
Römer 12,9-12
In diesen Versen im Römerbrief hat jeder Vers ein eigenes übergeordnetes Thema.
In Vers 9 geht es um Heuchelei. Die Liebe soll ungeheuchelt sein. Wer am Bösen festhält und das Gute hasst, der ist ein Heuchler. Nur wenn wir das Böse hassen und das Gute festhalten, sind wir wirklich echt und aufrichtig.
Vers 10 beschreibt, wie Bruderliebe aussieht. Wenn du deinen Bruder wirklich liebst, hast du kein Problem damit, wenn er geehrt wird und du nicht. Du freust dich darüber, wenn dein Bruder geehrt wird.
In Vers 11 geht es um brennenden Eifer. Unser Eifer für den Herrn lässt dann nicht nach, wenn wir vom Geist Gottes erfüllt sind. Wer vom Geist Gottes erfüllt ist und für den Herrn eifert, der dient dem Herrn und nicht sich selbst. Wir müssen zuallererst dem Herrn dienen und nicht uns selbst oder anderen Menschen.
In Vers 12 beschreibt der Herr den Zusammenhang zwischen Hoffnung und Gebet.
Lasst in eurem Eifer nicht nach, sondern lasst das Feuer des Heiligen Geistes in euch immer stärker werden. Dient dem Herrn. Freut euch über die Hoffnung, die ihr habt. Wenn Nöte kommen, haltet durch. Lasst euch durch nichts vom Gebet abbringen. Römer 12,11-12 NGÜ
In diesen Versen fordert Gott uns dazu auf, fröhlich zu sein in der Hoffnung. Er sagt nicht einfach nur: “Seid fröhlich” oder “freut euch”. Gott fordert uns dazu auf, uns über die Hoffnung zu freuen und fröhlich zu sein in der Hoffnung. Die Freude, von der die Bibel spricht, ist kein Lächeln auf dem Gesicht und auch keine fröhliche Ausstrahlung, sondern ein Klammern an die Hoffnung auf das, was in der Ewigkeit vor uns liegt. Man kann traurig und betrübt sein und sich trotzdem freuen. Der Herr Jesus hatte in allem immer die vor ihm liegende Freude vor Augen und Er hat uns Verheißungen hinterlassen, die uns ermutigen und trösten sollen. Der Herr Jesus hat um der vor Ihm liegenden Freude willen das Kreuz erduldet und die Schande für nichts geachtet (Heb. 12,2) und genauso sollen wir in den Bedrängnissen in dieser Welt, die vor uns liegende Freude vor Augen haben. Der Herr Jesus hat auch geweint, war traurig über Jerusalem, war zornig über die Geldgierigen im Tempel und war sogar zu Tode betrübt im Garten Gethsemane (Mk. 14,34), aber in dem allem hat der Herr Jesus nicht gesündigt. Der Herr Jesus hat sich allezeit gefreut (1. Thess. 5,16), weil das ein Gebot Gottes ist. Wir sollen fröhlich sein in der Hoffnung (Röm. 12,12). Einen Christen erkennt man nicht an der Freude, sondern an der Liebe.
Es heißt in Vers 12: „Wenn Nöte kommen, haltet durch“. Es heißt nicht: „Falls Nöte kommen“. Nöte kommen ganz sicher irgendwann. Früher oder später erwischen uns das Leid und die Bedrängnis. Wir können Leid nicht entkommen. Leid ist vielleicht nicht allgegenwärtig, weil es im Himmel kein Leid gibt, aber es ist gegenwärtig und real. Diese Tatsache finden wir auch in Römer 5 beschrieben.
Nachdem wir nun aufgrund des Glaubens für gerecht erklärt worden sind, haben wir Frieden mit Gott durch Jesus Christus, unseren Herrn. Durch Ihn haben wir freien Zugang zu der Gnade bekommen, die jetzt die Grundlage unseres Lebens ist, und im Glauben nehmen wir das auch in Anspruch. Darüber hinaus haben wir eine Hoffnung, die uns mit Freude und Stolz erfüllt: Wir werden einmal an Gottes Herrlichkeit teilhaben. Doch nicht nur darüber freuen wir uns; wir freuen uns auch über die Nöte, die wir jetzt durchmachen. Denn wir wissen, dass Not uns lehrt durchzuhalten, und wer gelernt hat durchzuhalten, ist bewährt, und bewährt zu sein festigt die Hoffnung. Und in unserer Hoffnung werden wir nicht enttäuscht. Denn Gott hat uns den Heiligen Geist gegeben und hat unser Herz durch Ihn mit der Gewissheit erfüllt, dass Er uns liebt. Römer 5,1-5 NGÜ
Bedrängnis bewirkt standhaftes Ausharren und Geduld. Wenn wir in Schwierigkeiten aushalten und überwinden, lernen wir standhaftes Ausharren und Durchhaltevermögen. Wenn wir standhaft ausgeharrt haben, haben wir uns in diesen Bedrängnissen bewährt. Standhaftes Ausharren führt zu Bewährung. Wenn wir in unseren Bedrängnissen nicht aufgeben, sondern durchhalten, dürfen wir erleben, wie die Hoffnung auf die Ewigkeit immer mehr in uns wächst. Durch die Hoffnung auf eine bessere Zukunft werden wir dazu befähigt, die schwierige Gegenwart zu ertragen. Durch die Hoffnung auf die ewige Liebe Gottes werden wir dazu befähigt und motiviert, uns zu bewähren. Wenn wir Gott immer wieder in unseren Schwierigkeiten erleben und erfahren, wie Er uns durchträgt, dann stärkt das unsere Hoffnung für die nächsten Herausforderungen, weil wir bereits erlebt haben, dass wir uns auf Gott verlassen können.
