Die Fürsorge GOTTES und die Sorgen der Menschen

Phl. 4,6-7: Sorgt euch um nichts; sondern in allem lasst durch Gebet und Flehen mit Danksagung eure Anliegen vor Gott kundwerden. Und der Friede Gottes, der allen Verstand übersteigt, wird eure Herzen und eure Gedanken bewahren in Christus Jesus!

In Markus 4,35-41 gibt es eine Begebenheit, in der diese Verse aus dem Philipperbrief relevant waren und in der diese Verse hätten angewendet werden müssen. Die Jünger hatten in dieser Begebenheit in Markus 4 scheinbar jeden Grund, sich Sorgen zu machen. Sie befanden sich in einem Schiff auf einem stürmischen See. Der Sturm, der sie wohl überrascht hatte, war so groß, dass das Schiff sich mit Wasser zu füllen begann. Sie hatten Todesangst und der Herr schlief. Als sie Ihn weckten, stillte Er den Sturm und fragte sie ganz vorwurfsvoll, warum sie so kleingläubig seien. Der Herr hat diese Sturmstillung benutzt, um die theoretische Lehre, die dieser Begebenheit vorangestellt war, im Leben Seiner Jünger zur Anwendung zu bringen. GOTT wollte, dass Seine Lehre in die Praxis umgesetzt wird, weil Glaube ohne Werke tot ist. An Land war es für die Jünger einfach, zu glauben und zu vertrauen und sich keine Sorgen zu machen. Auch ein ruhiger See oder ein kleinerer Sturm hätte die erfahrenen Fischer keinen großen Glauben gekostet. Der Herr hat sie in eine Situation gebracht, in der sich zeigen sollte, ob ihr Glaube echt war und ob sie wirklich gelernt hatten, was Er sie lehren wollte.

Im 4-ten Kapitel des Markus-Evangeliums werden uns vier Gleichnisse überliefert. Das Gleichnis vom Sämann, das Gleichnis vom Licht auf dem Leuchter, das Gleichnis vom Wachstum der Saat und das Gleichnis vom Senfkorn. Im Vers 2 heißt es: „Und Er lehrte sie vieles in Gleichnissen und sagte zu ihnen in Seiner Lehre“. Jedes dieser Gleichnisse verbindet ein Hauptgedanke. Es geht immer um eine Wirkung, die das Wort GOTTES in Seinem Reich hat. Der Glaube kommt aus der Predigt und die Predigt kommt aus dem Wort GOTTES. GOTTES Reich wird durch GOTTES Wort gebaut. Im Gleichnis vom Sämann lernen wir, dass das Wort GOTTES bei unterschiedlichen Menschen unterschiedliche Wirkungen hervorbringt. Im Gleichnis vom Leuchter lernen wir, dass das Wort GOTTES oder der Herr, wenn wir es oder Ihn auf einen Leuchter stellen, erhellen, offenbaren und aufdecken. Im Gleichnis vom Wachstum der Saat geht es darum, dass dieses Wort GOTTES einen unsichtbaren Prozess des Wachstums im Herzen von Menschen bewirkt und im Gleichnis vom Senfkorn geht es darum, dass das Reich GOTTES oder das Wort GOTTES klein beginnen und mit der Zeit sehr groß werden.

Das Gleichnis vom Sämann (Mk. 4,13-20)

