
„Vor dem Passahfest aber, da Jesus wusste, dass Seine Stunde gekommen war, aus dieser Welt zum Vater zu gehen: wie Er die Seinen geliebt hatte, die in der Welt waren, so liebte Er sie bis ans Ende“ (Joh. 13,1).
Die Menschenmenge hatte die Auferstehung verpasst. Der Herr musste Ihnen ihren Unglauben und das kommende Gericht vor Augen halten. Den nächsten Abschnitt leitet der Herr mit einem „aber“ ein. Die Menge hatte Ihn durch Unglauben abgelehnt. Seinen Jünger „aber“ offenbarte Er sich auf eine neue Art und Weise. Der Herr liebte die Seinen und wollte Ihnen eine neue Lektion in Sachen Liebe beibringen. Er wusste sich vom Vater bestätigt und Er wusste, dass Seine Todesstunde gekommen war, aus der Welt zum Vater zu gehen. Trotzdem erniedrigte Er sich so kurz vor Seiner schwersten Stunde, um Seinen Jüngern die Füße zu waschen. Anstatt sich von Ihnen bedienen zu lassen, damit Er sich auf die Ihm bevorstehende Aufgabe fokussieren konnte, diente Er Ihnen. Wie oft hören wir damit auf, anderen Menschen zu dienen, wenn vor uns großes Leid, schwierige Umstände oder Aufgaben liegen? Oft sind wir nur bereit GOTT und unseren Mitmenschen zu dienen, wenn es uns nicht allzu viel kostet. Sobald es schwierig wird, hören die meisten Menschen damit auf, GOTT zu dienen. Wenn Leid auf uns zu kommt, wollen wir uns auf unsere eigenen Probleme konzentrieren. Wenn wir verletzt wurden, suchen wir unsere eigene Heilung. Der Herr hatte selbst vor Seiner schwersten Stunde nicht aufgehört, zu dienen. Wir vergessen oft, dass unser Licht erst dann hervorbrechen wird wie die Morgenröte und unsere Heilung erst dann rasche Fortschritte machen wird, wenn wir ungerechte Fesseln losgemacht, Knoten des Joches gelöst, Unterdrückte freigelassen und jegliches Joch zerbrochen haben. Wir müssen mit den Hungrigen unser Brot brechen, arme Verfolgte in unsere Häuser führen, Entblößte bekleiden und uns unserem eigenen Fleisch nicht entziehen, damit Gerechtigkeit wird vor uns hergeht und die Herrlichkeit des Herrn unsere Nachhut wird. Bevor wir zu GOTT rufen und der Herr uns antwortet, müssen wir das Joch aus unserer Mitte und das höhnische Fingerzeigen und unheilvolle Reden hinwegtun. Wenn wir den Hungrigen unser Herz darreichen und die verschmachtende Seele sättigen, dann wird unser Licht in der Finsternis aufgehen und unser Dunkel wird sein wie der Mittag. Dann wird der Herr uns ohne Unterlass leiten, unsere Seele in der Dürre sättigen und unsere Gebeine stärken, sodass wir wie ein wohlbewässerter Garten und wie eine Wasserquelle, deren Wasser niemals versiegen, sein werden (vgl. Jes. 58). Der Herr wusste, dass der Vater ihm alles in die Hände gegeben hatte und dass Er von GOTT ausgegangen war und dass Er zu GOTT ging. Er kannte Seine einzigartige Bedeutung und Macht und trotzdem erniedrigte Er sich zu dem am meisten verachteten Dienst. Christus ist der größte Held der Menschheitsgeschichte. Trotzdem erniedrigte Er sich dazu, die Füße Seiner Jünger zu waschen und etwas so unheldenhaftes zu tun. Er stand vom Mahl auf, legte Sein Obergewand ab, umgürtete sich mit einem Schurz, goss Wasser in ein Becken und wusch und trocknete den Jüngern die Füße. Der Herr hatte jeden einzelnen Schritt selbst gemacht. Niemand half Ihm, den Schurz anzuziehen. Niemand goss für Ihn das Wasser in das Becken. Niemand unterstützte Ihn in diesem verachteten Dienst. Er tat, was Er tat, völlig allein, obwohl Er der Einzige in dem