
Freiheit ist ein seltsames Konstrukt. Für die einen ist Freiheit ein schöner Gedanke und ein philosophisches Konzept. Für die anderen ist Freiheit, die Sehnsucht nach Ungebundenheit und Unabhängigkeit. Sehnsucht, weil sie ihre ersehnte Ungebundenheit und Unabhängigkeit vielleicht nie erreichen. Manch einer verbindet mit Freiheit die selbstbestimmende Souveränität seines eigenen Staates. Manch anderer verbindet mit Freiheit, die Ungebundenheit des eigenen Willens in Form von vermeintlicher Selbstbestimmung. Für sie ist das Ausbrechen aus bisherigen Verhaltensmustern der Weg zur Freiheit. Durch das innere Loslösen von äußeren Umständen oder der Vergangenheit versprechen sie sich völlige Freiheit von allem, was sie einschränken will. Einige sehnen sich nach finanzieller Unabhängigkeit oder der Freiheit von Süchten. Viele Menschen meinen, dass sie an ihrem Verständnis von Freiheit angekommen seien und ignorieren, wie gebunden sie doch eigentlich sind. Sie haben einen Funken von Freiheit genossen, welcher aber durch ihre Unachtsamkeit erloschen ist. Freiheit muss wie eine langjährige Beziehung beständig gepflegt werden. Sie ist kein Selbstläufer und kann sogar grausam sein, wenn sie missbraucht wird. Die meisten Menschen kommen nie über ihre Hoffnung auf echte Freiheit hinaus. Sie hoffen auf das, was sie nicht haben, weil das, was ihnen fehlt, nur durch Hoffnung erreicht werden kann.
Die Erfüllung der Hoffnung führt zu Freiheit. Bevor sich unsere Hoffnung nicht erfüllt hat, sind wir in einem gewissen Sinne an das gebunden, worauf wir hoffen. Nur wenn sich das erfüllt, worauf wir gehofft haben, sind wir wirklich frei. Hoffnung ist ein Festhalten an dem, was man nicht sieht. Erst wenn sich die Hoffnung erfüllt hat, können wir wirklich loslassen. Wenn wir nicht hoffen, können wir auch nie wirklich frei sein, weil die Hoffnung auf Freiheit uns dazu anspornt, nach Freiheit zu streben. Hoffnung auf Freiheit ist eine Voraussetzung für echte Freiheit. Wer sich mit Gebundenheit zufrieden gibt, wird niemals frei sein. Nur wer wirklich die Hoffnung auf echte Freiheit hat, wird diese Freiheit auch erreichen. Erst durch ein langes Hoffen lernen wir schätzen, was die Erfüllung der Hoffnung wirklich bedeutet. Wer nie auf Freiheit gehofft hat, kann Freiheit nicht wirklich schätzen. Wenn die Hoffnung der Herrlichkeit in uns lebt, dann sind wir wirklich frei.
2. Kor. 3,17: Der Herr aber ist der Geist; und wo der Geist des Herrn ist, da ist Freiheit.
Jesaja 61,1: Der Geist des HERRN, des Herrschers, ist auf mir, weil der HERR mich gesalbt hat, den Armen frohe Botschaft zu verkünden; er hat mich gesandt, zu verbinden, die zerbrochenen Herzens sind, den Gefangenen Befreiung zu verkünden und Öffnung des Kerkers den Gebundenen.
Sacharja 9,9+12: Siehe, dein König kommt zu dir; ein Gerechter und ein Retter ist Er, demütig und reitend auf einem Esel, und zwar auf einem Füllen, einem Jungen der Eselin. […] Kehrt wieder zur Festung zurück, ihr, die ihr auf Hoffnung gefangen liegt! Schon heute verkündige Ich, dass Ich dir zweifachen Ersatz geben will!