Ich glaube, dass die ersten beiden Gruppen im Gleichnis vom Sämann keine Kinder GOTTES darstellen, die letzten beiden Gruppen aber schon. Das Kennzeichen der ersten und zweiten Gruppe war, dass sie keine Wurzel hatten, sprich Namenschristen waren. Die letzten beiden Gruppen haben beide eine Wurzel in sich. Die dritte Gruppe hatte eine Wurzel, aber keine Frucht und die vierte Gruppe hatte sowohl Wurzel als auch Frucht. Die Gründe für die fehlende Frucht bei der dritten Gruppe waren die Sorgen dieser Weltzeit, der Betrug des Reichtums und die Begierden nach anderen Dingen. Da wir uns mit dem Gedanken, den Samen GOTTES unter Tränen auszusehen, auseinandersetzen möchten, wollen wir uns nur auf die erste Ursache für Unfruchtbarkeit beschränken, die Sorgen dieser Weltzeit. GOTT sagt, dass die Sorgen dieser Weltzeit das Wort GOTTES ersticken, sodass es unfruchtbar wird. Nicht jede Sorge, die wir haben, ist eine Sorge dieser Weltzeit. Wenn wir uns um das Heil von unseren Mitmenschen Sorgen machen, ist das keine Sorge dieser Weltzeit, sondern eine Sorge der Ewigkeit. Es gibt schlaflose und sorgenvolle Nächte ohne guten Grund und es gibt schlaflose und sorgenvolle Nächte aus guten Gründen. Sorgen dieser Weltzeit beziehen sich ausschließlich auf das Leben hier auf dieser Erde. Sorgen dieser Weltzeit sind für ein Kind GOTTES unangebracht. Das größte Problem, das wir hatten, hat der Herr bereits am Kreuz und durch Seine Auferstehung gelöst; alle anderen Probleme sind im Vergleich dazu unbedeutend. Wenn der Herr das Problem der Sünde lösen konnte, dann kann Er jedes Problem lösen. Es gibt kein größeres Problem als das Problem der Sünde. Die Jünger hatten sich in dieser Begebenheit unangebrachte Sorgen gemacht. GOTTES Wort wurde durch die Sorgen der Jünger erstickt. Der Herr hatte zu Seinen Jüngern in Vers 35 gesagt: „Lasst uns hinüberfahren an das jenseitige Ufer!“ Das war eine Verheißung. Die Verheißung, die in diesem Vers versteckt ist, ist zwar nicht als eine Verheißung formuliert, wenn wir aber genau hinschauen, hat der Herr Seinen Jüngern hier verheißen, dass sie das andere Ufer erreichen werden. Wenn GOTT zu uns sagt: „Lasst uns hinüberfahren ans jenseitige Ufer!“, dann können wir uns auch sicher sein, dass wir das jenseitige Ufer erreichen werden. Wenn GOTT zu uns sagt, dass wir mit Ihm ans jenseitige Ufer fahren sollen, dann besteht kein Zweifel darüber, dass wir mit GOTT ans jenseitige Ufer fahren werden. GOTT steht zu Seinem Wort. GOTT umgibt uns mit Seiner Fürsorge. Trotzdem begannen die Jünger, sich Sorgen zu machen. Sie sahen die Wellen und fürchteten sich. Die Wellen begannen schon das Boot zu füllen, als sie den Herrn aufweckten und Ihm Seine scheinbare Ignoranz vorhielten. Sie fragten Ihn: „Meister kümmert es dich nicht, dass wir umkommen?“ Wie hätten sich die Jünger hier richtig verhalten müssen? Hätten sie sich neben den Herrn legen sollen? Hätten sie einfach selbst zum Sturm sagen sollen, dass er aufhören solle? Dass sie zum Herrn gekommen sind, war richtig. Es heißt ja: „Sorgt euch um nichts, sondern in allem lasst durch Gebet und Flehen mit Danksagung eure Anliegen vor GOTT kundwerden“ (Phl. 4,6). Dass sie sich an den Herrn gewendet hatten, war richtig, aber die Art und Weise, wie sie zu Ihm gekommen waren, war falsch. Sie hätten den Herrn um Hilfe bitten sollen. Sie kamen nicht zum Herrn, weil sie gehofft hatten, dass Er ihnen hätte helfen können. Sie kamen nicht, weil sie geglaubt hatten. Für sie stand bereits fest, dass sie sterben würden. Sie sahen keinen Ausweg und menschlich gesehen hatten sie recht. Sicherlich hatten sie gegen den Sturm gekämpft und ihr Bestes als erfahrene Fischer getan, aber sie hatten den Herrn nicht um Hilfe gebeten. Sie hatten den Herrn bestimmt nicht schlafen lassen, weil sie Ihm Seine wohlverdiente Ruhe gegönnt haben. Es ist sowieso sehr erstaunlich, dass der Herr hier schlafen konnte, ähnlich wie bei Petrus als er im Gefängnis war. Die Jünger meinten, dass sie den Herrn nicht einmal zum Wasserschöpfen gebrauchen konnten. Da Wasser im Boot war, musste das Wasser wieder aus dem Boot hinaus und je mehr Wasser im Boot war, umso mehr Menschen brauchte man, um das Wasser wieder aus dem Boot hinauszubefördern. Die Jünger hielten den Herrn aber nicht einmal für kompetent oder wichtig genug, dass Er ihnen dabei helfen könnte, das Wasser aus dem Boot zu schöpfen, obwohl sie offensichtlich jeden Mann gebraucht hätten. Der Herr stand nicht auf ihrer Liste möglicher Optionen. Sorgen ersticken das Wort GOTTES. Sorgen verhindern das Eingreifen GOTTES in unserem Leben. Sorgen betrüben den Heiligen Geist. Die Jünger hätten zum Herrn kommen müssen und Ihn an Seine Verheißung, dass sie ans jenseitige Ufer fahren sollten, erinnern müssen. Sie hätten Ihm vertrauen müssen, dann hätten sie inneren Frieden gehabt, auch wenn der Sturm nicht sofort aufgehört hätte. Die Frucht des Friedens ist ihnen verwehrt geblieben, weil ihre Sorgen die Verheißung GOTTES erstickt haben. Sie hatten die Gelegenheit, Frucht zu bringen, verpasst. Ihr Herz war nicht komplett verstockt. Es war kein steiniger Boden, aber sie hatten das Unkraut und die Dornen der Sorgen auf dem Boden ihres Herzens wachsen lassen.