Raum war, der vom Vater alles in die Hände bekommen hatte. Er war der Einzige der Anwesenden, der einen wirklich wichtigen Auftrag, eine hohe Berufung und einen von den Engeln angesehen Status hatte. Der Herr unterbrach Seine letzte Mahlzeit, um Seinen Jüngern echte Liebe zu zeigen. Oft halten wir uns für zu wichtig, um unseren Familienangehörigen zu dienen. Wir meinen oft, dass wir zu Höherem berufen seien als zum Füßewaschen. Wenn wir nicht dazu bereit sind, Füße zu waschen, kann GOTT uns nicht gebrauchen. Und wenn wir manchmal dazu bereit sind, anderen die Füße zu waschen, dann nur, wenn andere das auch sehen und unsere Demut bewundern. „Bist du willens, für das Werk der Gläubigen geopfert zu werden, willens, dein Lebensblut als Opferspende für den Glauben anderer zu vergießen? Oder sagst du: Ich werde mich jetzt noch nicht opfern lassen; ich möchte nicht, dass GOTT die Arbeit für mich wählt; ich will den Schauplatz für mein Opfer selbst auswählen. Ich möchte, dass mir die richtigen Menschen zuschauen und sagen: ‚Das hast du gut gemacht.‘ Man kann mit würdevollem Heroismus auf einem einsamen Wege gehen; etwas ganz anderes ist es aber, wenn der Weg, den GOTT uns vorgezeichnet hat, unter den Füßen anderer Menschen hindurchgeht und wir zu einer Fußmatte werden. […] Bist du bereit, weniger zu sein, als ein Tropfen in einem Eimer, so hoffnungslos unbedeutend, dass man nie mehr an dich denken wird im Zusammenhang mit dem Dienst, den du getan hast? Bist du bereit, zu opfern und geopfert zu werden und nicht danach zu trachten, bedient zu werden, sondern zu dienen? Es gibt Heilige, die keine niedrige Arbeit tun können und die nur deshalb Heilige bleiben, weil eine niedrige Arbeit unter ihrer Würde ist“ (Chambers, 2005). Wenn wir wenigstens der einzige Tropfen auf einem heißen Stein sein könnten, könnten wir noch damit zufrieden sein, aber nur ein Tropfen von vielen auf einem heißen Stein zu sein, ist unter unserer Würde. Wir sind auch dazu bereit zu opfern, aber wir sind nicht dazu bereit, geopfert zu werden. Wir alle lassen uns gerne die Füße waschen, aber wir sind selbst nicht dazu bereit, anderen die Füße zu waschen. Jede Gelegenheit, die uns selbst und anderen den Eindruck vermittelt, dass wir überlegene Persönlichkeiten seien, ergreifen wir beim Schopfe, aber Gelegenheiten, zu dienen, lassen wir gerne an uns vorbeiziehen. Alle Jünger warteten darauf, dass einer der anderen Jünger, den niedrigen Dienst des Füßewaschens übernimmt. Es war ihnen sogar lieber mit dreckigen Füßen zu essen, als anderen die Füße zu waschen. Nachdem der Herr einigen Jüngern die Füße gewaschen hatte, kam er zu Petrus, der wie schon so oft, aussprach, was alle Anwesenden gedacht haben: „Herr, Du wäschst mir die Füße?“ Petrus erkannte, dass es völlig unangemessen war, dass der Meister Seinem Jünger die Füße wäscht. Er wollte auf keinen Fall, dass Christus ihm die Füße wäscht, weil er wusste, dass der Herr ihm unendlich überlegen war. Petrus hätte kein Problem damit gehabt, wenn ein anderer Jünger ihm die Füße gewaschen hätte, weil er die anderen Jünger nicht höher geachtet hatte als sich selbst. Dass der Sohn GOTTES höher als Petrus war, war offensichtlich. Es gehörte nicht besonders viel Demut dazu, zu erkennen, dass Christus Seinen Jüngern überlegen war. Es hätte Petrus Demut gekostet, wenn er sich unter die anderen Jünger erniedrigt hätte, um ihnen die Füße zu waschen. Die meisten