
Nachdem der Herr die Herzen der Jünger durch Leid auf Seine Botschaft vorbereitet hatte und sie für Sein Reden empfänglich waren, begann Er, sie in eine grundlegende theologische Wahrheit einzuweihen. Die Menschenmenge, die den Herrn nach der Speisung der 5000 gesucht hatte, wunderte sich darüber, wie der Herr nach Kapernaum gekommen war, weil sie genau gesehen hatten, wie Seine Jünger ohne Ihn in das Boot gestiegen waren. GOTT ließ keinen Zweifel an der Glaubwürdigkeit dieses nächsten Wunders zu. Das Boot der Jünger war das einzige, das am Ufer in Kapernaum angelegt hatte. Somit war es ausgeschlossen, dass der Herr mit einem anderen Boot den See überquert haben konnte. Auf die Frage der Volksmenge, wann Er nach Kapernaum gekommen sei, antwortete der Herr, dass sie Ihn nur suchen würden, weil sie durch das Wunder der Brotvermehrung gesättigt wurden und nicht, weil sie Seine Zeichen gesehen hatten. Folglich muss eine Änderung der Motivation in den Herzen der Israeliten stattgefunden haben. Sie suchten den Herrn nicht mehr aus Sensationslust, sondern aus einem primitiven Verlangen nach der Befriedigung ihrer Bedürfnisse. Sie sehnten sich nicht mehr nach vergänglicher Sensation, sondern nach vergänglicher Speise. Der Herr wies diese Menschen zurecht, indem Er sie dazu aufforderte, für die Speise, die bis ins ewige Leben bleibt, zu wirken und nicht mehr für verderbende Speise zu leben. Die Menschen verstanden Ihn aber nicht. Obwohl Jesus ihnen erklärte, dass Er derjenige war, der ihnen diese Speise geben würde, fragten sie Ihn, was sie tun müssten, um die Werke GOTTES zu wirken. Sie erkannten nicht, dass der Herr der Einzige war, der vom Vater bestätigt und anerkannt war. Sie dachten, dass sie aus eigenen Werken das ewige Leben verdienen konnten. GOTT aber dachte und denkt immer noch, dass das Werk GOTTES der Glaube an den Sohn GOTTES ist. Alles, was GOTT will, ist, dass wir an Seinen Sohn glauben. „Und das ist Sein Gebot, dass wir glauben an den Namen Seines Sohnes Jesus Christus und einander lieben, nach dem Gebot, das Er uns gegeben hat“ (vgl. 1. Joh. 3,23). Der Glaube ist die Voraussetzung für echte, göttliche Liebe. Nur wenn wir glauben und aufgrund unseres Glaubens wiedergeboren wurden, können wir durch die Liebe das Gesetz Christi erfüllen (vgl. Röm. 13,10; 1. Tim. 1,5). Die Menschenmenge war aber nicht daran interessiert, zu glauben und zu lieben. Sie wollten Brot aus dem Himmel und forderten den Herrn dazu auf, ihnen ein Zeichen für Seine Vollmacht zu geben. Sie erkannten nicht, dass Er kein Zeichen für Seine göttliche Vollmacht brauchte, weil Er selbst das Zeichen der göttlichen Vollmacht war. Mose hatte ihnen kein Brot aus dem Himmel gegeben. Der Vater hatte ihnen das wahre Brot aus dem Himmel gegeben. Nicht das Manna war das Brot des Lebens, sondern Jesus Christus ist das Brot des Lebens. Er gibt der Welt das Leben und wer Ihn hat, der hat allezeit das Leben. Christus stillt den Lebenshunger und den Lebensdurst. Die Volksmenge wollte das Brot, das Leben gibt, aber sie wollten nicht das Brot des Lebens. Sie wollten nicht glauben. Der Vater hat dem Sohn die Menschen gegeben, die glauben. Diejenigen, die der Vater dem Sohn zugedacht hat, werden auch zu Ihm kommen, weil sie an Ihn glauben. Jeder, der im Glauben zum Sohn GOTTES kommt, wird niemals von Ihm ausgestoßen. Er war gekommen, um den Willen des Vaters zu tun und alles am letzten Tage aufzuerwecken, was der Vater Ihm gegeben hat, damit nichts davon verlorengeht, sondern jeder, der glaubt, ewiges Leben hat. Die Pharisäer murrten darüber, dass der Herr sich selbst als das Brot, das aus dem Himmel herabgekommen war, bezeichnete. Sie hielten Ihn für einen gewöhnlichen Menschen mit gewöhnlichen Eltern. Christus war aber ein außergewöhnlicher Mensch mit einer gewöhnlichen Mutter und einem außergewöhnlichen Vater. Er hatte es nicht nötig, die Menschen verzweifelt um Glauben