Das Gleichnis vom Licht auf dem Leuchter (Mk. 4,21-25)

Die ersten beiden Gruppen in dem Gleichnis vom Sämann hatten keine Wurzel. Sie hatten nichts Belastbares und nichts Echtes und das bisschen an Samen, was sie hatten, wurde ihnen auch noch durch Vögel oder Verdorren genommen. Die dritte Gruppe hatte ihr Licht unter den Scheffel gestellt, bis es irgendwann ausgegangen ist (vgl. Mk. 4,21-25). Dornen und fehlende Frucht werden immer irgendwann sichtbar. Wenn die Sorgen dieser Weltzeit das Wort GOTTES in unserem Leben ersticken, wird das immer sichtbar. Die Wurzel wächst erst im Verborgenen, aber wenn irgendwann keine Frucht vorhanden ist und alles voller Dornen ist, kann man nichts verborgen halten, was nicht offenbar wird. Es gibt nichts, das so heimlich ist, dass es nicht irgendwann durch fehlende Frucht an den Tag kommt. Die Jünger waren nur Hörer, aber keine Täter. Sie konnten ihren Unglauben und ihre Zweifel am Sohn GOTTES nicht verstecken. Dieser Sturm hat offenbart, wie sie wirklich über den Herrn Jesus dachten. Wenn wir nur Ohren haben, die hören, aber keine Hände und Füße, die tun und laufen, dann sind wir Wurzeln, die niemals ihren Zweck der Frucht erfüllen. Wer Sünde verheimlichen will, wird niemals seine Bestimmung erreichen. Das Hören von GOTTES Wort ist einerseits Gnade für uns und andererseits Gericht. Wenn das Gehörte von uns in die Tat umgesetzt wird, dann ist es Gnade gewesen. Wenn das Gehörte von uns nicht in die Tat umgesetzt wird, dann ist es Gericht gewesen. Diejenigen, die GOTTES Wort gehört haben, werden mit einem anderen Maß von GOTT beurteilt, als diejenigen, die GOTTES Wort nicht gehört haben. Hörer empfangen ein strengeres Gericht als Nicht-Hörer. Mindestens das Maß, das wir anderen zumessen, wird auch uns zugemessen werden. Wenn wir nur Hörer, aber keine Täter des Wortes GOTTES sind, dann sollten wir die Taten anderer Menschen lieber nicht beurteilen. Wir dürfen nur das Maß verwenden, für das wir selbst groß genug sind. Wir dürfen niemanden bemessen, der größer ist als wir selbst, weil wir dadurch nur noch kleiner werden. Kinder GOTTES sollen ein Licht auf einem Scheffel sein. Sie sollen kein Leuchtturm sein. Leuchttürme zeigen uns nicht den richtigen Weg. Leuchttürme zeigen uns den falschen Weg. Leuchttürme warnen nur vor Klippen und gefährlichen Felsen. Sie sind nicht wie die Sterne, die uns den richtigen Weg zeigen. Sie zeigen uns nur, wohin wir auf keinen Fall zusteuern sollten. Leuchttürme sind groß und imposant und viele Menschen versuchen, so ein beeindruckender Leuchtturm zu sein. Wenn wir solche Menschen sehen, die beeindruckend und beliebt sein wollen, sollte uns das eine Warnung sein, weil genau das der falsche Weg ist. Die meisten Menschen geben sich nicht damit zufrieden, Häuser zu