Christen machen sich keine falschen Hoffnungen, weil Gott selbst durch Seinen Geist in uns wohnt. Gott verbürgt mit sich selbst, dass wir uns keine falschen Hoffnungen machen und Gott selbst schenkt uns Hoffnung. Gott liebt uns und deshalb wird Er unsere ewigen Hoffnungen nicht enttäuschen. Diese Liebe Gottes ist in unsere Herzen ausgegossen und deshalb können wir hoffnungsvoll sein. In den größten Schwierigkeiten ist die Liebe Gottes der größte Trost. Wir müssen als Kinder Gottes keiner Hoffnung nachjagen, die außerhalb unserer Reichweite ist. Wir klammern uns auch nicht an eine tote Hoffnung, die uns enttäuschen wird. Unsere Hoffnung ist auch kein bloßer Gedanke, sie ist keine fadenscheinige Idee oder nur ein positives und angenehmes Gefühl. Unsere Hoffnung ist eine lebendige Hoffnung und eine lebendige Person. Die lebendige Hoffnung lebt in uns, weil Christus selbst die Hoffnung der Herrlichkeit ist (Kolosser 1,27). Wir hoffen nicht nur auf eine bessere Zukunft. Wir hoffen auf die beste Person, die es gibt. Wir hoffen auf einen allmächtigen und liebenden Vater.
Durch unseren Herrn haben wir freien Zugang zu der Gnade Gottes erhalten, durch die wir errettet wurden und in der wir tagtäglich stehen dürfen (Röm. 5,2). Wir haben aber auch freien Zugang zum Thron der Gnade erhalten. Wir dürfen freimütig und voller Zuversicht vor den Thron der Gnade treten, um Barmherzigkeit und rechtzeitige Hilfe zu finden (Hebräer 4,15-16). Wir dürfen mit wahrhaftigem Herzen und voller Glauben hinzutreten und an der Hoffnung festhalten (Hebräer 10,19-23).
Diese Hoffnung ist unsere Zuflucht; sie ist für unser Leben ein sicherer und fester Anker, der bis ins Allerheiligste hinter den Vorhang hineinreicht (Hebräer 6,18-19). Genau dahin ist unser Hoherpriester als Wegbereiter vorangegangen. Deshalb dürfen wir fröhlich sein in der Hoffnung und in Bedrängnis standhalten, weil wir einen Hohenpriester haben, der Mitleid mit uns hat und der uns liebt. Jesus selbst betet ständig für uns (Hebräer 9,24).
Wir sollen uns genau wie Jesus auch durch nichts vom Gebet abbringen lassen (Römer 12,12). Leid kann uns entweder ins Gebet treiben oder uns vom Gebet abhalten. Der Unterschied zwischen dem einen und dem anderen wird von der Hoffnung ausgemacht und von der Hoffnung bestimmt. Wenn wir hoffnungslos sind, wenden wir uns vermutlich nicht im Gebet an Gott. Wenn wir aber auf Gott hoffen und in Ihm unsere einzige Hoffnung sehen, dann kann uns nichts vom Gebet abhalten. Wie viel wir beten oder auch nicht beten, zeigt, wie sehr wir unsere Hoffnung auf Gott setzen. Wenn wir auf uns selbst oder andere Menschen hoffen, dann werden wir nicht zuallererst im Gebet zu Gott kommen. Gebet ist der beste Beweis für eine lebendige Hoffnung.
Der Gott der Hoffnung aber erfülle euch mit aller Freude und mit Frieden im Glauben, dass ihr überströmt in der Hoffnung durch die Kraft des Heiligen Geistes! Römer 15,13