Christen haben kein Problem damit, GOTT höher zu achten als sich selbst. Sie denken aber nicht einmal im Traum daran, andere Christen höher zu achten als sich selbst. GOTT will, dass wir nichts aus Selbstsucht oder nichtigem Ehrgeiz tun, sondern in Demut andere höher achten als uns selbst (vgl. Phl. 2,3). Petrus konnte nicht verstehen, warum der Herr ihm die Füße waschen will. Die Jünger hatten die Verheißungen und die Prophezeiungen GOTTES oft völlig falsch verstanden. Sie meinten, dass die Prophezeiungen aus dem Alten Testament sich auf ein irdisches Reich beziehen würden. Es gibt Verheißungen in der Bibel, die sich auf diese Erde beziehen und es gibt Verheißungen, die sich auf die Ewigkeit beziehen. Manche Verheißungen sind auch nur auf das Volk Israel bezogen und können von der Gemeinde nicht wortwörtlich in Anspruch genommen werden. Auch wenn wir die Verheißungen GOTTES an Sein Volk nicht wortwörtlich für uns in Anspruch nehmen können, können wir uns von ihnen doch Trost und Ermutigung zusprechen lassen. Nicht jede Verheißung im Wort GOTTES lässt sich auf die Gemeinde übertragen, aber jede Verheißung im Wort GOTTES kann uns Mut machen und uns Hoffnung geben, weil wir durch die Verheißungen GOTTES Wesen und Charakter erkennen. Durch GOTTES Verheißungen erkennen wir, wie sehr Er uns liebt. Oft verstehen wir das Handeln des Herrn erst im Nachhinein. Petrus musste erst eine Waschung von seinen Sünden erleben, um die Größe der Liebe GOTTES zu erkennen. Erst nachdem er reingewaschen wurde, verstand er, was Christus getan hatte. Als Petrus erkannt hatte, was für ein abgrundtief böser Sünder und Verleugner des Herrn er ist, fiel es ihm einfach, die anderen Jünger höher zu achten als sich selbst. Petrus musste verstehen, dass er ständig von dem Dreck an seinen Füßen befreit werden musste, weil er sich täglich durch Sünde beschmutzte. Er hatte es nicht nötig, dass der Herr ihm auch die Hände und das Haupt wäscht, weil er bereits durch das Wort des Herrn gereinigt war. Christus macht hier deutlich, dass selbst wenn wir unsere Füße durch Sünde beschmutzen, wird doch nicht der ganze Körper dadurch verunreinigt. Ein Kind GOTTES, das sündigt, wird dadurch nicht völlig unrein, sondern es hat nur seine Füße beschmutzt und nicht den ganzen Körper. Wir sind ganz rein in den Augen GOTTES, weil wir durch das Blut Christi gereinigt wurden. Trotzdem müssen wir uns ständig von unseren Sünden reinigen lassen. Wenn wir uns nicht ständig von unseren Sünden reinigen lassen, können wir keine Gemeinschaft mit Christus haben. Wenn wir schmutzige Füße in unserem Leben dulden und tolerieren, können wir keine Gemeinschaft mit Christus haben. Die Jünger waren rein, aber nicht alle. Jesus kannte Seinen Verräter. Er wusch Seinen Jüngern die Füße und Er wusch Seinem Verräter die Füße. Der Teufel hatte dem Judas das Vorhaben, Jesus zu verraten, schon ins Herz gelegt. Trotzdem wusch der Herr auch seine Füße. Er ließ Judas nicht aus und ging auch nicht an ihm vorüber. Der Herr hatte Judas‘ Füße auch nicht weniger sorgfältig gewaschen als die Füße der anderen. Er hätte ja auch symbolhaft Judas‘ Füße dreckig lassen können. Der Herr wollte aber kein Zeichen der Ablehnung setzen. Er wusste, dass Judas ein Teufel war und vom Teufel als dessen Werkzeug gebraucht wurde (vgl. Joh. 6,70). Er wusste, dass die anderen Jünger früher oder später erkennen würden, wer Judas wirklich war. Christus lebte hier