. Wenn Gott uns vor falschen Wegen bewahren möchte, dann reicht ein Blick (bspw. Gewissensbisse, Unruhe, fehlender Friede, Ungewissheit etc.) aus, um uns Seinen Willen zu zeigen. Wenn Gott uns den richtigen Weg zeigt, dann wird Er unmissverständlich klarmachen, was Sein Wille ist. Wenn Gott will, dass wir durch eine bestimmte Tür gehen, dann wird Er uns das auch deutlich zeigen. Es gibt einen Unterschied in der Art und Weise wie Gott redet, wenn Er uns von etwas abhalten möchte, und wenn Er von uns möchte, dass wir etwas tun. Wenn Gott uns vor einem falschen Weg bewahren und uns von falschen Wegen abhalten will, dann leitet Er uns oft durch den Blick Seiner Augen. Wenn Gott uns den richtigen Weg zeigen möchte, dann leitet Er uns durch ein klares und deutlich gesprochenes Wort. Gott hatte Paulus durch den Blick Seiner Augen davon abgehalten, nach Bithynien zu ziehen, indem der Geist Gottes es ihnen nicht zuließ. Den neuen Weg nach Mazedonien erkannte Paulus durch ein gesprochenes Wort Gottes in einem Traum. Gott hat verschiedenste Möglichkeiten, uns Seinen Willen zu offenbaren. Solange wir Gott noch nicht so gut kennen, wie Paulus Ihn bei seiner zweiten Missionsreise kannte, müssen wir Ihm die gleichen Fragen stellen, die Paulus Ihm am Anfang seines Glaubenslebens gestellt hatte: „Wer bist du, Herr?“ und „Herr, was willst du, dass ich tun soll?“ (Apg. 9,5-6). Um zu wissen, was Gott will, müssen wir Ihn sehr genau kennen. Wenn wir Gott nicht kennen, können wir auch nicht wissen, was Er von uns will. Paulus war von Gott dazu berufen, als Apostel der Heiden zu dienen. Paulus ist diesem Ruf gefolgt und hat überall, wo er hinkam, das Evangelium verkündigt. Er war Gott gehorsam und hat im Willen Gottes gelebt, ohne ständig nachzufragen, ob das, was er tut, richtig ist, weil er sich Gottes Berufung gewiss war. Es war für Paulus nicht primär relevant, in welche Stadt er als nächstes geht, um das Evangelium zu verkündigen. Jede Stadt hatte das Evangelium gebraucht. Paulus hatte eine klare und deutliche Berufung, die Gott ihm offenbart hatte.

Gott unterscheidet bei der Art und Weise, wie Er uns leitet, zwischen strategischen Entscheidungen (bspw. Partnerwahl) und operativen Entscheidungen (bspw. alltägliche Entscheidungen). Strategische Entscheidungen sind einmalige, wesentliche und lebensverändernde Entscheidungen. Operative Entscheidungen sind mehrmalige, unwesentliche und alltagsverändernde Entscheidungen. Bei strategischen Entscheidungen will Gott, dass wir uns durch eine eindeutige Berufung von Ihm leiten lassen. Die Entscheidung, dass Paulus ein Apostel der Heiden sein sollte, war eine strategische Entscheidung Gottes, die Er durch eine klare Berufung an Paulus kommuniziert hat. In welchen Städten Paulus das Evangelium verkündigen sollte, war eine operative Entscheidung. Natürlich hat Gott Paulus auch in dessen operativen Entscheidungen geleitet, aber nicht mehr durch eine derart offensichtliche Berufung wie der Berufung zum Apostel der Heiden. Die Entscheidung nach Mazedonien zu gehen, war eine strategische Entscheidung Gottes, weil Er wollte, dass das Evangelium in Europa verkündigt wird, weshalb Er klar und deutlich in Paulus‘ operative Pläne eingegriffen hat und ihn dazu berufen hat, nach Mazedonien zu gehen. Wenn darüber entschieden wird, wer Ältester einer Gemeinde werden soll, ist das eine strategische Entscheidung Gottes, bei der durch viel Gebet und Fasten auf den Rat und auf die klare Berufung Gottes gewartet werden muss. Wenn es darum geht, zu entscheiden, welches Lied man am Sonntag in der Gemeinde singt, ist das eine operative Entscheidung, über der nicht wochen-, monate-, und jahrelang gebetet und gefastet werden muss. Weil Paulus Gott in dem gehorsam war, was Gott bereits offenbart hatte, hat Gott ihm weitere Offenbarungen geschenkt und ihm den richtigen Weg ganz klar gezeigt, woraufhin Paulus sich sicher war, dass Gott ihn zu etwas anderem berufen hatte. Paulus sollte das Evangelium nicht nur in der Provinz Asia verkündigen, sondern auch in Mazedonien. Es ist Gott nicht egal, was wir wann und wo machen. Er will das was, wann und wo bestimmen. Die Provinz Asia besuchte Paulus auf seiner dritten Missionsreise. Gott musste erst durch Apollos den Samen des Wortes Gottes in der Provinz Asia und in Ephesus aussäen, bevor Gott durch Paulus wirken und ernten konnte. Die einst verschlossene Tür auf seiner zweiten Missionsreise wurde zu einer geöffneten Tür auf seiner dritten Missionsreise. Manche Türen öffnet Gott erst nach sehr langer Zeit, weil die Vorbereitungen für die geöffnete Tür noch nicht abgeschlossen wurden. Apollos hatte erst nur die Taufe des Johannes gepredigt. Erst als Paulus kam, haben die Epheser das ganze Evangelium verstanden (vgl. Apg. 18,23-19,7). Gott zeigt Seinen Willen immer klar und eindeutig. Wenn Gottes Wille nicht klar und eindeutig ist, dann hat Er uns Seinen Willen nicht gezeigt. Wir müssen lernen, auf Gottes Rat zu warten und nicht aus einer Begierde heraus, die nicht warten will, zu handeln (vgl. Ps. 106,13-14). Gottes Wille zielt immer darauf ab, uns näher zu Gott zu bringen (vgl. Ps. 32.9) und uns Christus ähnlicher zu machen (vgl. Röm. 8,28-29).