anzubetteln. Er wusste, dass der Vater die Herzen von Menschen bewegen und Menschen zu Christus führen kann. Der Vater zieht Menschen mit Seilen der Liebe zu Christus und Christus auferweckt diese Menschen am letzten Tag (vgl. Hos. 11,4). Jeder Mensch, der zu Christus kommt, ist persönlich von GOTT belehrt worden. Menschen können den Vater nicht sehen, aber sie können Ihn mit den Ohren ihres Herzens hören. Christus war der Einzige, der den Vater je gesehen hat. Er kann ewiges Leben schenken. Er ist das Brot des Lebens. Das Manna ist nicht das Brot des Lebens. Christus ist das Manna, das die Menschen in der Wüste dieser Welt ernährt, damit sie nicht sterben, sondern ewig leben. In Vers 51 erklärte der Herr dem Volk, wofür das Brot des Lebens steht. Er machte ihnen klar, dass Sein Fleisch das Brot des Lebens ist und dass Er dieses Fleisch für das Leben der Welt geben muss, damit Menschen ewiges Leben haben können. Es reicht nicht, das Brot des Lebens zu besitzen und in seinem Haus aufzubewahren. Es reicht auch nicht, das Brot des Lebens anzuschauen und zu bestaunen. Es muss gegessen werden, damit es uns am Leben erhält. Nur, wer das Fleisch Christi isst und Sein Blut trinkt, hat ewiges Leben und wird von Christus auferweckt werden. Nur, wenn wir Christus in uns aufnehmen, bleiben wir in Ihm und Er in uns. Es war den Hebräern verboten, Menschenfleisch zu essen und Blut zu trinken (vgl. 3. Mo. 17,10-14). Das Essen oder Trinken von Blut wurde mit dem Tod bestraft, weil im Blut das Leben ist. Das Blut war für den Altar GOTTES bestimmt, damit dadurch die Sühnung für unsere Sünden erwirkt werden konnte. Das Volk GOTTES durfte nicht wie andere Völker das Blut von Tieren trinken, um durch diesen heidnischen Akt das Leben und die Kraft des Getöteten vermeintlich in sich aufzunehmen. Das Blut gehörte GOTT als Stellvertretung für den Sünder, der den Tod verdient hatte. Wenn ein Sünder Blut getrunken hätte, hätte Er dadurch das Sühnemittel, das GOTT in Seinem heiligen Zorn über Sünde besänftigt hätte, zunichte gemacht und er hätte mit seinem eigenen Blut für seine Sünde bezahlen müssen. Christus redete hier nicht über Kannibalismus, auch wenn einige der Pharisäer Seine Worte so ausgelegt hatten und es erscheint provokant, dass der Herr ein symbolisches Bild benutzte, das den Pharisäern so zuwider war. Christus wollte den Israeliten zeigen, dass es nicht ausreicht, dass Er als Sühnopfer für sie stirbt. Sie mussten dieses Sühnopfer persönlich in ihrem Herzen aufnehmen, damit es ihnen helfen konnte. Das Blut, das stellvertretend für uns vergossen wurde, muss auch in uns neues Leben schaffen. Das Blut Christi muss im übertragenen Sinne in unseren Adern fließen, damit wir rein und heilig sein können. Sein Blut belebt unseren Körper, unsere Seele und unseren Geist. Im Blut ist das Leben und wir brauchen neues Leben. Das Brot wird in der Bibel als eine Stärkung für das Herz bezeichnet (vgl. 1. Mo. 18,5; Ri. 19,5; Ps. 104,15). Durch Brot bekam das Herz die Stärke, das Blut im Körper zu verteilen. Wenn wir uns falsch ernähren, hat das Auswirkungen auf unser Herz. Nahrung, die schlecht für unser Herz ist, schwächt unser Herz, sodass es irgendwann sogar zu einem Herzinfarkt kommen kann. Das Herz braucht die richtige Nahrung, um den Körper mit ausreichend Blut zu versorgen. Christus ist das Leben, das in unseren seelischen Adern fließt und Er stärkt unsere Herzen, damit dieses Leben in unserer Seele verteilt wird. Unser Herz pumpt unser Blut durch unseren Körper, damit unsere Körperteile am Leben erhalten werden. Christus stärkt unser neues, wiedergeborenes Herz, damit es Sein Leben durch unsere Seele pumpt und wir ewig leben. Er war nicht wie das Manna, das in der Wüste täglich gegessen wurde, aber die Menschen doch nicht ins verheißene Land bringen konnte. Er war und ist das Manna, das Himmelsbrot des Lebens, das uns täglich Leben in Ewigkeit schenkt.