nicht nur Liebe zu den Geschwistern vor, sondern auch Feindesliebe. Judas war ein Feind Christi. Er liebte seinen Herrn und Meister nicht, sondern bestahl Ihn und nutzte Ihn aus. Christus liebte Judas nicht als Seinen Glaubensbruder, sondern als Seinen Feind, auch wenn Er sich wünschte, dass Judas lieber Sein Freund wäre. Judas war kein wirklicher Jünger Jesu, sondern ein Jünger des Teufels. Judas tat den Willen seines Vaters und den Willen seines Herrn und Meisters. Der Vater, Herr und Meister von Judas war der Teufel. Judas war nicht rein, sondern unrein.
GOTT will, dass Seine Nachfolger einander die Füße waschen. Der Herr will, dass wir einander in der Heiligung helfen. Die Heiligung und Reinigung geschehen durch das Wasserbad im Wort (vgl. Eph. 5,26). So wie der Herr Seine Braut durch das Wasserbad im Wort gereinigt hat, müssen auch Christen insbesondere in der Ehe aber auch darüber hinaus einander in der Heiligung weiterhelfen. Eins der Mittel, um anderen in der Heiligung zu helfen, ist das Wort GOTTES. Das Wort GOTTES ist nützlich zur Belehrung, zur Überführung, zur Zurechtweisung und zur Erziehung in der Gerechtigkeit (vgl. 2. Tim. 3,16). Ein weiteres Mittel für das Waschen von Füßen ist Gebet. „Heilige sie in deiner Wahrheit! Dein Wort ist Wahrheit!“ (Joh. 17,17). Der Herr betet für die Heiligung Seiner Jünger. Durch Gebet können wir die Heiligung anderer Christen entscheidend prägen. Amalek muss auf zwei Arten bekämpft werden. Durch Gebet und durch das Schwert. Mose hat auf dem Hügel gebetet und Josua hat gegen Amalek mit dem Schwert gekämpft. Die Schlacht gegen die Sünde wurde im Gebet entschieden. Der Sieg im Kampf gegen die Sünde und gegen die Sünder hängt vom Gebet ab. Nicht Josua war der Held der Schlacht, sondern Mose. Nicht Josua hat den Sieg herbeigeführt, sondern Mose. Nicht Josua hat den Kampf gewonnen, sondern Mose. Ein Wandel im Geist ist immer auch ein geistlicher Kampf. Es gibt keinen Wandel im Geist ohne ein Kämpfen im Geist. Für diesen geistlichen Wandel und für diesen geistlichen Kampf hat GOTT Seinen Kindern eine Waffenrüstung gegeben. Wir haben diese geistliche Waffenrüstung bekommen, weil wir gegen geistliche Mächte der Bosheit ankämpfen müssen. Wenn wir im Geiste wandeln wollen, müssen wir diesen Mächten der Finsternis widerstehen können. Wir können diesen geistlichen Wandel und diesen geistlichen Kampf nur gewinnen und in der Heiligung wachsen, wenn wir die Waffenrüstung GOTTES anziehen. Wir sollen unsere Lenden mit Wahrheit umgürten und den Brustpanzer der Gerechtigkeit tragen. Unsere Füße sollen mit der Bereitschaft zur Verkündigung des Evangeliums gestiefelt sein. Wir sollen den Schild des Glaubens ergreifen und den Helm des Heils und das Schwert des Geistes nehmen. Wenn mich jemand fragen würde, was die wirksamste Waffe gegen die bösen Mächte oder der beste Schutz vor dem Feind ist, würde ich Gebet sagen. Die mächtigste Waffe und der beste Schutz, den wir als Kinder GOTTES für uns selbst und stellvertretend für andere haben, ist das Gebet. Warum ist Gebet dann kein Teil der Waffenrüstung GOTTES? Warum heißt es nicht: Ergreift den Speer des Gebets, mit dem ihr die Heeresreihen des Feindes durchbrechen könnt oder mit dem ihr zu einem vernichtenden Schlag gegen den Feind ausholen könnt. Oder bildet als Gemeinde eine Mauer des Gebets, die der Feind nicht durchbrechen kann. Das wären ja treffende Beschreibungen des Gebets. Aber