5. Prinzip: Gott offenbart Seinen Willen immer nur stückweise

Wir werden nie den ganzen Plan Gottes kennen. Wir müssen jeden Schritt im Vertrauen auf Gott gehen und durch jede Tür einzeln nacheinander eintreten. Welcher Schritt als nächstes kommt, zeigt Gott uns erst dann, wenn der nächste Schritt gemacht werden muss. Er wird uns den übernächsten Schritt oder die übernächste Tür nicht zeigen. Gott löst diese Ungewissheit und diese Spannung nicht auf. Auch wenn wir oft den nächsten Schritt noch nicht einmal erahnen können, dürfen wir darauf vertrauen, dass Gott nicht nur den nächsten Schritt, sondern den ganzen Weg kennt. Er erwartet von uns, dass wir Ihm vertrauen, dass Er den ganzen Weg schon kennt und uns nicht alleine lassen wird. Gott erwartet, dass wir uns von Ihm abhängig machen. Gott zeigt uns nicht, was morgen alles passieren wird, aber Er wird uns heute führen und leiten, wenn wir Ihn lassen. Gott schenkt immer Klarheit über den nächsten Schritt und diesen Schritt müssen wir dann gehen. Er zeigt Seinen Willen nicht immer auf spektakuläre und aufsehenerregende Art und Weise. Wir werden sehr wahrscheinlich nie eine Hand sehen, die Gottes Wille an eine Wand schreibt (vgl. Dan. 5,5). Gottes Stimme ist die Stimme eines sanften Säuselns wie bei Elia (vgl. 1. Kö.19,12). Manchmal wird uns durch einen Bibelvers plötzlich klar, was Gott von uns will. Manchmal benutzt er eine Predigt oder andere Menschen. Er benutzt Umstände und öffnet oder schließt Türen. Er lenkt Umstände so, wie wir es nicht erwartet hatten. Er schenkt Frieden und Gewissheit über einer Sache oder ein Anliegen ins Herz wie bei Nehemia. Gott kann auch durch Träume leiten. In den wichtigsten Entscheidungen des Lebens müssen wir auf Gottes überdeutlichen Willen warten. Menschen verwechseln oft das überdeutliche Reden Gottes mit einem Zeichen. Sie warten oft auf ein Zeichen, obwohl Gott ihnen Seinen Willen schon überdeutlich gezeigt hat. Gideon hatte seinerzeit um ein Zeichen gebeten (vgl. Ri. 6). Zeichen kann man aber manipulieren. Wenn wir Gott um ein Zeichen bitten, müssen wir aufrichtig sein und dürfen nicht die rechte Hand Gottes spielen, um das Eintreffen des Zeichens zu beeinflussen. Wir dürfen aus Zeichen auch keine Götzen machen. Gottes Reden wird nie Seinem allgemein geoffenbarten Willen widersprechen. Zeichen dürfen nie dazu missbraucht werden, Gottes Wort nicht zu gehorchen. Kein noch so eindeutiges Zeichen wird Gottes Wort je außer Kraft setzen. Der Wunsch nach Zeichen kann auch ein Zeichen für einen schwachen und unreifen Glauben sein. Viele Christen besitzen nicht den Mut, Schritte im Glauben zu wagen, wenn Gott ihnen kein Zeichen gegeben hat. Sie wollen keine Verantwortung für ihre Entscheidung übernehmen und meinen, dass, wenn Gott ihnen ein Zeichen gegeben hat, Er damit auch für ihre Entscheidung verantwortlich sei. Wir können die Verantwortung für Entscheidungen nicht durch Zeichen auf Gott schieben. Je mehr wir im Glauben wachsen, desto mehr nimmt Gott uns in die Verantwortung bei Entscheidungen. Wenn wir aufrichtig sind, wird Gott Seinen Willen entsprechend Seinem eigenen, biblischen Prinzip immer durch zwei oder drei Zeugen bestätigen. Gott hatte Gideon gezeigt, was er tun sollte, aber Gideon musste sich selbst entscheiden, ob er den Willen Gottes tut.

