
Und Jabez war angesehener als seine Brüder; und seine Mutter gab ihm den Namen Jabez, denn sie sprach: Mit Schmerzen habe ich ihn geboren. Und Jabez rief zu dem Gott Israels und sprach: O dass du mich reichlich segnen und meine Grenze erweitern wolltest und deine Hand mit mir wäre und du mich vor dem Übel bewahrtest, damit mich kein Schmerz trifft! Und Gott ließ kommen, was er gebeten hatte. 1. Chronik 4,9-10
Jabez war ein Mann, der mehr von Gott wollte. Er war nicht mit dem Segen zufrieden, den Gott Ihm bisher geschenkt hatte. Er wollte mehr Segen. Er betete, dass Gott seine Grenze erweitern und Gottes Hand mit ihm sein möge. Jabez wollte vor dem Übel bewahrt bleiben. Er hatte sicherlich einiges in seinem Leben durchgemacht, aber er gab sich nicht mit einem unbedeutenden Leben zufrieden. Er gab sich nicht damit zufrieden, dass sein Leben wie sein Name nur voller Schmerzen war. Jabez bedeutet: „Er macht Schmerzen“. Er wollte seinen Namen aber nicht als seine Identität anerkennen. Er sehnte sich nach mehr. Er sehnte sich nach mehr von Gott und nach mehr von Gottes Segen.
Sehr oft bin ich mit einer oberflächlichen Beziehung zu Gott zufrieden, aber Gott ist es nicht. Gott will Kinder, die wirklich eine enge Beziehung zu Ihm wollen, genau wie David. In Psalm 63 können wir lesen, wie sehr sich David eine enge Beziehung zu Gott wünschte. David war in der Wüste, weil er von Saul verfolgt wurde. Er rannte um sein Leben. David suchte Gott in einem Land und unter Umständen, wo die meisten Menschen die Existenz Gottes in Frage gestellt hätten. In dieser Wüste gab es keine Quellen lebendigen Wassers. David suchte nach Gott, um Seine Macht und Seine Herrlichkeit zu sehen. Er lobte Gott, obwohl Gott ihn in verheerende Umstände gebracht hatte. Für David war die Güte Gottes besser als sein eigenes Leben. Anstatt sich in seinem Bett Sorgen zu machen, dachte er über Gott nach. David dachte an Gott statt an seine Umstände. Er erinnerte sich nicht an Saul, sondern an Gott. David vertraute Gott, dass Er Sein Versprechen erfüllen und ihn zum König machen würde. Er bezeichnete sich selbst in Vers 11 in diesem Psalm als König, obwohl Saul immer noch der König von Israel war. David wusste, dass seine Zeit, König zu werden, kommen würde. Auch David betete darum, dass Gott ihn segnen und seine Grenze erweitern möge. Er gab sich nicht damit zufrieden, nur ein Leben des Leids und der Flucht vor Saul zu führen. Er wollte ein König nach dem Herzen Gottes sein. Er freute sich in Gott, weil er Gott vertraute. Er wollte mehr von Gottes Gegenwart in seinem Leben. Er wollte eine engere Gemeinschaft und Beziehung zu Gott. David und Jabez erlebten die Hand Gottes in ihrem Leben. Gott war ihre Hilfe geworden und sie jubelten unter dem Schatten Seiner Flügel (vgl. Ps. 63,8). Beide hatten viel Leid erlebt, aber beide hatten im Gebet auch Zuflucht bei Gott gefunden. Beide hatten Schmerzen, aber keinen von beiden hatte der Schmerz getroffen. Ihre Schmerzen hatten sie nie tödlich getroffen. Sie waren vielleicht verwundet, aber nicht tödlich verwundet. Ihre Beziehung zu Gott ist durch ihr Leid nicht verwundet, sondern gestärkt worden. Wenn wir den Schild des Glaubens im Gebet ergreifen, dann können die Pfeile des Bösen uns nicht treffen (vgl. Eph. 6,16). Je enger unsere Beziehung zu Gott ist, desto weniger wird Leid unser Herz treffen, weil unser Herz von Gott behütet wird.
Gott möchte, dass wir eine sehr enge Beziehung zu ihm haben. Sein Ziel für uns ist Perfektion in allem. Er will eine perfekte Beziehung zu uns und vollkommene Heiligung von uns. Er beschreibt in 1. Thessalonicher 5,15-23, wie vollständige Heiligung aussieht. Strebt allezeit nach dem Guten. Freut euch immer. Betet ohne Unterlass. Seid dankbar in allem. Auf Gottes Seite gibt es keine Ausnahme, aber ich versuche immer, auf meiner Seite Ausnahmen zu machen. Ich freue mich nicht immer. Ich bete nicht ohne Unterlass. Ich danke nicht für alles und ich strebe nicht immer dem Guten nach. Und um ehrlich zu sein, finde ich es sehr oft in Ordnung, nicht ununterbrochen zu beten oder nicht immer Gutes zu tun. Wir lesen hier, dass Gott uns vollkommen heiligen will. Gott will uns nicht nur ein bisschen heiligen, sondern ganz. Er will unseren ganzen Geist, unsere ganze Seele und unseren ganzen Leib heiligen. Es genügt Gott nicht, wenn wir nur ein wenig geheiligt sind. Gott will und erwartet vollständige Heiligung. Natürlich werden wir hier auf der Erde niemals den Standard erreichen, den Jesus uns durch sein Leben gezeigt hat. Hier auf der Erde werden wir niemals so perfekt sein wie Jesus es war. Hier auf der Erde wird es immer Sünde und Versagen geben, aber das sollte keine Entschuldigung dafür sein, nicht nach Heiligung zu streben. Natürlich vergibt Gott Sünde, aber er erwartet auch Heiligung.