Gebet wird nicht als Teil der Waffenrüstung GOTTES aufgeführt. Das sollte bei uns Fragen aufwerfen. Das sollte uns stutzig machen. GOTT gibt so viele Verheißungen bezüglich des Gebets. Er spricht immer wieder von der Macht des Gebets und dem Einfluss des Gebets (vgl. Jak. 4,2). Wir kennen aus dem Alten und Neuen Testament die Bedeutung eines Fürsprechers und die fatalen Folgen eines Fehlens von Fürsprechern (vgl. Hes. 22,30-31). Wir lesen in der Bibel immer wieder von den katastrophalen Folgen der Gebetslosigkeit. Der Herr sagte zu Seinen drei Jüngern im Garten Gethsemane, dass sie wachen und beten sollen, damit sie nicht in Anfechtung fallen (vgl. Lk. 22, 46). Wir lesen in dieser Begebenheit im Garten Gethsemane die gleiche Aufforderung, die auch an uns im Epheserbrief ergeht: „Betet und wacht“ (Eph. 6,18). Die Jünger haben nicht gewacht und nicht gebetet und haben deshalb den Herrn feige im Stich gelassen und Ihn verleugnet. Gebet hat im Leben des Herrn Jesus eine zentrale Rolle gespielt und trotzdem ist Gebet kein Teil der Waffenrüstung GOTTES. Es wird im gleichen Abschnitt im Epheserbrief miterwähnt, aber nicht als zur Waffenrüstung dazugehörig. Auf den ersten Blick erscheint es so, als ob das Gebet weniger wichtig sei als die in der Waffenrüstung aufgeführten Dinge. Wenn man flüchtig über diesen Text hinwegliest, könnte man den Eindruck gewinnen, dass Gebet nicht so wichtig für den geistlichen Wandel und für den geistlichen Kampf sei. Auf den zweiten Blick fällt einem vielleicht der Zusammenhang zwischen dem Gebet und dem Schwert des Geistes, dem Wort GOTTES auf. In der Schlachter-Übersetzung heißt es in Vers 18: „indem ihr zu jeder Zeit betet mit allem Gebet und Flehen im Geist und wacht zu diesem Zweck in aller Ausdauer und Fürbitte für alle Heiligen“. Wir könnten jetzt schlussfolgern, dass wir GOTTES Wort, das Schwert des Geistes nur nehmen und gebrauchen können, wenn wir GOTTES Wort unter Gebet lesen, was ja richtig ist. Aber auch in dieser Auslegung würde dem Gebet nur eine unterstützende Nebenrolle zukommen. Es heißt ja nicht, dass wir das Schwert des Geistes nehmen sollen, welches das Wort GOTTES und das Gebet ist. Das Schwert des Geistes ist das Wort GOTTES und nicht das Wort GOTTES und das Gebet. Wie wir es auch drehen und wenden, Gebet scheint auf den ersten und zweiten Blick bei der Waffenrüstung GOTTES eine untergeordnete Rolle zu spielen. Und das stimmt nicht mit der Bedeutung des Gebets, von der wir überall in der Bibel lesen können, überein. Warum ist Gebet also kein Teil der Waffenrüstung GOTTES? Im Gebet lernen wir den Gebrauch der Waffenrüstung GOTTES. Ohne Gebet gibt es keine Waffenrüstung. Im Gebet legen wir die Waffenrüstung GOTTES an. Das Gebet selbst hat keinen Teil in der Waffenrüstung GOTTES , weil es der wichtigste Teil von jedem Teil der Waffenrüstung ist. Am Gebet steht und fällt der Gebrauch der Waffenrüstung. Das Gebet ist das Geheimnis eines geistlichen Wandels und eines siegreichen Kampfes. Das Gebet ist der Schlüssel zu einem Wandel im Geist. Die Jünger hatten im Garten Gethsemane die Waffenrüstung GOTTES nicht angezogen, weil sie nicht gebetet hatten. Sie konnten den Angriffen des Bösen nicht widerstehen, weil sie nicht gebetet hatten. Paulus spricht in Epheser 6 davon, dass man für ihn beten solle, damit ihm das Wort gegeben werde und er das Geheimnis des Evangeliums verkündigen könne. Gebet ist nicht nur das Geheimnis zu