bauen. Sie wollen Türme bauen, um sich einen Namen zu machen. Sie wollen Türme bauen, die die Häuser anderer Menschen überragen. Bereits beim Turmbau zu Babel wollten Menschen sich durch den Bau eines großen Turms einen Namen machen (vgl. 1. Mo. 11,4). Selbst die Jünger wollten einen Turm bauen, um bekannt zu werden und mächtig zu sein (vgl. Mk. 10,35-45). Sie wollten die Ersten im Reich GOTTES sein. GOTT möchte nicht, dass wir anfangen, unsere eigenen Türme zu bauen, weil wir genauso scheitern werden, wie die Menschen in Lukas 15,28-30. Wenn wir Christus dazu benutzen wollen, unsere eigenen Türme zu bauen, werden wir schändlich scheitern. Die Kosten der Nachfolge sind zu hoch, als dass jemand, der seinen eigenen Turm bauen möchte, es vollenden könnte. Sobald Nachfolge für Turmbauer zu teuer wird, brechen sie den Turmbau ab, weil sie nicht die Mittel zur gänzlichen Ausführung hatten. Menschen wollen gerne Türme bauen. GOTT will, dass wir Seinen Tempel bauen. Menschen wollen gerne ihre Namen auf ihren vergänglichen Türmen vermeintlich verewigen. GOTT will, dass wir Seinen Namen in Seinem ewigen Tempel großmachen. GOTT will, dass wir Seine Gemeinde bauen. Er will, dass wir Tempel des Heiligen Geistes sind, durch die die Herrlichkeit GOTTES sichtbar wird und nicht das künstliche Licht unseres eigenen Turms das reine Licht GOTTES verschmutzt. Die Jünger waren in dem Sturm auf dem See umgeben von anderen kleinen Schiffen. Sie hatten die Möglichkeit für diese kleinen Schiffe, für die der Sturm noch viel gefährlicher war als für ihr großes Schiff, ein Licht zu sein. Kleine Schiffe kentern schneller als große Schiffe. Sie hätten ein Licht auf einem Leuchter in dieser stürmischen Finsternis sein können. Große Stürme gehen immer mit einer Finsternis einher. Es gibt kein Licht in großen Stürmen. Die Sonne verdunkelt sich, der Himmel wird bewölkt und es beginnt zu stürmen und zu regnen. Hätten die Jünger sich in dieser Situation keine Sorgen gemacht, hätten sie den anderen, schwächeren Schiffen Hoffnung geben können. Sie waren das einzige Schiff, das den Herrn hatte. In Vers 36 heißt es, dass die kleinen Schiffe mit „Ihm“ waren. Es heißt nicht, dass die kleinen Schiffe mit „ihnen“ waren, was mehr Sinn ergeben hätte. Die kleinen Schiffe waren mit dem Herrn unterwegs und nicht mit den Jüngern. Der Herr stillte nicht nur den Sturm der Jünger, Er stillte den Sturm für alle Schiffe auf diesem See. Er war das Licht in der Dunkelheit, das für alle geleuchtet hat. Der Herr hätte durch die Jünger scheinen können. Sie hätten ein Zeugnis sein können, aber sie waren kein Zeugnis. Sorgen ersticken unsere Frucht. Sie löschen unser Licht aus, sodass wir nicht mehr scheinen. Bevor wir in der Dunkelheit scheinen können, müssen wir im Dunkeln wachsen.

