
Seine Jünger sandte Er wieder zurück über den See Genezareth nach Kapernaum. Die Jünger hatten durch die Lektion mit den Broten nichts gelernt. Ihr Herz war verstockt (vgl. Mk. 6,52), weshalb der Herr sie durch Leid führen musste, damit der Same Seines Wortes in ihren Herzen Wurzeln schlagen konnte. Er musste erst ihr Herz umgraben und tiefe Furchen ziehen, damit Sein Wort tief in die Herzen Seiner Jünger eingepflanzt werden konnte. Er erweckte einen Sturm (vgl. Ps. 107,25-30). Stürme des Lebens kommen immer von GOTT. Für Stürme des Lebens können wir nichts. An unseren Irrwegen und an unserer Sünde sind wir selbst schuld, aber für die Stürme des Lebens haben wir keine Verantwortung. Stürme des Lebens werden von GOTT erregt und kontrolliert. Wir wissen nicht, wann sie kommen und wir wissen nicht, warum sie kommen. Plötzlich sind sie da und sie haben dann auch nicht vor, wieder zu gehen. Sie bleiben und sie machen uns Angst. Sie werfen unser Leben über den Haufen und bringen alles, was uns lieb und teuer ist ins Wanken. Sie nehmen keine Rücksicht und gönnen uns auch keine Auszeit, sodass wir uns erholen könnten. Wir wissen nicht, was wir machen sollen und sind mit unserer Weisheit am Ende. Manchmal scheint es so, wie wenn Stürme des Lebens an GOTT vorbeigehen oder GOTT an den Stürmen unseres Lebens vorbeigeht (vgl. Mk. 6,48). Manchmal scheint es so, als ob GOTT schliefe und nichts von unseren Problemen mitbekommt (vgl. Mk. 4,38). Wir wissen und glauben, dass GOTT zu jeder Zeit, jeden Sturm stillen kann, aber Er tut es meistens nicht. Wenn wir zu Ihm kommen und Ihn um Hilfe bitten, antwortet Er nur „Warum bist du so furchtsam, du Kleingläubiger? Wo ist dein Glaube?“ (Mk. 4,40 + Lk. 8,25). Durch Stürme des Lebens sollen wir lernen, GOTT zu vertrauen, egal wie düster die Umstände aussehen. Der Herr hatte auf dem Berg gesehen, dass Seine Jünger in Not waren (vgl. Mk. 6,48). Die Sorgen dieser Welt sollen das Wort GOTTES nicht mehr ersticken (vgl. Mk. 4,19). Durch Stürme sollen wir lernen, tiefere Wurzeln zu schlagen. In den Stürmen des Lebens sollen wir uns an die Verheißung klammern, dass Er uns in den ersehnten Hafen führen und unseren Sturm irgendwann stillen wird (vgl. Ps. 107,30). Hier auf dieser Erde haben wir keinen sicheren Hafen, aber wir haben einen sicheren und festen Anker der Seele, der hineinreicht in den ersehnten Hafen. Wir haben die Hoffnung, die ins Innerste hinter den Vorhang hineinreicht, wohin Christus als Vorläufer für uns hineingegangen ist (vgl. Heb. 6,19). An dieser Hoffnung sollen wir festhalten, egal wie groß die Stürme des Lebens sind. Wir haben die Verheißung, dass GOTT unsere Stürme stillen wird und wir haben die Verheißung, dass Er uns in den ersehnten Hafen führen wird. GOTT steht zu Seinen Verheißungen. Er lügt nicht und Er ist auch nicht zu schwach, um Seine Verheißungen zu erfüllen. Er ist allmächtig und souverän. Kein Sturm des Lebens ist Ihm verborgen und kein Problem ist Ihm zu schwierig. Manche Stürme stillt GOTT sofort, andere werden langsam schwächer und manche werden erst im Himmel gestillt. Manchmal stillt GOTT einen Sturm in unserem Leben so langsam, dass wir es nicht einmal merken, wenn Er ihn dann gestillt hat. GOTT kann auch hier auf dieser Erde, die Stürme unseres Lebens stillen, aber unser Leben wird hier nie sturmlos sein. Wenn die Stürme unseres Lebens uns zu stürmisch werden, dürfen wir zu GOTT schreien und Er wird uns aus unseren Ängsten erretten. Wenn GOTT auch die Stürme um uns herum nicht unbedingt stillen wird, wird Er doch die Stürme in unseren Herzen stillen und uns Frieden und Freude schenken. Wir sollen GOTT danken für Seine Gnade und für Seine Wunder an den Menschenkindern. Wir sollen GOTT rühmen und Ihn erheben, auch wenn Seine Gnade noch vor uns liegt und noch kein Wunder geschehen ist. Die Brote, die der Herr bei der Speisung der 5000 vermehrt hatte, konnten die Jünger nicht aus dem Sturm retten. Sie hatten 12 Körbe voll mit Brot an Bord, aber was sie brauchten, war das Brot des Lebens. Das gewaltige Wunder der Speisung der 5000 bewirkte bei den Jüngern keinen Glauben an den Messias, weil ihr Herz verhärtet war. Sie mussten erst durch großes Leid und durch große Not gehen, um zu erkennen, wer Jesus Christus wirklich war. Petrus musste erst in den Tiefen des Wassers versinken, um seine Abhängigkeit von Jesus Christus zu begreifen (vgl. Mt. 14,22-36). Der Herr hatte viele Nachfolger, die sich nicht wirklich für Ihn interessierten und die harten Worte Seiner Lehre nicht ertragen wollten. Seine engsten Vertrauten mussten durch die schweren Umstände des Lebens auf die noch schwereren Worte des Herrn vorbereitet werden, damit sie Ihn nicht wie viele andere verlassen würden. Es gab keinen Grund zur Furcht, weil der Herr genau wie bei der Speisung der 5000 alles unter Kontrolle hatte. GOTT kontrolliert nicht nur unseren Überfluss, sondern auch unseren Mangel. Er hat nicht nur die Kontrolle über eine ruhige See, sondern auch über eine stürmische. In dem Moment, als der Herr das Boot betrat, waren sie am anderen Ufer des Sees. Wenn wir dem Herrn die Kontrolle über unser Leben überlassen, dann bringt Er uns sicher ans Ziel.