unserem eigenen persönlichen Wandel im Geist, sondern auch zum geistlichen Wandel unserer Mitmenschen. Durch Gebet können wir den geistlichen Wandel und den geistlichen Kampf anderer Menschen entscheidend prägen. Als das Volk Israel gegen die Amalekiter gekämpft hatte, lag der Ausgang des Kampfes in Moses Gebetshänden (vgl. 2.Mo. 17,8-16). Wenn wir geistlich wandeln und in der Heiligung wachsen wollen, müssen wir unsere Amalekiter, d. h. unser Fleisch im Kampf überwinden. Der wichtigste Faktor für einen Sieg über das Fleisch ist das Gebet. Amalekiter können nur durch Gebet besiegt werden. Josua hätte seine Waffenrüstung so oft anziehen können, wie er wollte, es hätte alles nichts gebracht, wenn Mose nicht gebetet hätte. Wir können nur geistlich wandeln, wenn wir gegen unser Fleisch kämpfen und durch Gebet diesen Kampf gewinnen. Im Gebet ziehen wir die Waffenrüstung GOTTES an und im Gebet lernen wir den Gebrauch der Waffenrüstung GOTTES. Es gibt einen direkten Zusammenhang zwischen dem Gebet und den einzelnen Teilen der Waffenrüstung GOTTES. Wir hatten den Zusammenhang zwischen Gebet und dem Schwert des Geistes, dem Wort GOTTES schon kurz erwähnt. Wir können GOTTES Wort nur richtig verstehen, wenn wir es unter Gebet lesen. Wenn wir immer versuchen, GOTTES Wort mithilfe von Bibelkommentaren zu verstehen, werden wir immer Kinder im Glauben bleiben, die von anderen abhängig sind. Wenn es uns an Weisheit mangelt, sollen wir GOTT um Weisheit bitten und Er wird sie uns gerne und ohne Vorwurf geben (vgl. Jak. 1,5). Wir alle brauchen göttliche Weisheit, um GOTTES Wort richtig und ausgewogen zu verstehen. Weisheit im biblischen Sinne ist immer die Sichtweise GOTTES. Wenn wir GOTTES Sichtweise in GOTTES Wort erkennen und verstehen wollen, müssen wir um die Sichtweise GOTTES beten. Paulus bittet ja auch in Epheser 6,19 darum, dass ihm das Wort durch die Gebete der Epheser gegeben werde. Den Zusammenhang zwischen Gebet und dem Helm des Heils erkennen wir in 1. Johannes 3,19-22. Wenn wir davon ausgehen, dass mit dem Helm des Heils die Heilsgewissheit oder laut 1. Thessalonicher 5,8 die Hoffnung auf das Heil gemeint ist, dann müssen wir in 1. Johannes 3,21-22 sehen, dass fehlende Heilsgewissheit zu einer fehlenden Freimütigkeit im Gebet führt. Fehlende Heilsgewissheit führt zu fehlendem Gebet und fehlendes Gebet führt zu fehlender Heilsgewissheit. Das ist ein Teufelskreis. Ein wichtiger Faktor, um Heilsgewissheit zu erhalten, ist Dankbarkeit für das, was Christus für uns getan hat. Fehlende Heilsgewissheit ist ein negativer Gefühlszustand, der nicht der Realität entspricht. Negative Gefühle überwindet man durch Dankbarkeit im Gebet. Den Schild des Glaubens ergreifen wir im Gebet. Bevor Petrus den Herrn verleugnet hatte, hat der Herr diese Verleugnung angekündigt und für Petrus gebetet. Der Herr hatte für Petrus gebetet, dass sein Glaube nicht aufhöre (vgl. Lk. 22,32). Petrus hatte für sich selbst den Schild des Glaubens nicht ergriffen, aber der Herr hatte für ihn den Schild des Glaubens ergriffen. Die Gebete des Herrn hatten dazu geführt, dass die feurigen Pfeile des Bösen ausgelöscht wurden und der Satan die Jünger nicht sichten konnte wie den Weizen (vgl. Lk. 22,31). Gebet für uns selbst und für andere führt zu Glaubenswachstum. Im Epheserbrief lesen wir, dass Paulus, die Epheser darum gebeten hat, dass sie für ihn beten sollen, damit er das Evangelium freimütig