Das Gleichnis vom Wachstum der Saat (Mk. 4,26-29)

Der Same des Wortes GOTTES keimt in der Dunkelheit (vgl. Mk. 4,26-29). Ein Same muss täglich ums Überleben kämpfen. Es gibt Tage der Trockenheit und der Dürre, sodass der Same fast verdurstet und verdorrt. Dann gibt es Tage, wo Stürme den Samen beinahe überfluten und ertränken. Samen sieht man nicht in der Erde. Sie keimen und gehen auf, ohne dass wir es wissen. GOTTES Wort bringt von selbst Frucht, ohne dass wir es bemerken. Es ist ein Wunder, das man erst bemerkt, wenn der Halm die Erde durchbricht. Bevor man einen vollen Weizen haben kann, muss man erst einen Halm und eine Ähre wachsen lassen. Wenn man den Halm oder die Ähre abschneidet, wird man nie Frucht bekommen. Ein Halm und eine Ähre brauchen Zeit zum Wachsen. Frucht braucht Zeit. Erst wenn die Frucht reif ist, gibt es eine Ernte. Die Jünger waren noch nicht bereit für eine Ernte. Sie hatten ihre Glaubensprobe nicht bestanden. Der Herr hatte sich wie dieser Mann in dem Gleichnis schlafen gelegt und nachdem Er aufgewacht war, hatte der Same im Herzen Seiner Jünger noch kaum gekeimt. Der Herr ist ein Herzenskenner. Er weiß bei jedem Menschen, welche Art von Boden sein Herz darstellt. Wir sind wie der Mann in dem Gleichnis. Wir können einen Samen erst bewerten, wenn wir die Frucht sehen. Viele Samen keimen, kommen aber nie ans Tageslicht, weil sie einer Dürre oder einer Flut nicht standhalten konnten. Sie hatten keine tiefen Wurzeln. Sie wollten schnell ans Licht. Sie wollten Leuchttürme sein und keine Lichter auf einem Leuchter. Die Jünger wollten zu viel zu schnell erreichen. Sie dachten, dass sie diejenigen waren, die den Herrn mitnehmen könnten in ihrem Schiff. Sie meinten, dass sie über den Herrn bestimmen konnten. Die Jünger wollten Christus nicht nachfolgen, sondern Ihn mit in ihr Boot nehmen, um Ihn dahin zu fahren, wohin sie wollten. Anstatt Ihm nachzufolgen, wollten sie Ihn mitnehmen. Sie mussten lernen, dass sie noch sehr klein waren und noch weit davon entfernt waren, Frucht zu bringen. Sie wollten ernten, ohne zu wachsen und zu reifen. Durch den Sturm hat der Same des Wortes GOTTES in ihren Herzen tiefe Wurzeln geschlagen. Sie fragten sich, wer der Herr Jesus sei, dass sogar der Wind und der See Ihm gehorchten. Menschen können viele Dinge. Ärzte können Kranke heilen. Aber kein Mensch kann Naturgewalten beherrschen. Wir können sie teilweise verursachen, aber wir können sie nicht kontrollieren. Der Herr konnte nicht nur Kranke heilen, Er konnte auch über die Natur herrschen. Die Sturmstillung hatte einen großen Eindruck auf die Jünger gemacht. Sie gerieten in große Furcht vor dem Herrn. GOTTES Wort hatte in ihren Herzen zu keimen begonnen. Sie lernten mehr und mehr, dass sie sich keine Sorgen machen mussten, sondern sich auf den Herrn verlassen konnten. Ihre Furcht vor dem Sturm verwandelte sich in Furcht vor dem Herrn. Ihre Sorgen verwandelten sich in Staunen. Der Sturm wurde zur Stille. GOTT ist barmherzig, wenn wir zu Ihm kommen. Er vergibt uns die Sünde der Sorge und schenkt uns inneren Frieden.

