
Nachdem der Herr sich eindeutig als Sohn GOTTES offenbart hatte, fuhr Er mit Seinen Jüngern über den See von Galiläa. Viele der Menschen, die Seine Wunder gesehen hatten und schaulustig waren, folgten Ihm nach. Einige benutzten dazu sicher Boote, wie der Herr selbst, andere nahmen wahrscheinlich sogar die Strapazen auf sich und wanderten um den See herum, um Jesus Christus bei weiteren Wundern zu beobachten. Christus hatte eigentlich vor, sich mit Seinen Jüngern zurückzuziehen und sich auszuruhen, nachdem Er sie ausgesandt hatte, um das Evangelium zu verkünden (vgl. Mk. 6), aber die Volksmenge ließ Ihm keine Ruhe. Obwohl Er sehr erschöpft sein musste, erbarmte Er sich über sie und begann, sie zu lehren und zu unterweisen. Da diese Menschen sehr weit gereist waren und keine Nahrung mit sich gebracht hatten, fragte der Herr Jesus Philippus, wie sie diese Menschen mit Brot versorgen könnten. Philippus ahnte nicht, dass er vom Herrn nur getestet wurde und eigentlich gar keine Lösung parat haben musste. Die Lösung für die Prüfung war der Prüfer selbst. Philippus wählte aber nicht den Ansatz des Gottvertrauens, sondern des Geldes. Er war durch seine Prüfung durchgefallen. Er hat sie nicht bestanden. Die richtige Antwort wäre gewesen, dass der Sohn GOTTES selbst das Brot ist, dass diese Menschen so dringend brauchten und dass der allmächtige GOTT bereits im Alten Bund Sein Volk mit Brot aus dem Himmel versorgt hatte und es jederzeit wieder tun konnte. Philippus glaubte noch nicht an den Sohn GOTTES. Er dachte, dass der Herr keinen ausgetüftelten Plan für diese missliche Lage hätte und sie tatsächlich aufgeschmissen waren. Mit den 200 Denaren, die sie besaßen, konnten sie diese Menschenmenge nicht mit ausreichend Brot versorgen. Sie konnten den Befehl ihres Herrn nicht ausführen, weil sie nur mit menschlichen Mitteln gerechnet hatten. Andreas wählte einen besseren Ansatz. Er brachte einen Jungen, mit fünf Broten und zwei Fischen zum Herrn. Es scheint so, als ob Andreas einen größeren und stärkeren Glauben besaß als die anderen Jünger. Er brachte Seinen Bruder zum Herrn, weil er glaubte, dass er den Messias gefunden hatte und er brachte auch die Griechen zum Herrn, weil er darauf vertraute, dass der Herr auch für die Nationen gekommen war (vgl. Joh. 12,21-22). Wenn man bedenkt, was für ein großes Problem Petrus mit dem Plan GOTTES, auch die Heiden in Seinen Heilsratschluss einzubeziehen, hatte, dann ragt Andreas in vielerlei Hinsicht weit über seinen Bruder hinaus. Der Herr kann immer mehr tun, als wir erwarten. Er übertrifft unsere Erwartungen, wenn wir Ihm vertrauen und uns Ihm hingeben. Jesus Christus konnte diese Menschen mit Brot und mit Fischen versorgen. Er hätte die fünf Brote und zwei Fische nicht benötigt, aber Er wollte Seine Geschöpfe in Sein Wirken miteinbeziehen. Der kleine Junge war offensichtlich der einzige, der für seine Reise etwas zu Essen mitgebracht hatte. Die anderen hatten nicht etwa aus Glauben nicht an Essen gedacht, sondern aus überstürztem und sensationsgierigem Fanatismus. Der Herr ließ die Menge sich in geordneten und überschaubaren Gruppen setzen, um ihre Versorgung und das Verteilen der Nahrung besser zu gewährleisten (vgl. Mk. 6,40). GOTT ist ein GOTT der Ordnung und nicht der Unordnung (vgl. 1. Kor. 14,33). Er ist ein GOTT des Friedens. Hätte der Herr die Menschen nicht in geordnete Gruppen aufgeteilt, hätte es sehr schnell zu einem Tumult kommen können, weil jeder etwas von dem Brot und den Fischen haben wollte. Unordnung führt immer zu Unfrieden, weil Chaos chaotisch ist. Der Herr hatte alles unter Kontrolle und ließ keine Unordnung zu. Er dankte Seinem Vater (siehe auch V. 23) und teilte die Brote und die Fische den Jüngern aus, welche sie dann an die Volksmenge weiterverteilten. Nachdem alle gesättigt waren, befahl der Herr Seinen Jüngern, die restlichen Nahrungsmittel einzusammeln, damit nichts davon verdirbt. Der Herr hatte für jeden der 12 Apostel einen vollen Korb mit Brot übriggelassen. Er sorgte sich um jeden einzelnen, damit sie nicht nur geistlich, sondern auch physisch ernährt wurden. GOTT wollte durch die Speisung der 5000 Seine Lehre über das Brot des Lebens illustrieren, damit die Menschen ihr Bedürfnis nach diesem himmlischen Brot erkannten. Das Volk interessierte sich aber nicht für die geistliche Speise, die der Herr ihnen anbot. Sie wollten einen König, der ihre irdischen Bedürfnisse befriedigen konnte. Christus erkannte ihr Vorhaben, Ihn zum König zu machen und eine Revolution gegen die Römer anzuzetteln, weshalb Er sich von der Volksmenge zurückzog.