verkündigen kann. Wir stiefeln unsere Füße mit der Bereitschaft zur Verkündigung des Evangeliums, indem wir dafür beten. Wir müssen füreinander beten, damit wir fähig sind, das Evangelium angemessen zu verkündigen. Wir müssen Evangelisation immer im Gebet tragen und vorbereiten. Wenn wir das Evangelium verkündigt haben, müssen wir für die Menschen beten, denen wir GOTTES Heilsbotschaft verkündigt haben. Den Brustpanzer der Gerechtigkeit wollen wir mit einem gerechten Lebenswandel und mit Früchten der Gerechtigkeit gleichsetzen (vgl. Phl. 1,11). Es geht dabei um Integrität, Reinheit, Heiligkeit und Aufrichtigkeit als Folge der Gerechtigkeit aus Glauben. In Kolosser 1,10 lesen wir, dass Paulus dafür betet, dass die Kolosser des Herrn würdig wandeln sollen. Paulus hat für ein Leben der Gerechtigkeit bei den Kolossern gebetet und seine Gebete wurden erhört. Nur wenn wir im Gebet vor GOTT stehen, werden wir vom Geist GOTTES umgestaltet in das Bild des Sohnes GOTTES (vgl. 2. Kor. 3,18). Nur im Gebet können wir mit unverhülltem Angesicht vor den Gnadenthron treten und die Herrlichkeit des Herrn anschauen und in unserem Wesen und Wandel verwandelt werden und Früchte der Gerechtigkeit hervorbringen. In Philipper 1,9-10 lesen wir, dass Paulus dafür betet, dass die Philipper in der Erkenntnis und im Urteilsvermögen zunehmen, damit sie prüfen können, worauf es ankommt. Echte und wahre Erkenntnis erhalten wir, wenn wir dafür beten. Durch Gebet umgürten wir uns mit Wahrheit, die nur von GOTT kommen kann. Wir müssen um Erkenntnis der Wahrheit beten. Gebet ist kein Teil der Waffenrüstung GOTTES, weil Gebet die Grundlage der Waffenrüstung ist. Die Waffenrüstung kann nur im Gebet angezogen und gebraucht werden. Gebet findet sich in jedem Teil der Waffenrüstung, weil das Gebet das Geheimnis eines geistlichen Kampfes und eines geistlichen Wandels ist. Durch Gebet wachsen wir selbst in der Heiligung und durch Gebet können wir auch anderen die Füße waschen und ihnen in ihrer Heiligung weiterhelfen. Gebet ist anstrengender als das Kämpfen in der Schlacht. Mose wurde müde, Josua nicht. Das Schwert ist das Wort GOTTES. Durch GOTTES Wort müssen Sünde und Sünder bekämpft werden. GOTTES Wort ist aber ohne Gebet kraftlos. Wir müssen GOTT bitten, dass Sein Wort in unserem Leben Wunder bewirkt. Wenn wir nicht beten, dann wirkt GOTT nicht. Beter haben Macht. Beter haben Einfluss bei GOTT. Wir sollen beten, damit wir nicht in Anfechtung geraten. Wir sollen gegen die Amalekiter anbeten und gegen die Amalekiter kämpfen. Sie müssen durch GOTTES Wort bloßgestellt werden und entfernt werden. Unser alter Mensch muss als Amalekiter mit dem Schwert GOTTES getötet werden. Unser Fleisch und die Sünder, die uns zur Sünde verführen wollen, müssen durch Gebet und durch GOTTES Wort vernichtet werden und aus unserem Leben vertrieben werden. Das ist anstrengend. Das ist eine Lebensaufgabe. GOTTES Krieg gegen Amalek währt von Geschlecht zu Geschlecht. GOTT lässt Amalek nicht entkommen. Wir haben einen Mose, der nie müde wird und einen Josua, der jede Schlacht gewinnt. Josua heißt auf Griechisch Jesus. Mose hatte Freunde, die ihn im Gebet unterstützt hatten, der Herr Jesus hatte niemanden, außer dem Vater, der Ihn durch einen Engel gestärkt hat. Unser Heerführer und unser Fürsprecher wird, wenn wir im Himmel sind, das Andenken Amaleks ausgetilgt haben, aber bis dahin müssen wir als Kinder GOTTES und als Gemeinde