Das Gleichnis vom Senfkorn (Mk. 4,30-34)

GOTTES Reich beginnt ganz klein (vgl. Mk. 4,30-34). Es beginnt bei dem Samen des Wortes GOTTES, das auf den Herzensboden eines Menschen gesät wird. Der Einfluss des Wortes GOTTES auf unser Leben beginnt ganz klein. Erst hören wir es, dann lesen wir es, dann studieren wir es und irgendwann, bestimmt es unser Denken und Handeln. GOTTES Reich wird durch GOTTES Wort gebaut. Die Jünger waren noch nicht so weit, dass Vögel unter ihrem Schatten und unter ihrer Obhut nisten konnten. Die kleinen Boote fanden keinen Schutz und keinen Zuspruch bei den Jüngern. Aber es kam die Zeit, dass die Jünger zu Aposteln und zu Säulen der Gemeinde wurden. Als Petrus im Gefängnis war, hat er in der Nacht vor seiner geplanten Hinrichtung so seelenruhig geschlafen, dass er von dem Engel gehauen werden musste, damit er aufwacht (vgl. Apg. 12,7). Er hatte sich keine Sorgen mehr gemacht. Der Friede GOTTES, der allen Verstand übersteigt, hat sein Herz und seine Gedanken bewahrt in Christus Jesus (vgl. Phl. 4,7). Petrus hatte nicht gehofft, dass GOTT Ihn befreien würde. Er dachte, dass er träume oder ein Gesicht sehe, als der Engel ihn aus dem Gefängnis führte. Er war sich sicher, dass schlimme und schreckliche Dinge ihn erwarteten. Trotzdem hat er sich keine Sorgen gemacht. Sich keine Sorgen zu machen, heißt nicht sich falsche Hoffnungen zu machen. Sich keine Sorgen zu machen, heißt GOTT zu vertrauen, ganz egal ob GOTT den Sturm stillt oder nicht. Die Jünger hatten alle diese Sturmstillung erlebt. Sie hatten aber auch alle bis auf Johannes den Sturm ihres Martyriums ertragen müssen. Sorgen verursachen innere Stürme. Wir haben nicht die Verheißung, dass GOTT jeden äußeren Sturm stillen wird, aber wir haben die Verheißung, dass GOTT jeden inneren Sturm stillen wird. Im Himmel wird es keine Stürme mehr geben, weder innere noch äußere. Die Stürme von Christen sind niemals hoffnungslos, weil jeder Sturm, ganz egal wie groß und furchteinflößend er ist, spätestens im Himmel gestillt wird. Stürme des Lebens sind immer Zeiten der Tränen und der Trauer. Stürme gehören zur Nachfolge dazu. Wir dürfen in diesen stürmischen Zeiten darauf vertrauen, dass es sich lohnt, Christus nachzufolgen, weil eine tränenvolle Aussaat immer zu ewiger Freude führt.

Psalm 126,5-6: Die mit Tränen säen, werden mit Freuden ernten. Wer weinend hingeht und den Samen zur Aussaat trägt, der kommt gewiss mit Freuden zurück und bringt seine Garben.

Bevor wir die Freuden und die Garben im Himmel ernten können, müssen wir das Weizenkorn, das GOTT uns anvertraut hat, in die Erde fallen und sterben lassen. Das Säen des Samens, das Fallenlassen des Weizenkorns in die Erde ist schmerzhaft und kostet viel. Es kostet viel Glauben, das Weizenkorn, das man heute hat und auf das man sich verlassen kann, an GOTT abzugeben und darauf zu vertrauen, dass dadurch mehr Frucht entsteht. Oft sind es die Tränen, die das Samenkorn benetzen, die zu einer reichen Ernte führen. Es ist nicht einfach, unsere Wünsche, unsere Sehnsüchte, unseren Willen, unsere Begabungen, unsere Zukunft und die Menschen, die wir am meisten lieben, an GOTT abzugeben und darauf zu vertrauen, dass Er Größeres und Schöneres damit vorhat, als wir uns vorstellen können. Es kostet Tränen und Leid, uns GOTT ganz hinzugeben und uns Ihm völlig anzuvertrauen. Wenn wir das, was uns am Liebsten und Wertvollsten ist, an GOTT abgegeben haben, dauert es lange bis wir sehen dürfen, dass GOTT daraus etwas völlig Neues macht. Das Weizenkorn, das in die Erde fällt, muss sterben. Es muss Dürren, Fluten und Stürmen standhalten, bevor daraus neue Frucht entsteht. Hingabe ist nicht einfach. Hingabe kostet uns alles, aber Hingabe führt zu großer Freude. GOTT sorgt dafür, dass Hingabe zu Freude führt und dass Sein Friede uns auch in stürmischen Zeiten erfüllt. GOTT sorgt für uns und deshalb müssen wir uns keine Sorgen machen.