6. Prinzip: Gott diskutiert nicht mit uns über Seinen Willen

Gott diskutiert nicht mit uns über Seinen Willen und Er zwingt ihn uns auch nicht auf. Wenn wir uns, nachdem Gott uns Seinen Willen gezeigt hat, ein Argument nach dem anderen überlegen, warum das, was Gott gesagt hat, falsch und übertrieben ist und anfangen, zu versuchen, Gottes Willen zu entkräften und als unwahr darzustellen, weil, wenn das, was Er sagt, wahr wäre, wir unser ganzes Leben ändern und Buße tun müssten, dann kann es sein, dass die Stimme Gottes in unserem Leben immer leiser wird. Wenn wir in unserem Inneren mit Gott diskutieren, weil wir nicht tun und nicht annehmen wollen, was Er sagt, weil es uns verurteilt und bloßstellt und Buße erfordern würde, wird Er sich nicht auf diese Diskussion einlassen. Er wird es zulassen, dass wir unser Herz verstocken. Er wird die Diskussion, die wir mit Ihm führen wollen, bewusst verlieren oder uns sehr streng zurechtweisen. Wenn wir Gottes Willen selbst nach mehrmaligem Zurechtweisen nicht tun wollen, wird Er sich zurückziehen. Das nennt die Bibel „den Geist Gottes dämpfen oder betrüben“ (vgl. Eph. 4.30). Als Mose meinte, dass er mit Gott über Seinen Willen diskutieren könne, wurde Gott sehr zornig (vgl. 2. Mo. 4,14). Diskussion über Gottes Wille ist keine Option. Es gibt nur 2 Möglichkeiten: bewusster Gehorsam oder bewusster Ungehorsam.

7. Prinzip: Gott offenbart Seinen Willen, damit wir Ihn selbst besser kennen lernen

Er zeigt uns Seinen Willen, damit wir ihn tun und Er sich uns dann noch mehr offenbaren kann. Wir sind Gottes Freunde, wenn wir Seinen Willen tun (vgl. Joh. 15,14). Und wenn wir seine Freunde sind, dann verkündet Gott uns, was Er tut. Ein Freund Gottes weiß, was Gott tut. Ein Herr offenbart seinem Knecht nicht, was er tun möchte, aber unter Freunden redet man über das, was man vorhat, über das, was man geplant hat und über das, was einem Freude bereitet. Ein Freund Gottes kennt Gott. Ein Freund Gottes weiß, was Gott will und weiß, was Gott nicht will. Gott verheimlicht Seinen Freunden nicht, was Er tun will (vgl. 1. Mo. 18,17). Er hatte Abraham in Sein Vorhaben mit Sodom und Gomorra eingeweiht, weil Abraham ein Freund Gottes war (vgl. Jak. 2,23). Gott offenbart sich denen, die Seinem Willen gehorchen. Wenn wir Gottes Gebote halten und Seinen Willen tun, lieben wir Gott und Er wird sich uns offenbaren (vgl. Joh. 14,23). Wenn wir Gottes Willen nicht tun, wird Er sich uns auch nicht offenbaren. Gott vertraut sich uns nicht an, wenn wir Ihm ungehorsam sind. Abraham meinte, dass er Gott nachhelfen müsse, damit Gottes Wille auch geschehe. Gott hatte ihm einen Sohn verheißen, aber Abraham hat Gott nicht vertraut. Er war ungehorsam und ist eigene Wege gegangen. Er hat einen Sohn mit Hagar gezeugt, weil er Gott nicht vertraut hat, dass Er ihm und Sara einen Sohn schenken kann. Weil Abraham eigene Wege gegangen ist, hat Gott 13 Jahre lang nicht mit ihm geredet (vgl. 1. Mo.17,1). Gott offenbart sich uns nicht, wenn wir Ihm ungehorsam sind. Wir sind keine Freunde Gottes, wenn wir Ihm nicht gehorchen. Gott möchte, dass wir Ihn besser kennen lernen und der Schlüssel zur Erkenntnis Gottes ist Gehorsam. Gott will, dass wir Ihn selbst erkennen und keine Sünde zwischen uns und Ihm steht. Er hat sich uns durch Seinen Sohn geoffenbart und möchte uns durch Seinen Heiligen Geist führen und leiten.