GOTTES gegen Amalek kämpfen und an Amalek den Bann vollstrecken. Wir müssen beten und zwar nicht nur dann, wenn andere uns dabei zusehen oder zuhören. Wir müssen GOTTES Wort lesen und in Klarheit verkünden. Und wir müssen GOTT gehorchen, nicht so wie Saul, sondern so wie Paulus, einem Pharisäer, der zu einem Kind GOTTES gemacht wurde. Dann können wir Amalek überwältigen. Dann verherrlichen wir GOTT. Wenn wir an Amalek nicht den Bann vollstrecken, schlagen und spucken wir dem Herrn Jesus ins Gesicht. Dann werden wir zu Verfolgern Christi und zu Verfolgern der Kinder GOTTES. Jede Sünde, die in unserem Leben und in unserer Gemeinde geduldet wird, ist ein Angriff auf die Ehre GOTTES und GOTT wird sich das von uns nicht gefallen lassen. An Amalek muss der Bann vollstreckt werden. GOTT hat uns dazu berufen und befähigt. Unser Herr Jesus betet für uns und Er kämpft für uns. Wir sollten mit Ihm beten und mit Ihm kämpfen. Neben dem Gebet und dem Wort GOTTES benutzt GOTT auch das Vorbild Christi und unser Vorbild, um andere Menschen zu heiligen. Wenn Christus durch uns scheint, werden andere Menschen dadurch erleuchtet. „Und Ich heilige mich selbst für sie, damit auch sie geheiligt seien in Wahrheit“ (Joh. 17,19). Man kann niemandem in der Heiligung helfen, wenn man selbst nicht heilig ist und kein heiliges Leben lebt. Wenn wir selbst schmutzig sind, können wir anderen nicht die Füße waschen. Christus heiligt uns durch Sein Vorbild. Wir sollen Ihm ähnlicher werden durch die Heiligung. Wir sollen in unserem Wandel so heilig sein wie der, der uns berufen hat (vgl. 1. Pet. 1,15). Paulus konnte auch von sich sagen, dass Menschen, die ihn nachahmen gleichzeitig auch Christus nachahmen, weil er ein Nachahmer Christi war (vgl. 1. Kor 11,1). Durch das Vorbild von Paulus wurden die Korinther dazu überführt, sich selbst als Gemeinde und einem Mitglied der Gemeinde die Füße zu waschen. Eine Gemeinde, in der ein Mitglied der Gemeinde schmutzige Füße hat, stinkt. Erst wenn die Füße aller Jünger gewaschen sind, kann eine Gemeinde vom Wohlgeruch Christi erfüllt werden. Solange noch ein Jünger vorhanden ist, dessen Füße nicht gewaschen wurden, wird der Wohlgeruch Christi in der Gemeinde getrübt. Maria wusch die Füße des Herrn und erfüllte den Raum mit dem Wohlgeruch GOTTES. Wir meinen oft, dass wir größer seien als unser Herr. Wenn wir schon Opfern bringen, dann müssen die Opfer sich wenigstens lohnen. Wir investieren oft nur in Menschen, in denen wir Potential sehen. Menschen, die wir für hoffnungslose Fälle halten, lassen wir am Straßenrande stehen und gehen weiter, bis wir jemandem begegnen, in den wir große Hoffnungen setzen können. Echte Liebe schaut nicht auf das Potential der geliebten Person, sondern auf die geliebte Person selbst. Der Herr hatte Jüngern die Füße gewaschen, die menschlich gesehen kein Potential hatten und Er hatte sogar Judas die Füße gewaschen, obwohl Er wusste, dass Judas nicht nur kein Potential zum Guten hatte, sondern nur Potential zum Bösen. Christus hat uns ein Vorbild gegeben, damit wir so handeln, wie Er gehandelt hat. Wir sind nicht größer als unser Herr. Wir sind Gesandte, die den Befehl des Senders ausführen müssen. Nur zu wissen, was GOTT sagt, reicht nicht. Wir müssen auch tun, was GOTT sagt. Wir müssen einander dienen und wir müssen einander in der Heiligung helfen. Die Nachfolge nach der Auferstehung Christi in uns besteht im Waschen von Füßen.