Herzen sehen

1. Sam. 16,1+3: Fülle dein Horn mit Öl und geh hin, Ich will dich zu Isai, dem Bethlehemiter, senden; denn unter seinen Söhnen habe Ich Mir einen König ausersehen! […] Ich aber will dir zeigen, was du tun sollst, so dass du Mir den salbst, den Ich dir nennen werde!

Samuel wurde von GOTT nach Bethlehem gesendet, um einen Sohn Isais zum neuen König zu salben. Er wusste nicht genau, wer der neue König sein würde. GOTT hatte ihm Seinen Plan nur stückweise offenbart. Er musste nach Bethlehem gehen und darauf vertrauen, dass GOTT ihm zur richtigen Zeit den richtigen Mann zeigen würde. Samuel musste aber nicht nur GOTT vertrauen, er musste auch GOTT gehorchen und gehen. Wäre Samuel in Rama geblieben, hätte er nicht erfahren, wen GOTT zum König machen wollte.

1. Sam. 16,6-7: Und es geschah, als sie hereinkamen, da sah er Eliab an und dachte: Gewiss ist hier vor dem HERRN Sein Gesalbter! Aber der HERR sprach zu Samuel: Schaue nicht auf sein Aussehen, noch auf seinen hohen Wuchs, denn Ich habe ihn verworfen! Denn der HERR sieht nicht auf das, worauf der Mensch sieht; denn der Mensch sieht auf das, was vor Augen ist, der HERR aber sieht das Herz an!

Samuel hatte selbst als Glaubensheld, der jahrzehntelang GOTT treu nachgefolgt war, trotzdem den Fehler gemacht, auf das zu schauen, was vor Augen war. Samuel wollte einen Menschen zum König salben, der dafür nicht geeignet war. Eliab, der älteste Bruder Davids, war nicht für das Amt des Königs von Israel geeignet. Er wäre ein zweiter Saul gewesen. Samuel konnte nicht in das Herz Eliabs sehen, aber er konnte die Stimme GOTTES hören. Wir können nicht in das Herz von Menschen hineinblicken, weil die meisten Menschen ihr Herz verschließen. Wir können aber in das Herz GOTTES schauen, weil GOTT sich uns geöffnet hat und sich wünscht, dass wir Sein Herz kennen. Entscheidungen müssen nahe am Herzen GOTTES getroffen werden, damit wir das sehen, was GOTT sieht. Er kennt die Zukunft und Er kennt jeden Menschen. Wir kennen nicht einmal uns selbst. Wir sollten uns nicht auf unser Unterscheidungsvermögen verlassen. Jeder Mensch hat in einem bestimmten Bereich eine völlig verkehrte Selbsteinschätzung. Kein Mensch kennt sich selbst wirklich. Das Herz des Menschen ist trügerisch und verzweifelt böse (vgl. Jer. 17,9). Unsere Herzen sind verschlagener, als wir denken.

Wenn wir wirklich GOTTES Willen erkennen wollen, müssen wir lernen, mit unseren Herzen zu sehen anstatt mit unseren Augen. Unsere Herzen müssen zu GOTT hin ausgerichtet sein, damit wir Ihn und Seinen Willen wirklich erkennen können. Wenn wir wie Samuel uns auf das verlassen, was wir sehen können, sind wir blind. Augen sehen, was vor Augen ist. Herzen sehen, was von Herzen ist. Herzen sehen Herzen. Augen sehen Augen. Samuel hatte versucht, mit seinen Augen den Willen GOTTES zu erkennen. Dabei hätte er viel mehr mit Seinen Ohren den Willen GOTTES hören müssen. Wenn wir mit dem Herzen glauben, werden wir durch den Glauben verstehen, dass die Dinge, die man sieht, nicht aus Sichtbarem entstanden sind, sondern durch GOTTES Wort (vgl. Röm. 10,9 + Heb. 11,3). Reine Herzen können Unsichtbares sehen. Reine Herzen sind glückselig, weil sie GOTT sehen werden (vgl. Mt. 5,8).

Wenn wir auf GOTT hören, wird Er uns jeden falschen Weg offenbaren. GOTT zeigt uns nicht nur den richtigen Weg, Er bewahrt uns auch vor falschen Wegen. Er zeigte Samuel, dass Eliab und alle seine sechs Brüder keine Männer nach dem Herzen GOTTES waren. Nur der jüngste Bruder war ein Mann nach dem Herzen GOTTES. Samuel, Isai und Eliab hätten David wahrscheinlich gar nicht als richtigen Mann anerkannt. Sie sahen keinen richtigen Mann in ihm und sie sahen erst recht keinen Mann nach dem Herzen GOTTES in ihm. Oft ist der Wille GOTTES das, womit wir am wenigsten gerechnet haben. GOTT steckt voller Überraschungen. Seine Gedanken sind höher als unsere Gedanken und Seine Wege sind höher als unsere Wege. An David gab es äußerlich nichts, das ihn für das Amt des Königs qualifiziert hätte. David war zu dem Zeitpunkt seiner Berufung noch nicht für das Amt des Königs geeignet, er hatte aber ein Herz, das GOTT hingegeben und aufrichtig war. David musste erst die Schule GOTTES abschließen, bevor er zum König gemacht werden konnte. Es hat Jahre der Demütigung und der Verfolgung gebraucht, um David zu einem besseren König zu machen als Saul. Saul war ein König nach dem Herzen des Volkes. David war ein König nach dem Herzen GOTTES. Auch David stand in der Gefahr, hochmütig zu werden und die Ehre der Menschen zu suchen. Er musste durch das, was er erlitt, Gehorsam lernen (vgl. Heb. 5,8). Davids Herz war formbar, weil sein Herz ganz nahe am Herzen GOTTES war. David war ein Mann nach dem Herzen GOTTES, weil sein Herz GOTT sah.

Sprüche 23,26: Gib Mir, Mein Sohn, dein Herz, und lass deinen Augen Meine Wege wohlgefallen!