In Matthäus 5,48 sagt Jesus: Darum werdet ihr vollkommen sein, wie euer Vater im Himmel vollkommen ist.
Wie ich bereits erwähnt habe, können wir diesen Standard hier auf der Erde nicht erreichen, aber es sollte trotzdem unser Ziel sein. Ich muss gestehen, dass es meistens nicht mein Ziel ist, perfekt und vollkommen geheiligt zu sein. Ich bin sehr oft mit einem Funken von Heiligung zufrieden. Aber Gott will mehr. Er will nicht nur einen Funken, sondern ein großes Feuer, das alle anderen auch ansteckt. Gott will mehr von meiner Zeit, mehr von meinen Zielen und mehr von meinen Wünschen. Er will mehr von mir, und Er will nicht nur mehr von mir, Er will vielmehr alles von mir.
Und ich musste mich fragen:
• Will ich wirklich mehr von Jesus?
• Möchte ich wirklich mit dem Heiligen Geist erfüllt werden?
• Will ich mehr von Gott in meinem Leben?
• Strebe ich wirklich nach Heiligkeit, Heiligung und völliger Hingabe?
• Wie eng möchte ich eigentlich meine Beziehung zu Gott haben? Ganz nah oder nur oberflächlich?
Gott möchte, dass wir mehr beten, uns mehr freuen und mehr dem Guten nachjagen. Wir müssen in allem danken, denn das ist der Wille Gottes. Es geht um Gehorsam. Wir müssen dem Willen Gottes gehorchen, damit wir den Geist nicht betrüben. Aber die Frage ist, ob wir wirklich mehr von Gott wollen, denn mehr von Gott bedeutet automatisch weniger von uns selbst. Gott will alles in unserem Leben sein. Sein Ziel für uns ist absolute Hingabe und vollkommene Heiligkeit, aber sehr oft ist das nicht unser Ziel. Da wir sehr oft noch nach unserer alten Natur leben, sündigen wir weiter und erreichen Gottes Ziel nicht.
Nach menschlicher Weisheit ist es sehr dumm, Ziele zu definieren, die nicht erreicht werden können. Ziele sollten immer erreichbar sein. Menschen werden sehr enttäuscht und desillusioniert sein, wenn sie versuchen, ein Ziel zu erreichen, das sie nicht erreichen können. Es ist sehr demotivierend, jemandem ein Ziel vorzugeben, das er nicht erreichen kann. Warum gibt Gott uns dann ein Ziel vor, obwohl Er weiß, dass wir es nicht erreichen können? Warum möchte Gott, dass wir perfekt sind, obwohl Er weiß, dass wir niemals perfekt sein werden?
Weil Jesus perfekt war und weil Jesus dieses Ziel bereits für uns erreicht hat und weil Gottes Ziel unsere perfekte Ewigkeit mit Ihm ist und nicht unser perfektes Leben hier auf Erden. Wir sollten mit einer ewigen Perspektive leben und nicht mit einer irdischen Perspektive. Gott will, dass die Ewigkeit zu unserem Ziel wird. Im Himmel wird es keine Sünde und kein Versagen geben. Solange wir nur irdische Ziele haben, können wir Gottes Ziel der vollkommenen Heiligkeit nicht erreichen. Wir brauchen eine ewige Perspektive. Wir brauchen ewige Ziele. Wir müssen für die Ewigkeit leben und uns nicht nur auf dieses Leben konzentrieren. Gott möchte, dass wir auf das Kommen Jesu vorbereitet sind. Es kostet viel, sich um eine engere Beziehung zu Gott zu bemühen. Die Kosten des Gehorsams können sehr hoch sein. Es kann bedeuten, sich wie David in einer Wüste zu verstecken. Irgendwann im Leben gibt es immer Schmerz und Leiden, die mit unserer wachsenden Beziehung zu Gott verbunden sind. Wenn wir Gottes Herz wirklich kennenlernen wollen, müssen wir uns von uns selbst befreien, und das ist oft ein sehr schmerzhafter Prozess. Paulus sagte, dass er Jesus und die Kraft seiner Auferstehung und die Gemeinschaft Seiner Leiden kennenlernen wolle (vgl. Phl. 3,10). Bevor wir die Kraft der Auferstehung erfahren können, müssen wir zuerst eine Form des Todes erfahren. Ohne den Tod gibt es keine Auferstehung. Es muss erst Krankheit und Leiden geben, bevor es Heilung geben kann. Erst muss Leere vorhanden sein, bevor es eine Erfüllung mit dem Heiligen Geist geben kann. Und das sollte unser Ziel sein. Es sollte unser Ziel sein, eine perfekte Beziehung zu Gott zu haben. Wir brauchen ewige Ziele.
Jabez und David hatten ewige Ziele. Sie wollten Gottes Segen und Gott erhörte ihre Gebete.